Relation

So schaut’s nämlich aus in Europa

29. Juli 2010 19:12
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    Foto: reuters/kai pfaffenbach

    Diskuswerfer Gerhard Mayer, bei der WM 2009 als siebentbester Europäer insgesamt Achter, ist auf Sicht die wohl größte Hoffnung der heimischen Leichtathletik.

Eu­ro­pas Läufer haben keinen Auftrag. In technischen Disziplinen sieht es anders aus. Blöd nur, dass Österreich derzeit vor allem auf dem Laufenden ist.

Barcelona/Wien - Mit 10,11 Sekunden ist man in der Welt des Sprints praktisch nirgends. 10,11 Sekunden, damit hätte man im Vorjahr um sieben Hundertstel das WM-Finale verfehlt. Handgestoppte 10,0 Sekunden lief der Deutsche Armin Hary bereits 1960, elektronisch gestoppt kam der US-Amerikaner Robert Hayes 1964 auf 10,06 Sekunden. Die Weltbestenliste weist derzeit siebzig Sprinter aus, die schon unter zehn Sekunden blieben, allen voran den Jamaikaner Usain Bolt (9,58). 10,11? Dem Franzosen Christophe Lemaitre reichten sie am Mittwoch locker zum EM-Titel.

Den österreichischen Rekord hält übrigens Andreas Berger, und zwar seit 1988, da er auf der Linzer Gugl 10,15 Sekunden lief. Diese Marke hätte am Mittwoch in Barcelona zu Silber gereicht. So läuft es in Europa, und so läuft es auf der Welt, wobei der Kontinent tatsächlich in den Laufbewerben am ältesten aussieht. Bei der WM 2009 in Berlin gingen nur zwanzig Prozent der diesbezüglichen Medaillen an Europäer, die dafür zwei Drittel der Medaillen in den technischen Bewerben (Wurf, Sprung) abräumten. Beispielsweise war der Niederösterreicher Gerhard Mayer im Vorjahr als Achter im WM-Diskusfinale der siebentbeste Europäer.

Insgesamt hat Mayer, der bei der EM am Wochenende wirft, im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 in London momentan als hoffnungsvollster heimischer Leichtathlet zu gelten. Der neunte 100-m-Platz des Salzburgers Ryan Moseley, der in 10,27 um 0,04 Sekunden das Finale verpasste, und die Qualifikation des Niederösterreichers Andreas Vojta fürs heutige 1500-m-Finale sind durchaus erfreulich, aber nicht zwingend vielversprechend.

Österreichs Verband (ÖLV) hat vor der EM stolz auf das 15-köpfige Team verwiesen. Die EM 2006 versammelte nur elf Österreicher, größere Teams als heuer gab es allein 1986 in Stuttgart (17) und 2002 in München (16). 17 Teilnehmer wären auch diesmal möglich gewesen, doch Andrea Mayr will ob der erwarteten Hitze und Markus Hohenwarter kann ob einer Verletzung nicht Marathon laufen in Barcelona.

Der ÖLV ist angewiesen auf idealistische Trainer, die kleinere Gruppen weiterbringen. Da fällt es auf, dass Gregor Högler ebenso zwei EM-Athleten betreut, Mayer und die Speerwerferin Elisabeth Pauer, wie Edi Holzer, der die Läufer Clemens Zeller und Andreas Rapatz coacht. Auch die Hürdensprinterinnen Victoria Schreibeis und Beate Schrott trainieren ab und zu gemeinsam.

ÖLV-Ziel ist ein hauptamtlicher Trainer pro Bundesland. Derzeit sind beim ÖLV fünf Trainer angestellt, darunter zwei, die sich nur um den Nachwuchs kümmern. Junge Talente gibt es einige, etwa die Speerwerferin Elisabeth Eberl oder den Mehrkämpfer Dominik Distelberger. Insgesamt kann es nicht schaden, sich etwas weniger aufs Laufen zu konzentrieren. Bei der EM sind nicht weniger als zwölf der 15 Österreicher in Laufbewerben unterwegs - doch Europa ist nicht die Welt. (Fritz Neumann, DER STANDARD Printausgabe 30.07.2010)

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JackBodegar
30.07.2010 21:31

na ja wenn man schon nicht über österreicher beim leichtathletik berichten kann (wo nix ist kann nix sein) muss man hald europa schlecht schreiben.....

Der Österreicher
30.07.2010 17:22

Und was ist nun die Kernaussage des Artikels? Das Herr Neuman gerne Statistiken studiert, anstatt das Team ordentlich vorzustellen.

Karl Kuketz
30.07.2010 13:35
Andreas Bergers Zeit

als Maßstab zu nehmen ist schon sonderbar: viele alte Rekorde (siehe auch die legendäre Jarmila Kratochvilova) sind unter etwas anderen Umständen entstanden.

Christ Kind
30.07.2010 16:16
die neuen

Rekorde fallen auch alle unter "anderen Umstaenden", insoferne passt das schon.

Karl Kuketz
31.07.2010 11:48
diese anderen Umstände sind wieder anders

als die anderen damals....

Agnostiker1
30.07.2010 12:00
Beim Sport zählt der Augenblick. Deshalb die historischen Werte von.....

..Berger in Relation zur EM zu setzen, ist absoluter Blödsinn. Tatsache ist, dass Österreich bei der Leichtathletik absolut kein Maßstab ist und sich regelmäßig blamiert. Das Herummoosern an den gestern von Deutschand erreichten zwei Goldmedaillen ist wieder bezeichnend und das von einem Land, das mit Null Medaillen heimgehen dürfte. Was würden. Nur eine Bronzemedaille für Österreich würde schon wieder zu hysterischen Lobhudeleien führen.

Christian Oberndorfer
30.07.2010 13:13

deutschland steht in keinerlei konkurrenz zu österreich, sondern in europa zu gb, fr, russland, polen, ita und esp.

Agnostiker1
30.07.2010 17:41
Und beim Fußballspiel? Da wo Österreich auffällig schlecht ist, gibts keimen.....

...direkten Vergleich. Sonst in allen Lebensagen.

Der Freund Deiner Frau
30.07.2010 09:47
Uebrigens:

Wo ist denn jetzt die Sport-Weltmacht SPANIEN? Null Medaillen, hambleeres Stadion. Eher tote Hose.

Drum huete man sich vor Verallgemeinerung.

Ps. Vielleicht aber auch ein schoener Beweis dafuer, dass die auch nicht mehr oder weniger dopen als die andren ;)

ela vie
30.07.2010 08:58
drum heissts ja auch europmeisterschaft und nicht wm

daher find ich vergleiche mit wm-teilnehmer nicht zieflführend. die athleten wissen schon selber, wo sie mit ihren leistungen stehen und dennoch aufopfernd weiter machen.
und es freut sich jeder sportler wenn er mal in seiner klasse auch ganz oben steht. und sei es bei einer bezirksmeisterschaft.

Christian Oberndorfer
30.07.2010 08:34

Lemaitre lief die 10,11s bei -1,0 Gegenwind. Das darf man auch nicht ausser Acht lassen. Am meisten hat mir aber gefallen, dass er den aufgepumpten Muskelprotz Chambers geschlagen hat.

Dass die europäische Leichtathletik derzeit nicht stark aufgestellt ist, liegt auch an der relativen Schwäche der Deutschen, die im letzten Jahrzehnt stark abgebaut haben. Daran können auch die beiden Goldmedaillen von gestern nicht viel ändern. Und wenn man die Ergebnisse der heurigen U20-WM in Moncton heranzieht, ist zu "befürchten", dass die aussereuropäische Dominanz in den nächsten Jahren noch zunimmt.

Gilgamesch
30.07.2010 11:18

wenn sie von deutschland reden, meinen sie die ddr - und da wurde systematisch gedopt.

emma goldman
30.07.2010 17:58

die waren nicht mehr gedopt als die us-leichtathleten und athletinnen. Griffith-joyner ist dem mittlerweile immerhin ja schon zum opfer gefalllen vor vielen jahren mit 36.
Und auch die westdeutschen frauen waren in den 70ern noch immer top und im sprint knapp hinter der ddr und weit vor usa, jamaika,
z.b.1972 http://www.youtube.com/watch?v=0... re=related
Richter brd vor stecher ddr u.s.w

Christian Oberndorfer
30.07.2010 12:12

auch, aber nicht nur: betrachten Sie doch nur die Situation in einzelnen Disziplinen, wo sie dominant waren, wie z.B. Zehnkampf, Diskus. Sowohl BRD als auch DDR hatten früher ausgezeichnete Viertelmeiler, wo bitte sind die geblieben? Auf der Mittel- und Langstrecke ist die Dichte klarerweise größer als in AUT, einen Läufer wie Weidlinger (der in diesem Forum von ahnungslosen Nebochanten oft heruntergemacht wird) sehe ich allerdings weit und breit nicht.

Zinnmo
 
30.07.2010 11:27

Bin mir sicher, dass auch die jamaikanische Explosion (nicht nur Bolt, sonder auch andere) nicht nur mit Yamsurzeln zu erklären sind sondern mit systematischem Doping. Die Steigerungen die da Athleten von einer Saisaon auf die nächste hingelegt haben, gehen nur damit. Nur wird in Jamaika immer noch viel weniger kontrolliert als in Europa.

Dass Bolt allein physiologisch im Vorteil ist (fast perfekter Sprinterkörper, von den Längeverhältnissen her, extrem hoher anteil von "schnellen" Muskelfasern) hat damit nichts zu tun. Er würde vermutlich auch ohne Doping 9,8 Sekunden schaffen.
Die unter 9,6 schafft aber auch er nur mit Mittelchen.

emma goldman
30.07.2010 18:05

..man kann aber auch die physiologische Entwicklung manipulieren.

emma goldman
30.07.2010 18:04

...wer weiß schon was bolt ab seinem 20.Lebensjahr bereit war zu tun um zu einer derartigen Leistungsexplosion zu gelangen.
Lemaitre ist mit 20 schneller als bolt mit 20 war.
Aber wird sich kaum solche qualen antun oder sich einem solchen Risiko ausetzten. Immerhin soll er ja selbst jetzt noch die sache hobbymäßig betreiben, weil er die andere Hälfte seiner Zeit studiert.

Der Österreicher
30.07.2010 23:12

Der Typ ist mit 20 eine Rakete und sie beschimpfen ihn als Hobbysportler? Fast alle Sportler arbeiten Vollzeit und trainieren am Abend. Ausser man hat einen Sponsor, und das ist in der LA eher die Ausnahme. Man kann den ganzen Tag ja nicht stundenlang trainieren, schon gar nicht im Kurzstreckenbereich.

Diesen Athleten gebührt etwas mehr Respekt als Ihr Kommentar.

emma goldman
31.07.2010 15:45

Das war ja nicht abwertend gemeint sondern im Gegenteil anerkennend. Lemaitres Trainer im Interview:Er ist zerbrechlich, auch weil er bei Dehnungsübungen immer faul gewesen ist. Er kämpft immer wieder mit Adduktorenproblemen. Und wir wissen: Ein Faserriss bedeutet einen Monat Ruhe. Er studiert ja nebenbei, und somit bleibt wenig Zeit für Physiotherapie. Um 17 Uhr endet das Studium, um 18 Uhr steht er schon im Stadion. Das ist eine völlig andere Welt als bei anderen Athleten. Aber wir wollen das künftig doch ein bisschen verändern"

kingdavid
30.07.2010 01:13

genau so schauts aus: so sehn ergebnisse aus die ohne chemie zustandekommen.

Michael396
 
29.07.2010 20:47
Mit 10,11 sec nirgends

Dass ein Läufer wie Christophe Lemaitre mit einer solchen Zeit 2010 Europameister werden kann, ist wohl ein deutlicher Hinweis darauf, dass die goldenen Zeiten des systematischen Dopings im Spitzensport l zuende gehen und die Dopingjäger endlich einen Vorsprung gegen die professionellen Betrüger im Sport gewonnen haben.
Denn niemand, der auch nur einen geringen Einblick in die Materie bekommen hat, wird wohl noch ernsthaft behaupten, dass es in den letzten Jahrzehnten auch nur einen Spitzensportler in Disziplinen gegeben hat, die mit Kraft und Ausdauer zu tun haben, der auf Doping verzichten konnte.
Die Sucht nach immer neuen unfassbaren Rekorden wird von sauberen Sportlern nicht mehr erfüllbar sein, ein neuer Nullpunkt muss her.

eslebedersport
30.07.2010 00:14
so schlecht ist das auch nicht

mit dieser Zeit ist man auch schon Weltmeister geworden, übrigens lemaitre ist der erste weiße sprinter unter 10 sec, nicht so schlecht, oder?

kingdavid
30.07.2010 01:00

ähm gerade letzteres ist dem franzosen suspekt, aber immer wieder wird es aufgewärmt. Tatsächlich dürften die dopingkontr. Der springende punkt sein. Chambers und jonathan o. Sind beide schon unter 9.90 gelaufen. Siehe da, jzt gerade nur mehr um die 10.15...auch in tokio schafften die us.amerikaner grad mal solche zeiten...die jamaikaner dürfen einstweilen noch experimentieren..

Jacksonson
30.07.2010 08:28

Leider habens vergessen das bei der EM Gegenwind geherrscht hat (-1.0) waehrend bei den schnelleren Laeufen Rueckenwind war.

emma goldman
30.07.2010 18:07

trotzdem: Normale und ehrliche Zeiten liegen um die 10,00.

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