Bonsai-Dino

Die Eidechse des Grauens

Klaus Taschwer , 29. Juli 2010 18:56
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    Foto: wikimedia

    In höchster Not vergießt die Krötenechse Bluttränen.

Das im Süden der USA und in Mexiko beheimatete Reptil verfügt über ein unter den Wirbeltieren einzigartiges Verteidigungsarsenal

New York - Aussehen tut sie wie ein gepanzerter Dinosaurier - nur halt im Bonsai-Format. Die im Süden der USA und in Mexiko beheimatete Krötenechse schaut zwar furchterregend aus, ist aber gerade einmal sechs Zentimeter lang.

Wenn es unter Reptilien einen Wettbewerb in Sachen Selbstverteidigung gäbe, dann würde ihn dieses Tier wohl mit einigem Abstand gewinnen: Die Krötenechse ist gut getarnt, kann Bedrohungen bestens einschätzen und setzt ihre beiden Hörner auf höchst unangenehme Weise ein. Und in höchster Not kann sie giftige Bluttränen aus den Augen spritzen - als einziges Wirbeltier der Welt.

Giftige Ameisen als Futter

Wenn sie sich nicht selbst gerade vor Fressfeinden schützen, dann ernähren sich Krötenechsen (Phrynosoma cornutum) von einer hochgiftigen Ameisenart namens Pogonomyrmex. Die werden lebendig geschluckt und auf dem Weg in den Magen mit einem Schleim überzogen, damit sie den Eidechsen nicht inwendig gefährlich werden.

Zu den Feinden der Mini-Saurier zählen eine ganze Reihe von Tieren: Raubvögel ebenso wie Schlangen oder Hunde. Grundsätzlich sind die Krötenechsen der Umgebung durch ihren eigenwilligen Schuppenpanzer und den flachen Körper gut getarnt. Sie können aber auch erstaunlich gut einschätzen, ob es jemand auf sie abgesehen hat, wie US-amerikanische Biologen im Fachblatt Ethology (online vorab) berichten.

Die beiden Forscher fingen 45 Krötenechsen und versuchten herauszufinden, wann sie die Flucht ergreifen würden. Das geschah zunächst bei 130 cm Abstand und bei wiederholten "Angriffen" bei rund zwei Metern. Die Eidechsen konnten aber auch unterscheiden, ob man sie anschaute oder nicht. Die Autoren der Studie argumentieren deshalb, dass die Tiere sehr gut beurteilen könnten, wie groß die jeweilige Bedrohung ist.

In höchster Not bleiben immer noch zwei ziemlich perfide Verteidigungsstrategien: Zum einen können die Krötenechsen ihr (wahrscheinlich dank der Ameisendiät) giftiges Blut durch Augen Feinden entgegenspritzen - und zwar im Ausmaß von bis zu zwei Prozent ihrer eigenen Körpermasse. Das hilft insbesondere bei Attacken von Hunden.

Hilft auch das nichts, bleibt - bereits im Maul eines Raubtieres - noch ein allerletzter Trick: Durch eine einfache Kopfbewegung können sie ihre Hörner dem Angreifer durch den oberen Gaumen rammen. Wohl bekomm's! (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Printausgabe, 30.07.2010)

 

Kommentar posten
23 Postings
just my two cent
02.08.2010 12:07

Es gibt keine natürlich vorkommenden "Eidechsen" in den USA!
Das ist ja ein toller Wissenschaftsartikel.

Mann40
30.07.2010 14:29

nochmals: bitte um Einführung des Bewertungsbalkens für Überschriften :)

mikromalist
 
30.07.2010 13:12
Giftig-spritzig, horn-stichig, unantastbar-borstig, ...

aber können sie bei Gefahr, wie unsere Abgeordneten, in Totenstarre fallen?

Radioactive Man
30.07.2010 12:01
und was lernen wir daraus?

hoch giftige ameisen sind gar nicht hoch giftig

Eine Kreatur
07.08.2010 18:55
sind sie dumm ..

natürlich sind sie hoch giftig .. der körper der echsen hat nur gelernt, damit umzugehen ..

genauso wie die fugu fische - die produzieren ihr gift auch nicht selber, sondern nehmen es durch nahrung auf und lagern es einfach in ihrem körper ab ..

mitrovic dejan
30.07.2010 10:16
Arme Ilegale Einwanderer nach USA.

Die Müssen sich nicht nur mir Arizona Gesetzen rumschlagen und mit schiesswütige USA Bord patrol.
Sondern auch mit National Garde von Österreicher Schwarzeneger.Klaperschlangen und
Aus dem Augen Gift sprizenden Amis Labor Mutierten entkommene Eidechsen.
Zuwanderung heutzumtage ist ein knochen Job Bruder !.

So Nina
30.07.2010 10:03
Ich habe sie...

....in den USA in der Wüste selbst gesehen und auch gefangen - sind ganz nette Tierchen und viel schöner als auf dem Foto!

Dirty Sanchez
 
30.07.2010 09:40
Und wenn man draufsteigt macht es "quatsch" und alles hat nix genutzt.

trollvottel
30.07.2010 13:32

Wenn du dabei Schuhe anhast ja.

Hossa! Hossa! Hossa! Olé!!!
30.07.2010 09:35

Ein Verteidigungsarsenal stell ich mir anders vor. Da kann ja eine Gazelle noch mehr: Weglaufen, Hörner, Treten, Springen, Beißen.

TRockenmilch
30.07.2010 08:25

komisch. ich hab den nicht.

wird der erst in der zerg kampagne eingeführt? ;O

lukas820
30.07.2010 07:15
Na sehr supa

Jetzt muss ich jeden abend schauen ob sich keine eidechse unter meinem Bett versteckt.

ÖVP und Banken sind eine Seuche !
29.07.2010 23:06
das tierchen ist süßer

als die gesamte övp

trollvottel
30.07.2010 13:33

Kannst dir das Viech mit so brutal-finsteren Scheelaugen wie die Fekter vorstellen? *schauder*

leaping frog
30.07.2010 07:47
gähhhhhhhhhhhhhn

ich sag's grad raus
30.07.2010 00:55
kunststück!

Nick Tameer
29.07.2010 22:19

Solange diese Bonsai-Godzillas keine Todesstrahlen als Waffe haben, finde ich sie langweilig.

birka
31.07.2010 11:37

Dr. Evil hat sie angeblich schon mal testweise mit einem "Laser" ausgestattet..

LCD
29.07.2010 23:04

Daran arbeiten sie bereits.

Posten schadet der Gesundheit
29.07.2010 22:53
jedoch:

mutierte riesen-krötenechsen wären schon was für superschurken!

Juusto Hampurilainen
30.07.2010 09:56

dann brauchen wir aber auch mutierte riesen-giftameisen um sie zu füttern. vielleicht kann man die ameisen ja mit elefanten kreuzen...?

Nick Tameer
30.07.2010 00:08

Wir brauchen dringend ein King-Kong-Entwicklungsprogramm!

Rumo von Zamonien
29.07.2010 21:06

Hm, zu knusprig für mich.

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