Rumänische Regierung: Integration der Roma sei "eine gemeinsame Verpflichtung aller europäischer Staaten"
Zwischen Bukarest und Paris ist ein Streit über die Roma ausgebrochen. "Nicht Frankreich muss die rumänischen Roma integrieren" , erklärte Frankreichs Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, Pierre Lellouche. Die rumänische Regierung antwortete, die Integration der Roma sei "eine gemeinsame Verpflichtung aller europäischer Staaten" . Wie Premier Emil Boc betonte, gibt es in Rumänien zahlreiche Programme zur sozialen Integration der Roma.
Lellouche drohte Rumänien sogar mit der Bemerkung, Frankreich sei bezüglich des im März 2011 geplanten Schengen-Beitritts "reserviert" . Das rumänische Außenministerium wies dies zurück: Die Roma-Problematik sei nicht Teil der vereinbarten Schengen-Beitrittsbedingungen. "Rumänien kann die Migrationswellen an der Außengrenze des Schengener Raums effizient handhaben" , betonte Außenminister Theodor Baconschi.
Vor zwei Jahren hatte bereits die italienische Regierung mit einem rigorosen "Sicherheitspaket" die Einwanderung von rumänischen Roma nach Italien beschränkt. Eine Kartei mit Fingerabdrücken von in Lagern lebenden jungen Roma und Sinti wurde angelegt. (Laura Balomiri aus Sibi, DER STANDARD, Printausgabe, 30.7.2010)