Illustrer Beraterkreis

Gerhard Berger machte Boxenstopp als Hypo-Berater

Renate Graber, 29. Juli 2010 18:03

Der Formel-1-Veteran hatte für einen Auftritt einen Dreijahres­vertrag, der Kontrakt von Ex-SPÖ-Kommunikator Lederer wird gelöst

Wien - Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria hat im Lauf der Jahre viele Berater, Lobbyisten und PR-Strategen beschäftigt - wie viele, und zu welchen Bedingungen, das erhellt sich nun bei der Vergangenheitsbewältigung. Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer hat die Bank nach seinem Ausscheiden aus der NÖ Arbeiterkammer als Sub-Auftragnehmer von Anwalt Leopold Specht beraten und dafür 60.000Euro bekommen (siehe Artikel unten). Ex-Hypo-Chef Tilo Berlin hatte Werner Schmidt als Berater entriert, sich selbst dann vom nicht unumstrittenen deutschen PR-Strategen Norbert Essing profilieren lassen. Dessen Vertrag wurde erst vor kurzem aufgelöst.

Andere gutbezahlte Berater

Essings Motto - "Mich gibt es gar nicht" - passt auch auf andere gutbezahlte Berater. Auf Heinz Lederer etwa, der unter Bundeskanzler Viktor Klima Kommunikationschef der SPÖ war, und danach, 2001, kurz im Vorstand der glücklosen Libro-Internettochter Lion.cc werkte. Seit 2005 führt er eine eigene PR-Agentur. Kulterer habe ihn als Berater geholt, erzählt Lederer heute, seine Aufgabe seien "Pressearbeit" und "Journalistenkontakte" gewesen. Warum er dabei nicht sehr aufgefallen ist? Lederer: "Ich führte Hintergrundgespräche." Die Höhe seiner quartalsmäßig abgerechneten Fixgage verrät der Kommunikator nicht; angeblich lag sie bei 20.000 Euro je Quartal. Noch Ende 2009, nach Berlins Abgang aus der Hypo, beriet Lederer Berlin - sein Vertrag sei aber mit der Hypo-Marketing und Advertising GmbH (HMA) geschlossen, wie er sagt. Dieser Kontrakt wird gerade aufgelöst.

Auch Ex-Formel-1-Rennfahrer Gerhard Berger wurde von der Bank beschäftigt. Kulterer hat ihn Ende 2005 geholt, mit einem Vertrag für drei Jahre. Berger sollte die Bank als Werbe-Zugpferd "an die Börse begleiten" , wie er einmal sagte; gebraucht wurden seine PS laut Bankern aber nur ein Mal: 2007, bei der Eröffnung der Hypo-Niederlassung in Innsbruck. Der Traum vom Börsengang platzte ja nach Aufkommen der Spekulationsverluste 2006; Bergers Vertrag freilich, der ihm über die Jahre angeblich eine Million Euro bringen hätte sollen, lief weiter.

Nichte leitete Marketing

Erst nach Kulterers Abgang aus dem Bankvorstand im Herbst 2006, als die Marketingbudgets durchforstet und gekürzt wurden, fiel dieser Vertrag wieder jemandem auf. Kulterer wurde losgeschickt, Bergers Vertrag zu lösen, "ein Großteil der für Berger vorgesehenen Zahlungen ist daher nie schlagend geworden" , versichert ein ehemaliger Banker.

Die meisten Beraterverträge liefen über die 100-prozentige Hypo-Marketingtochter HMA, die auch für die aufwändigen Einladungen der Hypo- und Tilo-Berlin-Kunden zu diversen schicken Events wie Hahnenkamm-Rennen zuständig war. Und dort blieb alles in der Familie. Die GmbH hatte zwei Geschäftsführerinnen, eine war die Ex-Sprecherin der Bank, eine Kulterers Nichte. Sie verließ die Gesellschaft im April 2009, in der Bank ist das Naheverhältnis der Marketing-Chefin zum Bankchef weitestgehend unbekannt. (Renate Graber, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 30.7.2010)

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alpentiger1
08.09.2010 10:18
Dann hat der sechbeinige Hund also in jeder Tatzn ein Sparschwein gehalten ....

und sein neues "Schassi" zur Verfügung gestellt.

Das der G. Berger ein Abzocker fern jeder Ethik ist, kann man auch aus seinem Führungsstil in seinen Firmen ablesen.

Einfach unterste Klasse der Moral, wie alle die an der Hypo-Alpe-Haidra angestreift sind.

pleamle
14.08.2010 17:17
kulterer-nichte & journalistengattin

liebe frau grabner, das gf-duo der hypo-marketing-gmbh war: die kulterer-nichte (eine angelernte grafikerin) und die gattin eines kärntner journalisten (gelernte touristikerin). beide hatten bei ihrer gf-bestellung vom bankgeschäft keine ahnung, aber bei vitamin "P" braucht man das auch nicht. in der bank durfte man über die zwei "kompetenten damen" nur hinter vorgehaltener hand lachen, sonst war man gleich auf der abschlussliste von herrn kulterer.

diekleinefurie
26.08.2010 22:37
Die zunächst als "Marketinglady",

später als Mitarbeiterin oder Sekretärin bezeichnete Dame, die kurzzeitig ebenfalls festgenommen wurde-

das ist jetzt aber nicht eine dieser beiden gf, oder?

Dann würde das ihr zugeschriebene Attribut "zeichnungsberechtigt" ja auch irgendwie Sinn ergeben...

Und entschuldigen Sie bitte die ganz blöde Frage: Was ist "Vitamin P"?

Pauli Feuerstein
06.08.2010 18:00
In der Hypo

haben sich die Sozen die Tür in die Hand gedrückt ... ah net schlecht, ab jetzt verwundert aber nichts mehr :)!

also dann ...
04.08.2010 19:15
a h a ... auch gerhard berger, sieh an.

seine "dienste als börsenspezialist"...
drüften wohl darin begründet sein, dass er imstande war ... die vorstände zu den räumlichkleiten der FMA und wiener börse mit dem a u t o ... zu begleiten.

einfach toll
einfach kärnten !

keep cool1
 
31.07.2010 00:24
Man fragt sich- warum hat niemand reagiert?

Dass so viele Berater für ihre Tätigkeiten ordentlich mitgeschnitten haben - soll man nicht jenen vorwerfen - die dafür engagiert wurden - das ist ja schließlich ihr Job - sondern jenen Hypo-Managern - die offensichtlich wenig Ahnung vom Geschäft hatten! Ferner dem ahnungslosen oder korrupten AR und der zahnlosen Ö Bankenaufsicht!
Enttäuschend auch die vielen Aufdeckungs-Journalisten, die hier versagt haben!

Captain Smoker
30.07.2010 23:04

""Pressearbeit" und "Journalistenkontakte" gewesen. Warum er dabei nicht sehr aufgefallen ist? Lederer: "Ich führte Hintergrundgespräche.""

Herr Lederer, bitte sofort einen Ausredenfortbildungskurs bei Herrn Grasser buchen.

CouchDB
30.07.2010 19:06
Machen wir es doch einfacher !

Die Standard-Redaktion sollte doch ganz einfach jene "Seitenblicke"-Akteure "outen" die NICHT bei der HAAG mitgeschnitten haben.

Horstl 99
30.07.2010 18:13
Ahh, Gerhard Berger aka "Der Sechsbeinige Hund von Atschip"

Zum Thema: Diese Beratungstätigkeiten sind wirklich ein Unding. Dieses Hin- und Herberaten dient doch nur dem Networking. Eigentlich ist das eine ziemliche Sauerei für ein bisschen Blabla Unmengen von Geld zu kassieren.

NONE
30.07.2010 17:51

Wieso muss der Steuerzahler zahlen?

Ein hochkriminelles Netzwerk wie hier hat nicht gerettet zu werden. Politiker die dies tun sind als Hochverräter sofort lebenslang einzusperren.

Für korrupte Politiker hat es lebenslange Haft zu geben.
Vor allem für Ex-Politiker - dieses Ausmass an Korruption ist unerträglich.

Aracni Santini
30.07.2010 16:14
Und dafür sollen die Steuerzahler herhalten?

Frechheit für wen man so herhalten muss, die ohnehin über genug Geld verfügen und dann noch sicher nicht das entsprechende Fachwissen einbringen können. Eine Linke nach der anderen. Hauptsache wir haben all diese Verbrechen eingekauft. Umverteilung von unten nach oben, nichts weiter.

cooldown
30.07.2010 15:49
Frauenquote ;-)

Hab ich da was versäumt oder haben da wirklich nur Männer lukriert ... ?

sanginius
30.07.2010 14:31

hoffentlich hauts eam as Getriebe net aussa

Thomas Jackson
30.07.2010 14:01

Bewerbe mich hiermit als Kampfposter bei der Hypo für lächerliche 5000,- pro Zweizeiler!

Thomas Felder1
30.07.2010 17:24

moment ich mach mit, und wir gründen dafür ne firma:

thomthom business marketing gesmbh

Dr. Lari and Mr. Fari
 
30.07.2010 15:01
Dumpingpreis!

Schmutzkonkurrent!

justaguy
30.07.2010 13:11
Suuuuummmmppppffff

im sumpf leben bekanntlich blutegel und ähnliches getier....

grenzgaenger
30.07.2010 12:56

find auch daß da gerhard da diskrediert wird....a werbevertrag is was normales und offensichtlich hat er net mal abcasht...und die headline mitn berater is überhaupt der info dann widersprechend..klingt eher nach billigem aufmachejournalismus

koko
30.07.2010 12:33
Komische Überschrift!

Also ich seh das so:
Schlau wie er ist, hat GB etwas mitgeschnitten in der Kärntner Sumpflandschaft. Sich von der Hohlbirne Kulterer für nichts bezahlen lassen.

Nicht besonders elegant, aber solange es keine dubiosen Gegengeschäfte gab....

Für mich macht das einen Riesen Unterschied: ein Exkanzler, der sich für seine politischen Kontakte ein Beratungshonorar bezahlen läßt (und gerade Unmengen an Steuergeld in die Bank gepumpt hat) und ein ExRennfahrer, der einen für die Bank ungünstigen Werbevertrag abschließt.

1000 Kopfläuse können nicht irren
31.07.2010 09:26
Was ist denn da für ein Unterschied?

Der eine nützt seinen Polit-Bonus, der andere seinen Promi-Bonus!

Zorro08
30.07.2010 17:36

allderdings ist es eh schon ein gewinn wenn er nichts gemacht hat, denn die anderen haben was gemacht ....

Der Falko
30.07.2010 17:07
RICHTIG!

Berufsverbot für EX-Politiker (zumindest wenn sie Rote sind)!

saratoga
30.07.2010 11:42

Balkanische Verhältnisse. Da kann man verstehen, das auch die Milliarden des Balkan Stabilitäts Paktes, dank Bodo Hombach und Busek, spurlos verschwanden. Einzige Überbleibsel. Interpol fahndet nach den Partner von Bodo HOmbach, wie Stankovic usw..

Mondmann
30.07.2010 11:32
Wer noch aller?

Haben Armin Assinger, Dominic Heinzl und Katrin Lampe à 65.000 Euro pro halbstündigem Termin auch beraten? Und was ist mit Fiona überhaupt?

user 13
30.07.2010 11:19
Wende-Wahrheit

Wie sagte doch einst der Seifenstein der Wende: Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.

Mir scheint die Zeit ist reif ...

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