Österreichisches Kriegsgerät in Afghanistan?

"Wir haben aus Noricum-Skandal gelernt"

Florian Gossy, 29. Juli 2010 16:19
  • Artikelbild
    Foto: hirtenberger

    "Wir sind ein Micky Maus-Player am Weltmarkt", sagt Hirtenberger-CEO Manfred Fischer

Hirtenberger-Chef Fischer bezweifelt, dass in Afghanistan gefundenes Kriegsmaterial aus seiner Firma stammt, Diebstahl sei aber möglich

Laut den von WikiLeaks veröffentlichten Berichten über Afghanistan wurde Kriegsmaterial "Made in Austria" in Rebellenverstecken gefunden (derStandard.at berichtete). Die einzige Firma, die in Österreich Granatwerfer produziert, ist Hirtenberger Defense Systems (HDS). CEO Manfred Fischer erklärt im Gespräch mit derStandard.at, um welches Material es sich handeln könnte und warum er nicht glaubt, dass es von HDS stammt. Er schließt jedoch nicht aus, dass es sich um gestohlene bzw. geschmuggelte Waffen handeln könnte. An Afghanistan oder Pakistan liefere Hirtenberger jedenfalls nicht.

***

derStandard.at: Können Sie sich vorstellen, dass die Taliban mit Hirtenberger-Waffen kämpfen?

Manfred Fischer: Seit dem Noricum-Skandal hat Österreich ein sehr restriktives und penibel gelebtes Kriegsmaterialgesetz (KMG), das Exporte nur unter Vorlage entsprechender Unterlagen des Kundenlandes - bei uns sind das ausschließlich Militärbehörden - ermöglicht. Der Weg von durch kriminelle - etwa Diebstähle oder Überfälle - oder militärische Aktionen erbeuteten Waffen oder Munition ist nicht immer leicht nachvollziehbar. Uns sind allerdings bezüglich HDS-Produkten keine Informationen zugegangen. Wir haben auch keine Exporte nach Afghanistan oder Pakistan getätigt.

derStandard.at: Glauben Sie selbst, dass das Hirtenberger-Waffen bzw Granaten waren? Und wie könnten die Rebellen an die Waffen/Granaten gekommen sein?

Fischer: Waffen können dezidiert nicht von Hirtenberger sein, da wir diese Typen noch nicht exportiert haben. Bezüglich Munition glauben wir nicht, dass das unsere sind. Auf dem legalen Weg sind die Rebellen sicher nicht daran gekommen; irgendwelche Diebstähle oder Schlampigkeiten bei Lagerung und Transporten kann man jedoch nie ausschließen. Dafür würde auch die geringe Menge der gefundenen Granaten sprechen. Das wäre ein theoretischer Weg, einen offiziellen kann ich mir nicht vorstellen.

derStandard.at: Ist Hirtenberger Defence Systems (HDS) der einzige österreichische Hersteller von Granatwerfern?

Fischer: Ja, diesbezüglich sind wir aktuell das einzige Unternehmen in Österreich.

derStandard.at: Stellt HDS ausschließlich 81mm-Granatwerfer oder auch welche mit Kaliber 82mm her? Laut den Berichten wurden fast ausschließlich 82mm-Geschosse sichergestellt.

Fischer: Wir haben 82er gar nicht.

derStandard.at: Woher kommt dieser Millimeterunterschied in den Kalibern?

Fischer: Das „westliche", nunmehrige NATO-Kaliber ist 81, die früheren Warschauer Pakt-Staaten verwendeten das russische 82mm-Kaliber. Der Hintergrund ist ähnlich wie bei der Breitspur-Eisenbahn. Wenn etwas in die Hände des Feindes fällt, kann er es dann nicht verwenden.

derStandard.at: Wäre es mit einer Art Überbecher möglich, 81mm-Geschosse in 82mm-Werfern einzusetzen?

Fischer: Theoretisch schon, das macht aber kein Mensch. Sicherheit und Präzision stimmen dann nicht mehr.

derStandard.at: Wie ist es dann möglich, dass die internationalen Truppen sie gleich als „Austrian made" identifiziert haben, wenn HDS gar keine 82mm-Granatwerfer herstellt?

Fischer: Für einen Insider ist das schon möglich. Aber auf einer Granate steht ja nicht „Made in Austria", sondern nur eine militärische Typenbezeichnung. Woher die das wirklich wissen, kann ich aber nicht sagen. Alleine Bezeichnungen wie „Yugoslavian" bei anderen Produkten auf der Liste zeigen ja, wie alt manche Granaten sind. Das letzte Mal, als in Österreich 82mm-Geschosse hergestellt wurden, war in den 80er-Jahren.

Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass in diesen Berichten eine fundamentale Verwechslung vorliegt. „Mortar", „Mortar Bombs", „Mortar Shells" und „Grenades" werden synonym verwendet. Wenn man sich aber die Typenbezeichnung anschaut, merkt man, dass es aber immer nur um die zugehörige Munition geht. Der Hinweis auf ein Baujahr 2006 ist definitiv falsch, es gibt keine Hirtenberger-Granaten aus dem Jahr 2006. Da ist dezidiert etwas durcheinander gebracht worden. Es handelt sich mit Sicherheit nicht um Granatwerfer.

derStandard.at: Einmal werden aber genaue Los-Nummern genannt, nämlich „TP 700587" und „TP 700887".

Fischer: Für mich ist das ein weiteres Indiz dafür, dass es nicht um HDS-Munition geht. Das ist nämlich keine Los-Nummer, die irgendwann bei Hirtenberger verwendet worden ist. Die Systematik bei uns schaut anders aus.

derStandard.at: Es kursieren Berichte, wonach österreichische Waffen in Pakistan kopiert werden. Haben Sie von diesen Gerüchten gehört?

Fischer: Das höre ich zum ersten Mal. Einen Werfer zu kopieren und da gerade einen österreichischen Werfer zu nehmen, wäre total blödsinnig. Wir sind ein Micky Maus-Player am Weltmarkt. Wenn ein Pakistani einen österreichischen Werfer kopiert, wäre er eh schon disqualifiziert. Das hat ja ökonomische Gründe: Der österreichische Marktanteil liegt im Promille-Bereich. Wenn man für diesen Werfer dann Ersatzteile braucht, wäre es intelligenter, einen englischen oder amerikanischen zu kopieren.

derStandard.at: Halten Sie es für möglich, dass Waffen über den Umweg Pakistan nach Afghanistan gelangt sind?

Fischer: Pakistan ist für uns völlig unmöglich. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass wir in den letzten 20 Jahren nie etwas in diese Region geliefert haben. Zwischen Pakistan und Indien schwelt ja der Kaschmir-Konflikt, deshalb haben wir für diese Region gar nicht angefragt, da das Kriegsmaterialgesetz da extrem penibel ist.

derStandard.at: Stimmt es, dass bei den Darfur-Rebellen im Tschad Hirtenberger-Schachteln gefunden worden sind?

Fischer: Das ist uns nicht bekannt. Wobei „Schachteln" eher einen Hinweis auf Handfeuerwaffen-Patronen geben würde, diese Produktion hat HDS aber im Jahr 2004 eingestellt.

derStandard.at: Wie können Sie als Unternehmen sicherstellen, dass die Waffen in den Händen von denen bleiben, die sie auch kaufen?

Fischer: Im KMG sind strikte Auflagen vorgegeben. Wir haben Lieferverträge ausschließlich mit staatlichen militärischen Behörden, die ihrerseits größtes Interesse daran haben, dass die gelieferten Produkte nicht in falsche Hände geraten.

derStandard.at: Gibt es nie Zweifel, wenn Anfragen hereinkommen?

Fischer: Da unser Geschäft nunmehr seit Jahrzehnten vom KMG bestimmt wird und jedes einzelne Geschäft bewilligt werden muss und wir für die penible Einhaltung der Regeln in der Branche bekannt sind, bekommen wir de facto keine zweifelhaften Anfragen. Wir hatten, wenn man so will, unseren „Weinskandal" mit dem Noricum-Skandal. Daraus haben wir gelernt und die Konsequenzen gezogen.

derStandard.at: Wie kann man sich eine Endverbleibserklärung vorstellen?

Fischer: Das ist ein staatliches Dokument. Zuerst prüfen das wir als Firma und dann das Ministerium, wo wir das Dokument als Original hinschicken müssen. Das KMG ist wirklich penibel. Wenn Sie in Deutschland oder in Schweden einmal eine Bewilligung haben, dürfen Sie liefern. Bei uns trifft den Produzenten das volle Risiko. Wir müssen zuerst einen Vertrag abschließen. Dann erst konsultiert das Innenministerium das Außenministerium wegen der Genehmigung. Wenn nicht alles niet- und nagelfest ist, schließen wir gar keinen Vertrag ab.

derStandard.at: Der Geschäftsführer von Steyr-Mannlicher meinte im letzten Jahr, dass es bei den Genehmigungen von Waffenexporten einen „großen Ermessensspielraum" seitens der Beamten gäbe und dass dadurch die unternehmerisch notwendige Planungssicherheit gefährdet wird. Er hat einen transparenten, EU-weit gültigen Kriterienkatalog gefordert. Was halten Sie davon?

Fischer: Im KMG ist festgelegt, dass wir in Länder, wo es Menschenrechtsverletzungen oder Kriegshandlungen geben könnte, nicht exportieren dürfen. Durch diese Formulierungen und dadurch, dass das Außenministerium die Expertise liefert, sind die Beamten extrem zurückhaltend. Da spielt durchaus auch die veröffentlichte österreichische Meinung eine gewisse Rolle. Alles, was mit Waffen oder Munition zu tun hat, hat einen anrüchigen Touch. Seit Noricum ist alles negativ besetzt. Im Zweifel sagen die Beamten dann halt Nein. Politische Interessen gehen wirtschaftlichen Interessen vor, das ist Faktum. Ich beschwere mich aber nicht. Wir machen nur klare Sachen. Für uns als Firmengruppe ist entscheidend, dass wir den Namen Hirtenberger und unsere wichtigen anderen Geschäftsgebiete wie den automotiven Sicherheitssektor nicht gefährden.

derStandard.at: Was sind die Hauptexportländer von HDS?

Fischer: Das sage ich natürlich nicht, das wollen unsere Kunden nicht. Im Wesentlichen sind es aber westliche EU- und NATO-Länder. (Florian Gossy, derStandard.at, 29.07.2010)

 

MANFRED FISCHER ist seit acht Jahren CEO der Hirtenberger AG und deren Tochterfirma Hirtenberger Defence Systems GmbH & Co KG. Die Firmengruppe hat 700 Mitarbeiter, 105 davon sind für den Defence-Sektor zuständig. Produktionsstandorte sind Hirtenberg, Winzendorf und Pápa (Ungarn), Hirtenberger Defence Systems produziert nur in Hirtenberg. 2008 hatte das Unternehmen mit einer Exportquote von 92 Prozent auf einen Umsatz von etwa 101 Millionen Euro.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 163
1 2 3 4
ÖVP und Banken sind eine Seuche !
31.07.2010 06:44
waffenlobbyisten und

waffenidioten halten zusammen

Saansch van Hagen
 
30.07.2010 21:50
mir hat das mal jemand so erklärt...

"Wenn jemand aus seinen Waffen einen Pflug macht, wird er für diejenigen pflügen die das nicht getan haben."

Das war selbst für mich als überzeugten Pazifisten ein Argument das ich verstehen konnte.

Nicht das ich es gutheiße oder akzeptiere das die Welt nun einmal so ist - aber ich kann es verstehen...

joergipoergi
30.07.2010 14:30
puh

hier laufen ja nur Lobbysten rum...

wolfgang gaerber
30.07.2010 12:29
etwas unscharf...

"Im KMG ist festgelegt, dass wir in Länder, wo es Menschenrechtsverletzungen oder Kriegshandlungen geben könnte, nicht exportieren dürfen."

In Österreich gibts auch mitunter Menschenrechtsverletzungen - darf man da jetzt liefern ?

Ferner wird gerade das Recht auf sauberes Wasser zum Menschenrecht erklärt.

Somit kann man also bald keine Waffen mehr nach Belgien liefern - bis die mal ein paar Kläranlagen gebaut haben.

Wahrscheinlich gilt das nur für die aktuelle Fassung der "Achse des Bösen" ..... und wird monatlich vom CIA upgedatet.

robert king
30.07.2010 12:02
ich war mal vor vielen jahren im speditionsbereich

tätig. da gabs eine tel.nr. in der wirtschaftskammer. dort konnte man anrufen und wurde beraten. zb. beim formulieren der anträge für "sensible exporte". oder bei logistischen fragen. wie bekomme ich meine ware von punkt x nach y? welchen weg, welche zwischenstops, kontaktadressen für benötigte zertifikate.

das ist allerdings schon ziemlich lange her. ob sowas heute noch praktiziert wird, entzieht sich meiner kenntnis.

mitch2
30.07.2010 12:08

ich würd mal sagen, daß es eine aufgabe der wko ist den wirtschaftstreibenden mit ratschlägen zu versorgen. und wieso überhaupt sollte ein staat auf solche einnahmen verzichten?

will-alles.at
30.07.2010 11:54

Hr. Fischer kennt doch sicher den... ihr wisst schon, den die Brillen-Ortner deckt... diesen Hendlzüchter aus Burgenland mit dem komplizierten Namen... fallt ma jetzt echt ned ein...

Heavyweather
02.08.2010 15:35

ja...dem darf man alles verkaufen...der wird es schon an die richtigen liefern.

Roter Baron
30.07.2010 12:20

menstruationstorff-pulli

Cherobin
30.07.2010 11:46
Diese Firma produziert erstklassige Airbags für Autos!

Das wird man doch noch sagen dürfen.

Roter Baron
30.07.2010 12:22

und die werden dann
mit einem 82mm-mörser wieder entfernt
sollten sie sich nach dem aufblasen verklemmt haben.

roter baron

Samhain
30.07.2010 11:40

Sicher, dass nicht "Made in Australia" auf den Waffen gestanden hat. ;-)

Kernsen
30.07.2010 11:14
"Was sind die Hauptexportländer von HDS?"

"Das sage ich natürlich nicht, das wollen unsere Kunden nicht."

Damit die Feinde dieser Kunden nicht wissen, womit sie zerfetzt werden denk ich mal. andere Vorschläge?

mieswicht
30.07.2010 11:01
The giant scorpion of death

was never meant for military use!

http://www.youtube.com/watch?v=8HgejSCHRi8

It'tksirkrk
30.07.2010 10:37
Irgendwie ziemlich unterhaltsam..

.. die Forumsdiskussion. da könnte jemand glatt auf die Idee kommen, es mache einen Unterschied ob Österreich die 17 oder 25 Granaten produziert hat oder nicht. Ich kann nur über die Vorschläge, gar keine Waffen mehr zu bauen, lachen

Menschen die Krieg führen wollen, kommen immer an Waffen. Sich dann den Heiligenschein aufzusetzen und zu sagen, wir bauen überhaupt keine Waffen und alle anderen sind böse, ist verdammt wenig hilfreich und man macht sich auch keine Freunde damit.

Ich denke es ist hoch an der Zeit, daß die Österreicher in der Realität ankommen. In dieser ist es genauso wichtig, nett und freundlich zu sein, wie auch im Fall des Falles sich wehren zu können.

Man ist nicht nett wenn man hilflos ist - man ist nur hilflos!

Heavyweather
02.08.2010 15:39

Ein Waffenhandelsverbot wäre ein Anfang.
Dann kann sich jeder selber basteln was er will.
Irgendwann wird er sowieso von irgendwem anderen niedergepflügt und muss von vorne beginnen.

Waffen zu verkaufen hat nichts mit Wehrhaftigkeit zu tun. Aber wo irgendwann mal wer wen mit österreichischen Waffen umbringt ist dir eh wurscht.

Ignaz J. Reilly - against all dunces
30.07.2010 14:03

Das sind sehr gute und zutreffende Argumente. Die Diskussion um Waffen und Armeen ist aber naturgemäß komplex. Und Krieg gibt es wohl leider seit den Anfängen der Menschheit.

Andererseits: Es schwingt auch das tückische "Was bringt's wenn ich mich ändere, solange die anderen, solange die Welt sich nicht ändert?" mit. Diesen Denkansatz gibt es weltweit, nicht nur in AT. Und er ist letztlich in vielen Fällen eine Falle, die uns insgesamt wohl in so einigen Teufelskreisen festhält. Aber auch das muss differenziert betrachtet und gehandhabt werden.

Hier macht es wohl tatsächlich für das Thema "Krieg" keinen Unterschied, ob man in AT Granaten produziert - was aber ebenfalls ein Argument für eine Umorientierung sein kann, wenn man möchte.

Prof. Alois
 
30.07.2010 14:18
Gerade für Österreich gilt das nicht

So gut wie alle Waffen, die seit 1955 in Österreich beim Militär in Verwendung standen, haben niemanden verletzt oder getötet. Trotzdem hat sich erwiesen - am deutlichsten 1956, 1968 und 1991 - dass das Vorhandensein der Waffen sinnvoll ist.

Ignaz J. Reilly - against all dunces
30.07.2010 14:39

Ja, das ist zweifellos richtig. Viel sinnvoller wäre es gewesen, wenn es gar nicht nötig gewesen wäre, dass es sinnvoll war, Waffen zu haben. Darum geht es letztlich.

Und da kann man rotstricheln so viel man will: Überlegungen dazu, wie sich der Mensch hin zu einem unkriegerischen Wesen entwickeln kann, sind wichtig - wenn auch scheinbar aussichtslos. Aber wieviel von dem, was irgendwann mal scheinbar aussichtslos und verrückt war, gibt es heute?

Prof. Alois
 
30.07.2010 15:34
Heute gibt es eine ganze Reihe Länder

die zwar bewaffnet sind, aber dem K rieg entsagen. Das ist in der Geschichte neu.

Dann gibt es da noch die EU. Das erste Projekt der Erweiterung des Einflussbereiches ohne Waffengewalt. Auch neu.

Im Lichte dessen, was im 20. Jh vorgefallen ist, ist das unglaublich viel an Fortschritt.

Corello
 
30.07.2010 11:54
si vis pacem, para bellum.

Helmut-S
30.07.2010 11:02
Brilliant formuliert...

...vor allem der letzte Satz trifft die österreichische Mentalität zu bewaffnetem Militär wirklich ganz ausgezeichnet.

Leider ist diese Realität seit dem kalten Krieg nicht in Österreich angekommen.

It'tksirkrk
30.07.2010 11:27
Es ist eine alte Weisheit:

"Man muß kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen."

Das gilt zwischen Einzelpersonen genauso wie zwischen Gruppen oder Staaten.

Leider wird das einfach in AT nicht verstanden. Die kriegerischen Traditionen wurden den Menschen unseres Landes so gründlich ausgetrieben, daß wir alle "verhausschweint" sind. Man muß sich wirklich selbst aufmachen, um den "Pfad des friedvollen Kriegers", wie es ein Buch so schön genannt hat, zu beschreiten.

Nur wer sich mit seinen Aggressionen versöhnt hat, kann verstehen wie sie wirken und was sie tun können. Tut man das nicht, und negiert sie, begeht man quasi "Selbstmord aus Angst vor dem Tod." Auch das gilt sinngemäß auch für Gruppen und Geselschaften. Es wird Zeit wieder den aufrechten Gang zu lernen.

Nope
30.07.2010 14:23
"verhausschweint"?

gehts noch? Wie hätten Sie denn die Menschen dieses Landes lieber? zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl?

"si vis pacem, para bellum" ist keine alte Weisheit sondern eine blöde Ausrede, nicht aktiv den Schwerpunkt auf friedenserhaltenden Maßnahmen zu legen, die da wären Entwicklungszusammenarbeit, Bildung, soziale Gerechtigkeit und nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Prof. Alois
 
30.07.2010 12:29
Danke für den Begriff "verhausschweint"

Wie erklären Sie sich, dass in einem winzigen Land wie Österreich die medial verbreitete Meinung so hermetisch abgeschottet ist. Man kann dem Österreicher sagenhaften Unsinn erzählen. Wo ein kurzer Blick über den Gartenzaun würde genügen würde, um uns das zu ersparen.
Da werden hirnloseste Argumente wie "sind eh von Freunden umgeben" oder "Land zu klein für Überschallflugzeuge" oft unwidersprochen hingenommen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 163
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.