Neubeurteilung der Evolution

Mit Abstand älteste mehrzellige Lebewesen entdeckt

29. Juli 2010, 15:30
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    foto: cnrs photothèque / kaksonen

    Die Analyse der Funde ergab: die Organismen lebten in Kolonien von mehr als 40 Exemplare pro halben Quadratmeter.

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    Entdeckt wurden die Fossilien in 2 Milliarden Jahre altem schwarzen Schiefergestein im Südosten von Gabun.

Beginn organisierten vielzelligen Lebens muss um 1,5 Milliarden Jahre vordatiert werden

Frankfurt - Mehrzellige Organismen gibt es wesentlich länger als bisher angenommen wurde: Im westafrikanischen Gabun wurden mehr als 250 Fossilien in hervorragendem Zustand entdeckt, die erstmals die Existenz mehrzelliger Organismen vor 2,1 Milliarden Jahren beweisen.

Die ältesten zuvor gefundenen Fossilien mehrzelliger Lebewesen wurden auf 600 Millionen Jahre vor unserer Zeit datiert. Die nun von einer Forschergruppe rund um Abderrazak El Albani von der Universität in Poitiers entdeckten und analysierten Fossilien könnten dazu führen, dass die Urgeschichte des Lebens völlig umgeschrieben werden muss.

Nach bisher bekannten Funden geht man davon aus, dass sich die ersten Lebewesen vor ungefähr 3,5 Milliarden Jahren entwickelten: es handelt sich dabei hauptsächlich um prokaryotische Organismen - zelluläre Lebewesen, die keinen Zellkern besitzen. Die Vielfältigkeit der Lebewesen hat sich erst nach der sogenannten Kambrischen Explosion vor rund 540 Millionen Jahren mit der abrupten Erhöhung der Sauerstoff-Konzentration in der Atmosphäre entwickelt.

Aber schon davor, im Präkambrium, haben sich Vielzeller entwickelt. Allerdings wissen die Biologen noch sehr wenig über diese Zeit. Sie gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung über einen Zeitraum von eineinhalb Milliarden Jahren mehrfach vollzog, sich evolutionär aber nicht durchsetzen konnte.

Zufallsfund im schwarzen Schiefer

Abderrazak El Albani und seine Kollegen stießen 2008 eher zufällig auf 2 Milliarden Jahre alten, im schwarzen Schiefergestein im Südosten von Gabun lagernden, sehr gut erhaltene Fossilien. Von den 250 in der Nähe der Stadt Franceville gefundenen Überresten wurden bereits 100 detailliert analysiert. Die Fossilien sind zwischen 10 und 12 Zentimetern lang und lebten in Kolonien von mehr als 40 Exemplare pro halben Quadratmeter.

Analysen der Schwefelisotope ließen darauf schließen, dass der Kohlenstoff des fossilen Gewebes durch biologische Prozesse entstanden sein muss. Das Mineral Pyrit, das den Organismus ersetzt hat, wurde durch Bakterien gebildet, die sich eher von Sulfaten als von Sauerstoff ernährten. Die Organismen selbst dürften in flachem Ozeanwasser mit freiem Sauerstoff gelebt haben.

Nachbildung in 3D

Dank eines hoch präzisen dreidimensionalen Scanners konnten die Forscher die Exemplare in 3D nachbilden und die innere Struktur detailliert analysieren, ohne ihre Unversehrtheit zu beeinträchtigen. Die komplexe radiale Struktur wird als Beweis für koordiniertes Wachstum interpretiert.

"Ohne ihren geologischen Zusammenhang hätte man die Funde vermutlich ignoriert", schreiben Geowissenschaftler der Universität Bristol in einem Nature-Begleitkommentar. "Aufgrund ihres Alters und der Tatsache, dass man sie mit bloßem Auge erkennen kann, sind sie dennoch äußerst bemerkenswert". Der bislang geschätzte Beginn organisierten vielzelligen Lebens muss durch diesen Fund nun um 1,5 Milliarden Jahre vordatiert werden. (red)

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Posting 1 bis 25 von 37
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Adiaphora
10
30.7.2010, 17:17
Wer so fest am Ohrwaschl gezogen wird, daß es blau wird, ist froh wenn es endlich abreißt!

War damals sicher ein heftiger Streit - sagt das aber keinem her wig;-)

Cherobin
00
30.7.2010, 17:11
Gott ist vordatiert!

Die Entwicklung aus allen Zutaten mit heftigem Rühren bei allen möglichen Umständen (Temperatur, Druck, Feuchte, etc) dürfte nur für uns als Wunder erscheinen.

Steine aus allen möglichen Zutaten zu erzeugen ist anscheinend kein solches.

silurus g
00
30.7.2010, 10:18

40 auf einem halben quadratmeter? Warum nicht 30 auf einem 3/8 m2?

mikemey
00
30.7.2010, 10:57

wie wärs mit ~570.000 pro Fußballfeld :)

BrainDrainer
01
30.7.2010, 10:24

je nachdem welche britischen oder amerikanischen Einheiten Sie "übersetzen" müssen, kommen Sie wahrscheinlich auf so krumme Zahlen.
Das SI System hat sich noch nicht überall durchgesetzt.

Pauli, der hinaus will
00
30.7.2010, 15:13
Ja, ja...

non SI wird noch bei manch einer Höhlenmalerei verwendet...

Besonders unangenehm - nein, peinlich - wird es besonders dann, wenn eine Sonde bis zum Mars fliegt und dann crasht weil die Software in unterschiedlichen Einheiten erstellt wurde...

Ultra-high-tech Raumfahrt und sinnvolle Einheiten wie Fußlängen sollte man nicht verheiraten...

her wig
43
30.7.2010, 09:43

Im Unterschied zu den vorher bekannten *Annahmen*, die sich somit als unzutreffend herausgestellt haben, *Wissen* wir nun wie es wirklich war.

misfits74
 
24
30.7.2010, 12:09
herwig, bleib bei der bibel

da is alles read only. is viel einfacher.

oder sollst doch zum koran wechseln? ein weiteres update ist dann zum glück unmöglich. fcuk falsifikation!

mfg, misfits, hardcoreatheist, hardcoreDarwinist.

her wig
20
30.7.2010, 15:58

Wahr ist was nicht falsch ist. Der Glaube ist tot; lang leben die Ismen!

misfits74
 
10
30.7.2010, 22:44
ich weiss noch immer nicht was Du sagen willst.

her wig
11
31.7.2010, 12:15

Hat mich ja auch keiner gefragt. Egal, ich finde jedenfalls die (nicht-)Unterscheidung von Wissen und Annahmen interessant. Die Wissenschaft produziert ja jede Menge an Annahmen, in der öffentlichen Darstellung ist aber kaum zu Unterscheiden was man wirklich weis und was nur auf Annahmen basiert.

phaidros
00

ihrem kriterium zufolge gibts eh kein wissen - nicht einmal rein mathematisches. denn auch das kommt nicht ohne axiome aus.

was bringt also dann die unterscheidung zwischen "wissen" und "annahme"?

her wig
00

Eine Annahme ist jedenfalls kein Wissen, und ein Axiom schon garnicht. Man kann aber wissen ob eine Annahme schon bestätigt wurde, oder widerlegt, oder keins von beiden. Man kann auch wissen mit welchem Fuß man heute morgen aufgestanden ist, sofern man sich noch daran erinnert. Ich glaub' Wissen ist zu trivial für Sie um darüber zu reden. Man braucht nämlich garkeine Mathematik dazu, kein Studium, garnichts mit Titel. Völlig ungeeignet um sich von der blöden Masse irgendwie abzuheben.

misfits74
 
00
herwig, weisst woran i ganzganz fest glaube?

1+1=2. das reicht. :)

her wig
00

Meines Wissens eine in den üblichen math. Zahlenmodellen gültige Aussage. Was soll das mit Glaube zu tun haben?

misfits74
 
00
das ist keine gültige aussage,

sondern ein axiom. deswegen MUSS ich daran glauben. ansonsten glaub i nix.

phaidros
00

verstehe ich sie richtig, alltagserfahrung ist fuer sie gleich wissen?

her wig
00

Was niemand erfahren hat, kann keiner wissen. Für den Quantenphysiker ist übrigens die Messung quantenmechanischer Eigenschaften eine Alltagserfahrung.

metall81
00
30.7.2010, 11:43
Wenn Sie...

...erkenntnistheoretischer Kapazunder das sagen, wird's wohl so sein.

her wig
10
30.7.2010, 15:37
Die Alternative wäre

dass wir uns nicht in der Wissens- sondern in der Annahmengesellschaft befinden. Aber dann hätten sich viele gescheite Leute geirrt, und das kann ja auch nicht sein. Oder?

metall81
01
31.7.2010, 05:56
Die Alternative wäre,...

...dass Sie sich einmal die fundamentalsten Kenntnisse in Wissenschafts- und Erkenntnistheorie aneignen. Dann würde es Sinn ergeben mit Ihnen zu diskutieren.

her wig
10
31.7.2010, 07:28

Die Unterschiede zwischen Wissen, Annahme, Wahrheit und Polemik kenne ich schon. Genügt das?

metall81
00
31.7.2010, 07:37
Super,...

...jetzt brauchen Sie sie nur noch richtig zu benutzen.

her wig
00

Mach' ich doch. Nützt aber nix, wenn Sie es nicht richtig verstehen.

metall81
00
Na dann definieren Sie...

...mal die Begriffe "Wissen" und "Annahme". Vielleicht versteh' ich Dummerl es dann auch.

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