Fordert Schaffung von Kategorie "Einsteiger-Schlüsselkraft" - Verweis auf Bedarf der Industrie nach Fachkräften - Jeder fünfte Student aus Drittstaaten wählt technisches Studium
Wien - Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) fordert,
dass Drittstaatsangehörige, die an einer Hochschule in Österreich
einen Abschluss machen, hier künftig auch arbeiten können. Derzeit
geht das nur, wenn diese unter dem Titel "Schlüsselkraft" eine
Niederlassungsbewilligung bekommen. Das Problem dabei: Das dafür
nötige Mindestgehalt (2.640 Euro brutto pro Monat) ist "de facto eine
unüberwindbare Hürde" für Berufseinsteiger, so Karl zur APA. Sie
fordert daher die Schaffung einer Kategorie
"Einsteiger-Schlüsselkraft" mit niedrigerem Bruttolohn.
Für Karl ist es "nicht nachvollziehbar", dass Österreich
Studenten
aus Drittstaaten deren Ausbildung finanziert, diese aber nach dem
Studium keine Möglichkeit für einen Einstieg in den Arbeitsmarkt
bekommen - "noch dazu, wo wir gut ausgebildete Fachkräfte am
Arbeitsmarkt brauchen". Laut aktuellen Studien hätten 42 Prozent der
Industrieunternehmen trotz Krise Probleme, genügend Fachkräfte im
Bereich Technik und Produktion zu finden, 54 Prozent klagen über
Personalmangel im Bereich Forschung und Entwicklung.
Technik-Studium bei Ausländern beliebter
Die Ministerin will daher bei der Ausarbeitung einer
sogenannten
Rot-Weiß-Rot Card für eine Erleichterung des Arbeitsmarktzugangs
dieser Gruppe eintreten. Alternativ zu einer neuen Kategorie
"Einsteiger-Schlüsselkraft" kann Karl sich vorstellen, dass
Drittstaatsangehörige mit österreichischem Hochschulabschluss mit
Absolventen aus der EU gleichgestellt werden. Karl verweist darauf,
dass die Erweiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Studierende
und Absolventen im Regierungsprogramm verankert ist, das selbe Ziel
finde sich auch im nationalen Aktionsplan für Integration.
Im Studienjahr 2008/09 haben in Österreich insgesamt 27.232
Personen ein Universitätsstudium abgeschlossen. Knapp 1.300 der
Absolventen kamen aus einem Land außerhalb der EU, jeder fünfte von
ihnen hat an der Technischen Uni in Wien oder Graz studiert. Unter
den Österreichern entscheidet sich nur rund jeder achte für ein
technisches Studium. (APA)