Parlament verordnet sich Online-Facelift

29. Juli 2010 14:37

Um "dynamischer, bürgernäher und transparenter" zu werden wird die Homepage neu gestaltet - Neue Seite geht im September 2010 online

Von den verschlungenen Wegen, komplizierten Suchparametern und unübersichtlichen Kategorisierungen der Homepage des österreichischen Parlaments kann jeder Innenpolitik-Journalist ein Lied singen. Nicht nur, aber auch für die hat sich die Parlamentsdirektion entschlossen, einen Relaunch des Portals www.parlament.gv.at in Angriff zu nehmen.

„Dynamischer, bürgernäher und transparenter" und außerdem barrierefrei soll die Seite sein, die im September 2010 online gehen wird, der Probebetrieb läuft bereits.
Vor allem die Suche soll nutzerfreundlicher werden, eine Usability-Studie zeigte 2008, dass besonders dort Probleme lagen. Außerdem wurde die hierarchische Struktur der Seite deutlich verschlankt und vereinfacht. Nettes Extra: Ein Ampelsystem zeigt an, an welchem Punkt des parlamentarischen Verfahrens sich Gesetze gerade befinden.

Abwarten bei Web 2.0

Ins Web 2.0 oder Social Networks will sich das Parlament nicht wagen, auch Userforen auf der Homepage sind nicht geplant. Das sei einerseits eine Kostenfrage, andererseits auch eine bewusste Entscheidung. „Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau", so Parlamentsdirektor Georg Posch. Die Erfahrungen mit „dialogischen Instrumenten" , bei denen User sich direkt beteiligen können, seien außerdem „nicht ausschließlich positiv". Parlamentspräsidentin Barbara Prammer wies darauf hin, dass für die dann zu erwartenden politischen Meinungsäußerungen die Parlamentsdirektion nicht der richtige Ansprechpartner sei, sondern die Klubs der Parteien.

Wer wissen will was die neue Homepage kostet, muss sich noch einmal mit der Suche der alten quälen. In einer online verfügbaren Anfragebeantwortung  nennt das Parlamentspräsidium folgende Zahlen: Die Kosten für die Homepage inklusive Lizenzgebühren für die Volltextsuche summieren sich auf stolze 411.613 Euro. Kritik daran kam von der FPÖ - Generalsekretär Herbert Kickl hat bei der Staatsanwaltschaft im Juni eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht und vermutet bei Prammer Amtsmissbrauch oder der Untreue. (az, derStandard.at, 29.7.2010)

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Der Leistungsträger von nebenan
03.08.2010 15:35
Wer verwendet heutzutage denn noch Volltextsuche auf der Seite selbst?

Das is eher ein netter Zusatz, aber so gut wie JEDER sucht mit Google und Konsorten und landet dann erst auf der gewünschten Page.

Die Kohle wäre vl besser in ein annehmbares Design investiert worden, wenn man sich schon frisch und dynamisch präsentieren will...

Recht ist Auslegungssache
01.08.2010 23:37
Viel zu teuer

Kommt keiner der "Genehmiger" auf die Idee daß das etwas zu teuer ist?

Achja, nur bei grossen Summen bleibt auch was über, gell...

fliegendes schlappohr
31.07.2010 00:52
Äpfel mit Äpfeln, Birnen mit Birnen

Seriöser Ansatz: die Webssite nicht mit irgendwas vergleichen, sondern mit anderen Parlamentswebsites, zB Deutschland oder Schweiz.

Der Leistungsträger von nebenan
03.08.2010 15:38
Da liegen WELTEN dazwischen...

fliegendes schlappohr
30.07.2010 23:30
Hirn einschalten

Wie wärs damit: Wenn schon vergleichen, dann nicht irgendwie und irgendwas, sondern auf gleicher Ebene - also mit den Websites anderer Parlamente. Zb Deutschland oder Schweiz.

Ferdinand Berger
31.07.2010 12:01
selbst hier würde...

...man feststellen müssen, dass es hoffnungslos überteuert ist, so wie alles andere was unsere politiker machen auch. oder warum kostet eine terminalerweiterung bei uns 1 mrd euro, während in berlin ein komplett neuer flughafen, der so groß ist, dass er 3 andere ersetzt und völlig neu inkl. infrastruktur aus dem boden gestampft wird nur 2,5 mrd.? oder warum haben wir auf die einwohnerzahl gerechnet weltweit das parlament mit den meisten abgeordneten? weil uns unsere poltiker ärger ausnehmen wie die raubritter im mittelalter, dass ist der punkt und ein fakt, der nicht wegredbar ist!

khaleb
30.07.2010 17:37
400.000 € für das ganze Parlament ist als Homepaqe sehr billig

die Homepage von Mag. KH Grasser alleine kostete 200.000 €

Hori Zont
03.08.2010 06:47
Die Site reichte vom Baby bis zum Minister - also viel Umfgangreicher;-)

Striker78
30.07.2010 16:08

Fr. Prammer, nennen Sie bitte alle Firmen, die an der Homepage gearbeitet haben ... hui das geht ja net - da könnt man ja sehen, wieviele Freunde davon profitiert haben...

Treten Sie zurück Fr. Prammer !

Denes
30.07.2010 14:31
40.000 € = ca. 1 Personenjahr IT

Sonst beschweren sich immer alle im Standard-Forum über die vergleichsweise niedrigen IT-Gehälter in Österreich und dann wird bei einem großen Homepage-Projekt nicht zugestanden, dass dafür in Summe ca. 10 Personenjahre verbraucht werden.

Das obige gilt übrigens für Angestellte ohne LNK - schauts euch doch bitte mal die Stundensätze von Firmen wie SAP für IT-Dienstleistungen an und dann reden wir noch mal über den Preis.

GRohnePunkte
30.07.2010 17:05
10 Mannjahre für eine Website mit Datenbankanbindung?

Haben die 9 Mannjahre von den 10 Mannjahren nur Golf gespielt?

avalon87
30.07.2010 14:28
Und...

...es sollen weitere Kosten von über 40.000 Euro anfallen? Selbst ein Parlament benötigt meiner Meinung nach keine Website über 400.000 Euro... und selbst abzüglich der sagen wir 70.000 errichtungs- und 135.000 Lizenzkosten (oder waren es weniger?) - wie kann man die restliche Kosten "rechtfertigen"? Verschlingt z.B. ein Security Check ernsthaft 20.000 Euro? Wenn ja: wie lange braucht ein Mitarbeiter dafür bzw. wieviele Mitarbeiter sind dafür abgestellt und was beinhaltet dieser? Naja... das nächste Mal nehme ich an der Ausschreibung teil .)

Simon Says
30.07.2010 15:44

Tja, das ist das Problem: es hat keine Ausschreibung gegeben!

mens sana in corpore sano
30.07.2010 13:50
412.000EUR?

da muss eine alte frau ganz schön viele socken dafür stricken...

absurder preis!

stefan josef
 
30.07.2010 13:43
Bürgernähe? Ah, Bürger=Analphabet?

Die Screenshots schauen eher nach mehr sinnlosen Bildern und weniger Inhalten auf der Seite aus.

Pepe Nero
30.07.2010 13:18
Oje

da bekommt wieder eine IT-Firma irgendeines eines Neffen einen Millionenauftrag.

Mind |
30.07.2010 11:54

Seit wann muss man für die volltextsuche eine lizenzgebühr zahlen ..habe ich da irgendwas verpasst?

Daß die Seite masslos überteuert ist liegt wohl daran, daß sie ja nicht günstiger sein darf wie die von KHG!

Dunkelgrau
30.07.2010 11:19
Wer trifft solche Entscheidungen?

Kosten der Volltextsuche:
"Für die neue Volltextsuche sind EURO 52.502,02 an Hardwarekosten und EURO 135.000,-- an Lizenzkosten - beschafft über Rahmenverträge der Bundesbeschaffung GmbH - angefallen.

Des weiteren sind EURO 54.048,--für Unterstützungsleistungen zur Installation und Konfiguration des Volltext-Suchsystems bezahlt worden."

01052004
30.07.2010 11:18
jetzt weiß ich, was sooo teuer ist an der seite:

das cookie zu programmieren, das dann den bundestrojaner auf die rechner installiert...es sind die stillschweigeprämien an die malwarescanner-firmen...

alles klar, frau prammer...klar, das wird man dem einfachen staatsbürger ja nicht groß auf die nase binden...

01052004
30.07.2010 11:04
also ganz ehrlich

das hätte man - in einer ordentlichen eu-weiten ausschreibung - garantiert besser und billiger haben können...

ich kann mir bei dieser summe auch vorstellen, wer die ausführende firma empfohlen hat: eine der aus dem umfeld von puv (ui, da gibts ja schon mehr als die föhnwelle) favorisierten berater(firmen)...

nebenbei: wie hoch sind denn die "lizenzgebühren für die volltextsuche"??? 3000 euro???
dann 10.000 fürs seite basteln

und den rest an die berater...

oder???

ps: gibts eine belohnung für jeden gefundenen toten link??? oder wenn der seitenaufbau länger als 5 sekunden bei einen durchschnittlichen mobil-modem dauert???

twertwert
30.07.2010 10:58

Da erscheint die Bildungsmillion, die vor kurzem noch zusammengekratzt wurde, als die Studenten gestreikt hatten, doch in ganz neuem Glanze:).

system1
30.07.2010 10:48
es gilt die unfähigkeitsvermutung.

Ferdinand Berger
30.07.2010 10:46
wahnsinn...

...das sieht man wieder mal schön wieviel schmiergeld da fließen muss, dass eine solche homepage über 400.000 euro kostet - um das geld machen woanders 10 firmen hochprfessionelle homepages die alle stückerln spielen. aber was solls, dafür haben wir halt die höchsten steuern weit und breit, um sich dann sowas leisten zu können... oder ein terminal am flughafen um 1 mrd. euro, wo man woanders um 2,5 mrd. euro einen nagelneuen flughafen aus den boden stampft, der so groß ist das 3 andere aufgelassen werden...

legal eagle
30.07.2010 12:08

alles nix gegen die blamablen versuche des vfgh, den elektronischen akt einzuführen. die haben bereits mindestens zwei softwarefirmen vergrault und so um die 300.000,- sinnlos verpulvert...

Ferdinand Berger
30.07.2010 14:27
um unser...

...geld ist den politikern und sonstigen vereinen die vom steuergeld oder zwangsverpflichtung der bürger leben ja nichts zu teuer...

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