Stadtwache-kritische Kunstprojekte erhalten keine Förderung

29. Juli 2010 12:42

Freie Szene beklagt "politische Entscheidung" nach FPÖ-Intervention - Für Landeskulturabteilung "weder zeitgenössische noch künstlerische Inhalte erkennbar"

Linz - Weil zwei Kunstprojekte, die sich kritisch mit der Linzer Stadtwache beschäftigen, vom Land nicht gefördert werden, ist die freie Szene in Oberösterreich verschnupft: Die Kulturplattform Kupf kritisiert, dass zwei von ihrer Jury ausgewählte Arbeiten abgelehnt wurden, nachdem die FPÖ dagegen mobil gemacht hatte. Im Büro von Kulturreferent Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) begründet man die abschlägige Entscheidung damit, dass bei den Projekten "weder zeitgenössische noch künstlerische Inhalte erkennbar" seien.

Zur Vorgeschichte: Der mit 75.000 Euro jährlich dotierte Innovationstopf des Landes wird heuer zum 15. Mal ausgeschüttet. Eine Jury der Kupf wählt unter den eingereichten Projekten die besten aus und schlägt sie der Landeskulturdirektion zur Förderung vor. 14 Jahre lang sei man den Vorgaben dieses Gremiums immer gefolgt, so Eva Nimmervoll von der Kupf . Dabei seien durchaus provokante Projekte unterstützt worden, wie etwa 2009 die weibliche Glöcklerpasse von Ebensee oder der "Cam-Catwalk" bei der diesjährigen 1.-Mai-Demo in Linz. Weil im Jahr zuvor die Situation zwischen Polizei und Demonstranten wegen der angeblichen Vermummung einiger Teilnehmer eskaliert war, wurden heuer die neuesten "datenschutzrelevanten" Modekreationen gezeigt.

"Watchdogwatcher" und "Wachschatten"

2010 habe das Land erstmals zwei der zwölf von der Jury ausgewählten Projekte nicht gefördert und die Kupf nicht einmal darüber informiert, beklagt Nimmervoll. Konkret geht es um "Watchdogwatcher" des Linzer Medienkünstlers Karl Klar, das unter anderem die Vergangenheit der Stadtwache-Mitglieder durchleuchten - etwa ob sie bei einer schlagenden Burschenschaft waren - und anonymisiert im Internet veröffentlichen wollte. Das Projekt "Wachschatten" wurde ebenfalls abgelehnt. Dabei sollte die Stadtwache aus angemessener Entfernung selbst beschattet werden. Die Künstlergruppe Social Impact wollte damit zu einer "kritischeren Auseinandersetzung mit staatlicher Sicherheits- und Überwachungspolitik" anregen.

Die Kupf ortet "eine politische, keine künstlerische Entscheidung". Denn die FPÖ hatte sich gegen die beiden Projekte starkgemacht. Die Freiheitlichen kritisierten, dass offenbar der Widerstand gegen den Linzer Ordnungsdienst mit Kultur-Fördergeldern des Landes finanziert werden soll und brachten eine entsprechende Anfrage im Landtag ein.

Im Büro des Landeshauptmanns (Pühringer selbst weilt derzeit im Ausland) sieht man aber keinen Zusammenhang. Die Projekte seien von einem Team der Landeskulturabteilung geprüft und für nicht förderwürdig befunden worden. Der Landeshauptmann habe sich nicht gegen die Fachentscheidung der Beamten stellen wollen, hieß es auf APA-Anfrage.

Online-Petition

Die Kupf gibt sich aber noch nicht geschlagen und hat eine Petition gestartet. Darin wird unter anderem die Zurücknahme der Förderablehnung verlangt. Seit Mittwochnachmittag kann man sie im Internet (http://www.zumutungen.at) unterstützen. Bis Donnerstagvormittag haben bereits 200 Leute unterzeichnet, meldeten die Initiatoren. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 35
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Ahnungsloser
 
04.08.2010 09:16
Fördergelder

75.000 für kulturprojekte in ganz oö find ich sowieso zu wenig. V.a. Wenn man sich ansieht, was die Juso in Linz pro Jahr für angebliche Jugendzentren kassieren.
Siehe http://davelinz.wordpress.com/

King of Cowards
02.08.2010 12:24

Die Endlösung der FPÖ?

Ingrimm
31.07.2010 08:31

Erstmal die Künstler plattmachen, das fällt nicht so sehr auf. Dann gehts hübsch weiter. Starten die Blauen ihre finale Kampagne?

FRO
30.07.2010 16:12

Die Dame von der Kupf heißt übrigens Immervoll, nicht Nimmervoll. Schon blöd, wenn man APA-Medlungen kopiert.

Threonin
30.07.2010 10:35

Eine freie Szene ist eben auch nur dann frei, wenn sie keinerlei politischen Einfluss zu fürchten hat. aus diesem Blickwinkel betrachtet muss man also gegen jegliche Förderung von Kunst durch Steuergeld sein.

Sarah L.
 
30.07.2010 11:08
und sie glauben, die abhängigkeit von sponsoren

macht frei?

Threonin
30.07.2010 21:10

Hab ich nicht behauptet.

Macho04
30.07.2010 07:50
Die Förderung kann schon eingespart werden.

Genosse Fleischer
30.07.2010 06:10

Stadtwache und Förderung streichen!

johann potakowskyj
 
30.07.2010 03:46
Ihc kann mich noch erinnern, dass man mit großem Tamtam

die Entscheidungen darüber, ob Kulturprojekte förderwürdig wären, Juroren übertragen und vom Beamtenbescheid Abstand genommen hat. Die bejubelten Politiker als den große Einzug der demokratisierten freien Kunst.

Aber nun muss man erfahren, dass diesen Gremien Grenzen gesetzt werden. Wenn empfohlene Projekte sich zu sehr kritisch mit der Tagespolitik auseinandersetzen, werden diese abgelehnt und der Jurorenentscheid missachtet.

Wenn man auch weiß, dass diese Juroren immer unter politischen Druck und Interventionen stehen, so kann man hier doch von einem Ferrarisydrom sprechen, wenn Eingriff und Missachtung zu offensichtlich erfolgt.

Herzerzog Johann
29.07.2010 20:52
Egal von welcher Seite ...

... politische Agitation als Kunstprojekt zu tarnen und dafür öffentliche Förderungen einfordern zu wollen ist schlicht und einfach Quatsch.

johann potakowskyj
 
30.07.2010 12:18
und das sagt ausgerechnet ein Blauer?

hat doch der weise Führer selbst das Werk "Der blaue Planet" das gar im Wahlkampf eingesetzt worden ist als Kunst bezeichnet und deshalb von der Parteiakademie bezahlen lassen.

Vielmehr stellt sich die Frage nach der Objektivität mit der diese Partei fragt:

Wollen Sie lieber freies und auch politisch kritisches Kulturschaffen oder Wahlkampfwerbebroschüren der FPÖ als Kunst!

FSK
29.07.2010 19:00
Blockwartspitzelei soll ein Kunstprojekt sein.?

zeigt wieder einmal, dass Datenschutz und Privatsphäre nach Ansicht der Linksextremen nur für die gelten soll, die ihnen genehm sind.

galiontariaho
31.07.2010 17:27
ui..

sie hätten da jetzt aber doch ein wenig den artikel durchlesen sollen.

was hat das mit bespitzelung, datenschutz und privatsphäre zu tun? nicht dass es keine nwundert, dass sie anscheinend als rechtsnachläufer mit diesen worten überfordert sind, aber es ist dennoch seltsam...

also denkens nochmal nach und sagens dann einfach was sie versucht haben auszudrücken... bis jetzt machts noch keinen sinn ;)

Truhe
 
29.07.2010 21:44

Absolut alles was in irgendeiner Form kritik an diesen Widerwärtigkeitn übt ist ausnahmslos linksextrem.

Wie ist das eigentlich wenn fürs eigene Denken allein im einfachen Raum schon zwei Dimensionen zu viel da sind? Läuft man da nicht pasuenlos irgendwo dagegen? Andereseits, würde das vieles erklären.

Geben sie sich nicht auf, steigern sie sich zur Comicfigur, dann ist nur mehr eine Dimension zu viel da!

FSK
29.07.2010 22:40

mein kurzer Kommentar hat sie anscheinend schon überfordert.
daher für sie zur erklärung: meine Kritik richtet sich gegen das Spitzelprojekt.

galiontariaho
31.07.2010 17:27
hmm.

vielmehr wirkt es so, als seien sie etwas überfordert was den inhalt des artikels angeht...

spitzelprojekt? man beobachtet die beobachter... ich mein.. hallo???

sylvia29
30.07.2010 09:49
mir scheint eher,

dass sie der kommentar der truhe überfordert hat. war er nicht kurz genug?

steuerzahlender gastarbeiter
29.07.2010 17:52

wenn ich die stadwache sehe sollte ich die strassenseite besser wechseln?

reboot austria
29.07.2010 19:34
jo

die stadtwachen-menschen sind wirklich zum angst haben, nicht nur in oö, auch in nö. vollproleten, ähnlich den wiener parksherrifs

der feuerrote frederik
29.07.2010 15:40
Landeskulturdirektion OÖ

Es ist mir absolut unverständlich, dass sich die Landeskulturdirektion OÖ in so einen politischen Kleinkrieg stürzt. So spielt sie den Steigbügelhalter für den nächsten Kulturkampf der FPÖ.

Hubert Hawkins
29.07.2010 17:23
Steigbügelhalter?

Auch wenn Sie das nicht gerne hören werden: Die Aktionen sind ja auch nicht ganz unpolitisch. Leider bestätigen solche Kulturaktionen nur jene, die man nicht zu bestätigen braucht. Breitenwirkung haben die bestenfalls Null, schlimmstenfalls bewirken sie den gegenteiligen Effekt. Und: Machen kann man die Aktionen ja. Man muss sich ja nicht jede politische Äußerung als Kunst fördern lassen.

rks
 
31.07.2010 17:39

Die selbsternannte "Bürgerwehr" in Graz wurden wir durch eine solche Initiative jedenfalls wieder los. (Der Frontalunfall des alkoholisierten Oberbürgerwehrmannes auf dem Heimweg von der Kaserne war ebenfalls hilfreich, diesen Unfug zu beenden.)

Blauer Dunst!
29.07.2010 15:38
Das oder die BZÖFIOKFPKFPÖ christliche Plattfor für ....

erhält genug Förderungen auch für das FBi das Hahahahaha Bildungsinstitut wo man dann Kurs über den Islam abhält die man dann wieder zurück bezahlen muss, weil sie gegen diese Religion ist und dass in erbärmlichster Weise.
Strache hat sich ja extra taufen lassen, damit er christlich da steht, aber glauben tut es ihm sowieso keiner!

galiontariaho
29.07.2010 14:48
interessant finde ich...

dass derartige "projekte" wie amateur-sheriffs als ordnungswache der öffentlichkeit auch noch als erfolg verkauft werden.

etwa in graz, wo man tagtäglich die nutzlosigkeit der ordnungswache bewundernkann, wird der bevölkerung nun der gewaltige erfolg eben dieser vorgegaukelt.
und um durch diese amateurisierung der exekutivaufgaben auch weiterhin dem kroneleser die kosten schmackhaft zu machen, wird so getan, als müsste aufgrund des erdrückenden erfolgs die ordnungswache aufgestockt werden.

jetzt ist es so, dass ehemaliges putzpersonal aus dem rathaus unsere straßen "sicher" macht. und mit von der gaukel-truppe die dem volk die sicherheit vorspielt sind die grünen, die mittlerweile als ordnungswache-fans auftreten.

pein-lich.

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