Fusion mit Briten

Bwin wird mit PartyGaming weltgrößter Online-Wettanbieter

29. Juli 2010, 21:22

Der heimische Internet-Wettanbieter Bwin verschmilzt mit dem britischen PartyGaming, die Aktionäre jubeln

Im Zuge der Fusion verlagert Bwin die Zentrale aus Wien, was Arbeitsplätze und Steuereinnahmen kosten wird.

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Wien - Nach den Dementis der vergangenen Monate nun also doch: Der heimische Internet-Wettanbieter Bwin fusioniert mit dem britischen Wett-Anbieter PartyGaming. Damit entsteht das weltweit größte börsennotierte Glücksspielunternehmen. Die beiden Unternehmen gründen für die Fusion eine neue Gesellschaft nach Europäischem Recht (SE), die ihren Sitz auf Gibraltar haben wird. Bwin wird an der neuen Gesellschaft - Arbeitstitel "New PartyGaming" - mit 51,6 Prozent und PartyGaming mit 48,4 Prozent beteiligt sein. Bis zum Februar 2011 soll der 2,5 Mrd. Euro schwere Deal abgeschlossen sein. Als Folge wird sich Bwin von der Wiener Börse verabschieden, die neue Gesellschaft soll in London notieren. Der Börsenwert wird auf rund 2,29 Mrd. Euro geschätzt.

Neue Konzernspitze

Mit der Fusion ändert sich auch die Konzern-Spitze. Das bisherige Bwin-Chef-Duo Norbert Teufelberger und Manfred Bodner wird getrennt. Teufelberger wird CEO der neuen Gesellschaft, Finanzchef wird PartyGaming-Boss Jim Ryan. Bodner wechselt in den Verwaltungsrat des neuen Unternehmens und wird für die Markenintegration sowie die strategischen Verkaufsthemen zuständig sein. Darüber hinaus entsenden sowohl Bwin als auch PartyGaming eine jeweils gleiche Anzahl geschäftsführender und nicht geschäftsführender Vertreter in die Gremien der neuen Gesellschaft.

Ein Pflichtangebot für die Bwin-Aktionäre wird es nicht geben. Die Kernaktionäre beider Gesellschaften hätten sich verpflichtet, in den außerordentlichen Hauptversammlungen, die für das erste Quartal 2011 geplant sind, für den Zusammenschluss zu stimmen. Die Besitzer von Bwin-Papieren sollen im Zuge der Verschmelzung für eine Bwin-Aktie 12,23 Papiere der "New PartyGaming" bekommen. Eine Barabfindung wäre laut Bwin-Investor-Relations-Chef Konrad Sveceny maximal für 25 Prozent der Aktionäre möglich, da dem Deal mindestens 75 Prozent der jeweiligen Eigentümer zustimmen müssen.

Wie viele Arbeitsplätze durch die Fusion in Wien verloren gehen, wurde nicht gesagt. Bodner erklärte am Donnerstagabend vor Journalisten nur so viel: "Wir wissen noch nicht, wie viele Köpfe das kosten wird." Die Synergien würden stärker in Liquiditäts- und Skalierungseffekten liegen, nicht in der Mitarbeiterzahl.

Headquarter wird verlegt

Bwin beschäftigt weltweit rund 1500 Mitarbeiter, 800 davon in Wien, wo das Unternehmen sein Headquarter hat. Dieses wandert durch die Fusion nach Gibraltar. In Wien werde man dennoch präsent bleiben, "weil Wien so wie Stockholm und Gibraltar zu den Kompetenzzentren von Bwin gehören" , erklärt eine Bwin-Sprecherin. Bodner erwartet, dass das neue Unternehmen in einem Jahr "mindestens genauso viele Mitarbeiter" haben wird wie heute - "dass das nicht immer die gleichen handelnden Köpfe sein werden, ist klar" . Die bisher für IT- und Marketing zuständigen Mitarbeiter sollen aber in Wien bleiben.

Die jährlichen Synergieeffekte bezifferte Bwin mit 55 Mio. Euro (vor Steuern). Rund 42 Mio. Euro würde an Kosten eingespart und zumindest 13 Mio. Euro an Cross-Selling-Umsätzen lukriert. Diese Synergien sollen innerhalb von zwei Jahren realisiert werden.

Von Analysten wurde die Fusion als strategische Entscheidung durchwegs gelobt. PartyGaming sei im Poker, Casino und Gaming-Bereich (etwa Bingo) stark, Bwin bei Sportwetten. Gemeinsam sei man für die zunehmende Marktöffnung gerüstet. Für UniCredit-Analystin Katharina Kastenberger sind die Synergie-Erwartungen sogar noch "eher die untere Bandbreite der Möglichkeiten" . Denn ein Großteil komme aus Einsparungen, die Analystin sieht bei Umsatz-Synergien noch Potential.

Kritik übte Bwin-Ko-Chef Bodner am Donnerstag einmal mehr an der österreichischen Standortpolitik. "Die österreichische Bundesregierung macht es einem internationalen Unternehmen nicht unbedingt einfach." Hintergrund dafür sind ein laufendes Steuerverfahren (Bwin soll wie berichtet sechs Mio. Euro Steuern nachzahlen), der Wettbewerb mit dem Monopolisten Casinos Austria und das Faktum, dass der Bereich Online-Gaming in Österreich noch immer nicht reguliert ist.

2009 hat Bwin in Österreich laut eigenen Angaben 45 Mio. Euro an Gehältern ausbezahlt und 26 Mio. Euro Abgaben (etwa Lohnsteuer) abgeführt. 20 Mio. Euro haben man im Land investiert und externe Dienstleistungen im Wert von 30 Mio. Euro eingekauft. Ein Großteil werde nun wegfallen.

Für Bwin tut sich mit PartyGaming auch eine neue Chance zum Wiedereintritt am US-Markt auf. Denn auf der Suche nach neuen Steuereinnahmen gibt es Signale zu einer Liberalisierung des US-Glücksspielmarktes - das könnten das Geschäft des neuen Konzerns deutlich ankurbeln. UniCredit-Analystin Kastenberger betont, dass die Größe des neuen Konzerns jedenfalls bei dem Einstieg in den US-Markt helfen wird: "Je größer, desto besser."

Weitere Zukäufe schloss Bwin-Chef Teufelberger am Donnerstagabend nicht aus: "Wir schauen uns die Mitbewerber an." Auch in den Bereich Social Media will man mit Übernahmen vordringen. Probleme mit den Wettbewerbsbehörden erwartet man nicht.

An den Börsen wurde die Fusion bejubelt. Bwin stieg im Tagesverlauf um 27 Prozent und schloss 17,88 Prozent fester. PartyGaming-Titel schossen 20,43 Prozent nach oben. (Lukas Sustala, Bettina Pfluger, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 30.7.2010)

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02.08.2010 14:36
:o)

ich lese mich wieder lieber durchs Krone Forum,
dort geben die Rezensenten intellektuellere Lektüre von sich ;o)

silent_trust 
31.07.2010 07:55
Da könnte einem schon der Kragen platzen!

Was in diesem Forum an Schwachsinn zum Thema geschrieben wird ist erstaunlich! Da wird gegen Glückspiel und Sportwetten gewettert, als wäre jetzt der Teufel persönlich angetreten - gleichzeitig wird aber jede Woche fleissig Lotto gespielt, was nun wahrlich NUR auf Glück und Zufall basieret, während man beim Wetten noch einen gewissen Einluss hat.

Wenn man es WIRKLICH ernst meinen würde, dann müsste man die Casinos Austria samt Abkömmling Lotto/Totto & win2day sofort dicht machen. Ebenso die Novomatic (die mit ihrem Automatengeschäft WIRKLICH existenzbedrohendes Potential haben).

Aber hinter diesen Unternhemen stehen ja namhafte Politiker und Organisationen (z.B. die Raika und Hr. Hahn, ehem. Wiener VP Chef).

Rene Obermeyer
30.07.2010 12:37

Ich weiß es ja nicht genau, aber war das Glücksspiel nicht mehr oder weniger verboten in Österreich, abgesehen von den Casino´s.
Soviele Wett bzw. Existenzzerstörungskaffes wie heute gabs früher doch nicht. Vielleicht liegts auch daran....

Weiters ist Androsch auch Aufsichtsratsvorsitzender bei bwin, wo er auch eine Beteiligung hält....

Quelle: Wikipedia

zeamount
30.07.2010 13:58

existenzzerstörungscafés wie's potentiell jeder wirt ums eck ist, der alkohol ausschenkt? jeder trafikant, der zigaretten verkauft? nicht, dass ich ein freund des wettens bin, ganz sicher nicht, aber dieses mit zweierlei maß messen erscheint mir dann doch etwas merkwürdig.

Rene Obermeyer
30.07.2010 15:12

bei einem wirten um die ecke hab ich noch niemanden gesehen, der seine uhr und goldkette verkauft, um weiter wetten zu können

gratuliere

zeamount
31.07.2010 13:55

nein, aber er tötet alkoholisiert am steuer eventuell andere menschen oder ruiniert mit seinem alkoholismus seine ganze familie?

das ist interessant - die meisten leser hier wettern dagegen, dass strafen auf vermögensdelikte härter ausfallen als gegen leib und leben. auf der anderen seite scheint es wesentlich schlimmer zu sein, wenn sich ein wettsüchtiger in schulden stürzt als wenn ein kettenraucher/alkoholiker/übergewichtiger seine gesundheit (oder die anderer) nachhaltig schädigt und sein leben verkürzt ...

silent_trust 
31.07.2010 07:56

wetten nicht, aber um weiter Geld in die Spielautomaten werfen zu können.

Gurre
30.07.2010 12:27
Wenn die Dummheit Arme hätt...

in diesem Forum wüsst sie nicht, wen zuerst umarmen vor lauter Auswahl, ehrlich.

Unfassbar.

Anstatt daß man versucht erfolgreiche Firmen INS Land zu holen, oder zumindest die paar Big Player die wir haben zu HALTEN, verscheucht man sie samt Steuern, Abgaben, Arbeitsplätzen etc.
Aber vorher muss man sie noch anspucken, sonst wär es ja nicht Österreich.

Mit infantilen Argumenten wie "Glückspiel ist ja so pöse!" verschone man mich bitte, vornämlich in einem Standard-Forum, in dem man das differenzierte Denken quasi erfunden hat.

Gegenflieger
30.07.2010 20:28

Glücksspiel Firmen schaffen nichts nachhaltiges.
Sie sind wie Vampire die sich in maroden Stadtteilen ansiedeln und das letzte bißchen Geld aus den armen ziehen.
Und mit Kriminell Schwachsinnigen Argumenten werden sie verteidigt.

silent_trust 
31.07.2010 07:47

Interessant! Die Bwin sitzt einerseits in der BÖRSE! (sic) und andererseits im Citypoint gegenüber Wien Mitte - wenn das marode Stadtviertel sind, dann weiß ich auch nicht...

Un den Armen das Geld aus der Tasche ziehen: Sie brauchen eine Kreditkarte oder anderes elektronisches Zahlungsmittel um bei bwin wetten/spielen zu können. Beim Automaten können sie auch kleine Scheine und Münzen nehmen.

Rene Obermeyer
30.07.2010 13:44

ich bin mir nicht sicher ob die privatkonkurse nicht mehr kosten, als was dieser global player bringt.

Dann kommt noch dazu das viele Familie usw. haben, sicher wenn man ein Kapitalist ist wie Sie, dann mag man solche Firmen hier haben, wenn man menschlich ist, würde man Sie einfag abschaffen...

Ob das intelligent ist oder nicht ist völlig irrelevant es ist menschlich ;)

fahrenheit 451
30.07.2010 15:32

wenn das standardforum dem glücksspiel gegenüber so konservativ ist warum ist es bei verbotenen substanzen so liberal?

bauchidgw
30.07.2010 10:57
gratulation

zeamount
30.07.2010 09:44

unglaublich diese bigotterie in dem forum - glücksspiel ist in der selben liga wie alkohol, fast food & zigaretten, völlig unnötig, kann aber durchaus spass machen, ein "genusmittel" also. dass damit und mit hunderttausend anderen sachen (und seien es videospiele) minderheiten nicht zurechtkommen, nehmen alle in kauf, nur beim wetten gibts aufschreie.

trollvottel
30.07.2010 10:49

Die Glücksspielmafia ist die einzige wahre "Selbstmörder erzeugende Industrie" in deiner Auflistung. Dass manch einer dazu neigt, sich mit besonders dumpfen Spielen (Würfeln, einarmiger Bandit) zu betäuben und dabei seine Existenz zu riskieren, war schon im alten Rom bekannt; auch Spielverbote zum Schutz der Spielsüchtigen (und ihrer Gläubiger) gab es bereits damals.

Nur wenige konsumieren so zwanghaft Fastfood, dass sie damit ihre Existenz ruinieren und ihre Familie mit dazu. Raucher schaden ihren Angehörigen, machen beim Tschickkaufen aber nur sehr selten Millionenschulden. Am ehesten lässt sich ein schwer Spielsüchtiger mit einem schweren Alki vergleichen. IMO ein eindeutiges Argument für Glücksspielverbote.

zeamount
30.07.2010 12:21

stimmt, dass raucher sich selbst und andere gesundheitlich schwer gefährden, ist viel harmloser als sich in schulden zu stürzen. und wenn man den alki (von denen es mehrere hunderttausend in österreich gibt) mit dem spielsüchtigen vergleicht und ein glücksspielverbot fordert, muss man im selben zuge auch ein generelles alkoholverbot fordern, oder mein vorwurf der bigotterie ist doch gerechtfertigt.

tonreg
30.07.2010 09:25

solche Firmen gehören verboten; jersey und Gibraltar gehören auch verboten;

fahrenheit 451
30.07.2010 10:30

im vergleich zu österreichs parteien ist ein glückspielkonzern eine hoch moralische angelegenheit......

da wird untereinander und miteinander auf hohen niveau der steuerzahler abgezockt

system1
30.07.2010 10:10
ganz im gegenteil, offshore bereiche werden boomen angesichts

des steuerraubs in europa. zum glück gibts viele exotische länder, die in zukunft bereit stehen um menschen endlich arbeiten zu lassen ohne ihnen das geld aus den taschen zu stehlen.

tonreg
30.07.2010 11:16

In welcher Welt leben Sie. In der Welt "jeder gegen alle" Können Sie sich nicht entfalten, weil Sie für die anderen mitzahllen müßen. Haben Sie das Gefühl, daß Ihnen permanent etwas weggenommen wird.
Wirklich traurig in welcher Gesellschaft Sie leben müßen.
Wandern Sie aus und lassen Sie dafür einen Afrikaner rein.

der tortenfreak
30.07.2010 13:11
nicht jeder gegen jeden

sondern der Staat gegen alle sollte es heißen.

Der Steuerraub, welcher momentan in Europa, insbesondere in Ö vorherrscht ist einzigartig, somit ist es auch nicht verwunderlich, dass sofern man es sich richten kann NICHT hier bleibt.

Ich sage nur - Gratulation Bwin - die Knechtschaft durch den Bananenstaat Ö ist vorbei ...

Schnuu
30.07.2010 10:31
Aber Hauptsache ....

.... eine asphaltierte Strasse zur Arbeit wollen wir haben, ach ja, die Sicherheit sollte auch nicht zu kurz kommen ..... mit Steuern werden auch Dienstleistungen bezahlt ......

der tortenfreak
30.07.2010 13:12
ja genau das Märchen der Infrastruktur

*gääääähhhhnnnnn*

Beispiel Schweiz - gibt es dort keine asphaltierten Straßen?

Jake Gittes
30.07.2010 09:16

Pfiat Gott. Is nicht schad drum.

Aber man sollte natürlich dann auch schauen, dass sie in Österreich nicht mehr verdienen können. Am besten verbieten!

albrecht gusenburg
30.07.2010 08:59
is da der androsch noch immer einer der großaktionäre?

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