Der TV-Wettermoderator kommt nach fast vier Monaten frei - Prozessbeginn 6. September
Karlsruhe - Der TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann
kommt nach mehr als vier Monaten Untersuchungshaft frei. Das
Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe hob am Donnerstag den Haftbefehl
gegen den 52-jährigen Schweizer auf und ordnete seine "umgehende
Freilassung" an. Der 3. Strafsenat des OLG entschied, dass "im
derzeitigen Stadium des Verfahrens kein dringender Tatverdacht mehr
bestehe".
Kachelmann sitzt seit 20. März
in Untersuchungshaft, weil er seine
frühere Freundin vergewaltigt haben soll. Er hat die Vorwürfe stets
bestritten. Für das Gericht liegt angesichts eines "bestreitenden
Angeklagten" und der Nebenklägerin als einziger Belastungszeugin die
Fallkonstellation der "Aussage gegen Aussage" vor. Bei dem
mutmaßlichen Opfer könnten "Bestrafungs- und Falschbelastungsmotive"
nicht ausgeschlossen werden, hieß es vom Gericht.
Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte Mai Anklage gegen Kachelmann
wegen des Verdachts der Vergewaltigung in einem besonders schweren
Fall und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Die Hauptverhandlung
soll ab 6. September am Mannheimer Landgericht stattfinden. Bei einer
Verurteilung drohen Kachelmann bis zu 15
Jahre Haft.
Die Ermittler werfen Kachelmann
vor, Anfang Februar seine
langjährige Geliebte, die sich von ihm trennen wollte, in deren
Wohnung in Schwetzingen vergewaltigt und mit einem Küchenmesser am
Hals verletzt zu haben. Kachelmann war
im März auf dem Rückweg von
den Olympischen Spielen in Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen
verhaftet worden. (APA)