Kurswechsel

Heimische Wirtschaft auf Wachstumskurs

29. Juli 2010 15:35

Klima zuletzt stark verbessert - Schuldenberg und Defizit dämpfen

Wien - Österreichs Wirtschaft schwenkt nach dem mit Abstand stärksten Einbruch der Weltwirtschaft seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder auf einen moderaten Wachstumskurs ein. In den Jahren 2010 bis 2014 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um durchschnittlich zwei Prozent pro Jahr zulegen, prognostiziert das Institut für Höhere Studien (IHS) in einer heute, Donnerstag, veröffentlichten Studie. Die Arbeitsmarktentwicklung dürfte deutlich positiver ausfallen als befürchtet, die Beschäftigungsnachfrage pro Jahr um rund 0,75 Prozent zunehmen, die Rate am Ende des Prognosezeitraums 6,7 Prozent betragen.

Nach 1,5 Prozent und 1,9 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 erwartet das Institut für den restlichen Prognosezeitraum bis 2014 Wachstumsraten von durchschnittlich knapp 2,25 Prozent. Insgesamt fällt damit das jährliche Wachstum um 0,4 Prozentpunkte kräftiger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (2005 bis 2009) aus. Das Wachstumstempo der österreichischen Wirtschaft entspricht dem in der EU-27, liegt aber immer noch 1/4 Prozentpunkt über dem im Euroraum, so das IHS.

Stimmungsaufhellung besonders in der Industrie

Die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern in der Eurozone hat sich im Juli ebenfalls überraschend stark aufgehellt. Das Barometer für das Wirtschaftsklima kletterte um 2,3 auf 101,3 Punkte, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Stand von 99,0 gerechnet. Angesichts der verbesserten Auftragslage hellte sich die Stimmung besonders in der Industrie auf, angeführt von Deutschland. Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich weiter. Mit 77 Prozent in der Europäischen Union liegt sie aber dennoch um vier Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt.

Das Barometer setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, wobei die Industrie 40 Prozent, Verbraucher und Handel dagegen nur jeweils fünf Prozent ausmachen. Das Geschäftsklima im Währungsgebiet erholte sich auf plus 0,66 von revidiert plus 0,4 Punkten. Experten hatten hier einen Stand von plus 0,39 Punkten vorhergesagt.

Schuldenberg und Defizit

Die stark gestiegenen staatlichen Defizite und die in kurzer Zeit enorm angewachsenen Schuldenstände könnten allerdings die mittelfristige Wachstumsdynamik spürbar dämpfen, so die Wirtschaftsforscher. Darüber hinaus könnten von der "Großen Rezession" auch negative Auswirkungen auf das Produktionspotenzial ausgehen. Diese dürfte gegenwärtig in Österreich auf 1,5 Prozent gesunken sein.

Die geplante Konsolidierung des Staatshaushaltes sei unbedingt notwendig. Das IHS geht davon aus, dass die Defizitquote pro Jahr um jeweils rund einen halben Prozentpunkt abgesenkt werden kann. Ende 2014 läge damit die Defizitquote wieder unter der 3-Prozent-Marke. Hier sei primär bei der Ausgabenseite anzusetzen.

Beitrag öffentlicher Dienst

Einen "deutlichen Beitrag" des öffentlichen Dienstes zur Konsolidierung fordert eine weitere Studie des IHS. Das Spektrum der Möglichkeiten reiche dabei "von einer Gehaltsanpassung unter der Inflationsrate bzw. nur bei den niedrigen Gehaltsgruppen bis zu einer Null-Lohnrunde und dem Aussetzen von Vorrückungen."

Die IHS-Forscher argumentieren, dass die Gehaltssumme des staatlichen Sektors im Jahr 2008 bei 25,8 Milliarden Euro gelegen ist, das sind 18,8 Prozent der Gesamtausgaben des Staates. Wenn man die durchschnittlichen Zuwachsraten der vergangenen fünf Jahre fortschreibe, würden diese Ausgaben bis zum Jahr 2013 auf 30,3 Milliarden Euro steigen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage geht das IHS daher von der Notwendigkeit eines Beitrages der Beschäftigten im öffentlichen Sektor zur Budgetkonsolidierung aus.

Mittelfristig erscheint den IHS-Forschern auch eine umfassende Besoldungsreform für den öffentlichen Dienst notwendig. Diese sollte auch eine Abkehr vom Prinzip der Senioritätsentlohnung bedeuten, wonach die Gehälter automatisch mit dem Alter steigen.

Gestiegene Einkommen

Argumentiert werden die Forderungen auch damit, dass die Einkommen der Beamten in den letzten Jahren wesentlich deutlicher gestiegen sind als im privaten Sektor. Von 2000 bis 2008 sind die Bruttoeinkommen (Median) aller unselbstständig Beschäftigten um 16,9 Prozent gewachsen. Deutlich über dem Durchschnitt entwickelten sich die Beamten-Einkommen, die um 38,6 Prozent gestiegen sind. Die Einkommen der Angestellten sind im Vergleich dazu um 20,4 Prozent, jene der Arbeiter nur um 10,5 Prozent gewachsen.

Dabei liegt das Beamteneinkommen schon jetzt deutlich über jenem der anderen Berufsgruppen. Während die Beamten ein Jahresbrutto von 46.066 Euro (Median im Jahr 2008) aufweisen, kommen die Angestellten nur auf 27.323 Euro, die Vertragsbediensteten auf 27.266 Euro und die Arbeiter nur auf 18.203 Euro. Dabei ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass die Beamten im Schnitt einen höheren Bildungsgrad aufweisen und der Altersschnitt höher ist. (APA)

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also dann ...
30.07.2010 00:22
eigenartig ... das DIW (D) sieht dies anders : Deutsches Wachstum halbiert sich

und nachdem ja nach D 40 % der ex/importe gehen, dürfte das IHS... doch etwas "übersehen" ... haben !
zitate :
...Die große Dynamik bleibt voraussichtlich nicht erhalten", sagte DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner
...Die zuletzt boomende Exportnachfrage werde etwas nachlassen, während gleichzeitig die Konjunkturpakete allmählich ausliefen.
"Das belastet das Wachstum auf kurze Sicht", sagte Fichtner. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit sei die Binnennachfrage bisher schwach.

nur brüderle... der anerkannte experte meint :
"Wir haben in der Tat einen nachhaltigen Aufschwung", sagte er (FDP) im ZDF.

fazit:
der sommer ist heiss
der kafesud kalt.

http://derstandard.at/127733909... biert-sich

ÖVP und Banken sind eine Seuche !
29.07.2010 23:10
wachstum jaja

das gras wächst - sonst nix

Nataraja
29.07.2010 23:43

und dieses wachsende Gras gehört auch geschnitten

genug Arbeit

ÖVP und Banken sind eine Seuche !
29.07.2010 23:09
über 200 tage im jahr muss ich für die övp arbeiten

weil die allesamt zu deppert sind einfachste aufgaben zu lösen - außer sie können etwas herschenken und bürger abzocken und ausbeuten...

das täntchen wieder
29.07.2010 21:18
Bescheidenheit von einem selbst wird eingefordert, damit die Wirtschaft vorankommt, der „Wohlstand für alle” ist gleichbedeutend mit dem Verzicht auf den eigenen Wohlstand.

Bescheidenheit praktisch erzwungen und als eingeforderte Tugend – das ist die Maxime unter der ein Leben in Lohnarbeit insgesamt geführt zu werden hat:
- Kommt nämlich nach der Krise die „Erholung“, verträgt die auf gar keinen Fall irgendwelche Lohnforderungen.
- Und wenn die Wirtschaft so richtig boomt und die Preise auf breiter Front steigen, dann gibt es von Seiten der Arbeitgeberverbände und der Wirtschaftsweisen ein wahres Trommelfeuer: Dieser eine Preis, nämlich der Lohn, darf auf keinen Fall steigen, denn das würde den schönen Boom kaputt machen ...

WAS IST WACHSTUM:
http://www.gs-marburg.de/texte/200... chstum.htm

Killer Bunny
29.07.2010 18:52

Globale Wirtschaft auf Dopingkurs.

warp.faktor
29.07.2010 18:28
Für die Presse: Wachstum.

Bei Gehaltsverhandlungen: Rezession.

TRockenmilch
29.07.2010 18:08

wachstum, wachstum, wachstum.
das es einem als einzelner mensch trotzdem nicht besser geht ist egal.
hauptsache wachstum, wachstum, wachstuben...

her wig
29.07.2010 21:14
Es geht um die Ausbreitung

der Ökonomie in möglichst viele Bereiche des Lebens. Somit lässt sich auch Wachstum schaffen, ohne dass wirklich etwas wachsen muss - ausser der Ökonomie selber.

Theoretisch wird die Organisation dadurch besser, praktisch muss man dies von Fall zu Fall nachprüfen, so wie bei jeder Theorie.

Es gab da übrigens eine Zeit als sich der Staat überall hin ausbreitete, seine diesbezüglichen - im Vorhinein unbekannten - Grenzen überschritt. Man merkt das daran dass sich ungünstige Auswirkungen zeigen, wobei die aber zuerstmal irgendwem anderen in die Schuhe geschoben werden... eh ein altes Spiel, immer wieder neu inszeniert.

th2o
29.07.2010 18:15

wirtschaftswachstum = fortschritt = beschäftigung = wohlstand

... so will es die Theorie - obwohl ich glaube, dass das so nicht stimmt ;)

R. M.
29.07.2010 19:02
Über die Intelligenz von Wachstum...

http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo

warp.faktor
29.07.2010 18:31
Nennen wir es Dogma!

Theorien dürfen hinterfragt und geprüft werden!

Tretmine
29.07.2010 18:19

aus welchem Jahrhundert ist diese Theorie, und von wem?

War klar, dass die Deutschen nach dem Schlamassel des zweiten Weltkrieges sich wo anders reingehängt hatten - Wirtschaftswunder und so - aber so einfach nur stur arbeiten und nur auf Zahlen schauen ??? des kann es doch nicht sein

Der Papst sagt >> wir sollen aufs Kreuz schauen - aber das glaub ich auch nicht

globetrottel
30.07.2010 07:27
"aber so einfach nur stur arbeiten und nur auf Zahlen schauen "

OK, kann man auch anders machen, keine Frage.
Aber dann auch nicht jammern, dass es uns schlecht geht und nicht einmal das eifon für jeden drin ist !

Tretmine
29.07.2010 18:00
och nett, wie erhellend

Mein Zehennagel wächst auch so schnell, und trotzdem gehört er abgeschnitten

http://www.youtube.com/watch?v=_-ZEEIi2SyY

Gestern erst, hab ich mir wieder ein paar erhellende Zahlen ins Hirn gejagt
Regenwald nimmt ab
Fischbestände gehen zu Grunde
und
und
und

Aber die Wirtschaft wächst um wieviel?
Ja, ich weis, ich bin ein Nörgler
kreuzigt mich, na und

Kurt Falk
29.07.2010 17:55
gute nachricht

peak oil
29.07.2010 17:52
bis zum 10. oktober 2010

muss noch auf optimismus gemacht werden, danach wird das budget 2011 präsentiert...
... und eine welle von steuererhöhungen bzw. neuer steuern vorgestellt, darauf sollten wir uns gefasst machen.

Tretmine
29.07.2010 17:42

OK , machen wir eine KO-Rechnung

es gibt soundso viele
das Wachstum beträgt soundso viel

Durch Einsparungen und Effizienzsteigerung bedeutet das Wachstum nicht unbedingt mehr Arbeitsplätze

Kann einer normal rechnen, oder was soll das, was ist hier erhellend
-------------
Im Donaupark gibt es eine wunderbare Skulptur
"Das goldene Kalb - Die Industrie als Appokalypse
http://de.wikipedia.org/wiki/Date... k_Wien.jpg

PS - bin ich hier wirklich nur mit Sonderschülern unterwegs?

Galileo
29.07.2010 16:40

das neueste Theologengeschnatter im Auftrag ihrer Herren aus dem Wahrheitsministerium .....

Che - rald
29.07.2010 15:45
ich finde immer lustig, wenn das Medianeinkommen

als Vergleichswert herangezogen wird - warum nicht das arithmetische Mittel ? => Da wären sicher einige überrascht, wie hoch das ist !
Scheinbar haben sich die Unternehmer unter dem Vorwand der Krise "gesund"geschrumpft - jetzt könnten sie Charakter bzw. soziale Verantwortung zeigen und auch dem "kleinen" Mitarbeiter etwas vom erwirtschafteten Kuchen abgeben!

th2o
29.07.2010 18:10

Ein Stück vom Kuchen wird es aber nicht geben. Für mich hat es auch den Anschein, und da teile ich ihre Meinung, dass die Krise von vielen Unternehmen zu Personalabbau und Umstrukturierung genutzt wurde und die wirtschaftliche Lage oft nur eine willkommene Ausrede darstellte. Interessant ist auch wie marktgläubig das IHS, in bezug auf Vergleichswerte zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Löhnen, argumentiert. Anstatt zu hinterfragen, ob die Lohnschere vielleicht eine Benachteiligung für Beschäftigte im privaten Sektor darstellt und diese Ungleichverteilung zu Konsumeinbrüchen und Produktionsdefiziten führen könnte, geht man stillschweigend von Marktlöhnen als Maß für Gerechtigkeit aus und argumentiert damit eine Lohnanpassung.

Austrianer was sonst.....
29.07.2010 15:25

Aber die Gehälter sind unglaublich am Boden! Da heißt es, die Krise....etc.....

Tretmine
29.07.2010 18:05

ich hab gehört, es gab gar keine Krise - sondern dies ist einfach nur ein Sudern auf hohem Niveau

und das man mit der Ausrede Krise, bei den Leuten sparen kann und auch entlassen kann

Fleischsack, größtenteils aus Wasser
29.07.2010 15:42

Die Gehälter sinken schon seit 15 Jahren.

asinus
29.07.2010 15:22

Das Medianeinkommen in absoluten Zahlen auszudrücken und dann zu vergleichen, ist täuschend.

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