Parasitose

Wenn der Wurm drin ist

Regina Philipp, 29. Juli 2010 10:46
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    Foto: gerald ruckenbauer

    Sichtbar unter dem Mikroskop: Der weibliche Madenwurm enthält zahlreiche Eier.

Madenwurminfektionen sind weit verbreitet - Gesundheitlich ist die Parasitose weitgehend unbedenklich - Der Aufwand sie loszuwerden ist relativ groß

Ein Anblick auf den man gut und gern verzichten kann: Kleine weiße Würmer die sich in der Toilette rege auf dem großen Geschäft tummeln. Abstoßend und lästig, aber trotzdem kein Grund panisch zu sein: Nicht nur, dass über eine Milliarde Menschen weltweit diese Parasiten mit sich herumträgt, die Infektion mit den Oxyuren richtet in aller Regel keine gesundheitlichen Schäden an. 

Der Madenwurm, auch Aftermade, Oxyuris vermicularis oder Pfriemenschwanz genannt ist der häufigste Eingeweideparasit des Menschen und gehört zur Wurmklasse der Nematoden. Er lebt im Dünndarm und ernährt sich dort vom vorüberziehenden Nahrungsbrei. Das begattete Weibchen kriecht nachts aus dem After und legt bis zu 15000 Eier im Analbereich ab. Danach stirbt das Weibchen, das Männchen tut das bereits nach der Paarung.

Selbstinfektion durch Anus-Finger-Kontakt

Die infektiösen Eier sind es, die den Menschen und insbesondere den Kindern, zu schaffen machen. Sie verursachen Juckreiz und das erleichternde Kratzen führt dazu, dass die Eier über die Fingernägel den Weg zurück in den Mund finden. „Dieser Anus-Finger-Mundkontakt führt zur Reinfektion", weiß Franz Reinthaler, stellvertretender Vorstand des Instituts für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der medizinischen Universität in Graz. Im Magen- oder Zwölffingerdarm schlüpfen die kleinen Larven und reifen im Dickdarm innerhalb von zwei Wochen zu erwachsenen Würmern heran. 

Glück hat, wer Madenwürmer beherbergt, die nach ihrer Reise durch den Verdauungstrakt das Tageslicht auch lebend erblicken. Denn dann ist die Diagnose auf einen Blick klar. Ansonsten orientiert sich der Mediziner neben dem quälenden Juckreiz im Analbereich an recht unspezifischen Symptomen, wie Schlafstörungen oder den daraus resultierenden Konzentrationsschwierigkeiten tagsüber. Bei besonders massivem Befall sind auch Bauchschmerzen, Übelkeit oder Symptome einer chronischen Blindarmreizung bzw. -entzündung möglich.

Tixostreifen-Test

Besteht also ein Verdacht, dann ist dieser auch bei wurmfreiem Stuhl, rasch bestätigt. Mit einem Tesafilm-Test lassen sich die Madenwurmeier in der Analregion problemlos nachweisen. Der Streifen wird morgens nach dem Aufstehen auf den Anus geklebt und gleich wieder abgezogen. Die daran haftenden Eier lassen sich unter dem Mikroskop identifizieren. 

Dass die Oxyuriasis unter Kindern eine Prävalenz von bis zu 50% besitzt, hängt nicht nur mit dem permanenten Risiko einer Selbstinfektion zusammen, sondern hat auch mit der besonderen Überlebens- und Infektionsfähigkeit der Eier zu tun. Von drei Wochen gehen Experten im Durchschnitt aus. Bettzeug und Unterwäsche dienen dabei als klassische Infektionsquellen und nicht immer erfolgt die Ansteckung dabei über den direkten Kontakt. „Wer in der Früh Betten macht und dabei das Leintuch durch die Luft wirbelt, darf auch einmal mit einer aerogenen Infektion rechnen", erklärt der Grazer Experte.

Medikamente und Begleitmaßnahmen

Der Hausstaub als mögliche Infektionsquelle erklärt auch den Aufwand, den die Bekämpfung dieser parasitären Infektion mit sich bringt. Neben dem täglichen Wechseln der Bettwäsche und Kleidung, dem Waschen der selbigen (die Eier degenerieren bei circa 60 Grad Celsius), gehört auch das wiederholte feuchte Aufwischen der Böden und sonstigen Flächen mit heißem Wasser dazu. 

Als alleinige Maßnahmen sind diese jedoch nicht genug. Nur eine medikamentöse Therapie macht den Würmern den tatsächlichen Garaus. Warum es trotz Anwendung eines Antihelminthikums immer wieder zu hartnäckigen chronischen Infektionen kommt, führt Reinthaler auf unzulänglich durchgeführte Maßnahmen zurück. Zur Behandlung stehen derzeit Pyrantel Pamoat (Combantrin), Mebendazol (Pantelmin) oder Albendazol (Eskazole) als wirksame Substanzen zur Verfügung. Sofern sich der der Tixostreifen-Test bei Familienangehörigen als negativ erweist, ist es laut Reinthaler nicht erforderlich diese zu therapieren. Der Wurmträger jedoch darf mit einem langfristigen Erfolg rechnen, wenn er ganz nebenbei noch häufig seine Hände wäscht, die Fingernägel kurz abschneidet und die Analhaut eventuell mit einer Salbe abdeckt. (derStandard.at, 29.7.2010)

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25 Postings
Grantscherben
30.07.2010 12:15
Viel scharfen Paprika essen und a Ruh is.

Kelborn
30.07.2010 09:30

wir leben seit jahrtausenden mit den Parasiten. Möglicherweise gibt es heute soviel Autoimunerkrankungen wegen eine "mangel" an Parasiten im Darm. Stichwort: Morbus-crohn
http://de.wikipedia.org/wiki/Morb... ge_Hygiene

Ramadamadingdong
30.07.2010 03:53

Kanns sein dass afrikanische, indische oder Thai-Kost u.a. deswegen sooo scharf ist??

Knochenmann
19.08.2010 11:54

Nein, scharfe Gewürze sollen in allgemeinen über verdorbenes Fleisch hinwegtäuschen, das natürlich in heißen Gegenden leichter verdirbt als in kalten. Tja, man kann halt auch eine Kultur draus machen.

the academic cyber sense
02.08.2010 19:00

und warum gibt es ausgerechnet in diesen regionen besonders viele darmparasiten?

ehkloa
14.08.2010 00:39

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass 2 Knoblauchzehen auch bei einem starken Befall alle Madenwürmer über den Jordan befördern. Dass in den tropischen Ländern mehr Parasiten unterwegs sind liegt am Klima. Feucht und warm haben sie gern, deswegen auch den Darm;-)

Def. Izit
16.08.2010 19:29
Hab bei Afrika und Asienreisen immer Wurmmittel mit

das Gelächter meiner Mitreisenden endet spätestens dann, wenns sie eins brauchen.

Knochenmann
19.08.2010 11:55
Was zum Teufel Essen Sie da nur?

Ich bin seit Jahren in Asien unterwegs, aber von Wurmbefall hab ich noch nie gehört. einmal hatte ich die Krätze, das war's aber auch schon.

Pi der Grieche
30.07.2010 09:41

Auch in Afrika und Südamerika schätzt man scharfe Kost, also eigentlich überall in den heißeren Gegenden.
Vielleicht ist Chili und Knoblauch wirklich gut gegen allerlei Mikrowesen?

Ueberlebenskuenstler
29.07.2010 21:03
Sauerkraut

Der ultimative Tipp von meiner Oma: Sauerkraut soll auch gut gegen Würmer helfen. Drei Tage hintereinander eine Portion Sauerkraut (kann auch aus der Dose sein) essen und der Wurm mag nicht mehr. Das ganze mit Abstand nochmal wiederholen und futsch ist der Wurm und eventuell noch vorhandene Eier im Körper ebenso. Fragt mich nicht wie das funktioniert, keine Ahnung. Aber meine Oma schwor darauf in den schlechten Zeiten nach dem Krieg.

uinsel
30.07.2010 10:44

die finden das zeug wohl so grauslig wie ich. nur dass die halt auswandern können.

theEdge
 
29.07.2010 15:12
Loswerden aufwändig?

Stell ich mir einfach vor: Einmal zuhause putzen und für eine Woche jeden Tag das Hotel oder Hotelzimmer wechseln. Fertig! :D

Ueberlebenskuenstler
29.07.2010 21:06

Jetzt weis ich auch, warum ich so ungern in Hotelzimmern übernachte. Könnt ja sein, das einer wie Sie vor mir drin gelegen hat?

theEdge
 
30.07.2010 13:39

Man sucht sich natürlich Hotels, bei denen die Betten täglich neu überzogen werden. Sonst könnte das Loswerden ja auch zu einer Neuinfektion führen ;).

Gluck
29.07.2010 15:04

Oh gnadenreich gesegnete Natur!

Mynnia
 
31.07.2010 16:09

Bester Kommentar auf sowas :D

rollladl
29.07.2010 15:25

ist ihre methode alkohol?

ad vocem
29.07.2010 14:46
btw:

Schön langsam krieg' ich übrigens des Eindruck, dass unser Sonnensystem auch nur ein kleines Wurmei im Ar5ch des Universums ist.

Anders lassen sich die Zustände nicht erklären ...

ad vocem
29.07.2010 14:43
Jössas!

Gestern die Gschicht' mit dem Aufgefressenen und heute DAS!
"Das begattete Weibchen kriecht nachts aus dem After und legt bis zu 15000 Eier im Analbereich ab."

MUSS DAS SEIN ??????

vheissu
29.07.2010 20:59

Jo dürfen s' denn das??

Martin2983
29.07.2010 14:02
Anus-Finger-Kontakt

Wie grauslig ist den bitte des!!

the academic cyber sense
02.08.2010 19:04

stülp dir bitte ein kondom über deinen zeigefinger. dann bist safe unterwegs....

geilhuber
30.07.2010 12:38

Finger in'n Po---Mexiko.....

maxbz
29.07.2010 20:19

Wenn Sie sehr gelenkig sind, können Sie auch nach Art der Katzen putzen. ;-)

krikri
29.07.2010 15:48

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