Der operative Gewinn stieg um 40 Prozent, der Auftragsbestand erreichte einen neuen Rekordwert, die Randgeschäfte belasten aber
München - Siemens hat im vergangenen Quartal die
Wirtschaftskrise weitgehend hinter sich gelassen. Der operative Gewinn der drei
Kernsektoren Industrie, Energie und Medizintechnik stieg verglichen mit dem
Vorjahreszeitraum um 40 Prozent auf 2,33 Mrd. Euro, wie der Konzern am
Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte um 4 Prozent auf 19,17 Mrd. Euro zu, der
Auftragseingang kletterte um 22 Prozent auf 20,87 Mrd. Euro. Mit den Werten ließ
Siemens die Erwartungen der Analysten deutlich hinter sich.
"Die starke Nachfrage hat zu einem Rekordauftragsbestand geführt.
Gleichzeitig haben die Sektoren das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt und
werden das Vorjahr deutlich übertreffen", sagte Vorstandschef Peter Löscher. Im
vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 (zum Ende September) hatte Siemens operativ
7,5 Mrd. Euro verdient.
Unter dem Strich litt der Konzern allerdings weiter unter seinen
verlustreichen Randgeschäften. Die Sparte Equity Investments, in der Siemens
seine Gemeinschaftsunternehmen wie den Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks
bündelt, warf lediglich ein Ergebnis von 2 Mio. Euro ab. Die vor der Abspaltung
stehende IT-Sparte kippte in die roten Zahlen und wies einen Verlust von 81 Mio.
Euro aus.
Siemens profitiert wie seine Konkurrenten ABB, Philips und GE von der
globalen Erholung der Märkte für Industrieausrüstung und Energietechnik. Die
größten Zuwächse im Orderbuch verzeichnete Siemens dank zahlreicher Großaufträge
erstmals in seiner Sparte für erneuerbare Energien. Größter Gewinnbringer war
allerdings das Geschäft mit Technik für die Energieerzeugung aus fossilen
Quellen.
Der Technologiekonzern bekam vor allem den Aufschwung in den traditionellen
Industrieländern und China zu spüren. Das Bestellvolumen aus den USA zog im
Vergleich zum Vorjahr um gut die Hälfte an, das aus Deutschland um 45 Prozent.
Die Chinesen orderten gut ein Drittel mehr Siemens-Produkte und
Dienstleistungen. Voran ging wie bereits zuletzt das kurzzyklische Geschäft des
Unternehmens. Vor allem Osram und die Industrieautomatisierungssparte nahmen
deutlich an Fahrt auf. (APA/Reuters)