"US-Hilfe zum Schutz afghanischer Informanten erbeten"
London - Der Gründer der Internetseite WikiLeaks, Julian
Assange, hat Kritik zurückgewiesen, die Veröffentlichung
zehntausender US-Geheimakten über den Afghanistaneinsatz gefährde
afghanische Informanten. Die Veröffentlichung der Papiere sei
"äußerst wichtig in der Geschichte dieses Krieges", sagte Assange der
britischen Tageszeitung "The Times" (Donnerstagsausgabe). WikiLeaks
habe sich vor der Veröffentlichung an das Weiße Haus gewendet, um
"die Gefahr so gering wie möglich zu halten, dass unschuldige
Informanten namentlich genannt werden", habe aber keine Antwort
erhalten.
Die "Times" hatte am Vortag berichtet, nur kurze Recherchen in den
auf der Website WikiLeaks veröffentlichten Akten genügten, um
dutzende Namen von Afghanen zu finden, die den USA und ihren
Alliierten detaillierte Informationen geliefert hätten. Assange hatte
zuvor noch versichert, die Dokumente seien auf mögliche Namen
gefährdeter Afghanen überprüft worden, 15.000 seien daraufhin nicht
veröffentlicht worden. In seinem jüngsten Interview sagte der
ehemalige Hacker der "Times": "Niemand hat Schaden genommen, aber
sollte jemand Schaden nehmen, dann wäre das natürlich sehr
bedauerlich." (APA/AFP)