Geheimakten über Afghanistan-Einsatz

WikiLeaks Gründer verteidigt Veröffentlichung

29. Juli 2010 06:30

"US-Hilfe zum Schutz afghanischer Informanten erbeten"

London - Der Gründer der Internetseite WikiLeaks, Julian Assange, hat Kritik zurückgewiesen, die Veröffentlichung zehntausender US-Geheimakten über den Afghanistaneinsatz gefährde afghanische Informanten. Die Veröffentlichung der Papiere sei "äußerst wichtig in der Geschichte dieses Krieges", sagte Assange der britischen Tageszeitung "The Times" (Donnerstagsausgabe). WikiLeaks habe sich vor der Veröffentlichung an das Weiße Haus gewendet, um "die Gefahr so gering wie möglich zu halten, dass unschuldige Informanten namentlich genannt werden", habe aber keine Antwort erhalten.

Die "Times" hatte am Vortag berichtet, nur kurze Recherchen in den auf der Website WikiLeaks veröffentlichten Akten genügten, um dutzende Namen von Afghanen zu finden, die den USA und ihren Alliierten detaillierte Informationen geliefert hätten. Assange hatte zuvor noch versichert, die Dokumente seien auf mögliche Namen gefährdeter Afghanen überprüft worden, 15.000 seien daraufhin nicht veröffentlicht worden. In seinem jüngsten Interview sagte der ehemalige Hacker der "Times": "Niemand hat Schaden genommen, aber sollte jemand Schaden nehmen, dann wäre das natürlich sehr bedauerlich." (APA/AFP)

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heinz feichtinger
31.07.2010 01:30
Die Aufdecker sind an allen Kriegen schuld, an Ihren Händen klebt das Blut oder das Öl

Dass der Mossad ( ein Geheimdienst der Israelis ) die Selbstmordtäter palästinensischen verschuldeten Familien Söhne abkauft, um sie dann auszubilden als
Selbstmordattentäter ist allgemein bekannt. Devise : Alle Mittel sind rechtens um den Krieg zu erhalten. Eine Nachhaltigkeit des Krieges kann so gewährt werden und Militär kann sich so über Wasser halten.
So in Afghanistan. Der diesen Mechanismus aufdeckt, landet im Gefängnis oder steht auf der Abschussliste. Logistisch korrekt. Krieg für Öl oder Krieg gegen Öl ( Golf von Mexico) - egal. Anything goes ! " Reporter und Fotografen, die versuchen über die Verseuchung der Golfküste durch das Öl der BP-Bohrung zu berichten, werden nun als Kriminelle behandelt. Kurz: 5 Jahre Haft oder 35.000€.

Girgl Galgenstein
31.07.2010 12:26
Claro, die Juden sind an allem schuld

das ist es doch, was Sie mit Ihrer Behauptung, der Mossad bilde palästinensische Attentäter aus, sagen wollen. Mit Antisemitismus hat das natürlich überhaupt nichts zu tun.

heinz feichtinger
31.07.2010 01:18
Ganz gleich: Ob Karl Kraus (Die Fackel) oder Wikileads

Irgendwer muss den Kopf hinhalten für die Kriege. Jetzt sind die Kritiker wieder in den Sack gestellt und man inhaftiert - man blockiert die Informanten - nicht die Verursacher. Ein Einschüchterungszeremoniell nach chinesischem Muster jagt das nächste.
Julian Assange als Gesicht von "Wikileaks" und der von Zivilcourage besessene 22 jährige Bradley Manning, Soldat der US. Forces (schon in einem Militärgefängnis in den USA überstellt)
werden stellvertretend kriminalisiert für deren Enthüllungen. "Schon klebt Blut" an deren Unterfangen Öffentlichkeit herzustellen - laut Pentagon. Dass der ISI (Pakistanischer Geheimdienst) die Al Kaida finanziert via Taliban via Milliarden "Militärhilfe" aus den USA an Pakistan ist klar. STANDARD : Klarheit !

The Real Zet
 
29.07.2010 15:52
Die monströse Natur des Krieges

WikiLeaks veröffentlicht, was bislang nur Historiker zwei Generationen später ans Licht brachten. Das ist schwierig, schmerzlich, vielleicht gefährlich, und umstritten. Dies liegt aber weniger an der Natur von WikiLeaks, sondern mehr an der Natur der geheim gehaltenen Monströsitäten.

Es mag verstörend sein, solche Dokumente und Videos auf einmal frei zugänglich zu wissen. Aber es entlarvt nicht nur die Propaganda-Arbeit des Militärisch-Industriellen Komplexes, sondern legt auch zwei wichtige Ansatzpunkte für unsere demokratische Gesellschaft frei:

1. Es bildet einen Prüfstein für (naive?) europäische Politiker, die den ganzen Zirkus mitmachen

2. Es zeigt, welchen Situationen Soldaten ausgesetzt sind - und wie und woran sie scheitern.

trestigres
29.07.2010 18:34
Bitte, was ist Neu aus den veröffentlichten Dokumenten? Dass Krieg die Hölle ist, dass unschuldige Zivilisten ums Leben kommen, dass Spezialkommandos Taliban-Führer jagen, dass Pakistan ein zweifelhaftes Doppelspiel fährt, indem es auch militante

Islamisten unterstützt? Brisant ist an dieser Enthüllung vorallem wie stark der pakistanische ISI involviert ist. Beabsichtigt? Wie funktioniert diese Plattform? Anonyme Informanten können Informationen auf eine Web-Site stellen. Vor der Veröffentlichung sollen diese geprüft werden. Wie, nur nach den Inhalten, die Aufschluss über den die möglichen Absender geben sollen? Tatsächlich können die Informanten sowohl Soldaten wie aber auch Geheimdienste selbst sein, die eine bestimmte Absicht damit verfolgen. Die Dokumente zeigen nun, dass ISI-Vertreter in geheimen Treffen direkt mit Taliban-Führern die Bekämpfung von US-Einheiten besprochen haben. Ist das die Botschaft? Wer entscheidet wie was veröffentlicht wird?

Hugo Stolz
29.07.2010 14:48
Ich hoffe, dass WikiLeaks noch lange bestand haben wird...

... und sich nicht scheut, auch die unangenehmen Wahrheiten zu veröffentlichen.

Woher sollte man sonst noch wenigstens Tröpfchenweise seriöse Informationen herkriegen, über das was in der Welt so vor sich geht? Aus der Zeitung - auch einem "quality paper" wie den Standard - mit Sicherheit nicht.

Cafe Corretto
29.07.2010 14:42
Friedensnobelpreis für Wikileaks und Assange!

Zumindest aber sollte er für seine Arbeit irgendeine öffentliche Auszeichnung bekommen.

nobama
29.07.2010 14:52

interessant ist ja, dass jener regierungsberater cass sunstein, der meinte die regierung solle webseiten und blogs, die "falsche ansichten" über die regierung verbreiten, kognitiv infiltrieren, wikileaks begrüßt und dass die new york times vor der veröffentlichung im weißen haus nachgefragt hat, was sie genau veröffentlichen soll..

LLJK
29.07.2010 14:45

Pulitzer Preis oder so?

Wird der nicht für investigativen Journalismus vergeben? Noch investigativer gehts eigentlich kaum.

mief quirl
29.07.2010 16:03

Was ist bitte investigativ am reinen Veröffentlichen von zugespielten Informationen?
Muss ein guter Journalist nicht auch hinterfragen welche Motivation z.B. dahinter stecken könne, ob eine gezielte Auswahl an Informationen usw. zugespielt wurde?
Wikileaks ist eine Wundertüte für Spindoctors.

Guter Journalismus kann eben durch Hobbyblogger und selbsternannte Forumsexperten auch nicht eben mal ersetzt werden.

LLJK
29.07.2010 17:10

Anscheinend schon, denn gerade in den Staaten sind die "guten Journalisten" wie Sie sie nennen, größtenteils willige Teilnehmer am sogenannten "embedded Journalism", gesteuert und zensiert durch US-Miltär und Nachrichtendienste. Willkommen in der Realität.

Da lob' ich mir einige Idealisten die ihren Ruf (und noch viel mehr) aufs Spiel setzen um die Öffentlichkeit an der unangenehmen Wahrheit teilhaben zu lassen.

Aber Sie können sich gern weiterhin von Times, Standard u. Co Ihre Meinung vorschreiben lassen.

nobama
29.07.2010 14:41
Wikileaks founder Julian Assange is 'annoyed' by 9/11 truth

Assange:
"Any time people with power plan in secret, they are conducting a conspiracy. So there are conspiracies everywhere. There are also crazed conspiracy theories. It's important not to confuse these two. Generally, when there's enough facts about a conspiracy we simply call this news." What about 9/11? "I'm constantly annoyed that people are distracted by false conspiracies such as 9/11, when all around we provide evidence of real conspiracies, for war or mass financial fraud." What about the Bilderberg conference? "That is vaguely conspiratorial, in a networking sense. We have published their meeting notes."

http://911blogger.com/news/2010... -911-truth

pathan
29.07.2010 14:38

also bitte,was will das Weiße Haus eigentlich?Jetzt sind sie halt sauer,dass mal die Wahrheit rauskam.Zum Glück sind alle Mitarbeiter außer Assange anonym,sonst würden die wohl "auf unerklärliche Weise" nacheinander verschwinden.Die Namen der Afghanen hätte man aber auch anonym halten können,so wie sich die Wikileaksmitarbeiter selber anonym halten.Und der Friedensnobelpreisträger Obama kritisiert, dass die Wahrheit veröffentlicht wird.An wen geht wohl der nächste Friedensnobelpreis? Putin?

benny karzai, kabul
29.07.2010 14:30
Amis sollten sich endlich aus dem Land schleichen

rosten
29.07.2010 14:18
Webster Tarpley: Media's Wikileaks"CIA Style Spin"Gives Obama Excuse to Invade Iran & Pakistan

http://www.youtube.com/watch?v=P0sK4TjcUd4

LLJK
29.07.2010 14:11

kann man wikileaks engagieren?

die sollten sich mal die vorgänge um den herrn khg anschauen, eventuell geht dann in der causa ausnahmsweise mal was weiter.

tanh sigmoid
29.07.2010 13:35

jetzt muss man sich schon rechtfertigen, wenn man die wahrheit publiziert? ist es ein verbrechen die luegen der regierung und deren kriegsverbrechen aufzudecken? das darf ja wohl nicht wahr sein! normal muessten jetzt 300mio amerikaner vor dem kapitol oder dem white haus demonstrieren und alle luegner zum teufel jagen. aber was passiert? der aufdecker wird zum ar$$$loch der nation ernannt. eine mehr als sehr bedenkliche entwicklung.

trestigres
29.07.2010 14:33
Erst mal nachdenken...Das Wikileak-System beruht darauf, dass auf einer Internet-Seite Informationen Informanten anonym Dateien hochladen können. Wer also hochlädt bleibt verborgen.

Fakten werden dann, soweit wie möglich, geprüft und anschliessend veröffentlicht. Die "geheimen" Protokolle können von weiss wer hochgeladen werden. Ob das Material auch wirklich echt ist, steht auf einem anderen Blatt. Wer sagt Ihnen beispielsweise ob der US-Geheimdienst nicht selbst hinter dem Leck steht? In der Tat, etwas wirklich Neues erfahren wir aus den veröffentlichten Protokollen nicht. Das System ist manipulationsanfällig deshalb für mich auch nicht die Informationsplattform der Zukunft, sondern eine einer zukünftigen Informationsinflation. Professionelle Manipulation würde bedeuten, "harte" Fakten so geordnet einzuspeisen, dass "gewünschte" Schlussfolgerungen gezogen würden.

dasBeobachter.blogspot.com
29.07.2010 14:14

assange hat sich in dem interview gegen die verurteilung durch die US gewehrt, welche meinte, er habe menschenleben riskiert.

er hat klargestellt, dass es sich um alte fälle handelt und dass er die brisanten fälle zurückgehalten hat.

soweit sollte er sich schon verteidigen.

die kritik der obama administration ist - so wie die behandlung der spione - verdächtig ruhig ausgefallen.
ein bauernopfer wird gebracht und das thema hat sich gegessen.

innerlich wird obama assange eher danken, als dass er ihn deswegen verfolgen würde...

pepitant
29.07.2010 14:32
brisante fälle zurückgehalten

Das ist allerdings ein Fehler.

pepitant
29.07.2010 14:20
Er sollte sich verteidigen ?

Haut den Boten ?

manfred maier
manfred maier
29.07.2010 13:10
besonders brisant erscheint mir an der geschichte die rolle deutschlands......

....welche auf ihrer basis über 300 US killer beherbergen, welche im auftrag des friedensnobelpreisdekorierten oberbefehlshaber menschen auf verdacht ermorden, foltern und terror verüben.
offenbar wollen (oder müssen?) die deutschen ein neues dunkles kapitel in ihre geschichtsbücher einfügen.
ob faschistischer NS staat oder williger handlanger des geofaschistischen terrorstaates USA...da erscheinen die nuancen klein und (hoffentlich) nürnberg II nahe.

Cafe Corretto
29.07.2010 16:44
Ich glaube, der mittlerweile oft geschmähte Friedensnobelpreisträger ..

kann einfach nicht so wie er will. Ihm sind wahrscheinlich oft die Hände gebunden. Zumindest aber stimmt seine Grundeinstellung oder hätten Sie lieber wieder Bush im Amt?

manfred maier
manfred maier
29.07.2010 17:17
"Friedensnobelpreisträger ..kann einfach nicht so wie er will."

..und "das problem in dieser weltsicht bleibt dann obama....jener mann, der als erbe der schwerkriminellen neoliberalen gar nicht anderes als versagen konnte." (maier, 20.7.)
soweit sind wir uns also einig, wobei noch zu klären wäre, für WAS der f`nobelpreis denn bitte zugesprochen wurde.
für den guten willen mit gebundenen händen?....dann bleibt es im endeffekt gleich, ob der us präs. bush oder obama heisst.....

O.J. Homer
 
29.07.2010 22:12
schon so weit

dass du dich schon selber zitierst ? lol

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