100 Meter

Sprint-Gold bei EM an Lemaitre

28. Juli 2010, 23:09
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    foto: ap/caivano

    Christophe Lemaitre, der erwartete Sieger.

Vier Athleten mit zweitbester Zeit - Chambers nur Fünfter. Moseley im Halbfinale ausgeschieden und Neunter

Barcelona - Die Ermittlung des Siegers war eine klare Angelegenheit, daran gab es nicht zu rütteln. Mit 10,11 Sekunden holte sich der 20-jährige Franzose Christophe Lemaitre den Titel über 100 m und darf sich zu den Vorschusslorbeeren nun auch eine Goldmedaille umhängen.

Dahinter drängten sich vier Athleten auf 10,18. Laut Fotofinish wurde Mark Lewis-Francis (GBR) vor Martial Mbandjock (FRA) 10,18, Francis Obikwelu (POR) und Dwain Chambers (GBR) gereiht. Der Österreicher Ryan Moseley war im Halbfinale ausgeschieden, hat als Neunter aber für das beste österreichische Sprintergebnis in der EM-Geschichte gesorgt.

Obwohl es abseits der großen Showbühne stattfand, lag viel Spannung im hochgespielten Duell Chambers gegen Lemaitre. Die Favoritenrolle hatte niemand so richtig für sich beansprucht. Der nach eigenen Angaben geläuterte Ex-Dopingsünder aus Großbritannien verfügte mit seinen 32 Jahren über genug Erfahrung und dank aktueller Form auch Leistungsstärke, um den zwölf Jahre jüngeren Franzosen in die Schranken zu weisen. Am Ende blieb ihm nur Rang fünf.

Lemaitre jedoch gaben die windbegünstigten 9,98 bei den Landesmeisterschaften Rückendeckung, bedeuteten sie doch, dass er als erster weißer Europäer die 10,00 unterboten hatte. Derlei Vergleiche verabscheut er allerdings. "Ich finde es abwegig, von weißen Sprintern zu sprechen. Es kommt nicht auf die Hautfarbe an, sondern auf die Lust, die Bissigkeit, das Training. Das ist das Wichtigste, nicht ob einer schwarz oder weiß ist", sagte der Student aus Aix-les-Bains, der 2008 Junioren-Weltmeister über 200 Meter war und 2009 den 100-m-Junioren-Europarekord von Chambers auf 10,04 verbessert hatte.

Am 20. Juni bei der Team-EM in Bergen hatte Chambers in 9,99 Sekunden um 0,03 Sekunden früher angeschlagen als Lemaitre, der es zuvor mit Fußball und Rugby versucht hatte. "Ich hoffe, dass ich in Barcelona wieder einen Schritt schneller bin als er", sagte der Brite Chambers und wurde enttäuscht.

Chambers hatte im Dezember 2003 die Einnahme unerlaubter Substanzen zur Leistungssteigerung gestanden. Zunächst wurde er mit einer zweijährigen Dopingsperre belegt, anschließend wurden ihm alle Titel seit Jahresbeginn 2002 aberkannt. Auch seine zwei von der EM in München 2002. Er hat die Sperre abgesessen, darf aber bei Olympischen Spielen nicht starten und gilt bei Meetings als unerwünscht.

Um 4/100 am Einzug in das EM-Finale, das aus österreichischer Sicht erstmalig und damit bei einer EM historisch gewesen wäre, gescheitert ist Moseley. Der Salzburger lief im zweiten Heat als Vierter 10,27 Sekunden und wurde Gesamtneunter. Die Schnellsten der drei Halbfinali waren Lemaitre in 10,06, Chambers in 10,10 und mit Mbandjock in 10,19 gewesen. Nur die ersten zwei jedes Halbfinales kamen in den Endlauf sowie die weiteren zwei Zeitschnellsten.

"Natürlich bin ich enttäuscht. Der Start war gut, auch die Übergangsphase war besser als gestern. Aber ich hätte stärker und besser sein sollen", sagte der 27-jährige Moseley, der am Donnerstag über die 200 Meter antreten wird. Nach dem 100-m-Vorlauf hatte der in Barbados geborene und aufgewachsene Athlet davon gesprochen, eine Zeit unter 10,10 laufen zu wollen. Das hätte auch österreichischen Rekord bedeutet, den hält Andreas Berger seit 22 Jahren mit 10,15. (APA)

kingdavid
00
29.7.2010, 14:57

ein intelligenter franzose, der sich dem in der la. Oft bemühten rassistengeschwätz widersetzt.

LL MM
00
29.7.2010, 21:25

Was bleibt ihm auch anderes übrig?

Würde er dran glauben, dass er gegen die besten Schwarzen niemals eine Chance hat, könnte er sofort seine Schuhe an den Nagel hängen.

kingdavid
00
30.7.2010, 01:22

warum? Es könnte einem ja auch vergnügen bereiten selbst wenn man davon ausginge nicht die absolute spitze zu erreichen. Immerhin wird in österr. trotz allem ja immer noch fussball gespielt.

Der Freund Deiner Frau
00
29.7.2010, 15:33

yep,

und auch Bolt hat mich nett ueberrascht als er auf die unvermeidbaren Fragen der Journalisten in vernuenftiger Weise (it's only CULTURE) reagiert hat.

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