Tanzquartier Wien

Heuns Plädoyer für mehr Geld

28. Juli 2010 19:22
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    Foto: apa/herbert pfarrhofer

    Kämpft um eine Subventionserhöhung: Walter Heun

Programmreduktion droht

Wien - Walter Heun zieht positive Bilanz über sein erstes Jahr als Intendant des Tanzquartiers Wien: "Ich habe neue Künstler präsentiert und Perspektiven aufgezeigt, wie man das Haus weiterentwickeln kann." Dies schlug sich auch in Zahlen nieder: Die Auslastung stieg von 78 auf 86 Prozent, die Karteneinnahmen konnten gar verdoppelt werden (von rund 60.000 auf 120.000 Euro). Heun: "Wir haben den Auftrag der Stadt Wien, das Tanzquartier für neues Publikum zu öffnen, erfüllt - ohne Abstriche bei der Qualität zu machen."

Doch ihn plagen Sorgen. Weil die Subvention seit der Gründung des TQW im Jahr 2001 gleich geblieben ist. Die 2,9 Millionen Euro von einst sind aufgrund der Inflation heute nur mehr 2,46 Millionen wert. Dies bedeutet ein Verlust von 440.000 Euro, der beim besten Willen nicht durch das Requirieren von Drittmitteln ausgeglichen werden könne.

Aufgrund des mit dem Kulturamt abgeschlossenen Vierjahresvertrag werde die Subvention auch 2011 eingefroren bleiben. Walter Heun wusste das zwar, als er nach Wien kam. Und er will auch kein Querulant sein, wie er sagt. Aber jetzt, nach dieser erfolgreichen Saison, sei der Zeitpunkt gekommen, um das permanent kleiner werdende künstlerische Budgets zur Sprache zu bringen.

Er habe das Niveau nur deshalb aufrecht erhalten können, weil er das Marketingbudget um ein Drittel kürzte - und den Saisonstart um drei Wochen nach hinten legte. Die verkürzte Spielzeit ist auch der Grund, warum die Zahl der Besucher von 50.182 auf 51.824 nur geringfügig stieg, die Auslastung aber stark. Zu diesem Schritt war Heun gezwungen, da die Hallenmieten erhöht worden waren.

Die Saison nochmals zu verkürzen, sei nicht sinnvoll, sagt Heun. Man könne nur das Programm einschränken: Er stehe vor der Wahl, auf größere Produktionen zu verzichten, oder weniger Künstler aus Wien zu präsentieren. "Ich will das aber nicht entscheiden müssen - und gebe daher den Ball weiter an die Politik. In den letzten Jahren haben etliche andere Institutionen Budgeterhöhungen zuerkannt bekommen. Jetzt, nach einem Jahrzehnt, wäre das TQW an der Reihe." Er habe Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) die Lage dargelegt; Antwort, so Heun, habe es keine gegeben. (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.7.2010)

 

litera:a
29.07.2010 14:27

es wäre ihm vergönnt

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