Pinning-Übergang, molekulare Überlagerungszustände und Photonen-Drillinge sind die Themen
London/Wien/Innsbruck - Es kommt nicht allzu oft vor, dass in einer Ausgabe der renommierten britischen Wissenschaftszeitschrift Nature gleich drei Aufsätze mit österreichischer Beteiligung erscheinen. In der heute erscheinenden Nummer ist dieses seltene Ereignis eingetreten - mit einer weiteren Koinzidenz: Alle drei Beiträge haben mit Quantenphysik zu tun.
Wenig zufällig ist indes, dass die international angesehenen Quantenphysiker aus Innsbruck zum österreichischen Nature-Hattrick beitrugen: Physiker um Hanns-Christoph Nägerl haben einen vor drei Jahren vorhergesagten Zustand des sogenannten "Pinning-Übergangs" erstmals experimentell nachgewiesen: Dabei werden ultrakalte Cäsiumatome aus einem supraflüssigen Zustand plötzlich festgeheftet.
Überlagerungszustände aus ganzen und zerfallenen Molekülen konnten wiederum Wissenschafter der University of Ottawa mit Beteiligung von Daniil Kartashov vom Institut für Photonik der TU Wien im Detail - das heißt: in quantenphysikalischer Auflösung - dokumentieren.
Und weil aller guten Dinge drei sind, hat ein austrokanadisches Physikerteam in Nature eine Methode vorgestellt, mit der erstmals auch Photonen-Drillinge erzeugt werden können. Wie Thomas Jennewein, einer der beteiligten Forscher erklärt, würde dieses Verfahren ungeahnte Möglichkeiten in der Quantenoptik eröffnen und eine neue Klasse an Experimenten im Bereich Quanten-Computing mit Photonen eröffnen. (DER STANDARD, Printausgabe, 29. 7. 2010)