Neues Werk

Fiat besteht Stresstest mit Gewerkschaften

Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 28. Juli 2010, 18:15

Mailand- Fiat wird in Serbien ein neues Autowerk errichten und in Süditalien 700 Mio. Euro investieren. Bei dem zu Wochenmitte von der Regierung einberufenen Runden Tisch in Turin haben sowohl Arbeitsminister Maurizio Sacconi wie auch die Gewerkschaften den Fiat-Plänen zugestimmt.

Um die Produktion des Fiat Modells Panda von Polen nach Pomigliano d'Arco (Neapel) zu verlagern, hat Fiat-CEO Sergio Marchionne Bedingung gestellt: Das Streikrecht soll eingeschränkt, der Schichtbetrieb flexibilisiert und Sonderregelungen bei Arbeitszeiten und Krankheit abgeschafft werden. Der Gewerkschaftsdreierbund hat nach langem Zögern die Fiat-Vorgaben akzeptiert.

Fiat hat vor kurzem ein neues Unternehmen, Fabbrica Italia Pomiglano, gegründet. Die Mehrheit der bisher in Pomigliano d Arco tätigen 4000 Fiat-Arbeiter werden gekündigt und von der Fabbrica Italia Pomigliano zu neuen Bedingungen angestellt. Giuglielmo Epifani von der radikalen Gewerkschaft CGIL versprach, dass die Arbeitnehmer künftig auf "permanente Arbeitskonflikte" verzichten werden. Fiat hat damit den Stresstest mit den Gewerkschaften erfolgreich bestanden. In Italien spricht man bereits von einer neuen Epoche der Arbeitskultur.

Fiat-Chef Marchionne bestätige auch, den neuen Minivans LO in Serbien, zu fertigen, wo mit Partner eine Mrd. Euro investiert wird. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, Printausgabe, 29.7.2010)

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