Gentechnik-Weizen versagt außerhalb des Gewächshauses

1. August 2010, 17:33
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Resistenz gegen Pilzkrankheiten im Freiland deutlich schwächer

Zürich/München - Gentechnisch veränderter Weizen scheint im Freiland nicht das zu halten, was er verspricht: Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschafter der Universität Zürich in einer Studie, die im Fachmagazin "Public Library of Science One" veröffentlicht wurde. Unter idealen Bedingungen im Gewächshaus zeigte der Weizen normalen Wuchs und eine verbesserte Resistenz gegen Pilze. Unter Bedingungen im Freien wies das Getreide allerdings einen signifikant höheren Befall mit der extrem giftigen Pilzkrankheit Mutterkorn auf. Die Folge waren Ernteeinbußen von bis zu 50 Prozent.

Der Fachartikel weist auf ein generelles Problem von gentechnisch veränderten Pflanzen hin: Es ist bekannt, dass die natürliche Gen-Regulation der Pflanzen durch die zusätzlichen Genkonstrukte gestört werden kann. Das bedeutet, dass bei Stress der Pflanzenstoffwechsel aus der Bahn geraten kann. Mögliche Folgen können unter anderem ein Anstieg giftiger Inhaltsstoffe, stärkerer Schädlingsbefall oder Ernteausfälle sein.

"Für Ökologen sind die nunmehrigen Testergebnisse entlarvend", meint Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech, dem Institut zur unabhängigen Folgenabschätzung in der Biotechnologie. "Es ist unverantwortlich, gentechnisch veränderte Pflanzen derart schnell im Freiland auszusetzen. Wir fordern, dass sogenannte Stresstests durchgeführt werden, bevor sie ins Freie kommen." Then kritisiert, dass es bei der Risikoabschätzung gentechnisch veränderter Pflanzen eine große Sicherheitslücke gibt. "Bislang wissen wir viel zu wenig darüber, wie sich diese Pflanzen unter wechselnden Umweltbedingungen verhalten. Die zusätzlichen Gene unterliegen nicht der Kontrolle durch die natürliche Genregulation. Ihre Stabilität muss deshalb systematisch und unter wechselnden Bedingungen getestet werden", fordert Then. (pte/red)

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