Alternativ-Kunsthaus

Berliner Tacheles vor Räumung

28. Juli 2010, 17:12

Sympathieadressen, aber wenig Konkretes seitens der Politik - Hungerstreik für Stiftungsmodell angekündigt

Berlin - Mitarbeiter des Berliner Kunsthauses Tacheles wollen sich notfalls mit einem Hungerstreik gegen die Zwangsräumung wehren. Mehrere Künstler seien am Donnerstag zu der Aktion bereit, sollte sich keine Lösung für das Haus finden, sagte Linda Cerna als Sprecherin des Trägervereins am Mittwoch.

Die selbstverwaltete Initiative in einer Kaufhausruine in Berlin-Mitte ist von der Zwangsräumung bedroht. Die HSH Nordbank, die das Gelände nach der Zahlungsunfähigkeit des früheren Eigentümers verwaltet, will das gesamte Areal versteigern - möglichst leer.

Den Tacheles-Angaben zufolge hat inzwischen sogar Bundespräsident Christian Wulff Unterstützung für das Haus signalisiert. In einem Brief habe sein Amt zwar auf die beschränkten Handlungsmöglichkeiten des Staatsoberhauptes verwiesen, jedoch Sympathie für das Projekt erkennen lassen, sagte Cerna. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte für ein Bleiberecht der Künstler plädiert.

Der Trägerverein Tacheles e.V. fordert, den von den Künstlern genutzten Teil in eine öffentliche Stiftung umzuwandeln. Zurzeit ist der Verein nur bedingt handlungsfähig, die verschiedenen Nutzer sind untereinander zerstritten. Das heruntergekommene Kunsthaus mit seinen Ateliers, Werkstätten und Cafés gilt als wichtige Touristenattraktion. (APA)

 

Marion Becker
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Wichtige Institution

Das Kulturinstitut wertet die wirtschaftlich sehr wichtige, da sehr viele Geschäfte und Gastronomen, Oranienburgerstraße mit den neuen, trendigen Läden durch den run-down Charme des Tacheles Komplexes auf. Es verpasst dem mittlerweile
konsum-orientierten Viertel den für Berlin-Fortgeher und Berlin-Bbesucher so wichtigen Anarcho-Flair.
Durch den Verlust des Tacheles verliert die Gegend an Authentizität und Bohemian Touch. Vielleicht könnte auch dort anschließend C&A oder H&M einziehen, so dass die Bobos nun Alle in die neueren In-Areale abwandern.
Außerdem ist es eine sehr charmante Plattform für originelle Ideen und nicht noch nicht erfolgreiche Künstler.

*esofan*
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28.7.2010, 18:52

wäre schad drum.

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