Kenia und China arbeiten bei Suche nach gesunkenem Ming-Schiff zusammen
Nairobi - Nicht immer frönte das chinesische Kaiserreich dem Isolationismus: Im frühen 15. Jahrhundert führte der zur Legende gewordene Admiral Zheng He eine Reihe von Expeditionen in den Pazifik und den Indischen Ozean durch. Die Größe seiner Erkundungsflotten wie auch der Schiffe wurde dabei ebenso bis ins Märchenhafte gesteigert wie die Ziele, die er erreicht haben soll. Für chinesische Handelskontakte bis nach Ostafrika gibt es jedoch starke Indizien. Unter anderem wurde in Ostafrika Porzellan aus der Ming-Dynastie gefunden, unter deren Herrschaftszeit Zheng Hes Erkundungsfahrten fielen.
China und Kenia führen nun eine gemeinsame Expedition durch, die ein 600 Jahre altes Schiffswrack - Beleg des ältesten Kontakts zwischen den beiden Weltregionen - aufspüren soll, wie die BBC berichtet. Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Projekts sollen die kenianischen Gewässer rund um die Inseln Lamu und Malindi abgesucht werden. Der Überlieferung nach soll Zheng He Malindi im Jahr 1418 erreicht haben, wobei mindestens eines seiner Schiffe sank.
Noch vor der Ankunft der Unterwasser-Teams sollen überdies archäologische Ausgrabungen auf der Insel selbst stattfinden. Unter anderem ist man auf der Suche nach der Siedlung, in der einst der Sultan von Malindi residiert haben soll: Er könnte derjenige gewesen sein, der Zheng He die Giraffe überreichte, die auf einer der bekanntesten Darstellungen des Admirals zu sehen ist. (red)