Umfrage: 68 Prozent der Wiener Unternehmen finden keine geeigneten Lehrlinge

28. Juli 2010 15:27

Mangelnde Fähigkeiten in den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen beklagt

68 Prozent der Wiener Unternehmen haben ein Problem, sie finden keine geeigneten und qualifizierten Jugendliche für die Lehrlingsausbildung. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft hervor, welche im Auftrag der Wiener Wirtschaftskammer durchgeführt wurde.

Insgesamt 300 Betriebe wurden befragt, folgende Schwächen führten die Betriebe im Detail an: 54 Prozent zeigten sich mit den mathematischen Fähigkeiten nicht oder gar nicht zufrieden, 35 Prozent beklagten das mangelnde sprachliche Ausdrucksvermögen der Jugendlichen und 35 Prozent ihre Fähigkeit logisch zu denken. Für 33 Prozent der befragten Unternehmer verfügen die Bewerber über ein nichtzufriedenstellendes technisches Verständnis, 44 Prozent der Jugendlichen haben zu schlechte Schulnoten.

Laut der Wirtschaftskammer seien „die Ergebnisse der Umfrage umso alarmierender, als die Unternehmer genau auf jene Qualifikationen besonderen Wert legen". Für 99 Prozent der Unternehmen sind logisches Denken, für 95 Prozent die sprachliche Ausdrucksweise und für 84 Prozent mathematische Kenntnisse wichtige Gründe für eine Einstellung.

"Die Zeit ist praktisch um"

Doch nicht nur die mangelnden Kenntnisse werden zunehmend zum Problem für die Betriebe. Sowohl die geburtenschwachen Jahrgänge als auch die sinkende Bereitschaft eine Lehre zu machen, führten in den letzten Jahren in Wien dazu, dass der Bewerberpool abgenommen hat, so ein Sprecher der Wirtschaftskammer gegenüber derStandard.at. Nur mehr rund 30 Prozent der Jugendlichen wollen eine Lehre absolvieren, das schlechte Image des Lehrberufs führe dazu, dass die Lehre zunehmend als "Restausbildung" angesehen wird. Dadurch würden auch besser qualifzierte Jugendliche seltener einen Lehrberuf ergreifen.

Für die Lehrbetriebe bleibe nur noch ein geringer Spielraum, um auf Verbesserungen zu warten. "Die Zeit ist praktisch um", heißt es aus der Wirtschaftskammer. Und weiter: "Ein großer Teil des Fachkräftemangels ist auf das geringe Basiswissen zurückzuführen." Dieser werde sich auch in den nächsten Jahren auswirken und sei nicht von heute auf morgen zu beheben. Dabei seien weder die Lehrer Schuld, noch die Schüler zu dumm, sondern die Schulen seien nicht auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet, so die Wirtschaftskammer.

Den Unternehmen bleibt angesichts der mangelnden Qualifikation nichts anderes übrig entweder eigentlich vorhandene Lehrstellen nicht zu besetzen, oder die Stellen an Bewerber zu vergeben die vor 15 Jahren noch keine Chance gehabt hätten. Die Wirtschaftskammer fordert nun angesichts der Studienergebnisse eine Einführung von verpflichtenden Mindest-Bildungsstandards in Pflichtschulen sowie Berufsberatung in allen Schultypen. 

Kritik an Fähigkeiten auch von Industriellenvereinigung

Auch die Industriellenvertretung kritisiert die mangelnden Fähigkeiten von Pflichtschulabgängern. Im Zusammenhang mit der Forderung nach mehr Lehrstellen von Gewerkschaftsseite kritisierte der stellvertretende Generalsekretär der Industriellenvereinigung,  Peter Koren, die "mangelhafte Vorbildung der Auszubildenden". "Aufgrund des technischen und strukturellen Wandels in der Industrie werden in den Industrielehrberufen hohe Anforderungen gestellt, die derzeit von Schulabsolventen vielfach nicht erfüllt werden können", so Koren in einer Aussendung.

 (seb, derStandard.at, 28.7.2010)

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yummypancake
 
24.08.2010 15:54
Es ist traurig...

dass gerade an berufsbildenden Schulen, wie z.B. der HTL, Sprachen und Naturwissenschaften stark vernachlässigt werden.

Blauer Dunst!
03.08.2010 17:47
Ja die haben keine Zeit mehr fürs arbeiten

die müssen doch zu die Strache-Vorträge gehen!

yummypancake
 
24.08.2010 15:55

Da waren Sie scheinbar auch, wenn man nach Ihrer Rechtschreibung und Grammatik urteilt ;)

clangi
02.08.2010 09:08
hab als hs-lehrer...

im 1. Sem. 4 5er hergegeben!
Wenn man in Physik fragt: "nenne 3 Stoffe, die bei Raumtemperatur flüssig sind" und bei solchen Tests teilweise 0 Punkte vergeben muss, ist ein 5er einfach berechtigt!
Es handelte sich übrigens um Inländer (keine Sprachprobleme!), einen hab ich jede Stunde gefragt, was wir letzte Stunde gemacht haben in der Hoffnung, es möge einmal was positives kommen!
Er meinte nur: "für solch ein sch...-Fach lerne ich nicht, das tun nur die blöden Streber!"

Nun, wie auch immer, mir wurde von einigen älteren Kollegen/innen dringlichst geraten, sie im Jahreszeugnis positiv zu bewerten, weil ich sonst nur Scherereien habe!!!

Welch Wunder, dass da das Niveau allgemein sinkt...

Gut und dann...?
03.08.2010 17:54
Ja aber was in der Krone steht dass wissen sie schon!

Wir haben durch das andauernde Bremssystem von den ÖVPlern in der Schulbildung einfach endlich etwas anch zu holen.
Bei uns war dass noch anders da war die SPÖ dick drinnen in den Schulen und wir hatten auch noch Respekt vor den Lehrern!
Man sieht ja auch dass die Verblödung zunimmt, a) Kopf rechnen verboten, b) Rechtsschraibfähler verbessert der PC c) Vorbildliche Politiker wie Hojacs und Strache, was soll da raus kommen und vorbestrafte Abgeordnete, alles dass macht die Zeit fast unerträglich.
Auch die Firmen werden am Papier durch die Börse bewertet und es gibt dadurch auch keine reelen Zahlen über Leistungen des Betriebes mehr.
Also wozu anstrengen, geht ja auch so!
Eine Absolute der SPÖ wäre wirklich wieder wichtig!

strangerinastrangeland
 
03.08.2010 00:54

Sie sollten nicht gegen Ihr Gewissen handeln.

biggi729
02.08.2010 13:54

der damalige chef meines mannes (installateur) hat einen bewerber für eine lehrstelle gefragt, wie viel cm ein m hat. antwort: "ich glaub 80 ..." kein weiterer kommentar.

clangi
02.08.2010 14:24
nun, so weit weg war er ja gar nicht...

mit solch einer antwort ist er heutzutage, im derzeitigen schulsystem sicher auf der positiven seite ;)

biggi729
02.08.2010 14:57

aber noch zu ihrem oben beschriebenen fall - das ist genau das problem der heutigen schulpolitik, die armen, kleinen hascherl nur ja nicht böse anschauen. bitte mich nicht mißzuverstehen, ich bin absolute gegnerin von prügelstrafen, aber so überhaupt keine handhabe mehr zu haben, na was soll man dann solchen bankerten dann noch entgegensetzen?? und dann wird herumdiskuttiert, das notensystem und das sitzenbleiben abzuschaffen ...

biggi729
02.08.2010 14:55

frei nach dem motto "fast ganz richtig" ? ;o)

strangerinastrangeland
 
04.08.2010 09:28

80% richtig, das ist in der Hauptschule zumindest ein Zweier :-)

Annemarie Veit
30.07.2010 05:51
na mich wundert das nicht!

die wiener spö hat in den letzten jahren dafür gesorgt, dass die HSn/KMSn (= landesschulen) richtige restschulen wurden.

in vielen klassen beträgt der anteil der kinder mit nichtdeutscher muttersprache nahezu 100%.
in vielen klassen sitzen kinder, die als quereinsteiger aus wenig alphabetisierten drittweltländern zu uns kommen - die drücken dann den unterrichtsfortgang.

die wiener spö hat zudem gesorgt, dass o.a. schultypen mit tw. massiven ressourcenkürzungen weiterzuwurschteln haben - dafür wird das ministerielle liebkind (WMS) finanziell zugeschüttet.

unterschichtskind auf dem weg nach oben
29.07.2010 16:00

schafft die Lehre endlich ab!

Knochenmann
16.08.2010 11:42

Lassne Sie sich das nächste mal einfach von jemanden die Haare schneiden der das nicht gelernt hat.

Dann reden wir weiter.

phaidros
02.08.2010 23:50

und was schlagen sie anstatt dessen vor?

biggi729
02.08.2010 13:55

ah ja ... und dann? zimmert dir ein hr. dr. einen kasten? repariert dir ein di das wc??

Was war zuerst da - FPOewaehler oder Deixfiguren
29.07.2010 15:30
Naja - Wen wunderts ?...

... Schwarze Bildungspolitik : Gehrer Neugebauer und diese komische AhsGewerkschafterin denen man ihre Inkompetenz schon auf Fotos ansieht - machen die Menschen sicher nicht klueger

Randalf X.
30.07.2010 01:35
Das ist ein Prozeß der schon seit Anfang der 80-er Jahre anhält

Seit die Hauptschule B-Zug abgeschafft wurde und diese Schüler in die Hauptschule A-Zug aufgerückt sind, seither sackt das Bildungsniveau ins nirgendwo.

Shelby
29.07.2010 13:40

"die Schulen seien nicht auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet"
uijeuije!

Es muß sich schon alles nach der Wirtschaft richten!
Haben das die Schulen noch nicht kapiert?

Fisch^^Fisch
29.07.2010 15:58

Wenn "auf die Wirtschaft ausgerichtet" bedeutet lesen, schreiben und rechnen zu können, dann würde wohl auch Humbolt persönlich seinen Sanktus zu diesem Bildungsziel geben.

Susanne_B
29.07.2010 14:19

Meinen Sie etwa, dass es Jugendlichen nicht schadet, wenn sie nach 9 Jahren Schulpflicht nicht einmal einfache Briefe verfassen oder addieren können?

prusiner
29.07.2010 13:43
unglückliche Ausdrucksweise

.. dass die Schulen nicht auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet sind;

den jungen Leuten fehlt es in erschreckendem Ausmaß an grundlegenden Kulturtechniken, das hat mit dem "Bedarf der Wirtschaft" erst einmal nur indirekt zu tung

metalwoman
29.07.2010 13:05

Liebe Unternehmer!
Nehmen Sie sich Hauptschüler vom Land und zahlens ihnen eine Unterkunft. Die sind meistens froh über einen Job, wollen/ können noch arbeiten und sind auch in der HS nicht total verdummt.

rudi rednose
29.07.2010 12:11
Jahrzehntelange schwarze Bildungspolitik, von Beamten-

gewerkschaftern zementiert und vom jeweiligen Koalitionspartner auch immer brav mitgetragen.

Jetzt, wo das mittlerweile allen Beteiligten klar ist und man endlich aufräumen könnte, geht in Wahrheit auch nichts weiter.

Macht nichts, ab nächstem Jahr gibt es Alternativen aus den östlichen EU-Ländern - und die hiesigen Jugendlichen und Arbeitlosen - die bleiben einfach auf der Strecke und werden mindestgesichert.

verinus
29.07.2010 13:05

man könnte auch sagen: jahrzehntelange linke kuschelpädagogik gepaart mit negativem image von leistung hinterlassen bei denen dies nicht als blödsinn durschaun ihre folgen.

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