FPÖ und BZÖ wollen nicht verwickelt sein

28. Juli 2010 14:41

Strache und Grosz: "Haben mit solchen Herrschaften nichts zu tun" - Ungewissheit über Öffnung von Grasser-Konten

Wien - Sowohl die FPÖ als auch das BZÖ weisen heute eine mögliche Involvierung im Zusammenhang mit neuen Vorwürfen gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und anderen hochrangigen FPÖ-Persönlichkeiten, die noch das Jahr 2000 betreffen, zurück. Der jetzige FPÖ-Chef Heinz Christian Strache will von illegalen Zuwendungen an seine Partei nichts gewusst haben, wie er heute in Wien betonte.

Alle Verantwortungsträger die damals mit der ÖVP in der Bundesregierung saßen, seien heute beim BZÖ, er sei damals dagegen nur ein kleines Parteimitglied und Landtagsabgeordneter in Wien gewesen. "Mit solchen Herrschaften, Absprachen und Netzwerken haben wir nichts zu tun", betonte Strache.

"Wir haben mit diesen Herren nachweislich nichts zu tun", so auch der steirische BZÖ-Chef Gerald Grosz in einer Aussendung. Jede anderslautende Behauptung werde künftig geklagt. Grosz verlangt dagegen von Strache die "lückenlose Aufklärung der Skandalverbindung" zwischen Strache und den Lobbyisten Walter Meischberger, der noch im Sommer 2009 Gast auf Strache's Geburtstagsfeier gewesen sei. Strache solle umgehend aufklären, inwieweit er von diesen politischen Machenschaften gewusst habe oder wisse bzw. inwieweit er oder die FPÖ hier involviert seien.

Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt

Die Wiener Staatsanwaltschaft hält sich unterdessen mit Informationen zu möglichen weiteren Ermittlungsschritten gegen Grasser weiter bedeckt. Ob etwa die von Vertretern von SPÖ und Grünen gestern erneut geforderte sofortige Öffnung von Grasser-Konten von der Staatsanwaltsanwaltschaft bereits beantragt worden sei, wollte die Behörde heute weder dementieren noch bestätigen. "Das kommentieren wir nicht weiter", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Vecsey.

Das Ansinnen von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) solle eine Kontenöffnung veranlassen, wird vom Sprecher der Justizministerin zurückgewiesen. "Es ist nicht Aufgabe der Ministerin, der Staatsanwaltschaft bei einem Ermittlungsverfahren über die Schulter Anweisungen zu geben, welche Ermittlungsschritte zu setzen sind", sagte Paul Hefelle. Man verstehe zwar die Aufregung um Grasser als prominente Persönlichkeit. Es gelte aber der Grundsatz, dass die Justizbehörden ihre Ermittlungen unabhängig anstellen. "Im Strafrecht passiert nichts auf Zuruf oder nach Meinung der Öffentlichkeit", so Hefele. Würde die Staatsanwaltschaft zudem jeden Ermittlungsschritt öffentlich machen, könnte dies das Ermittlungsergebnis gefährden und den Persönlichkeitsschutz verletzten, gibt Hefelle weiters zu Bedenken. Eine Berichtspflicht an das Justizministerium gebe es allerdings.

Nichts mit Herrn Berner zu tun

Die neuen Anschuldigungen basieren wie berichtet auf den Aussagen des ehemaligen Kabinettchefs im Verkehrsministerium, Willibald Berner, die dieser bereits im Oktober des Vorjahres gegenüber der Staatsanwaltschaft gemacht hat. Berner hat dabei von einer Art Masterplan der FPÖ berichtet, damit hochrangige FPÖ-Persönlichkeiten von den geplanten Privatisierungen finanziell profitieren könnten. Dabei seien auch die Namen von Grasser und Jörg Haider genannt worden. Für die genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Grasser hat die gegen ihn erhobenen neuerlichen Anschuldigungen gegenüber der Zeitung "Österreich" als "lächerlich" zurückgewiesen. "Ich hatte nie etwas mit Herrn Berner zu tun. Er kann mir also nichts vorwerfen", zitiert die Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe Grasser. Bereits gestern hat Grasser-Anwalt Manfred Ainedter die neuen Vorwürfe zurückgewiesen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 143
1 2 3 4
1116er
29.07.2010 12:58
strache: "...er sei damals dagegen nur ein kleines Parteimitglied und Landtagsabgeordneter in Wien gewesen."

warum verantwortet er sich nicht gleich mit dem netten reim:
ich bin ein kind ein deppertes,
in meinem hirn da scheppert es!

??

1116er
29.07.2010 12:56
"Es ist nicht Aufgabe der Ministerin, der Staatsanwaltschaft bei einem Ermittlungsverfahren über die Schulter Anweisungen zu geben, welche Ermittlungsschritte zu setzen sind"

vielmehr ist es aufgabe der ministerin, über die schulter anweisungen zu geben, welche ermittlungsschritte NICHT zu setzen sind!

der Bastard, der dich nachhause bringt
29.07.2010 10:55
Wie war das noch mal?

Wer keinen Dreck am Stecken hat brauch ja auch nix verbergen und hat nix zu befürchten?

hmmmmm....

gibts nicht - gibts nicht
29.07.2010 10:22
der alte Dichand hätt' sich gfreut...

mit seinem Menschgspür hat er immer für die richtigen Werbung g'macht,

beim Faymann war er halt schon ein bisserl senil, aber mit der Unterstrützung von Haider, KHG und Konsorten hat er so viel für die Zukunft Österreichs geleistet!
Ob er vor lauter Ausländerangst gestorben ist?

nevermindme
29.07.2010 09:27
das ist schon fast glaubwürdig..

immerhin waren die doch mit der hypo beschäftigt und steckten all ihre kraft in die herbeiführung des kärntner'schen ruin

Uljanovnig
29.07.2010 08:56
... und den besoffenen Autoraser

hat natürlich auch niemand gekannt, nie gesehen.

lord sinclair
29.07.2010 08:55
Fred87
29.07.2010 08:24
Herzlose Kindesweglegung.

Franz Schwingenschrot
29.07.2010 08:24
Der Masterplan des Hausmasters

Natürlich hat es keinen sogenannten Masterplan gegeben. Einen solchen hat nur der Hausmasta Sedlacek aus dem Gemeindebau, damit er beim Stiegen aufwaschen nicht planlos wird. Das ist nicht einfach, wenn man sieben Stiegen zu verwalten hat.

Selbstverständlich wehren sich FPÖ und BZÖ gegen derartige Vorwürfe. Das passt ja auch nicht zum Saubermann- und Einfach ehrlich - einfach Jörg - Image, an dem sie immer noch hängen, wie ein Baby an der Mutterbrust.

Und die ÖVP tut das, was Schüssel einst berühmt machte und er auch perfektionierte. Sie schweigt und sitzt die im Raum stehenden Vorwürfe aus. Nach dem Motto: Augen zu und durch.
http://gedaunknsplitta.blog.de

kalinka karechta
29.07.2010 07:48
Ich denke dass hinter dem Skandal ein rotes Netzwerk steht

FalscherProphet
29.07.2010 08:51
Der Oberdrahtzieher Wolfgang Schüssel

war aber bittesehr immer ein "rabenschwarzer Mitstreiter der ÖVP Gesinnungsgemeischaft".

(und dies im Jargon der Strasser-Mails zu formulieren...)

aktionsgemeinschaft für inkontinenzunterwäsche
29.07.2010 08:25

können sie überhaupt so etwas wie "denken"?

kalinka karechta
29.07.2010 08:57

Im Prinzip: Ja. Die Sache verkompliziert sich aber dadurch, dass ich mit der Kunstfigur kalinka karechta nicht viel gemein habe und ich nicht genau weiß, an wen Sie die Frage gestellt haben.

opt2290
29.07.2010 07:44
"Haben mit solchen Herrschaften nichts zu tun"

Natürlich nicht.
Die waren ja blos in derselben Partei.
Und sie gehören zu den Fleißigen und Tüchtigen.

Neza
29.07.2010 07:44
doch wieder ein "rotes Netzwerk" verantwortlich ?

auch die ÖVP wird natürlich nichts damit zu tun haben, eh klar.

wenn überhaupt was hängen bleibt an der ganzen Buwog-Sache, dann wird man wohl wieder ein "rotes Netzwerk" oä dafür verantwortlich machen, darauf läuft doch alles hinaus.

Ludovico Settembrini
29.07.2010 00:54
was gibts neues im betrugsfall scheuch?

wie stets um den fall des 3x versuchten versicherungsbetrugs durch parteichef scheuch?

wird das in oesterreich bis zur verjaehrung ausgeschwiegen?????

auch fuer scheuch gilt die grasservermutung...

Fortinbras
29.07.2010 07:24
Grasservermutung

könnte die Wortschöpfung des Jahres sein.

kebab kebabovic
29.07.2010 16:58

...anspruch auf "vergrasserung"!

bar aufs handerl
29.07.2010 00:23
nein?

wimmerl
28.07.2010 22:43
Nicht Worte ,Taten sprechen

Man wird Strache zugute halten müssen, daß er die Freunderl partie um Haider gesprengt hat und das mit großem persönlichen Risiko. Warum hätte Haider Strache in das finanzielle Freunderl netzwerk einspannen sollen. Strache war damals zu unbedeutend. Die FPÖ gerettet hat der jetzt so oft gescholtene rechte Flügel, insbesondere aber leute wie Frau Rosenkranz und dafür verdienen sie Respekt. Bedauerlicherweise hat Strache den geraden Weg durch die Fusion mit den Scheuch Brothers verlassen. Diese sind vom gleichen geiste wie die Grassers, scheibners, Hojacs,Meischis, hodenzwicker Rumpold etc. Damit hat Strache die neue FPÖ befleckt und ihr einen schweren Tort angetan.

hed
29.07.2010 11:42
respekt???

für solche figuren??

ulli52
 
28.07.2010 22:23
FPÖ und BZÖ wollen....

wenn ein beitrag so beginnt,
dann kann man alternativ oder alles zusammen nur folgendes machen:
laut lachen,
sich fürchten,
net amol ignorieren,
laut heulen,
sich wundern,
nicht weiterlesen,
in die luft gehen,
die justizministerin anrufen,
den bundeskanzler anrufen,
den schüssel anr...ähh anschweigen,
die kronenzeitung abbestellen,
auswandern,
mehr als 3 bier trinken,
den grasser exkulpieren,
sofort verzweifeln,
..................................................................

tablespace65
28.07.2010 21:30
Alles nur eine gemeine Verleumdungskampagne gegen die Anständigen und Fleißigen...

Plugman
29.07.2010 07:18

die vorwürfe entbehren natürlich jeder grundlage. wie kann jemand nur daran zweifeln??

ARO5
28.07.2010 21:21
FPÖ und BZÖ wollen nicht verwickelt sein

Ja, ja, nachher will überhaupt keiner irgendwo verwickelt sein.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 143
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.