Weiße Studenten haben schwarze Angestellte des Uni-Campus von Bloemfontein gedemütigt - Jetzt wurden sie schuldig gesprochen
Bloemfontein - Auf dem Amateurfilm ist zu sehen, wie jungen Männer fünf schwarze Angestellten des Campus der südafrikanischen Stadt Bloemfontein demütigten. Das Video zeigt unter anderem, wie die Angestellten - vier Frauen und ein Mann - aus einem Eimer trinken müssen, in den zuvor offenbar einer der Täter uriniert hatte. Sie mussten auch einen Fleischeintopf essen, in den ebenfalls zuvor uriniert wurde, ist in einem Artikel auf globalcomment.com zu lesen. Einem Bericht der BBC zufolge wurden die Männer außerdem gezwungen, Bierflaschen in einem Zug zu leeren und anschließend ihre "athletischen Fähigkeiten" auf einem Sportplatz vorzuführen. Während des Vorfalls hätten die Täter "Das denken wir über Integration" geschrien. Die Angeklagten behaupteten, den Vorfall aus "satirischem Blickwinkel"
aufgenommen zu haben.
Schuldspruch
Wegen dieser rassistischer Vorfälle an der Universität von Bloemfontein sind jetzt die vier weißen Studenten vor Gericht für schuldig
befunden worden. Nach Anhörung beider Seiten sei das Gericht zu dem
Schluss gekommen, dass die Angeklagten schuldig im Sinne der Anklage
seien, sagte der Richter Mziwonke Hinxa am Dienstag in der
zentral-südafrikanischen Stadt. Den Männern wurde vorgeworfen, in dem Video die Würde von schwarzen Angestellten ihrer
früheren Universität verletzt haben.
Rassismus-Vorwurf zuerst bestritten
Das College in Bloemfontain überlegte zum Zeitpunkt des rassistischen Übergriffs, die bislang nach Hautfarbe getrennten Studentenwohnheime zusammen zu legen. Zwei der insgesamt vier beschuldigten weißen Studenten, Roelof Malherbe und Schalk van der Merwe, wurden 2008 der Uni verwiesen, durften aber vergangenes Jahr ihr Studium wieder aufnehmen. Die beiden hatten anfangs immer bestritten, dass der Übergriff einen rassistischen Hintergrund hätte. Die Angestellten hätten den Spaß mitgemacht, argumentierten die Studenten. Erst am Dienstag hatten sich die Angeklagten schuldig bekannt. Das Gericht hat die das Schuldeingeständnis akzeptiert. Das Urteil wird für Mittwoch erwartet. Die meisten Kommentatoren rechnen
nicht mit einer Gefängnisstrafe. (red/APA)