Barrierefreiheit beim Einkaufen

Teeverpackung mit Blindenschrift

2. August 2010, 12:43
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    foto: milford

    Milford bietet seine Teesorten ab sofort mit Blindenschrift an

Blindenverbände loben "vorbildliche Einkaufshilfe für Menschen mit Sehbehinderung"

Die Teemarke Milford bedruckt seit Juni alle 44 Früchte-, Kräuter-, Schwarz- und Grün-Teesorten mit Brailleschrift. Blindenorganisationen und -verbände begrüßen die neuen Braille-Verpackungen als Einkaufshilfe für Menschen mit Sehbehinderung und wichtige Maßnahme für die Barrierefreiheit. 

Beim Einkauf im Supermarkt sind Menschen mit Sehbehinderung in Österreich generell benachteiligt. Es gibt zwar Initiativen wie den Begleitservice beim Einkauf, aber insgesamt sind noch keine gleichen Verhältnisse hergestellt. "Brailleschrift auf Lebensmittelverpackungen wäre eine große Hilfe für alle blinden Konsumenten. Insofern hoffe ich darauf, dass Milford hier Vorbildwirkung hat und viele diesem Beispiel folgen," sagt Irene Vogel, Geschäftsführerin der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.

40.000 Euro Investition in Verpackungsumstellung

Die Umstellung der Verpackungen erfolgte unter erheblichem Aufwand und Umstrukturierungen in der Verarbeitung: Mit speziellen Maschinen und in umfangreichen Versuchsreihen wurde die Blindenschriftbedruckung  entwickelt und erprobt, informiert Milford in einer Aussendung. Die gut ertastbaren, rund 0,4 mm erhabenen Braille-Zeichen werden bei allen Produkten auf dieselbe Position auf der Rückseite der Schachteln gestanzt. Milford hat rund 40.000 Euro in die Umstellung aller Verpackungen investiert. (red, derStandard.at, 2.8.2010)

Wissen: Brailleschrift

Die Brailleschrift wird von stark sehbehinderten Menschen sowie von Blinden benutzt. Sie wurde 1825 von Louis Braille entwickelt und arbeitet mit einem Muster aus Punkten, die von den Fingerspitzen ertastet werden können. Das Raster für die unterschiedlichen Kombinationen besteht grundsätzlich aus sechs Punkten - drei in der Höhe, zwei in der Breite - die Buchstaben darstellen. Durch diese sechs Punkte ergeben sich 64 Kombinationsmöglichkeiten. Geübte Braille-Leser schaffen etwa 100 Wörter pro Minute, sehende Leser schaffen im Vergleich dazu etwa das Dreifache.

 

DagmarRehak
 
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Naja, so einfach ist das nicht.

Es ist nicht so, dass jeder, der blind ist, automatisch die Blindenschrift beherrscht. Grad einmal die, die von Geburt an blind oder sehr früh erblindet sind, lernen das so, dass sie es auch anwenden können. Wer mit 60 wegen Diabetes erblindet, tut sich das Blindenschriftlernen sicher nicht mehr an.

Ich schließe mich also Gerhard Eigner an.

Gerhard Eigner
31
gibt es bei medikamenten schon seit Jahrzehnten.

kostet halt in der produktion bzw verpackung entsprechend mehr, anscheinend ist es milford jetzt diese pr story wert, für die paar blinden rentiert es sich sicher nicht.

redflatliner
03
umfangreichte versuchsreihen

und investitionen. ich arbeite bei eine verpackungshersteller aus feinkartonagen. blindenschräft prägen und nicht drucken ist das kleine einmaleins jeder besseren druckerei. ist ja auch auf jeder medikamentenschachtel oben.

eclecticon
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es wär halt die Pressemeldung ohne all diese Füllworte recht dünn geworden

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