"Für Österreich erreicht": Regierung startet Inseraten-Kampagne

28. Juli 2010 11:22

Faymann und Pröll buhlen um Anerkennung für ihre Arbeit - Mindestsicherung und Transparenzdatenbank, Arbeitsmarktpaket, Neue Mittelschule und Fremdenrecht werden dabei angepriesen - FPÖ, BZÖ und Grüne sehen Geldverschwendung und Inhaltsleere

Die Regierung wirbt wieder in großem Stil. Unter der Überschrift "Für Österreich erreicht" buhlen Bundeskanzler Werner Faymann und sein Vize Josef Pröll um Anerkennung für ihre Arbeit bei der Wählerschaft. Inseriert wurde am Mittwoch nahezu flächendeckend in heimischen Tageszeitungen. Mindestsicherung und Transparenzdatenbank, Arbeitsmarktpaket, Neue Mittelschule und Fremdenrecht werden dabei angepriesen.

"In jeder Zusammenarbeit gibt es mitunter Meinungsunterschiede. Auch zwischen den Koalitionspartnern der Österreichischen Bundesregierung", versuchen Faymann und Pröll jüngste Differenzen in konstruktivem Licht erscheinen zu lassen. Bedacht hat man auch ein gleichwertiges Erscheinungsbild beider Koalitionspartner.

Kostenteilung

Aus den Büros von Faymann und Pröll hieß es, Bundeskanzleramt und Finanzministerium würden sich die Kosten für die Kampagne teilen. Wie viel das sei, wollte man nicht beziffern. Jede Zeitung habe ihre Inseratenpreise, zudem bekomme man einen Rabatt, so ein Sprecher Faymanns. Im vergangenen Jahr wurde eine ähnliche mit fünf Millionen Euro budgetierte Aktion zugunsten der Hochwasseropfer abgeblasen.

Erst im Februar hatte die Regierung wie berichtet Vorgaben für Regierungs-Werbung beschlossen. So dürfen nach Anordnung einer Nationalratswahl keine neuen Kampagnen begonnen werden. Immer wieder hagelt es nach derartigen Kampagnen Kritik der Opposition, die in derartigen Aktionen Geldverschwendung und versteckte Wahlwerbung ortet. Aber auch koalitionsintern geriet man sich des öfteren in die Haare, wenn etwa einzelne Ministerien ohne Absprache mit dem jeweiligen Regierungspartner warben.

Offensichtlich keinen Anklang hat übrigens die jüngste Mahnung von Bundespräsident Heinz Fischer, Flüchtlinge nicht mit Verbrechern gleichzusetzen, gefunden. Unter der Überschrift "Für mehr Sicherheit" werden in den Inseraten unter anderem die Neuordnung des Fremdenrechts sowie die Einrichtung des Asylgerichtshofs beworben.

FPÖ, BZÖ und Grüne sehen Geldverschwendung und Inhaltsleere 

Erwartungsgemäß wenig Freude über die Regierungs-Inserate in österreichischen Tageszeitungen ist bei der Opposition aufgekommen. FPÖ, BZÖ und Grüne orteten in Aussendungen am Mittwoch geschlossen Geldverschwendung und Inhaltsleere. Alle Parteien verlangten zudem Einhalt für derartige Kampagnen.

Für den stellvertretenden FPÖ-Chef Norbert Hofer geht der Informationsgehalt der bezahlten Einschaltungen "gegen Null". Die Regierungsparteien würden selbst "in denkbar schlechtesten Zeiten nicht davor zurückschrecken, das Geld der Steuerzahler hemmungslos in teure Inseraten-Kampagnen zu investieren". Die FPÖ forderte ein Verbot von Regierungsinseraten, die eine "unnötige und gewissenlose Verschwendung von Steuergeldern" seien.

"Diese Bundesregierung arbeitet nicht gemeinsam für Österreich, sie verarscht die Österreicher", meinte BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner. Die "Belastungstruppe" von Bundeskanzler Werner Faymann (S) und dessen "Schuldenvize" Josef Pröll (V) rede vom Sparen und plane Steuererhöhungen, trotzdem inseriere man gleichzeitig "um Hunderttausende Euro". Ebner forderte einen sofortigen Inseraten-Stopp und die Übernahme der Kampagnenkosten durch SPÖ und ÖVP.

Auch der stellvertretende grüne Bundessprecher Werner Kogler kritisierte die "skandalöse Selbstbejubelung", die Inserate würden jeglichem Informationsgehalt entbehren. "Das ist glatter Missbrauch von öffentlichen Geldern und ein Affront gegenüber den österreichischen Steuerzahler", meinte er. Die Grünen forderten ebenfalls ein gesetzliches Verbot von "Jubelinseraten", speziell vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise. (APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 38
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ElisaHa
11.08.2010 13:34
Weiß jemand, welche Agentur für den Anzeigenauftritt verantwortlich ist?

Migros Kulturprozent
17.08.2010 17:02
Sicher der Hochegger.

(Scherz.)

seeigel
 
29.07.2010 16:31
Regierung einigt sich auf Kostenteilung

Die Steuerzahler müssen 100% finanzieren. Riesenfrechheit. Statt zu arbeiten und die anstehenden Probleme zu lösen, Propaganda verbreiten und die Arbeit auf Dezember verschieben.

silverfinger
29.07.2010 13:24

schlimm genug wenn man "das Erreichte" nicht verspürt als Bürger - jetzt fließt auch noch Steuergeld in die Propaganda - TOLL :(

Mag. Garnicht
29.07.2010 11:54
KOTZTÜTENGRATISVERTEILUNG

Guerrilla-Marketing für die Regierung.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
29.07.2010 11:35
Liebe berufsurlaubende Politiker

Ihr fahrt ja jetzt in den von uns finanzierten Urlaub und hinterlasst uns diese von uns finanzierten Lügenkampagnen.

Alleine 2,5 Monate Sommerurlaub je Jahr, bedeuten insgesamt 1 Jahr Urlaub pro 5 Jahre Legislaturperiode.

Die anderen Urlaube, verlängerte Wochenenden, Freitage, ergeben ein weiteres Jahr.

Der Wahlkampf im 5. Jahr frisst ein Drittes.

D.h. innerhalb 50 Jahren Republik und Politik, arbeitet ihr min. 30 von uns bezahlte Jahre *nichts*.

Von Bauchweh, Schnupfen, Kaffee trinken, Deals mit Freunderln, Fremdgehen und sitzungsfreien Tagen nicht zu reden.

Ihr "arbeitet" innerhalb 5 Jahren, max. 1 - 1,5 Jahre.

One for the road:

Kill yourself.

Signed,

Everyone

auchnixzusagen
29.07.2010 15:01

Nicht, dass ich Politiker hier übermäßig verteidigen möchte: Aber tauschen Sie bitte mal mit einem Politiker in einem höheren Amt für einen Monat den Job. Ich bin mir sicher, dass Sie auf dem Zahnfleisch daher kommen. Das ist ein echter 7-Tage-Knochenjob mit unzähligen unsinnigen Terminen.

Ob diese Regierung tatsächlich etwas für Österreich erreicht hat, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt Papier.

seeigel
 
29.07.2010 16:34
von einer Parteiveranstaltung zur nächsten

ist natürlich anstrengend, aber keine Arbeit. Die sollen sich an ihren Schreibtisch im Ministerium/Nationalrat setzen und für die Republik Österreich arbeiten. Dafür werden sie nämlich bezahlt.

Menschen gegen Menschen
29.07.2010 10:55
Nichts.

Finde ich gut, dass hier nichts (keine Sujets, keine Plakate, was immer) dazu abgebildet ist. Das ist es nämlich genau, was diese Burschen für Österreich erreicht haben. Nichts.

Mario Ahner
29.07.2010 08:34
Bitte bei der Wahrheit bleiben:

Nicht "das Bundeskanzleramt und Finanzministerium" teilen sich die Kosten, sondern wir Steuerzahler.

Yes we try
29.07.2010 00:01
Diese Art von Politiker...

... sucht nicht die Anerkennung durch die Citoyens, sondern den gröhlenden Beifall von White Trash, Neidgenossenschaft, tumber Bourgeoisie und Lodenmäntelchen. Wird aber nicht mal unbedingt das erhalten! Zum Trost dann halt später "genug bekommen"!

Whisker
29.07.2010 13:09
Durchaus richtig

Allerdings fällt mir in dem Zusammenhang auch George Bernard Shaw ein: "Demokratie ist eine Regierungsform, die gewährleistet, daß ein Volk die Regierung bekommt, die es verdient".

Irgendwer hat ja SP oder VP gewählt, trotz allem, was in den letzten Jahrzehnten so passiert ist...

Yes we try
30.07.2010 22:20
Schon, aber nicht jedes Volk bekommt die Zeitung, die es verdient! Nicht alle Völker wurden mir einer Krone bestraft ...

Whisker
08.08.2010 23:15
Ja und?

Wer alles kritiklos glaubt, was in einer Zeitung steht und stets die von einer Zeitung vorgekaute Meinung übernimmt, ist selbst schuld.

Die Realität bestätigt mir das immer wieder:
Krone usw. lesen genau die, die am meisten auf die Regierung schimpfen, aber am stursten darauf beharren, bei der nächsten Wahl wieder rot oder (öfter) schwarz zu wählen. Weil "eh alle Politiker gleich sind" und "sich eh nix ändert".

Nein, ersteres stimmt nicht.
Ja, letzteres stimmt schon - wenn man nix dazulernt.

Damit sich was ändert, muß man zumindest zwei Dinge tun:
Erstens, Dinge differenziert zu betrachten. Zweitens, sich beim nächsten Mal vorher besser überlegen, wen man wählt.

lieschen müller
28.07.2010 22:48
Regierung dein Name ist Verschwendungssucht

Für Pensionen, Gesundheit, Schulen, Unis und noch Millionen anderer sinnvollen Dingen ist kein Geld vorhanden, aber für sinnlose, unnötige, verlogene, selbstbeweihräuchernde,idiotische und absurde Regierungspropaganda wird auch noch Geld vorhanden sein, wenn wir alle nur mehr unter der Brücke leben können.

locken
28.07.2010 18:35
Wo sind diese Inserate

Wo aufgelistet wird Erhöhung der Parteienförderung und Klubförderung,oder wann der unnötige Bundesrat abgeschafft wird ,Verkleinerung der Anzahl der Abgeordneten denn die meisten Gesetze macht ja jetzt die EU !

gärtner
28.07.2010 18:33

der mit den zeitungsrabatten war gut.

damit gibt man die bestechung quasi zu.

I_prefer_not_to
28.07.2010 17:42

Dass man "Erfolge" plakatieren muss, ist ja paradoxer Weise gleichzeitig das Eingeständnis, dass es keine sind.

Denn wären die "Erfolge" tatsächlich Erfolge, müsste man das nicht per Plakat erklärt bekommen, sondern würde etwas davon merken.

gagarin
28.07.2010 17:13
Und Dichand hat das nicht mehr erlebt.

Selbst- und Fremdwahrnehmung is a Teifl
28.07.2010 16:58
wer bei der buhlschaft 2010 an minichmayr denkt, hat verloren.... ;)

der wahnwitz bei der aktion ist ja, die meinen das tatsächlich ernst. und glauben es wahrscheinlich auch noch.

faymann und pröll sollten sich therapieren lassen....

Josef Obermaier
28.07.2010 16:46
Perpetuum mobile Austriae

Verantwortungslose korrupte Politiker ---> kaufen aftergängige Medien ---> produzieren unkritische Wähler ---> wählen verantwortungslose korrupte Politiker ---> usw. usw.

Gerg K.
28.07.2010 18:13
Bedauerlicherweise

ist auch der Standard eine von den Zeitungen, die sich nicht zu gut waren, eine solche Werbeeinschaltung zu drucken (und, wie ich vermute, auch das Geld zu nehmen). Wäre doch toll, wenn endlich mal auch ein Medium sich nicht mehr für den hanebüchernen Blödsinn unserer Herren Verfassungs- und Amtseidbrecher hergeben würde.

der schalldämpfer
28.07.2010 16:15
*kotz*

…uaäähhh…

Gerg K.
28.07.2010 16:03
Was heißt hier: Bundeskanzleramt und Finanzministerium würden sich die Kosten teilen???????

Der Steuerzahler zahlt, dass die beiden Herren Verfassungs- und Amtseidbrecher ihre angebliche Arbeit bewerben! Bei dem Schuldenstand und dem immer wieder beschworenen Zwang zum Sparen ein Affront, der nicht akzeptabel ist. Wie soll sich ein kleiner Steuerzahler fühlen, wenn ihm die letzten Beihilfen gekürzt werden und gleichzeitig Hunderttausende, wenn nicht Millionen (zählen wir hier ruhig die letzte Kampagne des Herrn VKBFM und die Reden des Herrn BK und des Herrn VKBFM dazu) für soetwas hinausgeschmissen werden. Wenn die etwas Anstand hätten würden sie diese Eigenwerbung aus eigener Tasche zahlen!!!! Sie sollten sich schämen!

Ava Tar
28.07.2010 14:12
bitte über die Häuser

Arbeitsmarktpaket - das AMS hat kein Geld für Kurse außer Gaga wie Bewerbungstraining und Computerführerschein

Mindestsicherung - Vermögensaufzehrung und lebenslange Armut

Transparenzdatenbank - nötig wie ein Kropf

"Neuordnung" des Fremdenrechts. Neuordnung nennt ihr das!

Asylgerichtshof - eine Mogelpackung. Da ist kein einziger drin, der den Titel "Richter" nach bisher üblichen Maßstäben verdienen würde

Wie wär's mit einer ehrlichen Werbekampagne:

- Skandale erfolgreich vertuscht
- Ermittlungen hübsch auf Sparflamme
- Vergehen erfolgreich verjähren lassen
- Parteifreunderl brav versorgt
- Hausbanken generös unterstützt
- sich selbst am besten bedient

Und das dann auch bitte selbst bezahlen. Danke.

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