Ein Revolutionär erzählt

Fidel Castro veröffentlicht Memoiren

28. Juli 2010, 12:22
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    Fidel Castro und einige Mitstreiter als sie am 8. Jänner 1959 den Sieg über Batista feiern.

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    Fidel Castro am 26. Juli dieses Jahres.

Der Inhalt: Wie eine Handvoll Guerilleros eine Armee besiegte, oder woran sich der Máximo Líder erinnern kann und will

"Der strategische Sieg". So lautet der Titel des ersten Teils von Castros Memoiren, die in wenigen Tagen erscheinen soll. Darin beschreibt der alternde Revolutionär seine Erinnerungen an den Sieg der Guerilla-Armee gegen die Truppen des Diktators Fulgencio Batista im Jahr 1958. Eine Titelalternative wäre "Wie 300 die 10.000 besiegten" gewesen, sagt Castro der kubanischen Website cubadebate.cu.

Castro, der am 13. August seinen 84. Geburtstag feiert, hat nach eigenen Angaben seit 2006 an dem Buch gearbeitet. Damals hatte er die Staatsführung an seinen jüngeren Bruder Raúl (79) übergeben.

Im Buch beschreibt Castro auch die entscheidende, 74 Tage dauernde Schlacht von Las Mercedes im August 1958. Der dortige Sieg der Guerilleros zwang das Batista-Regime schließlich in die Knie. Damit war "das Schicksal der Tyrannei besiegelt", schreibt Castro auf cubadebate.cu und fügt hinzu, "der militärische Kollaps stand unmittelbar bevor".

Bei dieser Offensive hatten die Guerilleros 31 Tote zu beklagen. Die Verluste auf Seiten der Regierungsarmee wären Castro zufolge bei 300 Soldaten gelegen. Die Revolutionäre hätten viele Gefangene gemacht und auch Waffen und Munition erbeutet.

Was Castro zum Guerillero machte

Nachdem die Regierungstruppen somit erheblich geschwächt waren, konnten die Guerilleros am 1. Jänner 1959 Havanna einnehmen. Batista verließ Kuba Richtung Dominikanische Republik. Später lebte er im portugiesischen und spanischen Exil. 

Aber Castro erzählt nicht nur die Geschichte der kubanischen Revolution. Auch autobiographische Details über seine Kindheit und was ihn zum Guerillero machte sind im Buch enthalten. 

Die Veröffentlichung des Buches scheint Teil einer Medienoffensive zu sein. In den vergangenen Wochen hat sich Castro nach langer Krankheit wieder mehrmals öffentlich gezeigt und auch einige Fernsehauftritte absolviert. Castro arbeitet bereits am zweiten Teil der Memoiren. Arbeitstitel: "Die finale strategische Gegenoffensive". Erscheinungsdatum: unbekannt. (red, derStandard.at, 28.7.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 29
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Ernst Guevara
10
30.7.2010, 10:05
dem artikel zufolge

scheint castro einen hang zum militärischen zu haben. daher für militärhistoriker sicher von interesse. nur, warum soll jemand anders dieses werk lesen? wenn ich mich mit einer revolution wie der kubanischen befasse, dann möchte ich andere dinge wissen: wie ging der gesellschaftliche neuanfang nach dem sturz batistas vonstatten, welchen rückhalt hatten die revolutionäre, warum entwickelte sich die revolutionsbewegung vom liberalen antiimperialismus und kampf gegen eine diktatur zum sozialismus, und warum gewann die revolution letztlich eine repressive und autoritäre dynamik? als "insider" könnte castro davon sicher einiges berichten. schade, dass sich herr castro solche fragen scheinbar nicht stellt und lieber den revolutionsmythos bedient.

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Und? Bekommt man eine Antwort, oder ist das wieder so eine Quelle, die Sie nicht akzeptieren?

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30.7.2010, 16:28
Castros Kuba – eine marxistische Kritik

http://www.sozialismus.info/?sid=2931

gistof
31
29.7.2010, 14:52
Geht er in seiner Biographie

eigentlich auch auf postrevolutionäre Massenerschießungen ein oder hat das der senile Opi schon vergessen?

En Sabah Nur - Apocalypse
13
29.7.2010, 15:52

was hätten sie an ihrer Stelle mit den Folterknechten ihrer Väter gemacht? Gesagt, ich verstehs es sei euch vergeben? Das waren alles Mörder oder beteiligte an Morden. Und viele waren es ja nicht, irgendwo zwischen 1000-3000. Die Revolution hat das abgehandelt und damit war es vorbei. Aber vielleicht haben auch ein paar liebe Mörder in der Familie? Einsperren wäre auch gegangen. Kurzum die Exilanten haben in Kuba nach der Revolution viel mehr Menschen getötet, warum schreibst nicht über El Coubre? Alleine dadurch könntest du erkennen wozu diese Menschen fähig waren die mit Batista Geschäfte machten? Warum nicht Posado Carilles alleine 74 von ihm selbst bestätigte Morde.

Träume sind Schäume.
31
29.7.2010, 12:57
Was fasziniert Castro Jünger eigentlich so an dem Greis?

Gut mit Anfang 30 mit Waffengewalt ein Land übernehmen hat seinen gewissen Reiz.
Alexander der Große wird aus ähnlichen Motiven verehrt.

Fakt ist, Castroland ist abgebrannt.
Kuba liegt ökonomisch am Boden, das wirkt sich übrigens auch zwangsläufig auf "sozialistische Errungenschaften" im Gesundheits und Bildungssektor aus.

Wer nicht mal genug Nahrung produziert, wird auch dringend benötigte Medikamente, Schulbücher, öffentliche Gebäude nicht sicherstellen können ;)

En Sabah Nur - Apocalypse
00
29.7.2010, 15:57

die Probleme sind ja erst ohne die Russen akut geworden, vorher ging es ja noch. Jetzt fehlen halt die Antreiber. Castro hat wirtschaftlich vollkommen versagt, das kann wirklich nur ein vollkommen verblendeter abstreiten. Nur in anderen Bereich hat er sich sehr verdient gemacht. War halt nur Rechtsanwalt, kein Ökonom. Che´s hat ja noch erkannt, aber stur wie er ist, wollte er nichts ändern und blieb 50 Jahre dabei. 50 Jahre, das muss man sich mal vorstellen aufgrund der Dummheit eines Mannes wurde in Kuba ein Wohlstand vernichtet, der sehr wohl den Unterschied zwischen erster und dritter Welt ausgemacht hätte.

Gramurcki
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Moment mal ...

Im Juli 1960 verhängten die USA über Kuba ein partielles Handelsembargo, dem sich als zweites Land nach den USA die Bundesrepublik Deutschland und später nahezu alle westlichen Staaten anschlossen, und das schließlich zu einem völligen Handelsboykott ausgedehnt wurde.
Das Inkrafttreten des Torricelli Acts im Jahr 1992 führte zu einer weiteren Verschärfung des Handels-Embargos.

Also ich finde, die Kubaner haben sich gut gehalten.

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30.7.2010, 17:14

Es gingen schon einige Veränderungen von Fidel aus, er war auch Bremser und sicher kein Ökonom. Klassisches Problem von ideologisch und politisch geführten Systemen.

Die Su und der RGW haben Kuba abhängig gemacht, damals ein Segen heute ein Fluch. Kuba steht jetzt auf eigenen Beinen, auch eine Leistung, wenn man bedenkt, dass 500 Jahre Kolonialismus vor ihnen waren.

So geht es nicht weiter, und wer Antreiber schreibt hat nichts verstanden. Da wollen sie ja weg von... SIe wollen Verantwortung, die jeder wahrnehmen soll.

En Sabah Nur - Apocalypse
00
31.7.2010, 07:57

Kuba steht leider absolut nicht auf eigenen Füssen. Noch immer fahrens betteln nach China die viel ärmer sind, zu den den Russen die ihre eigenen Probleme haben und zum Hugo, der den Akademiker Überschuss der Kubaner dafür nutzen darf.
Realistisch muss man sagen sie sind weit weg davon selbst was zusammen zu bringen. Erfolgsmeldung in der Granma letztes Jahr, wir sind nun in der Lage Holzpmasten für Stromleitungen zu produzieren. Bisher importiert aus Kanda. Nach 50 Jahren Revolution!!! Und die Fabrik wird nicht ewig funktionieren, weil die Ersatzteile über komplizierte zentralisierte Beschaffungsvorgänge gekauft werden. Und so läuft es überall.

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31.7.2010, 11:29

Solidarität erfährt Kuba nur von Venezuela. Mit C und R werden normale Geschäfte gemacht. Es gibt keinen wirklichen Akademiker-Überschuss bei Ärzten, es gibt viel , das ist gut so.

Was Sie hier ansprechen sind alles Probleme eines ausufernden Bürokratenstaates.

Nicht überall. In der Informatik nicht.

Träume sind Schäume.
10
30.7.2010, 11:33
Machen sie keine Geschichten

Che war Stalinist im ökonomischen Bereich.
Nach der Machtübernahme stand er für die radikale Fraktion der raschen Einführung der militarisierten Planwirtschaft.

Andere plädierten für den sanften Übergang nach dem Vorbild einer NEP aka Zulassung der Privatwirtschaft wie in der UDSSR der 20'iger Jahre

Übrigens erklärte Che nach einem Besuch 1961 Nordkorea zum ökonomischen Vorbild einer autarken wirtschaftlich erfolgreichen unabhängigen sozialistischen Nation.

Das allein sollte ihnen zu denken geben ;)

Der elegante Herr von nebenan
 
11
29.7.2010, 13:37

Das Faszinosum ergibt sich aus dem Wunsch einem erklärten Gegner der USA die romantische Aura des selbstlosen Freiheitskämpfers zu verleihen. Ihn als Antithese zu all dem zu sehen was er selbst vorgeblich bekämpft sowie aus der Tatsache nicht unter seiner Herrschaft leben zu müssen. Letzteres ist wiederum die Voraussetzung für die romantische Mythenbildung

Der elegante Herr von nebenan
 
41
29.7.2010, 12:41

Er ist aber kein Revolutionär - das war er einmal
Er ist ein Diktator - brutal, eingebildet und eitel

En Sabah Nur - Apocalypse
00
29.7.2010, 16:42

Brutal sicher nicht.
Eitel sind alle Kubaner im vergl. zum öst. Arbeiter
Eingebildet, hat ja genug Grund dazu und niemanden der ihm sagt was für ein Versager er war.

Aber was er wirklich ist, ist wohl das er nichts mehr zu sagen hat, und falls er was sagt, sie zu ihm "jaja" sagen, weil er es in 50 Jahren nicht geschafft hat zu kontrollieren ob wirklich das gemacht wird was er sagt. Was wurde dieser Mann oft angelogen über die Projekte, alles immer nur verschlampt vom Personal und sobald ein Hurricane kam. Der Hurricane hat schuld usw. Oft genug erlebt. Und kaum kontrolliert einer funktioniert es. Allen anderen tanzen die Funktionäre nur auf der Nase herum.

chuchichäschtli
00
28.7.2010, 22:23
mi vida loca

castro hat doch schon vor zwei jahren 800 seiten memoiren veröffentlicht...

Süffisant
00
29.7.2010, 12:08

das war ja erst das vorwort!

Peter W1
 
01
28.7.2010, 22:19

Wie sieht es mit einer deutschsprachigen oder englischsprachigen Ausgabe aus und wo ist das Buch zu beziehen?

Am End wäre ein Artikel hier ja noch nützlich, wenn sowas angeführt wäre :) .

don calvo
03
29.7.2010, 07:27

sicherlich exklusiv am iPad ;-)

Dreesch, ka ne se dasee kawum!
00
28.7.2010, 22:26
hab ich mich auch gefragt

ganz oben steht "die in wenigen Tagen erscheinen soll", aber das wird wohl auf spanisch sein. amazon weiß von nichts und empfiehlt stattdessen che guevara ...

Peter W1
 
00
28.7.2010, 23:25

Für politisch interessierte Menschen sind diese Memoiren sicher von Interesse. Aber ich geb zu, dass ich einfach zu faul zum Spanischlernen bin ;) . Also möglichst schnell mit der englisch- oder deutschsprachigen Ausgabe her.

Bei Amazon hab ich übrigens auch nachgesehen. Was sind wir doch konditioniert ;) .

Nicolas Castillo
00
29.7.2010, 12:59
und ich bin jetzt ...

nicht politisch interessiert, nur weil mich der Schrott so gar nicht interessiert?

*esofan*
00
28.7.2010, 15:55

grande revolucion ...!

En Sabah Nur - Apocalypse
01
28.7.2010, 14:59

Hoffentlich liest es sich etwas flotter.

http://www.youtube.com/watch?v=kn5kumJ3vs4

Lieblingstroll
172
28.7.2010, 14:46
Diese autobiographischen Betrachtungen

sind wohl so aufregend wie die schriftlichen Rückblicke einer Frau Kampusch.

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