Verfügung untersagt Fotos von eigenem Kind auf Facebook

Patrick Drexler
28. Juli 2010, 10:20
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Mutter klagte Vater des Kindes, nachdem dieser Bilder ins Internet stellte

Nachdem der Vater einige Fotos - seines eineinhalb jährigen Kindes - auf Facebook stellte, erwirkte die Mutter in Deutschland eine einstweilige Verfügung dagegen. Sie möchte nicht, dass die Fotos ihres Kindes im Internet landen.

Zustandekommen

Im Beck-Blog erklärt Rechtsexperte Hans-Otto Beckel, Direktor des Amtsgerichts Bad Salzungen, mit welcher Begründung die einstweilige Verfügung erwirkt werden konnte. Die Entscheidungsträger stützen sich dabei auf das deutsche Kunsturhebergesetz.

Da die Mutter des eineinhalb jährigen Sprösslings die einzige erziehungsberechtigte Person darstelle, sei diese auch alleinig vertretungsberechtigt - für das Kind. Gemäß §22 des Kunsturhebergesetzes bedarf es der Einwilligung des auf einem Foto Abgebildeten, sollte ein solches "verbreitet" oder "öffentlich zur Schau" gestellt werden. Dieses Recht bleibe in diesem Fall der allein erziehungsberechtigten Mutter vorbehalten. Der weitere Tatbestand des §22 KUNSTURHG sei unstreitig mit der kostenlosen Anmeldung im, nicht näher bezeichneten, sozialen Netzwerk und der anschließend Bereitstellung der Fotos erfolgt. Der Zugriff auf die insgesamt 23 Fotos sei dabei in keiner Weise beschränkt worden.

Urteil abwarten

In der einstweiligen Verfügung hält das Gericht fest, dass der Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz im Rahmen des "engsten Familien- und Freundeskreises" unter Umständen nicht zur Anwendung kommen könnte. (pd)

Links

Beck-Blog

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Richtig so

Es ist generell eine Unsitte, dass ohne die abgebildeten Personen zu fragen einfach mal Fotos ins Internet gestellt werden - womöglich noch mit Namensnennung.

jetzt wo auch unverheiratete Väter in Deutschland

automatisch das Sorgerecht für ihre Kinder bekommen, dürfte sich das Problem erledigt haben.

woher hatte er bloss die Fotos?

Darf mann wenn man nicht erziehungsberechtigt ist ueberhaupt sein kind fotografieren ohne die mutter zu fragen? Ich glaub mal nicht! Und wenn doch gibt es 2 die rechtsanspruch haben, der fotograph, und der abgebildetete! Haben die die im fruehen morgen vor kurzen vor dem T mobile store auf ihr Telefon warteten eigentlich schon den standard verklagt? Also ich denke mal da gehts einfach nur um Rosenkrieg? Aber wenn man dann gleich ueberall paedophile vermutet sollte man mal eine Demo vorm Freibad machen...

Dazu kann man nur eines sagen:

Gefällt mir!

will doch eh keiner sehen

ist ja auch wieder nicht so spannend - das hundertste bild von einem kind mit breiverpickter mundpartie

Nun, es soll kranke Menschen geben, die auf sowas ziemlich abfahren.

und wehe man trägt brillen

brillenträgerinnen weg vom internet, da es librarian- und bookwormfans gibt.

Kunsturhebergesetz?

Betrifft das nicht nur den Hersteller des Bildes? Der ist ja der Urheber.
Für mich ist das ein Verstoß gegen das Veröffentlichungsrecht. Jede Peerson hat das Recht, Veröffentlichung von Bildern seiner Person zu untersagen. In dem Fall macht´s halt die Erziehungsberechtigte.
Bin jetzt schon einigermaßen verwirrt....

Keine moderne Mutter.. Für gedruckte Abbildungen

des Kindes in einem Buch würde Sie sich sicher freuen!

Moderne Mütter wollen ihre Kinder vor dem Zugriff von Pädophilen schützen.

Hätte ich auch so gemacht.

Auch wenn Menschen, die sie gar nicht kennt, die Möglichkeit haben, das Buch durchzublättern?

Auf Facebook veröffentlichen

JA: Falls der Vater die Seite NUR Familienmitgliedern und engsten Freunden sichtbar macht.

NEIN: Wenn der Vater die Fotos jedem zugänglich macht.

Im Prinzip richtig

nur kommt es dann noch darauf an, was der Vater unter "engsten Freunden" versteht. Der Begriff Freundschaft hat ja gerade durch Facebook eine völlig andere Bedeutung erlangt.

Insgesamt bin ich noch nicht davon überzeugt, dass es für Facebook einen sinnvollen Anwendungszweck gibt, der nicht durch andere Technologien viel besser umgesetzt werden könnte.

Und NUR, wenn auch die Mutter damit einverstanden ist.

Aber in erster Linie geht es um den Schutz des Kindes.

In diesem Fall waren die Bilder ja allen Nutzern zugänglich - ein Wahnsinn. Gut, dass die Mutter sich durchsetzen konnte.

Und dem Vater sollte man bei Gericht gleich einen Vortrag zum Thema Pädophilie verordnen.

Pack die Keule wieder ein.

Offensichtlich sind die Eltern getrennt und das Problem liegt gaaaaaanz woanders.

Und woher wollen Sie das so genau wissen?

Sind Sie Hellseher oder kennen Sie den armen, missverstandenen Vater?

Also los geh und halte allen Eltern mit Bildern ihrer Kinder auf Facebook Vorträge...
Und gleich auch allen die ihre Kinder unverschleiert auf die Straße lassen...

Ministrieren ist in AT viel gefährlicher ;)

Schauen Sie, ich bin eben der Meinung, dass die Erziehungsberechtigte das Mitspracherecht hat, wenn Bilder ihres Kindes ohne jeglische Einschränkung im Internet veröffentlicht werden.

Ich würde das mit Bilder MEINES Kindes auch nicht tun.
Es verletzt nämlich die Privatsphäre des Kindes.

Ministrieren tät ich mein Kind natürlich auch nicht lassen ;-)

sehe ich genauso

Ohne die Beteiligten zu kennen, scheint es hier einfach darum zu gehen, dass die Mutter dem Vater eins auswischen will.

Selbiges (getrennt lebender Vater stellt Fotos von sich mit seinen Kindern in ein Online-Fotoalbum - Mutter verlangt sofortige Entfernung) gab/gibt es auch in Österreich häufig. Fast immer laufen gleichzeitig Gerichtsverfahren wegen Unterhalt, Besuchsrecht, Obsorge, etc....

Vielleicht wollte auch der Vater der Mutter eins auswischen. Wenn er wusste, dass sie nicht will, dass Bilder des Kindes ins Internet gestellt werden.. und diese dann trotzdem reingestellt hat. Und dann, nachdem er sicher bevor es zu einer tatsächlichen Anzeige gekommen ist, dazu privat aufgefordert wurde, die Bilder immer noch nicht entfernt hat?

Also ganz ehrlich.. für mich sieht das eher nach sticheln des Mannes aus. Ein paar Fotos auf Facebook zu löschen ist echt keine Sache und nicht zuviel verlangt, nein, sogar eine Selbstverständlichkeit, wenn die abgebildete Person nicht ins Internet will. Wer dazu gezwungen werden muss, ist echt ein.. naja.. sagen wirs lieber nicht, wegen des Forumats.

Fotos seiner eigenen Kinder zu haben

ist wohl das Natürlichste auf der Welt. Diese auf den Büro-Schreibtisch zu stellen ebenso.

Fotos vom Vater gemeinsam mit seinen Kindern zu haben, ist für einen "Besuchsvater" noch wichtiger (v.a. wenn er einige 100 km von ihnen entfernt lebt und daher wohl nicht jede Woche Zeit mit ihnen verbringt). So ein Vater ist stolz auf seine Kinder - und möchte das auch kundtun.
Ob das "freie" I-Net dafür ideal ist, bezweifle ich selbst auch - allerdings wird der Vater sich da keine großen Gedanken darüber gemacht haben (wer hätte schon daran gedacht, dass es illegal sein könnte, Bilder der eigenen leiblichen Kinder ins Netz zu stellen?).

Die Mutter hat vermutlich gleich geklagt und nicht erst "vernünftig" mit dem Vater zu reden versucht...

das mit dem verbot ist mir schon klar, wie das funktioniert. was meiner meinung nach eine frechheit ist: warum der vater kein sorgerecht hat? weil das kind unehelich ist!
da scheint der mann dann auf einmal nur mehr zum alimente zahlen geeignet zu sein. super gleichberechtigung.

Na, wenn der Typ auf solche Ideen kommt, sein Kind im Internet öffentlich zu machen, ist das eh gut, dass er kein Sorgerecht hat.

druckmittel

vor allem ist ein Kind ein gutes Druckmittel für Väter die ihr Kind lieben. Aber irgendwie würd ich auch nicht wollen das mein Kind im Facebook ausgestellt wird, bzw. würds selbst nicht tun

Gruende dafuer gibt es einige.
Im gegensatz zu .at ist es aber in .de trotz einiger huerden relativ einfach das gemeinsame sorgerecht zu erhalten. Als vater muss mensch dabei entweder einiges an geld investieren oder mal eben beamte beamte sein lassen, es ist demuetigend und eine schikane in vielen faellen, aber erledigbar.
Der Vorgang kann dabei teuer ueber einen Notar oder preiswert ueber Einwohnermeldeamt und Jugendamt erledigt werden. Was das Jugendamt betrifft .... nerven behalten, ruhig bleiben und alle auskuenfte, die nicht personenbezogen sind verweigern als guter rat am rande. Richtig ist, dass die zustimmung der Mutter erforderlich ist, die sollte unter menschen aber moeglich sein.

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