Unglück bei Landeanflug im Regen auf Islamabad - Alle Insassen ums Leben gekommen - Österreicher unter den Opfern
Der Airbus A321 der pakistanischen Fluggesellschaft Airblue stürzte im Landeanflug auf Islamabad ab. Die Maschine mit 146 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern kam aus Karachi. Die Absturzursache war zunächst nicht bekannt. Zum Unglückszeitpunkt herrschten allerdings schwierige Wetterbedingungen.
Die Maschine versuchte nach Angaben der Luftfahrtbehörde am Vormittag bei Regen zu landen, als der Kontakt zum Tower abbrach. Ein Augenzeuge berichtete in einem Nachrichtensender, das Flugzeug habe unruhig gewirkt, sei aus dem Gleichgewicht geraten und dann in der dicht bewaldeten Bergregion abgestürzt.
Behörden suchen Blackbox der Unglücksmaschine
Den Einsatzkräften bot sich am Absturzort in schwer zugänglichem Gelände
ein Bild der Verwüstung. Schlechtes Wetter behindert die Bergungsarbeiten sowie die Suche nach Flugschreiber und Stimmenrekorder. Wegen heftigen Regens mussten die Arbeiten im unwegsamen Margalla Hills Nationalpark zeitweise unterbrochen werden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Zudem sei die Bergung kompliziert. Die Trümmer der Passagiermaschine vom Typ Airbus A321 liegen im Umkreis von etwa einem Kilometer verstreut.
Die Streitkräfte entsandten Soldaten und Hubschrauber zur Unterstützung. Auf Luftaufnahmen im Fernsehen waren Feuer und Rauch sowie verbogene Metalltrümmer zu sehen. Die Bedingungen für die Einsatzkräfte seien schwierig, sagte Dawar Adnan, ein Mitarbeiter des Roten Halbmonds, am Absturzort. Er sehe nur Leichenteile. "Das ist eine schreckliche Szenerie." Erste Berichte, dass es fünf Überlebende gegeben habe, erwiesen sich später als falsch.
Österreicher unter Opfern
Auf dem Benazir-Bhutto-Flughafen in Islamabad versammelten sich verzweifelte Angehörige in der Hoffnung auf Informationen über das Schicksal von Passagieren und Besatzung. An Bord befanden sich offenbar überwiegend Pakistaner. Bei dem Österreicher, der sich in der Maschine befand, handelt es sich nach Angaben des Außenministeriums in Wien um einen 60 Jahre alten Geschäftsmann, der für ein deutsches Unternehmen tätig war und bereits seit längerer Zeit in Deutschland gelebt hatte.
Airblue-Sprecher Raheel Ahmed sagte, von technischen Problemen mit der Maschine sei nichts bekannt; auch hätten die Piloten seines Wissens keinen Notruf abgesetzt. Der Airbus A321 war nach Angaben des Herstellers in Toulouse zehn Jahre alt und flog seit 2006 für Airblue.
Die Fluglinie mit Sitz in Karachi existiert seit 2004. Seither wurde nur ein einziger, glimpflich verlaufener Zwischenfall bekannt: Im Mai 2008 kam es in Quetta zu einem sogenannten Tailstrike (Aufschlag des Flugzeughecks auf der Rollbahn). Niemand wurde verletzt, der Sachschaden war damals gering.
Auch in Saudi-Arabien rätseln die Experten noch, wie es zum Unfall mit einer Lufthansa-Maschine in der Hauptstadt Riad kommen konnte. Die Frachtmaschine vom Typ MD-11 war bei der Landung verunglückt, in zwei Teile gebrochen und in Brand geraten. Die beiden Piloten an Bord konnten sich über die Notrutsche in Sicherheit bringen. Ein Sprecher der saudischen Zivilluftfahrtbehörde berichtete, der Pilot habe um Hilfe bei der Landung gebeten. Um welche Art der Unterstützung es sich dabei handeln sollte, blieb offen. (AP, dpa, DER STANDARD Printausgabe, 30.7.2010)