Säbelrasseln

Kolumbien weist Venezuelas "Friedensplan" zurück

28. Juli 2010, 22:50

Vorwurf wegen Präsenz von FARC-Guerilla im Nachbarland bekräftigt - Venezuela: Haben Grenztruppen zu Kolumbien nicht verstärkt

Bogota/Wien - Der kolumbianische Außenminister Jaime Bermúdez hat die von Caracas erhobene Forderung nach einer "Richtigstellung" des Vorwurfs abgelehnt, Venezuela biete kolumbianischen Guerillagruppen Unterschlupf. Zugleich wies Bermudez einen "Friedensplan" zurück, den sein venezolanischer Amtskollege Nicolas Maduro am Donnerstag bei einem Außenministertreffen südamerikanischer Nationen (UNASUR) in Quito präsentieren will. Das berichtete die kolumbianische Zeitung "El Tiempo" in der Nacht auf Mittwoch in ihrer Internetausgabe.

Beim von Venezuelas Präsident Hugo Chavéz verlangten UNASUR-Krisentreffen werde Kolumbien auf einem effektiven und überprüfbaren Mechanismus bestehen, der die Anwesenheiten von Terroristen in einem Land der Region verhindere, betonte Bermúdez. Zum Friedensplan seines Kollegen Maduro, den dieser derzeit auf einer Rundreise durch mehrere südamerikanische Länder präsentiert, meinte der kolumbianische Außenminister, ein solcher Plan könne nur zum Ziel haben, dass die FARC-Guerilla an keinem Ort der Welt physischen oder politischen Schutz finde. In Quito werde es jedenfalls keine Übereinkunft geben, da eine solche gemäß den UNASUR-Regeln nur im Konsen erreicht werden könne.

Abbruch der Beziehungen

Die linke Regierung in Caracas hatte in der Vorwoche die bereits seit längerem gespannten Beziehungen zu Kolumbien völlig abgebrochen. Der Grund war, dass die Regierung des scheidenden kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe vor der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) Venezuela beschuldigt hatte, Kämpfer der kolumbianischen Guerillagruppen FARC und ELN auf seinem Territorium zu dulden. Doch anstatt die Vorwürfe von unabhängigen Experten überprüfen zu lassen, beschuldigte Caracas Bogota, auf Geheiß der USA einen militärischen Konflikt mit dem Nachbarland vom Zaun brechen zu wollen.

Schützenhilfe erhielt die rechte kolumbianische Regierung unterdessen vom oppositionellen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten José Serra, der in einigen Umfragen mit der linken Kandidatin Dilma Rousseff Kopf an Kopf liegt. Nach Ansicht Serras ist es "unbestreitbar", dass Chavez den FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) Unterschlupf biete. In Hinblick auf die Präsidentenwahlen im Oktober sagte Serra, er werde das Thema auch innenpolitisch aufs Tapet bringen. Sollte er gewählt werde, werde er sein Verhältnis zu Chavez anders gestalten als der jetzige Präsident Luiz Inacio Lula da Silva. "Es weiß doch jeder, ich glaube sogar die Bäume des Amazonas-Waldes wissen es, nein sie sind die Hauptzeugen: Die FARC finden in Venezuela Unterschlupf", so der Ex-Minister und ehemalige Gouverneur von Sao Paulo.

Venezuela: Keine zusätzlichen Truppen ander Grenze

Venezuela hat unterdessen verkündet, die Truppen an der Grenze doch nicht verstärkt zu haben. Das Personenstärke sei dieselbe wie im gesamten Jahr, zitierte die Regierung in einer Mitteilung vom Dienstag Franklin Marquez, einen General der Nationalgarde. Am Montag hatte Marquez Journalisten noch gesagt, rund 1000 Nationalgardisten seien bereits am Wochenende in der Grenzregion eingetroffen.

USA um Beruhigung bemüht

Die USA sind um eine Beruhigung der Gemüter bemüht. Das State Department versicherte, die Vereinigten Staaten hätten keinerlei Absichten, Militäraktionen gegen Venezuela zu unternehmen. Man wolle auch weiterhin venezolanisches Öl kaufen. Die kolumbianischen Vorwürfe sollten von kompetenten internationalen Stellen geprüft werden. In jedem Fall sollten in den Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela Dialog und Diplomatie vorherrschen. (red/Reuters/APA)

Kommentar posten
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abu al-walid muhammad
 
11
31.7.2010, 21:00
Die Schlacht des Staates gegen "Terroristen", wie der Feldherr die Farc nennt, verkam zum Staatsterror.

so schreibt die renommierte süddeutsche zeitung.

http://www.sueddeutsche.de/thema/Fal... _Positivos

"systematische Menschenrechtsverbrechen in großem Stil" nennt das christian salazar volkmann von den vereinten nationen.

der verantwortliche ist uribe und - vielleicht mehr noch! - sein bisheriger verteidigungsminister und nunmehriger nachfolger santos.

2000 unschuldig ermordete durch staates hand! und das ist wahrscheinlich nur die spitze des eisbergs.

die internationale staatengemeinschaft sollte sich endlich mit nachdruck dieser frage widmen. sie muss aufgeklärt werden!

ob die farc-rebellen nun in kolumbien oder in venezuela NICHT gefunden werden, spielt im vergleich dazu keine rolle.

Horst Holger
00
die Toten durch die FARC spielen sehr wohl eine Rolle

wie auch können Sie den Familienangehörigen den Verlust Ihrer Kinder bzw. deren Eltern durch Anschläge und Entführungen der FARC näherbringen. Schlechtes mit Schlechtem zu verargumentieren hat noch niemandem geholfen, so schlimm die Toten durch die Paras auch daherkommen. Menschenrechtsverletzungen gibt es in allen Ländern der Welt, aber Ablenken vom eigentlichen Thema, nämlich den Greulichkeiten einer Terrororganisation wie der FARC helfen hier auch nicht weiter. Legen Sie endlich Ihre Scheuklappen und Ihre Verblendung ab!

dr. kokos
 
00

horsti, hier geht es nicht um "tote durch paras", die gibt es zusätzlich auch noch.

der skandal der "falsos positivos" betrifft die reguläre armee kolumbiens samt ihren oberkommandierenden santos und uribe!

sauraumpfa
00
lieber horst - wie schon frueher besprochen ich bedauere ebenfalls jeden unnoetig gestorbenen menschen in kolumbien

sei es durch eine der rebellenorg. oder paraorganisationen oder durch das militaer.

viel mehr noch aber bedauere ich die 8 politiker des polo dem. die 2010 schon ihr leben lassen mussten.

fakt in kolumbien bleibt - die staatsgewalt hat sich unter uribes amtszeit nachweislich ausgeweitet, die farc, eln etc. anteile an morden, entfuehrungen usw. wurde reduziert dafuer hat sich die der paras und krimineller gangs in den staedten ausgeweitet.

seit der sogen entwaffnung der auc (lt staat angeblich 18.000) hat sich die situation zb.hier in cartagena extrem verschaerft, sie werden kaum einen finden der ihnen dass nicht bestaetigt.

dr. kokos
 
37
29.7.2010, 02:11
uribe blockiert eine friedliche lösung des kolumbianischen konfliktes!

kolumbien (unter uribe) weist nicht nur den friedensplan von venezuela zurück, es weist auch den friedensplan der schweiz, frankreichs und spaniens zurück. (und der katholischen kirche, aber das nur nebenbei, die sich auch für verhandlungen ausspricht.)

"Die Schweiz bemüht sich seit einigen Jahren gemeinsam mit Frankreich und Spanien um ein humanitäres Abkommen zwischen den FARC und der kolumbianischen Regierung. Ein solches Abkommen soll den Weg ebnen für eine umfassende Friedenslösung im Konflikt."

http://www.bakom.admin.ch/dokumenta... _style=yes

uribe blockiert wichtige internationale initiativen wegen seines (vorgeschobenen) privaten rachefeldzuges!

mistvieh666
 
00
29.7.2010, 21:54

uribe war erfolgreich bei seinem feldzug gegen die FARC.
die sind mittlerweile reduziert und in der oeffentlichen meinung ins kriminelle eck abgedraengt. was soll er mit denen viel verhandeln.
und das ist jetzt nicht eine frage der sympathie sondern der strategie.

dr. kokos
 
04
30.7.2010, 12:04

vielleicht hat uribe die farc-kämpfer ein wenig reduziert, auslöschen kann er sie trotzdem nie, daher ist diese "strategie" auch zum scheitern verurteilt. (ebenso wie die usa in afghanistan scheitern werden, da kannst du dir sicher sein.)

anstatt dessen hat der feine herr uribe aber auch noch mindestens 2000 von staates hand ermordete unschuldige auf dem gewissen:

http://www.focus.de/politik/a... 47897.html

uribe ist ein terrorist und massenmörder!

permobil
62
29.7.2010, 10:48

Eigentlich ist der Bericht ein Lob an Kolumbien!

"Die drei Länder ermutigen die FARC, auf diese Initiative in konstruktiver Art und Weise zu antworten."

Wie man alles verdrehen kann ....

dr. kokos
 
13
29.7.2010, 18:02
auf das verdrehen verstehst du dich ziemlich gut, bist du fpö-mitglied?

mein statement sollte eigentlich klarmachen, dass es neben den falken uribe und seinem ziehvater bush auch noch vernünftige ansätze gibt. dazu gehört die initiative der schweiz, frankreichs und spaniens. aber auch die haltung brasiliens und anderer lateinamerikanischer staaten.

wo ist denn heute die verhandlungsbereitschaft der kol. regierung, falls es sie in den letzten jahren jemals gegeben hat? eine schwalbe macht doch noch keinen sommer!

die wollen die rebellen vernichten, aber das schaffen sie selbst mit enormer us-unterstützung nicht.

also gibt es keine lösung!

und die leidtragenden sind wie immer die einfachen bewohner des landes.

ich bin für eine verhandlungslösung und weiss mich dabei in bester gesellschaft.

Austro-Spanier0
30
29.7.2010, 23:46
ich bin für eine verhandlungslösung und weiss mich dabei in bester gesellschaft.

na dann nur zu vielleicht widerfährt dir das gleiche Schicksal wie Ingrid Betancourt, die war ja auch so erleuchtet und glaubte, mit dieser Verbrecherbande verhandeln zu können. Es täte mir nur für deine Frau und Kinder leid, wenn du plötzlich auf 6 Jahre im Dschungel verschwinden würdest, dem Forum allerdings würde es wahrscheinlich nicht sehr leid tun:-)

dr. kokos
 
03
30.7.2010, 10:49

da sieht man halt deine wahrhaft demokratische einstellung, nicht wahr? um leute, die unbequeme meinungen äußern, ist's nicht schade. franco hätte seine freude an dir gehabt.

permobil
00
29.7.2010, 19:38

Was Sie Rebellen nennen, bezeichnen Frankreich und Spanien als Terroristen.

Und dummerweise zeigt sich die Verhandlungsbereitschaft der FARC auch als nicht wirklich gross.

Aber natürlich wäre eine Verhandlungslösung immer besser. Die FARC hat Ihre Ziele ja auch nie wirklich umsetzen können. Welche waren das noch mal?

dr. kokos
 
14
29.7.2010, 20:42
leseschwäche?

die schweiz, frankreich und spanien bezeichnen die farc als "linksgerichtete guerilla", wie sich dem schweizer bundespressedienst unschwer entnehmen lässt.

es gab' in der vergangenheit wie du sicher weißt schon mal eine demilitarisierung großer rebellenverbände. die wurden dann aber als zivile politiker einer nach dem anderen von den paramilitärs massakriert, da wurden tausende umgebracht.

Horst Holger
00
Koks, Fakt ist doch dass die EU die FARC als Terrororganisation sieht

und sie deshalb auf eine Blacklist gesetzt hat. Alles andere ist Deine persönliche Meinung und irrelevant.

Austro-Spanier0
40
29.7.2010, 23:49
schweizer bundespressedienst

ich wusste gar nicht, dass die für die Terminologie Spaniens im Bezug auf die FARC zuständig sind;-))

Austro-Spanier0
00
29.7.2010, 23:48
Spanien bezeichnet die FARC als das was sie sind- Terroristen

Vielleicht solltest du einmal spanische Medien aufsuchen, bevor du voreilig falsche Information verbreitest.

dr. kokos
 
04
30.7.2010, 15:36
leseschwäche auch bei dir?

das von mir zitierte schweizer dokument stammt aus 2007, die neue eu-liste aus 2008.

permobil
51
29.7.2010, 21:43
Einfach wieder falsch, Dr. Nuss

Spanien und Frankreich bezeichnen die FARC offiziell als Terrorgruppe.

Siehe EU-Liste der Terrororganisationen

Direktlink auf die PDF-Datei geht wohl nicht, aber einfach http:// davor setzen und sie habens)
eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2007:340:0109:0114:EN:PDF

Die Schweiz ist neutral und nicht in der EU.
"Das Prinzip der Neutralität ist einer der wichtigsten Grundsätze der Aussenpolitik der Schweiz."

dr. kokos
 
04
30.7.2010, 10:55

das bakom-dokument stammt aus 2007, du obergescheiter. damals hatte colombo-usa diese terminologie noch nicht durchgesetzt, aber schon fest daran gearbeitet. lückenlos haben sie es aber bis heute nicht geschafft und werden sie auch nicht, an brasilien beissen sie sich z.b. die zähne aus.

bringen tut die umetikettierung aber ohnehin gar nichts, das haben 8 jahre uribesche vernichtungspolitik schon bewiesen. denn einer 60 jahre alten rebellenbewegung liegt ein politischer konflikt zugrunde. und solange der nicht angegangen wird, gibt's keinen frieden.

sauraumpfa
00
lieber kokos - dass den diversen rebellenbewegungen

dauernd spricht hier im forum und den internationalen medien jeder von der farc - einen politischen und sozialen hintergrund haben ignoriert man gerne und deshalb ist es genauso wie sie es schon formulierten - kein friede in kolumbien bevor nicht in die tiefe gegangen wird.

dass die kolumbianer den uribe gerne haben ist auch leicht erklaert - eine grosse masse des volkes hat 0 ahnung was geschichte und zusammenhaenge angeht und rennt einfach dem mainstream hinterher - RCN, CARACOL etc. man koennte es auch gehirnwaesche nennen so wie in CNN, FOX usw.

GG22
18
28.7.2010, 23:18
Zitat:werde Kolumbien auf einem effektiven und überprüfbaren Mechanismus bestehen, der die Anwesenheiten von Terroristen in einem Land der Region verhindere

also das, was Kolumbien seit Jahrzehnten nicht schafft, im eigenen Land, sollen andere schaffen.

Das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Eine politische Inszenierung.
Eine Farce, Opera Buffa.

hansito
00
29.7.2010, 14:57

Opera buffa ist genau der richtige Ausdruck für das Geschehen in den Nachbarländern Ecuador und Venezuela. Dort wird die FARC nicht bekämpft, sondern unterstützt. Wie sollen die Anstrengungen Kolumbiens fruchten, wenn die Nachbarn diese Terroristen unterstützen und ihnen Zuflucht gewähren. Beispiel: Ecuador verneinte die Existenz von FARC-Lagern auf seinem Territorium. Nach dem Bombardement Kolumbiens eines FARC-Lagers hat plötzlich der Aussenminister davon vorher bereits gewusst und der Aufschrei Ecuadors war gewaltig, ebenso der Aufschrei Venezuelas bzw. des Rumpelstilzchen Chavez`! Träumen Sie sich die Welt nur schön, Sie sind ja nicht betroffen oder glauben Sie die FARC ist ein Pfadfinderverein?

Hurra, die Schwiegermutter kommt
01
29.7.2010, 15:46
Osmin meldet sich zu Wort

"Ach wie werd’ ich triumphieren
Wenn Sie Euch zur Richtstatt führen
Und die Hälse schnüren zu
Und die Hälse schnüren zu"

(Mozart, "Entführung aus dem Serail")

Peter W1
 
12
28.7.2010, 23:00

Warum genau wird hier ein Friedensplan in Anführungszeichen gestellt? Ist das die Objektivität eines Blattes für Leser?

hansito
00
30.7.2010, 05:56

Für einen Friedensplan muss doch wohl zuerst Krieg sein, oder nicht?

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