Ex-Modell soll vor mehr als 30 Jahren vom Regisseur unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden sein
Los Angeles - Erneut werden Missbrauchsvorwürfe gegen
Roman Polanski laut. Ein weiteres mutmaßliches Opfer bezichtigt den
Regisseur, sie vor über 30 Jahren unter Drogen gesetzt und
vergewaltigt zu haben.
Das frühere Model Edith Vogelhut äußerte die Vorwürfe am Dienstag
in einem Interview mit der People-Seite RadarOnline.com. Die damals
21-Jährige habe den Starregisseur 1974 bei einer Party des
Filmproduzenten Robert Evans getroffen. Anschließend seien sie in die
Villa von Schauspieler Jack Nicholson gefahren.
Dort habe Polanski ihr Drogen verabreicht und Handschellen
angelegt. Anschließend habe er sie anal vergewaltigt. Aus Scham habe
sie später niemandem davon erzählt. "Ich ging davon aus, dass wir Sex
zusammen haben würden, aber ich erwartete nichts
Aussergewöhnliches... Ich erwartete nicht, dass er mich anal
missbrauchen würde", sagte Vogelhut in dem Interview.
Laut RadarOnline.com hat Vogelhut den Staatsanwalt von Los Angeles
erst über den Vorfall informiert, nachdem die britische
Schauspielerin Charlotte Lewis im Mai an die Öffentlichkeit getreten
war und Polanski vorwarf, er habe sie 1983 "auf die schlimmste Weise
sexuell missbraucht" als sie 16 Jahre alt gewesen sei.
Angeblich kein Einzelfall
Lewis wollte nach eigenen Angaben die Behauptung von Polanskis
Anwälten widerlegen, dass es sich bei dem Fall von Samantha Geimer
aus dem Jahr 1977 um einen Einzelfall handle.
Der weltberühmte Regisseur soll damals die 13-jährige Geimer mit
Alkohol und Drogen gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben.
Polanski hatte die Tat gestanden und 42 Tage im Gefängnis verbracht.
Er flüchtete aber vor der Strafmaß-Anhörung 1978.
Auf Veranlassung der US-Justiz wurde er im vergangenen September
bei der Einreise in die Schweiz verhaftet und stand mehrere Monate
unter Hausarrest in Gstaad. Das Bundesamt für Justiz lehnte
schließlich Mitte Juli das Auslieferungsgesuch der USA ab und hob den
Hausarrest auf. Polanski wurde die elektronische Fußfessel abgenommen
und er durfte sein Chalet im Berner Oberland verlassen. (APA/sda)