Erregung um aufgetauchte Ansel-Adams-Negative

28. Juli 2010 14:05

Galerist schätzen Wert des Flohmarktfunds auf 200 Millionen Dollar - Nachlassverwalter des US-Landschaftsfotografen melden Zweifel an

San Francisco - Ein Flohmarktfund von alten Foto-Negativen könnte Rick Norsigian zu einem reichen Mann machen. Vor zehn Jahren erwarb der 64-jährige Anstreicher beim Stöbern auf einem privaten Flohmarkt zwei Schachteln mit 65 Glasplattennegativen um 45 Dollar. Gutachtern zufolge seien diese vermisste Aufnahmen des US-Landschaftsfotografen Ansel Adams (1902-1984), wurde bei einer Pressekonferenz in Beverly Hills mitgeteilt. "Es handelt sich wirklich um ein fehlendes Glied in der Geschichte und dem Werk von Ansel Adams", sagte der Galerist David W. Streets, der den Wert der Negative mit rund 200 Millionen Dollar bezifferte.

Der Nachlassverwalter und die Erben des Fotografen meldeten umgehend Zweifel an. Er schenke den "sogenannten Experten" keinen Glauben, sagte William Turnage, Adams' früherer Geschäftsmanager und Nachlassverwalter, der "Los Angeles Times". Auch Matthew Adams, Leiter der Ansel Adams Galerie im Yosemite-Park, hält es für fraglich, dass die Aufnahmen von seinem Großvater stammen. Einige Kunsthändler wenden ein, dass die Negative - sollten sie echt sein - keinen großen Wert haben. Sammler würden nur für Originalabzüge aus der Dunkelkammer des Künstlers hohe Summen zahlen.

LostNegatives.com

"Ich habe in vielen Büchereien gestöbert", sagte Norsigian über seine anfängliche Spurensuche, als ihm eine Ähnlichkeit mit Adams' berühmten Fotos auffiel. Zehn Jahre lang jagte er Beweisen hinterher, erst persönlich, dann mit einem Team von Experten. Ein Handschriftenvergleich führte zu Adams' Frau Virginia, die die Papierhüllen der Negative beschriftet haben soll. Der Fotoexperte Patrick Alt wies darauf hin, dass Adams mit den großformatigen Glasplatten arbeitete. Ein ehemaliger Museumskurator sieht im Stil und der Wahl der Motive einen "hohen Grad von Wahrscheinlichkeit", dass es sich um Adams' Aufnahmen handelt.

"Wir haben überwältigend viele Beweise", versicherte Norsigians Anwalt, Arnold Peter. Auf seiner Internetseite www.lostnegatives.com bietet Norsigian bereits Abzüge von 17 Negativen schon zum Verkauf an, 1.500 Dollar für digitale Drucke, 7.500 Dollar für limitierte Abzüge aus der Dunkelkammer.

Dem Team um Norsigian zufolge nahm Adams die Fotos in den 1920er und frühen 1930er Jahren auf. Zu den Motiven zählen der kalifornische Yosemite-Park, Sehenswürdigkeiten in San Francisco und Landschaften in der Umgebung von Carmel.

"Übervater der Landschaftsfotografie"

Adams gilt als "Übervater der Landschaftsfotografie". Er schuf monumentale Abbilder der Natur mit Berggipfeln unter gigantischen Wolkenformationen, fein ziselierte Gesteinsformationen in reißenden Wasserfällen und karge Wüsten im Gegenlicht. Die Mehrzahl seiner Aufnahmen entstand zwischen den späten 1920er und frühen 1950er Jahren in Adams' Heimat Kalifornien, ein Großteil davon im Yosemite-Tal und der angrenzenden Sierra Nevada.

Ein Feuer in der Dunkelkammer des Fotografen hatte 1937 den Großteil seiner frühen Arbeiten zerstört. 5.000 Glasplatten fielen dem Brand zum Opfer. Einige der Flohmarkt-Negative weisen Brandspuren auf. Adams vermachte seine Sammlung von 44.0000 Negativen dem "Center for Creative Photography" an der Universität in Tucson in Arizona.

Originalabzüge seiner berühmtesten Motive, darunter "Moonrise over Hernandez", zählen heute zu den teuersten Fotoabzügen der Welt. Ein Winterbild aus dem Yosemite-Park brachte im vorigen Monat bei einer Auktion mehr als 720.000 Dollar ein. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2
Rumo von Zamonien
29.07.2010 12:18

wow.

1000 Kopfläuse können nicht irren
30.07.2010 00:12
Sind Sie auch erregt?

(C;

mr. kawumman
29.07.2010 11:34

If you don't know what it is it must be art.

füllhornkäfer
30.07.2010 12:40

Man weiß aber was es ist.

DD1981
29.07.2010 09:38

Der Preis für alte Negative ist auf Wiener Flohmärkten ist gerade vermutlich erheblich gestiegen^^

oblomow II
29.07.2010 08:26
bitte mich auszubessern ...

... aber arbeitete adams nicht mit dem zonensystem?

da wäre ja das negativ nur die halbe miete.
aber bitte, ist schon lange her, dass ich mich damit beschäftigt habe ...

immerhin, ich hab mir die digitalen dings im netz angeschaut, schöne motive.

Rigglerobber
29.07.2010 10:37

Sie haben es erfasst - Adams war nicht nur ein begnadeter Fotograf, sondern vor allem ein großes Licht in der Dunkelkammer. So gesehen ist natürlich ein von Adams entwickelter Abzug das wahre Meisterwerk, das Negativ ist - wie Sie richtig sagen - nur die halbe Miete.

Slarti Bartfass
 
30.07.2010 00:28

Entschuldigung, mir ist nicht klar, warum meine Antwort unter Ihrem Posting steht. Meine Antwort gehört hier nicht hin.
Kann es sein, daß das Posting, auf das ich mich bezog, gelöscht wurde?

Slarti Bartfass
 
29.07.2010 13:02

Gerade in der digitalen Fotografie ist das Zonensystem wichtiger denn je wenn sie das Maximale aus dem Motiv holen wollen. Sie sollten sich mal eingehend mit den Unterschieden Sensor/Film und deren Empfindlichkeitskurven beschäftigen. Auch wäre es nicht schlecht, sich mit dem binären Zahlensystem zu beschäftigen um herauszufinden, wie sie das meiste aus dem "Digitalen Negativ", den RAW(und sinngleichen Formaten)-Daten holen.

Heavyweather
29.07.2010 17:10

bevor

Heavyweather
29.07.2010 17:09

Ich überlass das lieber Canon oder Adobe before ich selbst anfange mich mit RAW Daten zu beschäftigen.
Als nächster Tipp kommt dann wohl sich den eigenen Hardware AD Wandler zu bauen...

Slarti Bartfass
 
29.07.2010 23:34

Sie überlassen die Wahl der richtigen Belichtung Canon oder Adobe? Jetzt kann ich es mir nicht verkneifen zu fragen, ob Ihre Kamera eh auch eine Motivklingel hat.

Und nein, der Tip mit A/D Wandler kommt nicht. Es würde reichen, wenn sie verstünden, warum es gerade bei der Digitaltechnik wichtig zu verstehen wie man richtig belichtet.

Heavyweather
29.07.2010 23:51

Was hat die Belichtung mit dem Umrechnen binärer Daten zu tun?
Klar muss man seinen RAW Workflow beherrschen aber über die Grenzen der angebotenen Technik kannst du dich auch nicht hinweg setzten.

Was genau willst du eigentlich sagen?

Slarti Bartfass
 
30.07.2010 00:03

Sehen Sie, das ist nun das große "Geheimnis" von dem Sie behaupten, es könne Ihnen egal sein.

Nehmen Sie mal an, der Sensor Ihrer Kamera schafft 12 Blendenstufen und nehmen wir weiters an diese Daten würden mit 12Bit/Farbkanal gewandelt.
Wenn Sie nun, aus welchen Gründen auch immer - vermutlich weil sie keine ausgefressenen Spitzen haben wollen - sicherheitshalber unterbelichten und gemeinsam mit der Schätzautomatik der Kamera dann eine Blende unter dem bleiben, was der Sensor leisten könnte, haben sie 50% des möglichen Tonwertumfanges des Bildes verschenkt.
Bei Film wäre Ihnen das nicht passiert. Das ist der Grund, warum das das Wissen um richtige Belichtung gerade bei der Digitalfotografie wichtig ist, will man _perfekte_ Ergebnisse.

Heavyweather
30.07.2010 13:24

Na ich gehe schon davon aus dass es logisch ist sein Werkzeug zu kennen.
Dazu brauche ich keinen 7 Jahre alten LL-Artikel.
Genau das war früher auch bei Dia und Negativfilm der Fall. Jetzt haben wir eben digitale Sensoren.
Wozu musst du jetzt binäre Daten lesen und wie verwendest du das Zonensystem?

Die Grenzen sind Physik, Technik und aktuelle Software. Was nützt es mir wenn ich in 5 Jahren mehr aus meinen Highlights bekomme. Die Photos brauche ich jetzt. In 5 Jahren mache ich neue.
Im Endsatz steht alles was man wissen muss...
"Base the exposure on the highlight."
Bracketing und compositing gibts auch noch...auch Adams war der Manipulation nicht abgeneigt.

Slarti Bartfass
 
30.07.2010 00:21

Eigentlich wollte ich noch erklären warum ich hier mit 12 Blenden und 12Bit rechne. Leider ging es sich mit dem Platz nicht aus. Im geposteten Link ist das ganze aber auch gezeigt.

Heavyweather
29.07.2010 11:08

Er war ein Pionier aber bestimmt nicht der Beste. Heute gibt es einige Leute die in der Dunkelkammer mindestens genauso gut arbeiten.
Dass das Zonensystem Überholt ist in der digitalen Photografie ist wohl klar.

Gerade in der wissenschaftlichen/technischen Photografie haben sich neue Welten aufgetan.

MMN ist es sinnlos sich jetzt noch mit analoger Aufzeichnung zu beschäftigen.

Perry Como
29.07.2010 12:25

sorry, aber: Ignorant!

Heavyweather
29.07.2010 13:10

Ich habe selbst Photografie studiert.
Ignoranz ist wenn sich jemand nicht auskennt.

Künstlerische Photografie hin und her...aber Stand der Technik ist etwas anderes.
Wer sich das aus Liebhaberei antun will soll machen.
Ich beschäftige mich lieber mit E-Autos anstatt um einen Opel Manta herum zu schleichen.

kingcycle
29.07.2010 13:21
gab es im Rahmen dieses Studiums auch eine Erwähnung

wie Photographie (Fotografie) richtig geschrieben wird?

Engel Bert
30.07.2010 01:30
Vodograwie

1000 Kopfläuse können nicht irren
29.07.2010 20:36
Aktfotografie jedenfalls ohne BH!

(C:

1000 Kopfläuse können nicht irren
29.07.2010 09:28
Ja, er hat's erfunden.

Steht zumindest so in den Fotofachbüchern.

Ich glaube aber nicht, dass das Zonensystem in der Digitalen Fotografie noch so große Bedeutung hat. Viele Fotografen verzichten heute auf den Belichtungsmesser und orientieren sich am Histogramm. Aus diesem müssten sich auch die besten Kontrastverhältnisse aus der jeweiligen Situation wählen lassen, außer in sehr speziellen Fällen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.