Österreichs natürliche Personalreserve

27. Juli 2010 18:21

Überfremdungsängste werden von Demagogen ausgenutzt und angeheizt, aber sie haben manchmal eine reale Basis

Überfremdungsängste werden von Demagogen ausgenutzt und angeheizt, aber sie haben manchmal eine reale Basis. Wenn in einem auch sonst in einer seltsamen Tonlage gehaltenen privaten Infodienst für Wien ein Schwimmbad empfohlen wird, weil dort "relativ wenige Ausländer anzutreffen sind", so ist das gewollte Verhetzung. Gleichzeitig lehrt der Augenschein in anderen öffentlichen Bädern, dass es eine jugendliche Macho-Kultur mit Migranten-Hintergrund gibt, die sich unangenehm bemerkbar macht - mit Anstänkern, unerwünschtem Anbaggern, mit manchmal bedrohlich wirkender Rudelbildung. Dasselbe Auftreten gab und gibt es auch von (männlichen) Jugendlichen ohne Migrantenhintergrund, aber für viele sind das eben "unsere" und die anderen werden als fremde Kultur empfunden, die allzu offensiv auftritt.

Die Migranten haben mehr Kinder, in Wien sind 40 bis 50 Prozent der Schüler Zuwandererkinder erster oder auch schon dritter Generation und damit beschleicht auch liberalere Bürger manchmal ein Gefühl der Überfremdung. Ein großer Teil kommt aus "bildungsfernen" Schichten und das führt zu einer schlechten sozialen Ausgangslage. Unter den Zuwanderern, die zum Teil schon seit Jahrzehnten hier sind, findet viel zu wenig Aufstieg statt. Österreichs Zuwanderungspolitik produziert die gefährlichste Mischung überhaupt: junge Männer ohne ordentliche Ausbildung, Arbeit oder Zukunftsperspektiven.

Ist hier der Begriff "Zuwanderungspolitik" gefallen ? Eine wirkliche Zuwanderungspolitik gibt es hierzulande nicht. Zuerst hat man, um dem Bedürfnis nach billigen Arbeitern zu genügen, unqualifizierte Menschen aus rückständigen Gebieten hereingeholt. Dann hat man erschrocken und abrupt zugemacht und sich allerlei Schikanen für Flüchtlinge ausgedacht. Langsam und zaghaft beginnt man sich mit den sozialen Folgen einer Zuwanderung, die zu wenig Aufsteiger kennt, auseinander zu setzen. In der Hauptsache versucht man aber das Problem zu verschweigen.

Nur manchmal, so wie jetzt Außenminister (und in dem Zusammenhang fast wichtiger: ÖAAB-Obmann) Michael Spindelegger, wagen Spitzenpolitiker, die Wahrheit auszusprechen: Österreich braucht Zuwanderer (Spindelegger spricht von 100.000). Ehe diese Realisten dann von der großen Verschweige-Koalition niedergebügelt werden, flackert kurz die Diskussion auf, welche Zuwanderer man denn brauchen könne.

Die Frage ist aber, was wir gutausgebildeten Leuten bieten können. Fest steht nur, dass wir nicht weitere Billigkräfte aus rückständigen Gebieten brauchen. Fest steht weiter, dass historisch die Zuwanderung nach Österreich aus Ost-und Südosteuropa erfolgt ist, die längste Zeit als Binnenwanderung in der Monarchie, dann als Folge der großen Flüchtlingswellen nach 1945: zuerst die vertriebenen Deutschen, dann 1956 die Ungarn, 1968 die Tschechen und Slowaken, in den 80er-Jahren die Polen und seit den 90er-Jahren die Ex-Jugoslawen. Letztlich ist das unsere natürliche Personalreserve, auch wenn man das in Westösterreich anders sehen mag. (rau, DER STANDARD, Printausgabe, 27.7.2010)

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Der strenge Meister Johann
13.08.2010 17:36
Spindelegger's Ansage

ist nichts anderes als die Vorbereitung AUTs auf die Arbeitsmarktöffnung 2011!

Mit einem Aussuchen der Zuwanderer wird nichts werden: Niederlassungsfreiheit ist Niederlassungsfreiheit!

Zuerst das Finden einer billigen Bleibe, anschliessend Anmeldung beim AMS als arbeitssuchend, Antrag auf Mindestsicherung. Das ist die schlichte Realität. Man blicke nach Grenoble und Helsinki oder Rom, dann weiß man, was kommen wird.

Solange die EU nicht über eine wirklich einheitliche Wirtschafts- und Sozialpolitik verfügt, wird das so funktionieren. Nicht Erhöhung des Standards, sondern downgrading.

Massimo Montanari
06.08.2010 22:20
Wohlgefallen!

Zuwanderung ist für Österreich wichtig! Mit dem Fremdenhass verschaffen sich ein paar fragwürdige Politiker ihr Einkommen aus öffentlichen Geldern. Klüger ist es, für die Integration der Zuwanderer zu sorgen. Aber damit sind die Heimatschützer schlichtweg überfordert. Es dient auch nicht ihren Interessen.

upper secret
05.08.2010 06:07
lieber rau, bitte vermeiden sie unsachliche verunglimpfungen, wie

"gewollte verhetzung", wenn sie im folgenden absatz einräumen, dass an der warnung doch was dran ist.

das ist so ungefähr dasselbe, als würde ich ihnen "unterlassene hilfeleistung" vorwerfen, dafür, dass sie wissentlich NICHT gewarnt haben.

Der strenge Meister Johann
29.07.2010 17:27
Keinen Cent von der Republik für Kärnten!

Wenn die Ulrichsberggemeinschaft etc. die Feiern zur Volksabstimmung in Kärnten prägen: Keinen Cent für diesen Nazihaufen!

Donald Kerabatsos
29.07.2010 13:03
Ich bin der ständigen Einwanderungslüge leid.

Zum einen sollten die Firmen die Arbeitnehmer länger beschäftigen und diese nicht in auf Staatskosten in Frühpension drängen; Facharbeiter bekommt man indem man Lehrlinge ausbildet oder eine Leiharbeitsfirma kontaktiert.
Es kann weiters doch kein denkender Mensch glauben, daß steuerbefreite Geringverdiener oder Sozialfälle unser Pensionsystem retten - im Gegenteil.
1990 hatte Österreich 1 Million Einwohner weniger als jetzt.
Es ist außerdem davon auszugehen, daß die Zahl der Jobs aufgrund steigender Automation sinken wird- was tun dann mit den vielen Menschen ohne Perspektive?
Die Ideologie siegt immer noch über den Pragmatismus, zumindest was den veröffentlichten Teil der Meinung betrifft.

1116er
28.07.2010 20:17
"..sozialen Folgen einer Zuwanderung, die zu wenig Aufsteiger kennt.."

meiner ansicht das grundproblem.

jeder weiss doch: wenn von 2 bewerbern mit identen qualikationen der eine ein inländer ist und der andere immigrationshintergrund hat, wer bekommt dann in 99 von 100 fällen den job?

das gilt auch, wenn die eignung bis zu einem gewissen grad zuungunsten des inländers ausfallen sollte.

es ist halt keine besonders große motivation für eine erfolgreiche integration, wenn es heisst: "arbeite fleissig an deiner integration. aber eines musst du wissen: egal wie integriert du bist, wenn es eng wird, bist du zweiter sieger!"

Ownage Austeiler
04.08.2010 16:11

Ach, ein deutscher/englischer/französischer Immigrant wird wahrscheinlich ohne weiteres aufgenommen.

Ist man etwas dunkler pigmentiert (vulgo "a Nega") schaut's da schon anders aus.

in china ist ein sack monsanto reis umgefallen
28.07.2010 23:20

Wenn sich also einer ohne Migrationshintergrund und einer mit Migrationshintergrund bei der Kebabbude bewerben, dann erhält der Bewerber ohne den Migrationshintergrund den Job?

THE MGT.
29.07.2010 12:58

Nix gegen Kebabbuden u. deren Mitarbeiter, aber Kebbabschnitzer ist vielleicht nicht das beste Beispiel für einen Job, der als Aufstieg gilt oder einen solchen fördert.

Erwin Wolfram
28.07.2010 19:47

richtig, ich wuerde mich als migrant auch nicht mobben lassen, sogar wenn unsere vielleichten linksnazireporter unfaehig sind zu recherchieren und die personalressourcen in den parteien und beim ams beispielsweise zu identifizieren. der unterschied zwischen unseren vielleicht linken nazireportern und den migranten ist naemlich der: die migranten sind weltoffen, werden mehrmals am tag machtmissbraucht und arbeiten und sind freundlich, waehrend unsere reporter so blabla vor sich hinplappern, auf steuerkosten studieren und das geld fuer die arbeit der migranten einstecken und zwar via pressefoerderung.

Cote 304
28.07.2010 17:05
"Bildungsferne Schicht"

In einem Land, wo selbst das Hochschulstudium gebührenfrei ist, wäre der Begriff "Bildungsunwillige Schicht" wohl treffender.

Außerirdischer
28.07.2010 20:52
Es gibt in allen Schichten begabte Kinder und nur die wenigsten Eltern wollen ihren Kindern absichtlich die Zukunft verbauen!

Der Horiziont ''Was könnte ich selber/was könnte mein Kind werden'' erweitert sich definitiv mit dem Wissen darüber! Und irgendwer muss seinen Kindern ja auch beim Lernen helfen können, oder ihnen überhaupt einmal Lernen lernen!

Ein Baum muss selber wachsen, aber jeder Baum braucht zumindest ein Minimum an Erde, Luft, Licht und Wasser!

Entropix
28.07.2010 16:55
dazu ist zu bemerken:

völlig unabhängig davon, wer wie, mit welchen Kenntnissen, von wo zuwandern soll, ist die Begründung für diese Zuwanderung lächerlich. Ein Pyramidenspiel wie das österreichische Sozialsystem kann nicht auf Dauer aufrecht erhalten werden, egal wie viele "hochqualifizierte Zuwanderer" kommen. Und die Zuwanderung "billiger" Arbeitskräfte wird die Wirtschaft nicht retten, weil auch diese "Billigen" mit schwachsinnig hohen Lohnnebenkosten befrachtet werden.

Ludovico Settembrini
28.07.2010 16:55

gibts eine statistik darueber wieviele gut ausgebildete oesterreicher dem eigenen land den ruecken kehren?

Prolet
28.07.2010 16:18
Weil ich hörte der Rauscher ist vernünfig geworden, lese ich das!

Kann das aber nicht bestätigen.

Islame sind halt keine Normalzuwanderer und die Warnung kommt vielleicht schon zu spät.

Wer sich umschaut merkt wie in anderen Ländern das Spiel zur Sharia läuft.

Geld ist aus Petrodollar genug da - also wird Einschleicherobert.

Unsere Kinder werden durch diese Fehlerzogenen an der Bildung gehindert.

Der, der es besser weiß
28.07.2010 15:36

1. Wo gibt es derartige Gruppen von deutsch-österreichischen Jugendlichen?

2. Wir brauchen keine Zuwanderung, sie gefährdet wegen Lohndumping unseren Wohlstand.

Qualifizierte Zuwanderer werden wir nie bekommen, weil wir ein Sozialstaat mit hohen Steuern sind. Realistischer wäre die Diskussion, wie man die Abwanderung der qualifizierten stoppen könnte. Denn auch autochthone Hochgebildete haben in der Bildungs- und Gehaltspampa nichts zu gewinnen.

3. Die Behauptung, wir brauchten Einwanderer gehört zur Straftat mit > 10 Jahren Haft gemacht, weil das eine bewusste Staatsgefährdung ist und das wissen die Beteiligten.
Auch die Behauptung, dass wir Aussterben ist eine Lüge und gehört genauso hart bestraft.

Ownage Austeiler
04.08.2010 18:36

1.) Im Fußballstadion, in Dorfdiscos, etc.

2.) Qualifizierte Leute die etwas zur Gesamtwirtschaft beitragen sollten auch zuwandern dürfen. Ihre Pension muss auch mal jemand bezahlen, oder nicht?

3.) "Wir" sterben aus? Wenn Sie die menschliche Rasse meinen, dann wird das noch ein Weilchen dauern, denke ich.

ino
28.07.2010 19:44

1. aggressive banden von deutsch-österreichischen jugendlichen gibt es bei den burschenschaften, wo sie sich mit säbeln den letzten rest verstand aus der birne klopfen.

2. zuwanderung verbieten und eine große geistige mauer um ö ziehen, das gefährdet den wohlstand im land.

3. staatsgefährdung ging in ö meist von den anhängern eines falsch verstandenen deutschtums aus, von seyss-inquart bis franz fuchs.

Der, der es besser weiß
29.07.2010 19:56
SIE BEKÄMPFEN WINDMÜHLEN.

2. Ohne die Multi-Kulti-Lohndumper von der IV hätten wir heute noch ordentliche Löhne.

3. Die größte AKTUELLE Staatsgefahr sind türkisch-islamische Gruppen, die von verblendeten, in elfenbeinernen Türmen lebenden, linken Pseudointellektuellen unterstützt werden.

Die deutschnationale Gefahr ist de facto inexistent.

Satthaber
05.08.2010 15:02
alter!

fußball-hooligans

austrianer, rapidler

das sind dann österreicher, und die gehen sehrwohl voll auf randale

gaius lucanicus
28.07.2010 19:11
oh....ein waschechter "nationaldemokrat"

...ich finde eher Ihre aussagen bewusst staatsgefährdend....

paradiselost
28.07.2010 17:55
"wie man die Abwanderung der qualifizierten stoppen könnte"

eigentlich nur dadurch, dass leute mit solchen ansichten wie die ihren das land freiwillig verließen. dann würde auch ich vielleicht wieder gern hier leben und werken/wirken...

aber diese dumpf-haltung vermiest einem österreich halt sehr. gerade die "hochgebildeten" legen nämlich manchmal nicht nur wert auf niedrige steuern und wenig sozialstaat - um ihre argumentation einmal in ihrem sinn zu erläutern - sondern auch auf leben und arbeiten in einer gesellschaft mit etwas mehr horizont, als ihn scheuklappen erlauben.

high contrast
28.07.2010 16:53

Ja sogar doppelt, wenn die daheim für die erste Welt schuften dann haben wir noch viel mehr davon! Auch die Kinderarbeit sollte man in der 3. Welt nicht abschaffen das gefährdet unseren Wohlstand.

a stranger in a strange land
28.07.2010 16:38

ad 1: in jedem dorf, in jeder stadt.

ad 2: ja. spiel ruhig weiter den realitätsverweigerer.

ad 3: man kann auch quatsch schreiben zur straftat erklären. dann bekämst du lebenslänglich.

Ich weiß von nichts, mein Name ist Scheuch
28.07.2010 16:35
Was sind deutsch-österreichische Jugendliche?

Haben Sie eine Schraube locker? Wissen Sie, was Sie da sagen?

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