E-Quickie ist effizient

Neues Elektromobil bezieht Energie aus der Straße

27. Juli 2010, 17:53
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    foto: hochschule karlsruhe

    Das E-Quickie fährt bis zu 50 km/h schnell und wiegt nur 60 Kilogramm.

Alternatives Antriebskonzept: Fahrzeug mit drahtloser Energieübertragung

Das E-Quickie ähnelt beim flüchtigen Hinschauen einer Segelflugkabine auf Rädern. Der technische Clou des Elektrofahrzeugs: Es bezieht seine Energie nicht aus mitgeführten Batterien oder Akkus, sondern aus elektrischen Leiterbahnen, die im Boden verlegt sind. An der Fahrzeugunterseite befinden sich entsprechende Abnehmer, die nach dem Prinzip der elektrischen Induktion die Energie aus diesen Leiterbahnen beziehen und an den elektrischen Nabenmotor des E-Mobils weiterleiten.

Konstruiert und gebaut wurde das neue Elektromobil von 14 Studierenden der Bachelorstudiengänge Maschinenbau und Mechatronik sowie des internationalen Masterstudiengangs Mechatronic and Micromechatronic Systems der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft.

Nicht neu aber optimiert

"Das Prinzip ist eigentlich nicht ganz neu", meint Jürgen Walter, Leiter des Projekts von der Hochschule Karlsruhe."In Industrieunternehmen konnten beispielsweise schon Flurförderfahrzeuge auf diese Art betrieben werden. Bisher waren diese jedoch außerordentlich schwer und aufgrund der Sicherheitsanforderungen langsam." Die Studierenden würden damit nachweisen, dass sich das Prinzip der drahtlosen Energieübertragung auch sehr gut zum individuellen Transport von Personen im Nahverkehr eignet.

Dazu wurden von ihnen die Einzelkomponenten des Fahrzeugs wie Lenkung, Bremsen und Fahrgestell aus Hightech-Materialen konstruiert. Auch bei der Außenhaut aus Carbon (Kohlefasern) spielten Gewicht und Aerodynamik eine große Rolle. Vor dem eigentlichen Bau wurden alle einzelnen Bauteile und schließlich das gesamte Fahrzeug in einem virtuellen Windkanal am Computer weiter optimiert.

Das Gesamtfahrzeug wiegt nun 60 kg und Walter ist sich sicher, dass durch weitere Optimierungsprozesse dieses Gewicht auf 40 kg reduziert werden kann. "Bei anderen Fahrzeugtypen haben Sie eine Gewichtsrelation zwischen Fahrer und Fahrzeug von 1:10 bis 1:15. Wir streben mit der Weiterentwicklung des E-Quickie eine Relation von 1:2 an." Seine Feuertaufe hat das neue E-Mobil zwischenzeitlich bestanden: Am 19. und am 20. Mai konnten die Studierenden bei der an der Karlsruher E-Meile 40 Runden auf der 222 Meter langen Leiterbahn gedreht.

Schnell und energieeffizient

"Dabei ging es uns nicht nur darum zu zeigen", so Walter, "wie schnell man sich mit dem E-Quickie bewegen kann, sondern vor allem wie energieeffizient. Wir sind also mit halbvollen Batterien an den Start gegangen und mit vollen angekommen." Wozu eigentlich Batterien bei diesem System der Energieübertragung? Für den eigentlichen Antrieb benötigt das Fahrzeug keine Batterien. Sobald jedoch die elektrischen Leitungsbahnen verlassen werden, ist auch die Energieversorgung zum Motor unterbrochen.

Das neue E-Mobil verfügt heute schon über eine ausgezeichnete Ökobilanz: Der Nabenmotor hat nur eine Leistungsaufnahme von 2 KW und trotzdem erreicht das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 50 km/h. Die eingesetzten Akkumulatoren dienen nur als Puffer, sind also wesentlich kleiner dimensioniert als bei Elektromobilen, die ihre Energie ausschließlich von diesen beziehen. Aber auch hier sieht Jürgen Walter noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten für das E-Quickie.

"Wir planen mit unserem Industriepartner SEW auf dem Hochschulcampus eine Teststrecke einzurichten, um die Alltagstauglichkeit des Systems zu untersuchen, aber auch um das Fahrzeug in Sachen Energiebedarf und Gewicht weiter zu optimieren.", so Walter. (red)

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Posting 1 bis 25 von 31
1 2
grundüberl
10
24.10.2010, 19:08

erinnert mich irgendwie an die rennbahn meiner jungs

bloody-nine
 
00
23.8.2010, 14:32
motor und akku weglassen,

ordentliche tretkurbel rein, dann isses ein velomobil mit knapp 30 kg und fahrt auch 40 kmh. is gesünder und braucht keinen strom.

ich bin ja ein grosser freund von phantasie und innovation, aber manche dinge sind halt net sinnvoll. die leiterbahnen werden aller voraussicht nach nur auf hauptverkehrsachsen und innerstädtisch verlegt werden. damit hab ich für diese dinger im wesentlichen den gleichen einsatzbereich wie für diekombi bahn + fahrrad (meinetwegen velomobil, wg der verkleidung).

was wir brauchen sind keine dutzende neue technische lösungen, sondern ein umdenke weg von der maxime, dass es IMMER ein individual-fahrzeug sein MUSS.

Woodpecker
00
Ritt auf der Induktionsplatte ....

Wenn da nicht die Bodenplatte des konventionellen Autos, das sich auf die Straße verirrt hat, ein wenig warm wird ... und die Elektronik spinnt.
Naja, mein Fahrradl zumindest stört das net.
Wie groß sind eigentlich die kapazitiven Verluste bei einer einigermaßen realistischen Streckenlänge?

motte77
00

Und der Strom kommt aus der Steckdose. Nachdem der Strom in Europa noch massenhaft aus Kalorischen Kraftwerken kommt und Atomstrom angeblich auch nicht umweltfreundlich ist und wir österreicher genug Atomstrom verwenden (auch ohne Atomkraftwerk), ist der Wirkungsgrad einfach das wichtigste.
Deshalb sind kurz und mittelfristig noch immer die Gas betriebenen Fahrzeuge wie die Busse der WienerLinien am umweltfreundlichsten.

Tofix67
00
30.7.2010, 23:05
... upps

E-Quicki.... klingt a bisserl nach Beate Use?

Stoascheissa Korl
00

Besser wär 's als das:
http://www.juely.at/mobil-wcs/

BerndDasBrot
 
00
29.7.2010, 22:25

(gesamt)wirkungsgrad nachweislich miserabel.

Stoascheissa Korl
00

Leute, das ist super. Wenn es stimmt.
Wenn das erste Serienauto wirklich sehr viel leichter sein kann, dann wird der Gesamtwirkungsgrad >produzierte Energie : transportierte Menschenmasse< sehr hoch sein.

Eine geniale Idee, so das Problem der ineffizienten Stromspeicherung (mobile Energie) zu umgehen: 2 KW/Person, potentiell erneuerbar hergestellt, was gibt es da zu meckern?

RichardRoe
00

Das ist klar. Induktion ist nun mal kein Effizienzriese. Ich halte das auch nur für ein nettes Experiment. Was kostet ein Kilometer Strasse, unter welchen Vorsichtsmassnahmen kann die Strasse auch von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt werden, welche Gefahren bestehen etc ?

W_O_L_F_G_A_N_G
03
28.7.2010, 09:37
"Bei anderen Fahrzeugtypen haben Sie eine Gewichtsrelation zwischen Fahrer und Fahrzeug von 1:10 bis 1:15. Wir streben mit der Weiterentwicklung des E-Quickie eine Relation von 1:2 an."

Eher 2:1, sonst bleiben bei 40 kg angestrebtem Fahrzeuggewicht nur 20 kg für den Fahrer übrig.

:-)

Andreas Steinschaden
12
28.7.2010, 09:14
Falsche Rechnung

Die Energiebillanz muß die in die Spulen in der Strasse eingespeiste Energie in Relation zur Transportleistung setzen. Und diese Energie ist besonders hoch, da der Lufttransformator 'Spule in Strasse, Spule im Fahrzeug' besonders hohe Feldstärken braucht und damit einen hohen Strom. Der hohe Strom hat Stromwärmeverluste und die sind ziemlich groß. Ein Gesammtwirkungsgrad von größer 10% würde mich wundern.
Dazu kommt noch, daß Strom kein Primärenergieträger ist und leichte Fahrzeuge kann man auch so bauen (siehe Energiesparolympiade, wo man mit 1L Benzin mehrere tausend Kilometer fährt...)
Einziger Vorteil ist die erhöhte Sicherheit, da man die Fahrzeuge über die Spule steuern kann, ist aber auch ein Nachteil..

FarbSucht
02
28.7.2010, 08:52
Carrera lässt grüßen ;)

leaping frog
02
28.7.2010, 07:59
was forschen die jetzt wirklich?

leichte konstruktion?
geringer luftwiderstand?
alternative energieübertragungen?
alternative transportsysteme?

das forschungskonzept ist mir nicht ganz klar. alles und nichts gleichzeitig. da sind zuviele disziplinen involviert.

martinus
 
00
29.7.2010, 16:27

Naja, vielleicht ist der Forschungsteil die Integration der ganzen technologien zu einem funktionierenden ganzen. Das ist schwer genug :)

martinus
 
01
28.7.2010, 07:01

Interessant wäre welchen Wirkungsgrad die drahtlose Stromübertragung hat

her wig
00
27.7.2010, 22:17
Sowas ist schon patentiert worden,

gedacht für eine Ausrüstung hochrangiger Strassen mit Stromkabeln, und die restlichen Strecken fährt man dann mit Batterie.
http://www.nachrichten.at/ratgeber/... 111,432375

Irgendein Jürgen
32
27.7.2010, 21:40
Weiter gedacht

Das Auto sieht grauslich aus, scheint unbequem zu sein und ist auch nix für die Autobahn. Dennoch ließe sich damit, und mit den Leiterbahnen im Boden, der Transport in den Städten vielleicht revolutionieren.

Nehmen wir an, Leiter wären auf sämtlichen Straßen in einer Stadt installiert. Darüber könnten auch Daten über Position und Geschwindigkeit transportiert werden, um den Verkehr zu steuern.

Jeder hat also ein zusätzliches E-Auto in der Garage, wenn man zum Arbeitsplatz will tippt man ganz einfach die Adresse ein und das Gefährt kutschiert einen automatisch dahin. Gesteuert von einem zentralen Großrechner, 100% sicher und Umweltfreundlich. So zusagen als individuelles, öffentliches Verkehrsmittel.

WBR
01
28.7.2010, 08:08
Mix mit anderen Verkehrsteilnehmern?

Ich habe so etwas ähnliches auch schon angedacht. Ein Problem wäre, wie das "Auto" auf andere, individuell gesteuerte Fahrzeuge eingehen kann. Oder gar auf Fußgänger. Wirklich funktionieren würde es wohl nur, wenn das System völlig eigene Fahrbahnen hätte, die von anderen Verkehrsteilnehmern nicht benützt werden dürfen.
Als Zusatz in einer bestehenden Stadt ist ein dichtes Netz unrealistisch, aber in einer Stadt, die erst noch gebaut wird?
http://de.wikipedia.org/wiki/Pers... id_Transit

(°)(°)
113
28.7.2010, 01:19
Noch weiter gedacht:

Mir schwebt ein völlig revolutionäres Konzept des Individualverkehrs vor.

Unsere Abteilung für Forschung und Entwicklung hat herausgefunden dass ein einspuriges Fahrzeug schon bei minimalen Geschwindigkeiten stabil fährt und nicht umkippt.

Wir dachten daran sicherheitshalber zwei hintereinander verbundene Räder zu verwenden und mit Pedalantrieb auszustatten.

Unser Chefingenieur hat errechnet dass sich so, allein durch menschliche Muskelkraft, Geschwindigkeiten von über 50 km/h erzielen lassen müssten.

Wir suchen noch nach einem Namen für dieses revolutionäre Konzept, bisher neigen wir dazu es "PER"
zu nennen, als Abkürzung für den lateinischen Projekttitel "per pedes et rotam".

Cogito Ergo Dumm
00
28.7.2010, 09:32
Rotam?

Sie haben nur ein Rad?

(°)(°)
014
28.7.2010, 12:28

Bei Projektbeginn wussten wir noch nicht das wir mehr als ein Rad benötigen würden.

Das hat sich erst nach jahrelanger intensiver Forschung herauskristallisiert, nachdem sich der Einsatz von Kreiseln zur Stabilisation des Einrades als untauglich erwiesen hat.

Freiheitsliebender
00
28.7.2010, 14:01
made my day :)

dafa
01
27.7.2010, 20:28
aber ...

... alle warnen vor zuviel steckdosen im heim...

Eleftheria Logou
00
28.7.2010, 09:45
Menschen mit ..

Metallimplantaten müssen sich dann halt an glühende Knochen gewöhnen oder andere Wege benutzen ... ist ja wohl nicht zu viel verlangt. Andererseits wenn man das geschickt nutzt, kann man eventuell auch körperinterne Energiespeicher (zB Herzschrittmacher) über dieses System aufladen, sozusagen ein gratis Zusatznutzen ;-)

Wirtschaftshierbleiber
02
27.7.2010, 20:14

Mit 2kW Leistung 50km/h zu schaffen ist aber keine große Kunst. Das schafft ein Puch Maxi auch.

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