Jedermanns Darling

27. Juli 2010 17:10
  • Artikelbild
    Foto: domenigg

    Es wird sogar eine Liebesgeschichte daraus: Birgit Minichmayr und Josef Hader in der Wolf-Haas-Verfilmung "Der Knochenmann" von Wolfgang Murnberger.80

Wer keine Karten für den "Jedermann" ergattert hat, kann Birgit Minichmayr zumindest auf der Leinwand sehen: Das Kino in Salzburg widmet ihr eine Retrospektive

Salzburg - Seit einigen Tagen schallt wieder der Jedermann-Ruf über den Salzburger Domplatz. In der Titelrolle von Hugo von Hofmannsthals Spiel vom Sterben des reichen Mannes agiert heuer erstmals Nikolaus Ofczarek, die neue Buhlschaft gibt Birgit Minichmayr, die zu den meistbeschäftigten Schauspielerinnen der vergangenen Jahre gehört und mitunter auch als Gastsängerin der Toten Hosen für Aufsehen sorgt. Passend zu ihrem Festspieldebüt präsentiert Das Kino eine Werkschau - elf Filme mit Birgit Minichmayr sowie einen Leinwandauftritt von Nikolaus Ofczarek.

Aufgewachsen in Pasching bei Linz, hat Minichmayr über das Max-Reinhardt-Seminar in Wien (Lehrer und Mentor: Klaus Maria Brandauer) den Weg ans Burgtheater sowie die Berliner Volksbühne gefunden. 2000 folgt die erste Filmarbeit: Jan Schüttes Abschied - Brechts letzter Sommer ist ein bedächtiges Psychogramm des Dichters (gespielt von Josef Bierbichler) und dessen diverser Frauen.

Ein Jahr später wirkt die heute 33-jährige Akteurin in Götz Spielmanns ORF-Produktion Spiel im Morgengrauen mit, einer Neuverfilmung der gleichnamigen Novelle Arthur Schnitzlers, an ihrer Seite Karlheinz Hackl und Nina Proll. Unter der Regie von Jessica Hausner spielt Minichmayr 2004 im Anti-Thriller Hotel (u. a. heute, Mittwoch, auf dem Programm).

Enorme Präsenz und Intensität attestiert ihr die Kritik auch in Spiele Leben (2005, Regie: Antonin Svoboda) als drogenabhängige Freundin eines glücklosen Glücksspielers (Georg Friedrich). Einmal mehr brilliert sie - im Zusammenspiel mit "alten" Kollegen wie Proll oder Friedrich - in Barbara Alberts Fallen. Ebenfalls 2006 kommt Tom Tykwers opulente Bestsellerverfilmung Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders in die Kinos. 2008 ist ein sehr arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr für Minichmayr: Doris Dörries Kirschblüten - Hanami läuft ebenso wie Maren Ades Beziehungsdrama Alle anderen und Wolfgang Murnbergers Wolf-Haas-Adaption Der Knochenmann.

Jedermann-Partner Nikolaus Ofczarek ist normalerweise öfter auf Theaterbühnen oder dem Fernsehschirm zu sehen, Ende Juli aber in einer seiner wenigen Filmrollen: in der schrägen Bobfahrer-Komödie Schwere Jungs (2006) des bayerischen Regisseurs Marcus H. Rosenmüller. (Gerhard Dorfi/DER STANDARD, Printausgabe, 28. 7. 2010)

>> Bis 20. 8., Das Kino, Salzburg, 0662/87 31 00. 21.30

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.