G20-Proteste

Disziplinarverfahren gegen Polizisten wegen Todes eines Unbeteiligten

27. Juli 2010 17:01

Polizist Simon Harwood stieß Zeitungsverkäufer Ian Tomlinson während der G20-Proteste in London zu Boden

Der britische Polizist Simon Harwood muss sich wegen grober Verletzung der Dienstpflichten vor einer Disziplinarkommission verantworten. Der Beamte hatte am Rande der Proteste gegen den G20-Gipfel in London den Zeitungsverkäufer Ian Tomlinson, der auf dem Heimweg von der Arbeit in die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten geraten war, mittels Schlagstock und Bodycheck zu Fall gebracht. Wenige Minuten darauf war Tomlinson tot.

Sir Paul Stephenson von der Londoner Polizei kündigte ein schnelles Verfahren an. Der Vorfall habe "einen Schatten auf die ansonsten vorbildliche Arbeit zahlreicher Beamten geworfen. " Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft bekannt gegeben, dass sie wegen widersprüchlicher Obduktionsberichte keine Chance auf eine Verurteilung Harwoods sehe und deshalb auf eine Anklage verzichte.

Die Polizei hatte der Witwe und den neun Kindern Tomlinsons zunächst mitgeteilt, der 47-Jährige sei an einem Herzinfarkt gestorben, als er zwischen den Menschenmassen auf der Straße festsaß. Erst als ein Amateurvideo, auftauchte, das den Angriff zeigte, wurden Ermittlungen eingeleitet.
(bed)

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12 Postings
Speaker of the US Congress
28.07.2010 13:21
Disziplinarverfahren, das vor sich hintröpfeln wird,

um dann eingestellt zu werden.

Alles andere würde mich wundern.

David Mungo
28.07.2010 11:40
Da ist man doch wieder froh über die ganzen Handykameras.

Sonst hätten wir die Wahrheit nie erfahren.

mike54
 
28.07.2010 11:35
Immer das gleiche

mit Polizeigewalt! In ganz Europa: Polizisten scheinen zu Lügen was das Zeugs hält, Vorgesetzte schützen Sie dabei, wenn unumstössliche Beweise auftreten, wird alles verniedlicht und Staatsanwaltschaft sowie Justiz schützen den kriminellen Beamten. Merken diese Leute eigentlich nicht, welch immensen Schaden sie dem Rechtsstaat und der Demokratie zufügen?
Gerade bei verdächtigen Polizisten müsste der Rechtsstaat das dringendste Interesse an einer raschen Aufklärung mit allen Konsequenzen haben.

zhang sanfeng
28.07.2010 11:07
vor dem gesetz sind alle bürger gleich

der polizist simon harwood ging nach getaner arbeit nach hause, die hände in den taschen, den rücken ian tomlinson und seiner gang zugedreht.
tomlinson nutze die chance für eine schnelle schlagstockattacke, gefolgt von einem stoß, der harwood mit voller wucht auf den asphalt knallen ließ. wenige minuten später war harwood tot.

die erste obduktion ergab herzversagen. tomlinson behauptete, den polizisten lediglich vor anderen demonstranten in schutz genommen zu haben.
erst als polizeivideos auftauchten, die den tatsächlichen tathergang zeigten ergab eine zweite obduktion innere blutungen.

eine anzeige wegen körperverletzung war aber nicht mehr möglich, weil der fall dummerweise über die verjährungsfrist hinaus liegengeblieben ist.

misanthropie
28.07.2010 09:52
Erst als ein Amateurvideo, auftauchte, das den Angriff zeigte, wurden Ermittlungen eingeleitet.

wie bei uns.. zuerst lügen, was geht,
erst wenn das volk den beweis bringt, passiert was im beamten-sumpf

SMichel
28.07.2010 09:40
Obduktionsberichte

Wie kommt es bitte zu widersprüchlichen Obduktionsberichten? Auch, dass erst dann untersucht wurde, als ein Video auftauchte, ist eine fragwürdige Herangehensweise. "Sieht mich niemand, bin ich's nicht gewesen."

Prolet
28.07.2010 07:31
Die Brutalität in Uniform versteckt, ist das Maß an dem Ordnungserhelt zu messen ist!

Proteste sind das gelinde Mittel der entmündigten Bürger und verfassungsmäßig geschützt.

Daß Herrscher dazu einschränkende Regenl einführen, ist gleich dem Demokratiegedanken, die Herrschaft geht vom Volke aus, durch Manipulation vereitlet wird.

Erst der Rütlischwur gegen die Landesvögte ermöglicht Demokratie.

Östereich trotz seiner Kleinheit noch nicht so weit. Bei uns werden die Bürger noch gevögtet.

wrkskrfz
28.07.2010 09:26
Ist in der Verfassung auch festgeschrieben....

dass die Demonstranten die Polizei mit Flaschen, Steinen und Molotow-Cocktails bewerfen dürfen?

Ach ja - das mit dem Rütlischwur habe Sie auch verwechselt - der war auf den Landvogt zu schwören und Wilhellm Tell hat den Schwur verweigert weshalb er auf den Apfel am Kopf des Sohnes schießen musste....

David Mungo
28.07.2010 11:43
Hast du das Video gesehen?

http://www.youtube.com/watch?v=HECMVdl-9SQ

Schau es dir an. Es spricht für sich. Keine Steine, keine Cocktails.

mike54
 
28.07.2010 11:39
Gerade das macht den Unterschied!

Polizisten müssen sich an die Gesetze haleten, denn adzu sind sie da und sie haben ein Machtmonopol! Wenn sich Polizisten kriminell verhalten, wieso sollen sich dann andere, z.B. Demonstranten, daran halten?
2. Unterschied: Demonstranten werden hart angefasst, auch von der Justiz. Polizisten werden laufen gelassen...

wrkskrfz
28.07.2010 10:24
Mea Culpa

Mit dem Rütli-Schwur liege ich tatsächlich falsch. Was für eine Schande - man sollte sich informieren, BEVOR man postet.
Werde es mir merken.....

Harald Bruckner
28.07.2010 10:19
Alles falsch!

Mit dm Rütli-Schwur haben die Schweizer geschworen, gemeinsam gegen die Vögte zu ziehen.
Der Tell ist eine Erfindung und hat damit gar nichts zu tun.
Dass Gewalt bei der G20 Demo von der Polizei aus geht, hat schon Tradition (siehe Italien...)

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