Polizist Simon Harwood stieß Zeitungsverkäufer Ian Tomlinson während der G20-Proteste in London zu Boden
Der britische Polizist Simon Harwood muss sich wegen grober Verletzung der Dienstpflichten vor einer Disziplinarkommission verantworten. Der Beamte hatte am Rande der Proteste gegen den G20-Gipfel in London den Zeitungsverkäufer Ian Tomlinson, der auf dem Heimweg von der Arbeit in die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten geraten war, mittels Schlagstock und Bodycheck zu Fall gebracht. Wenige Minuten darauf war Tomlinson tot.
Sir Paul Stephenson von der Londoner Polizei kündigte ein schnelles Verfahren an. Der Vorfall habe "einen Schatten auf die ansonsten vorbildliche Arbeit zahlreicher Beamten geworfen. " Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft bekannt gegeben, dass sie
wegen widersprüchlicher Obduktionsberichte keine Chance auf eine
Verurteilung Harwoods sehe und deshalb auf eine Anklage verzichte.
Die Polizei hatte der Witwe und den neun Kindern Tomlinsons zunächst mitgeteilt, der 47-Jährige sei an einem Herzinfarkt gestorben, als er zwischen den Menschenmassen auf der Straße festsaß. Erst als ein Amateurvideo, auftauchte, das den Angriff zeigte, wurden Ermittlungen eingeleitet.
(bed)