derStandard.at-Interview

"Blauäugig gegenüber Kommunismus"

Andreas Bachmann, 28. Juli 2010, 10:37
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    Ausschreitungen zwischen Polizisten und streikenden Bergarbeiten am 27. März 1984 bei der Zeche Daw Hill in Warwickshire. Berger: "Die Maßnahmen waren ohne Frage rigoros und nicht zuletzt deshalb sprach man in Großbritannien zumindest auf der linken Seite von einem 'class war from above'."

     

     

     

     

     

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    Die britische Premierministerin Margaret Thatcher und der chinesische Premier Zhao Ziyang tauschen am 19. Dezember 1984 die Dokumente zur Überlassung der britischen Kolonie Hongkong an China aus. Berger: "Margaret Thatcher hat das sehr geschickt gemacht und immer wieder mit der Frage 'Wer regiert dieses Land eigentlich?' die Gewerkschaften kritisiert und damit auch die Labour-Party."

     

     

     

     

     

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    Streikposten am 17. Dezember 1984 bei der Zeche Lea Hall in den West Midlands. Berger: "Die britische Regierung war sehr gut vorbereitet. Es gab riesige Vorräte an Kohle, es war ein bewusster Versuch, die Bergarbeitergewerkschaft als eine der mächtigsten Gewerkschaften des Landes zu zerschlagen. Was ja auch gelungen ist."

     

     

     

     

     

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    Das geteilte Berlin in der Nähe des 'Checkpoint Charlie' am 18. Juli 1986. Berger: "Die CGT-Funktionäre sind nach Ostberlin gefahren, haben sich dort das Geld abgeholt und es dann versteckt in Geldgürteln nach Großbritannien gebracht. Anders hätte das auch gar nicht funktioniert."

     

     

     

     

     

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    Zusammenstöße bei der Zeche Daw Hill am 26. März 1984. Berger: "Ich glaube nicht, dass es die Möglichkeit gegeben hätte, einen anderen Ausgang zu bewirken. Der Bergarbeiterstreik ging verloren und auch mit noch mehr Geld hätte man das wohl nicht verhindern können."

     

     

     

     

     

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    Bagger im Braunkohle-Tagebau Jänschwalde im deutschen Bundesland Brandenburg (Foto vom 7. Oktober 2007). Der Export von Braunkohle ins bestreikte Großbritannien war laut Stefan Berger "der zynische Versuch, mit der rechten Hand hereinzuholen, was man mit der linken gegeben hatte. Es ging der DDR nicht darum, die Regierung in London zu stürzen oder die Revolution herbeizuführen."

     

     

     

     

     

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    Ein streikender Minenarbeiter zeigt während der Proteste im Zuge des Bergarbeiterstreiks mit dem Finger auf eine Reihe von Polizisten. Berger: "Es war ein tragisches Aufbäumen gegen das von der konservativen Regierung radikal forcierte Zechensterben."

     

     

     

     

     

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    Gewerkschaftsführer Arthur Scargill auf einem undatierten Foto. Berger: "Scargill ließ keine Gelegenheit aus, deutlich zu machen, dass er in diesen kommunistischen Ländern ein Modell sah. Er war regelmäßig auf Radio Moskau zu hören und gab da die wildesten Dinge zu Protokoll: Dass die Solidarność in Polen nur ein Instrument der CIA sei und ähnliche Geschichten."

     

     

     

     

     

     

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    Der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt im Gespräch mit dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky. Berger: "Es gab diese Idee von 'kill communism with kindness'. Der Dialog als Mittel der Unterminierung des Kommunismus ist in Großbritannien schon früh aufgetaucht."

     

     

     

     

     

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    foto: berghahn books

    Das Buch "Friendly Enemies - Britain and the GDR, 1949-1990" von Stefan Berger und Norman LaPorte ist im Mai dieses Jahres bei Berghahn Books erschienen (ISBN 978-1-84545-697-9).

Historiker Berger über Geldtransfers der DDR im Bergarbeiterstreik 1984/85 und vom Kommunismus angetane Linke in Großbritannien

Es klingt wie ein Agententhriller in bester Kalter Kriegs-Manier: Einige Personen kommen während des großen Bergarbeiterstreiks in Großbritannien 1984/85 aus Frankreich nach Ostberlin. Dort werden ihnen 1,4 Millionen britische Pfund in bar übergeben. In Geldgürteln versteckt sollen die Kuriere das Geld über Frankreich und den Ärmelkanal nach Großbritannien bringen - als Unterstützung für die Berarbeitergewerkschaft in ihrem Streik, dessen letztendliches Scheitern die britische Gesellschaft und Politik bis heute prägen sollte.

Doch es sind keine Agenten, die hier in geheimer Mission unterwegs sind, sondern Funktionäre des Confédération générale du travail (CGT), des Gewerkschaftsbunds der französischen Kommunistischen Partei. Das Geld kommt aus dem Weltgewerkschaftsbund und damit von kommunistischen Gewerkschaften aus allen sozialistischen Ländern. Die DDR koordiniert den Transfer. Es soll der britischen Bergarbeitergewerkschaft - der die konservative Regierung unter Margaret Thatcher die Konten gesperrt hat, um sie zur Aufgabe zu zwingen - helfen, ihren Streik aufrecht zu halten.

Der an der University of Manchester forschende deutsche Historiker Stefan Berger hat in einem Buch ("Friendly Enemies - Britain and the GDR, 1949-1990", Berghahn Books 2010) erstmals Belege für die streng geheim gehaltene Aktion präsentiert. Zehn Jahre lang forschten er und sein Kollege Norman LaPorte zu den Verflechtungen Großbritanniens mit der DDR während des Kalten Krieges - unter anderen im deutschen Staatsarchiv und in den Dokumenten von DDR-Massenorganisationen wie dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB), unter denen er die Belege für den Geldtransfer fand.

Neue Ostpolitik antizipiert

Berger sei überrascht gewesen, wie vielfältig die Kontakte zwischen den Gegnern im Kalten Krieg waren "und vor allem wie positiv die DDR in Großbritannien zum Teil wahrgenommen wurde". Im Gespräch mit derStandard.at erklärt er, warum innerhalb von Großbritanniens Linke kommunistische Ideen salonfähiger waren als in anderen westeuropäischen Ländern - und kritisiert die britischen Linken für ihre "Blauäugigkeit" im Umgang mit den Schwächen des real existierenden Sozialismus.

Den Umgang der britischen Linken mit der DDR möchte er auch als Warnung an die heutigen linken Parteien verstanden wissen, "sich mit dem politischen Prozess auseinander zu setzen und den politischen Prozess ernster zu nehmen, als sie das in den langen Jahren des Kalten Krieges getan haben". Denn mit dem Argument "sie haben den Kapitalismus abgeschafft" habe die Linke beide Augen zugedrückt vor den offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen in den sozialistischen Staaten.

Auf der anderen Seite seien es britische Labour-Politiker und ihre intensiven Kontakte mit der DDR gewesen, die die Neue Ostpolitik des deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt schon Jahre zuvor antizipierten. Inwieweit sie tatsächlich Einfluss auf den Umschwung der westdeutschen Politik gegenüber der DDR nahmen, kann Berger aber nicht abschließend bewerten. Das "Trauma" des gescheiterten Bergarbeiterstreiks habe schließlich seinen Teil dazu beigetragen, dass sich die Labour-Party verändert habe hin zu einer Partei der "postsozialdemokratischen Sozialdemokratie".

Trotz der Geldlieferungen aus dem Osten scheiterte der Bergarbeiterstreik in Großbritannien 1985. Vor allem deshalb, weil dem Staat die Kohle trotz umfassender Bestreikung der Zechen nicht ausging. Unterstützt wurde die Thatcher-Regierung dabei ausgerechnet von der DDR. Die exportierte gleichzeitig mit dem Bargeld für die Bergarbeiter heimische Braunkohle nach Großbritannien, um an dringend benötigte Devisen zu gelangen - und fiel damit den Genossen auf der Insel in den Rücken. "Es war der zynische Versuch, mit der rechten Hand hereinzuholen, was man mit der linken gegeben hatte", sagt Berger.

*****

derStandard.at: In Ihrem Buch dokumentieren Sie, dass die DDR den Bergarbeiterstreik in Großbritannien finanziell unterstützt hat. Wie ist das abgelaufen?

Stefan Berger: Über französische Mittelsleute von der CGT. Die CGT-Funktionäre sind nach Ostberlin gefahren, haben sich dort das Geld abgeholt und es dann versteckt in Geldgürteln nach Großbritannien gebracht. Anders hätte das auch gar nicht funktioniert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Kalten Krieg so einfach gewesen wäre mittels IBAN oder was auch immer, Geld von Ostdeutschland nach Großbritannien zu überweisen. Solche Art von Kurierdienst war wohl die einzige Art, wie man das machen konnte.

derStandard.at: War die Erkenntnis, dass die DDR die Bergarbeiter finanziell unterstützt hat, für Sie eine Überraschung?

Berger: Ja und nein. Es gab ja schon zur Zeit des Bergarbeiterstreiks in Großbritannien die Anschuldigung an die NUM (National Union of Mineworkers, Anm.), von den kommunistischen Staaten Osteuropas finanziert zu werden. Von daher kam das nicht so überraschend, war es doch nur die Bestätigung dessen, was damals schon geschrieben wurde. Erstaunlicher fand ich, dass das hier jetzt noch einmal so viel Aufmerksamkeit erregt hat.

Diese Geschichte ist ja von der Daily Mail über die Sunday Times in sehr vielen Zeitungen des Landes noch einmal berichtet worden. Das fand ich erstaunlich, hat es mir doch gezeigt, wie sehr dieser Bergarbeiterstreik noch immer im kollektiven Gedächtnis der Briten verankert ist. Das ist schon eine Art Trauma, was immer wieder und immer noch verarbeitet werden will. 

derStandard.at: Es gab ja auch offizielle Hilfen der kommunistischen Länder für die britischen Bergarbeiter. Warum hat man die Geldzahlungen geheim gehalten?

Berger: Es gab bestimmte Sachen, die nicht geheim gehalten wurden. Dazu gehörte vor allem das Angebot an die Familien der Bergarbeiter, in der DDR oder anderen Ländern Urlaube zu verbringen. Daneben gab es auch Lieferungen von Lebensmitteln, Kleidung, Kinderspielzeug, die von Rostock aus nach Großbritannien gingen.

Nur die Barzahlungen wurden geheim gehalten. Man muss sich dabei zu Bewusstsein bringen, dass die damalige britische Regierung die Konten der Bergarbeitergewerkschaft eingefroren hatte, wodurch die Bergarbeiter keinen Zugang zu ihren eigenen Geldern hatten. Die Maßnahmen waren ohne Frage rigoros und nicht zuletzt deshalb sprach man in Großbritannien zumindest auf der linken Seite von einem "class war from above".

Es war schon eine Art Klassenkrieg und eine Klassenkriegsstimmung, nach allem was man davon heute weiß. Mit der Folge, dass gerade diese Geldzahlungen geheim bleiben mussten. 

derStandard.at: Die damalige Premierministerin Margaret Thatcher hat von den Gewerkschaften als den "Feind im Innern" gesprochen und immer wieder versucht, sie als undemokratisch und kommunistisch unterwandert darzustellen. Was hätte es denn bedeutet, wenn schon damals direkte Beweise für diese Zahlungen aus den kommunistischen Ländern aufgetaucht wären?

Berger: Das wäre natürlich Wasser auf die Mühlen der Konservativen gewesen. Und auch heute ist es ja so, dass wir für diese Seite unserer Forschung Beifall vor allem von der politischen Rechten bekommen. Die sagen, dass es nur das bestätige, was sie ja schon immer wussten, nämlich, dass es sich bei den Bergarbeitern um staatsfeindliche kommunistische Kräfte gehandelt habe, der Feind im Inneren sozusagen. Aber das trifft meiner Meinung nach mitnichten zu.

Zwar gab es in der Bergarbeitergewerkschaft wichtige Funktionäre, die entweder Mitglieder der Kommunistischen Partei (Communist Party of Great Britain, Anm.) oder wie der damalige Führer der Gewerkschaft, Arthur Scargill, sehr prosowjetisch waren. Scargill ließ keine Gelegenheit aus, deutlich zu machen, dass er in diesen kommunistischen Ländern ein Modell sah.

Er war regelmäßig auf Radio Moskau zu hören und gab da die wildesten Dinge zu Protokoll: Dass die Solidarność in Polen nur ein Instrument der CIA sei und ähnliche Geschichten. Von daher ist es eine Frage, dass es in der Gewerkschaft eine Art prokommunistischen und prosowjetischen Kern gab und sie von Scargill auch nicht demokratisch geführt wurde. Auch das ist denke ich richtig.

Dennoch streikten die Bergarbeiter nicht aus Sympathien mit dem Kommunismus oder um den demokratischen Staat in Grossbritannien zu unterminieren, sondern vor allem, um ihre Arbeitsplätze und ihren "way of life" zu erhalten. Es war ein tragisches Aufbäumen gegen das von der konservativen Regierung radikal forcierte Zechensterben.

derStandard.at: Wie wichtig war die Unterstützung der kommunistischen Staaten für den Bergarbeiterstreik?

Berger: Ich denke, dass sie letztendlich dazu beigetragen haben, dass der Bergarbeiterstreik etwas länger lief, als er sonst hätte laufen können. Wobei ich nicht glaube, dass es die Möglichkeit gegeben hätte, einen anderen Ausgang zu bewirken. Der Bergarbeiterstreik ging verloren und auch mit noch mehr Geld hätte man das wohl nicht verhindern können.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil die britische Regierung - wie man heute weiß - sehr gut vorbereitet war. Es gab riesige Vorräte an Kohle, es war ein bewusster Versuch, die Bergarbeitergewerkschaft als eine der mächtigsten Gewerkschaften des Landes zu zerschlagen. Was ja auch gelungen ist.

derStandard.at: Neben der Unterstützung der Bergarbeiter, hat die DDR zur Zeit des Bergarbeiterstreiks auch Kohle nach Großbritannien exportiert, was dem Ziel der Bargeldtransfers doch ziemlich widersprach. Ging es dabei darum, an dringend benötigte Devisen heranzukommen?

Berger: Das ist in meinen Augen eindeutig so gewesen: Es war der zynische Versuch, mit der rechten Hand hereinzuholen, was man mit der linken gegeben hat. Es ging der DDR und den kommunistischen Regierungen in Osteuropa nicht darum, die Regierung in London zu stürzen oder die Revolution herbeizuführen. Die Dokumente belegen eher, dass man die Freunde in Großbritannien, die Sympathien für die kommunistischen Systeme hegten, gegenüber denjenigen stärken wollte, die dem real existierenden Sozialismus kritisch gegenüber standen.

In der kommunistischen Partei Großbritanniens gab es gerade in den Achtzigerjahren wilde Auseinandersetzungen zwischen den Eurokommunisten und orthodoxen Kommunisten. Die DDR unterstütze wo es nur ging die orthodoxen Kommunisten und die saßen bei der britischen Kommunistischen Partei vor allem in den Gewerkschaften.

derStandard.at: Wo kann man die damalige Bergarbeitergewerkschaft denn innerhalb der linken Bewegung verorten? War sie der kommunistische Rand?

Berger: Auf der einen Seite galten die Bergarbeiter und ihre Gewerkschaft schon als zentraler Bestandteil der Linken. Auf der anderen Seite gab es gerade von der damaligen Labour-Führung sehr starke Versuche, sich von Arthur Scargill und der Leitung der Bergarbeitergewerkschaft abzusetzen. Man versuchte den Spagat zwischen Solidarität mit den Bergarbeitern und gleichzeitig Kritik an der Führung der Bergarbeiter.

Die interne Wahrnehmung der Bergarbeiter in Großbritannien, war nicht so sehr davon geprägt, dass wichtige Führer der Gewerkschaft Kommunisten waren. Das ist auch eine gewisse Besonderheit der britischen Arbeiterbewegung: Innerhalb der Labour-Party gab es zwar seit den zwanziger Jahren ein Verbot der Doppelmitgliedschaft. Man konnte nicht gleichzeitig bei Labour und den Kommunisten sein.

Dennoch gab es - gerade im Vergleich zur Bundesrepublik und zu Frankreich - innerhalb der Arbeiterbewegung das weitverbreitete Gefühl, dass die Kommunisten auch irgendwie zur Arbeiterbewegung gehörten. Kommunistische Funktionäre wie Arthur Horner oder Mick McGaehey in Schottland sind Führer von Gewerkschaften geworden, nicht weil sie Kommunisten waren, sondern weil sie sich als gute Gewerkschafter profiliert hatten. Es wurde ihnen quasi nachgesehen, dass sie Kommunisten waren.

Es gab sehr viel stärker dieses Gefühl der Einheit der Arbeiterbewegung. Was auch daran lag, dass die kommunistische Bewegung in Großbritannien viel kleiner war und nie die Bedeutung hatte, wie in Deutschland in der Zwischenkriegszeit oder in Frankreich und Italien auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch. Von daher war es hier nie so ein großes Problem. Das führte dann zu der eigenartigen Situation, dass in den britischen Gewerkschaften - die insgesamt natürlich nicht kommunistisch ausgerichtet waren - wichtige Funktionen von Kommunisten besetzt wurden.

Auf der nächsten Seite: Die Niederschlagung des Streiks als Trauma für Labour und das positive DDR-Bild der Briten.

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Stefan Berger ist Professor für Neuere Deutsche und vergleichende Europäische Geschichte an der University of Manchester in Großbritannien.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 162
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der_kleine_pariser
 
01
20.1.2011, 23:43

schon wirklich eigenartig :

der eigentliche demokratiepolitische Skandal war die Beschneidung des Streikrechts und die Beschlagnahme des Gewerkschaftsvermögens.

der eigentliche wirtschaftspolitische Skandal war die zerstörung einer funktionierenden nationalen (gewinnbringenden!) Bergwerksindustrie durch die Regierung Thatcher.

Und was versucht uns der herr Berger weis zu machen?

dass das alles phöse kommunisten waren und die solidarnosc nix mit der CIA zu tun hatte.

pepitant
00
3.12.2010, 11:22
Da stellt sich mir ad hoc

eine ganz simple Frage mal aus einer anderen Sicht:

Wenn offiziell unzählige Milliarden verschoben werden dürfen, warum sind dann Leute bei Peanuttransfers auf versteckte Geldgürtel angewiesen ?

Bitte keine ernstgemeinten Antworten, betrachten Sie die Frage als rhetorisch.

star observer
03
20.8.2010, 16:43

soso, die solidarnosc und die cia in verbindung zu bringen, ist also lächerlich?
was hat der mann studiert, geschichte?

Nestor Machno
 
00
20.8.2010, 15:39
Arbeiterfreunde

Man sieht an diesen Geschichten, daß nicht nur die eigenen Bürger mit dem Sozialismus schlecht bedient waren, sondern auch die westeuropäischen Arbeiter nix davon gehabt haben.

Hotcoolt
14
31.7.2010, 09:09
Kommunismus

Seltsam, das noch niemand aufgefallen ist, das der Kommunismus/Sozialismusimmer nur als Diktatur ausgeübt wurde ! Der kleine Mann hat zwei Träume : 1.) die eine Hälfte träumt vom Kommunismus/Sozialismus als Staatsform ( Marx u. Engels) 2.) Die Anderen von der Demokratie,der Bürger hat etwas mehr Freiheiten, doch wer richtig hin sieht, endeckt , das dies eine parlamentarische Diktatur ist ! Also , sind beides nur schöne Märchenträume ! Und jetzt, schimpft schön über mich ! Danke ! Somit ist Demokratie und Diktatur nicht weit von einander entfernt !

Bill Sheppard
21
31.7.2010, 11:49
Du machst einen klassischen Fehler...

Du glaubst dass wenn jemand sich als 'Demokrat', 'Kommunist', 'Sozialist', oder was auch immer, dass sie das eigentlich sind.

Es hat immer noch keinen 'kommunistischen' Land gegeben (so was gäb's auch nicht denn das sich auf eine weltweite sozialistische Revolution gründen würde), und Demokratie wie der Kapitalismus sie so verstehen lässt, geht darum die Medien zu benützen um die Weltanschauung der Leute zu prägen bzw. verzerren.

Vielliecht bin ich naiv, aber für wahrere Demokratie kann und, noch wichtiger, muss gekämpft werden!

Bill Sheppard
47
30.7.2010, 11:34
so der Skandal soll sein, dass Kommunisten sich international Unterstützung leisten?

Aber wenn Kapitalisten mörderische Regimen auf der ganzen Welt unterstützen, dann ist dass um "Freiheit und Demokratie" aufrechtzuhalten.

Wie die britische Bergmänner es ausgedrückt hätten - "The pot's calling the kettle black"

emma goldman
25
30.7.2010, 14:48

Kapitalisten waren schon immer und allen voran international organasiert. Gleiches gilt für die davor bestehende Elite der feudalen Arisokratie, wo praktisch ganz europa von ein paar familien die ab und zu und auf kosten des lebens anderer miteinander stritten beherrscht wurde.

pepitant
01
3.12.2010, 11:37
Die Eliten der feudalen Aristokratie, also

die europäischen Königsfamilien, sind Teil des Großkapitals. Ebenso wie die alten Bankerfamilien, deren Vorfahren schon den Adel über Geld für sich verpflichtet hatten.
Solang wir nicht beide Gruppen loswerden, werden die den Lauf der Welt bestimmen.
Wenn Sie mal nachsehen möchten, wer sich wie von der EU subventionieren lässt, wird einiges klarer.
Ich fürchte, weder mit Mountbattons oder Rothschilds dieser Welt noch deren Anhängern und Nutznießern gibts eine friedliche Lösung.
Das mögen weltweit Millionen sein, es sind aber doch nur Promille der Weltbevölkerung, allerdings die Promille, die die Gesetze veranlasst haben, hinter denen sie sich von den eigens dazu legalisierten Kräften Politei und Militär beschützen lassen.

chr01
12
30.7.2010, 13:43
danke

hätt ich nicht anders geschrieben.

Heinz Anderle
 
44
29.7.2010, 06:12
Dabei krachte die Ostzone schon damals...

... wie eine Kaisersemmel und wurde nur noch durch den westdeutschen Tropf einigermaßen flüssig gehalten.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Armin Wilhelm Kolprat
89
29.7.2010, 05:27
Die DDR

hat ja auch die Friedensbewegung in der BRD massiv mit Geld unterstützt.

Trotz dieser finanziellen Hilfe für Medien und Massenaufmärsche der westdeutschen Linken und naiven Friedens-Bewegten wurde die NATO-Nachrüstung durchgezogen und die Sowietunion ist dadurch wirtschaftlich zusammengebrochen und es war gut so.

Nick Tameer
01
31.7.2010, 21:39

Trotz? Na allenfalls wegen, wenn die eh keine Knete hatten. Es war sicherlich nicht die sogenannte Nachrüstung, die den Kollaps der Sowjetunion bewirkt hat und einer der Gründe war vermutlich, dass sich ein Teil der Funktionärselite endlich mal richtig, sozusagen auf Weltniveau, und nicht nur im eher bescheidenen Rahmen der bisherigen Privilegien bereichern wollte.

Mostbluzza
35
29.7.2010, 10:39
ja eine massgebliche davon

(friedensaktivistinnen) ist heute:

unsere eu aussenministerin ashton.

aber das fällt nicht weiter auf, viele eu-granden und konsorten waren alle mal linkseralslinks (wobei links/rechts nur eine kategorisierung ist, um die leute zu täuschen). zwischen kommunisten und faschisten passt kein blatt papier, die sollten gemeinsam (als totalitäre modelle) auf einer seite stehen und am anderen extrem der anarchismus. dazwischen gibts ja auch noch einiges ...ausser "demokratie" als in die mitte gepresste wurscht, wo sich pseudo-gemässigte ableger von "li/re" suhlen.

Prostetnik Vogon Jeltz
157
29.7.2010, 00:21
Völlig wertloses Gebrabbel.

Wer als "Historiker" allen Ernstes von "kommunistischen Staaten" spricht kann sich nicht mit der Materie befasst haben, sondern zeigt, dass er gedankenlos dem Jargon des Antikommunismus folgt:

Ein kommunistischer Staat kann nicht existieren, da der Kommunismus die Existenz von Nationalstaaten als Instrument der Unterdrückung und Ausbeutung dezidiert ablehnt.

---> Nicht genügend, setzen, Herr Berger!!!

http://www.youtube.com/watch?v=bSw0DBT8SkU

Meerwelle
00

Ist ungefähr genau so logisch wie:

In Österreich kann niemand ermordet werden, weil die Österreicher ein gemütliches und geselliges Volk sind.

Oder

In Österreich kann es keine Autounfälle geben, weil alle Österreicher gute Autofahrer sind.

Papier ist natürlich geduldig, und man kann alles darauf schreiben, mit Wirklichkeit haben solche Behautungen und grenzgenialen "Definitionen" aber genau gar nix zu tun.

Bzw. ungefähr genau so viel wie das marxistische Paradies mit so manchem real existierendem Gulag.

emma goldman
10
30.7.2010, 14:42

...deswegen müsste es ja heißen sozialistische staaten. Im Prozess der Enwicklung des Sozialismus löst die kommunale Selbstorganisation almählich die staatliche Struktur ab.

Bill Sheppard
31
30.7.2010, 11:48
Das ist auf viel zu hohem Niveau für die Meisten hier

die sind so mit dieser Propoganda hirrngewäscht sind, verwechseln sich sich eine eigennützige eher nationalistische stalinistische Bürokratie für eine nationstaat- und klassenherrschaftlose Regierungsform.

Hier das Lob für Thatcher ist besonders naiv und blauäugig. Sie hat ständig den Gewerkschaften es vorgeworfen, demokratiefeindlich zu sein als ihre eigene Partei so gut wie keine interne Demokratie hatte (und es sie immer noch fehlt).

Wenn darauf käme, hätte sie auch gerne ein paar Tips von ihrem Kamerad Pinochet genommen, wie man diese lästige Leute, die um die Lebensgrundlagen ganzer Dörfer und Städte kämpfen, endgültig loswerden kann.

fischkopp
10
29.7.2010, 10:25

Zur Abwehr von Kritik unter dem Titel "Einmischung in innere Angelegenheiten" hat der National-Staat dann aber doch immer getaugt.

litera:a
00
29.7.2010, 13:37

stellen sie sich das so vor wie warlords, die ihre gebiete auch nicht umsonst aufgeben, aber weitaus weniger mächtig sind als schon vorhandene staatenlenker.

Ein nitupsaR
 
16
28.7.2010, 21:50

Sehr spannende Geschichte, danke.

Jo eh...
24
28.7.2010, 19:22

Ein exzellentes, und auch äußerst interessantes, Interview. Da hat man endlich einmal das Gefühl dass ein Experte wirklich weiß wovon er spricht. Was oft leider nicht der Fall ist.

Alfredo di Stefano
83
28.7.2010, 18:29

und Frau Thatcher hat trotzdem gewonnen - Glückwunsch dazu noch im nachhinein an den britischen Steuerzahler

Franz A.
02
29.7.2010, 15:30
Thatcher

Ja, die Thatcher war schon eine coole Frau.
Die hat das wenigstens durchgezogen.

Nick Tameer
01

Der feuchte Traum jedes Masochisten.

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