Liesing: Zwischen Wohnpark Alt-Erlaa und Dorfplatz

Sebastian Pumberger, 30. Juli 2010 10:07
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    Der Wohnpark Alt-Erlaa ist eine der größte Wohnanlagen der Stadt- Swimmingpools am Dach und Aussicht inklusive.

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    Bundeskanzler Werner Faymann, hier bei der Stimmabgabe zur Nationalratswahl 2008, wohnt in Liesing und ist dortiger SPÖ-Bezirkschef.

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    Bei der Bezirksvertretungswahl 2005 konnte die SPÖ in Liesing ihre absolute Mehrheit ausbauen. Quelle: www.wien.gv.at

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    Bei der Gemeinderatswahl zeigt sich ein ähnliches Bild wie im Bezirk, die SPÖ gewann leicht dazu, die FPÖ verlor. Quelle: www.wien.gv.at

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    Einen Dämpfer gab es bei der Nationalratswahl für SPÖ und ÖVP, beide Regierungsparteien musste in Liesing massiv stimmen einbüßen.Quelle: www.wien.gv.at

Wiens jüngster Bezirk, die Heimat Werner Faymanns, wird seit Anbeginn von der SPÖ regiert

Liesing, der 23. Wiener Gemeindebezirk, schwebt zwischen vorstädtischen Gewerbegebieten und erhaltengebliebenen Dorfstrukturen, Siebziger-Jahre-Hochhäusern und Einfamilienhausträumen. Hier leben Arbeiter wie Spitzenpolitiker, wird produziert und verkauft, verteilt und gewohnt.

Wiens jüngster Bezirk

Der 23. Wiener Gemeindebezirk ist der jüngste Bezirk der Bundeshauptstadt. Neben Mauer und Liesing wurden Kalksburg, Rodaun, Atzgersdorf, Erlaa, Siebenhirten und Inzersdorf zum Bezirk Liesing zusammengefasst. Erst während des Nationalsozialismus wurden die Orte, neben weiteren, nun zu Niederösterreich gehörenden Ortschaften, zunächst zum 25. Bezirk von „Groß-Wien" erklärt.

Damals gehörten unter anderem auch Perchtoldsdorf oder Vösendorf zu dem Bezirk. Mit der Neuziehung der Grenzen 1954 wurde ein Teil der eingemeindeten Gebiete an Niederösterreich zurückgegeben, die genannten acht Dörfer wurden zum 23. Bezirk.

Wohnturm und Dorfplatz

In Mauer ist der dörfliche Charakter erhalten geblieben, viele Villen die hier draußen vor der Stadt um 1900 entstanden sind, gibt es nach wie vor. Der Weinbau und Heurigen geben der Ecke des Bezirks sein typisches Flair. Anders ein paar Häuserblöcke weiter:

In Alt-Erlaa stehen die wohl bekanntesten Wohntürme Wiens, von der Autobahn gen Süden gut sichtbar. Der Wohnpark Alt-Erlaa wurde zwischen 1973 und 1985 errichtet und ist die größte nicht-kommunale Wohnanlage Wiens mit rund 3.200 Wohnungen, Swimmingpool am Dach und Wohnpark-TV inklusive.

Kulinarisches Herz

Der Bezirk an der Liesing beheimatet aber auch ein großes Gewerbegebiet. Neben Geschäften, Kleinindustrie, Firmensitzen oder Möbelmärkten steht in Inzersdorf das kulinarische Herz der Stadt, der Großgrünmarkt. Hier wird entschieden was Wien isst, Obst-, Gemüse- und sonstige Delikatessen werden für den Einzelhandel wie die Gastronomie feilgeboten. Hier gibt es den Marchfelder Spargel ebenso wie die Flugmango - doch nur für Abnehmer großer Mengen.

Ein weiterer Versorgungsknoten steht unweit, das Verteilungszentrum der Post. Von hier werden Postsendungen und Pakete nach ganz Österreich hin weitestgehend automatisiert verteilt.

Wachstumspotenzial

Rund 91.000 Menschen lebten 2008 in Liesing, von 2004 bis 2008 wuchs die Bevölkerungszahl um gut 5 Prozent an. Wachstumspotenzial ist in dem Bezirk noch genügend vorhanden, rund 22 Prozent des Bezirks sind Grünflächen abseits von Parkanlagen. Während in ganz Wien AusländerInnnen durchschnittlich 20,1 Prozent der Wohnbevölkerung ausmachen, sind es in Liesing nur 10,3 Prozent.

Der durchschnittliche Liesinger ist 42,4 Jahre alt, hat eine Lehre bzw. berufsbildende höhere Schule abgeschlossen (44,6 Prozent) oder hat nur einen Pflichtschulabschluss (26,6 Prozent). 16,7 Prozent der Liesinger verfügen höchstens über einen Maturaabschluss, 12,1 Prozent der Bewohner verfügen über einen Hochschul- oder Kollegabschluss.

Von Anbeginn rot

Liesing ist ein traditioneller SPÖ-Bezirk, wenngleich die Stimmenanteile der Sozialdemokraten zwischen den Bezirksteilen je nach Bevölkerungsstruktur stark variieren. SPÖ-Bezirksparteiobmann der SPÖ-Liesing ist Kanzler Werner Faymann, der selbst in dem Bezirk am Rande Wiens wohnt. Bezirksvorsteher ist seit 1995 Manfred Wurm, wie jeder seiner Vorgänger seit 1945 kommt er aus der SPÖ.

Bei den letzten Bezirksvertretungswahlen konnte die SPÖ ihre absolute Mehrheit auf 51,1 Prozent oder 30 Mandate in der Bezirksvertreung ausbauen. Großer Verlierer im Bezirk war die FPÖ, die 5,4 Prozent an Stimmen verlor und auf 13,4 Prozent kam. Die Grünen konnten mit 12,8 Prozent leicht zulegen (plus 1,1 Prozent), ebenso die ÖVP legte um 2,6 Prozent auf 19,4 Prozent zu. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Gemeinderatswahl 2005. 

Dämpfer bei Nationalratswahl

Anders hingegen bei der Nationalratswahl 2008: Hier mussten SPÖ und ÖVP herbe Verluste im Bezirk hinnehmen, die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil um 7,2 Prozent auf 21,1 Prozentpunkte im Vergleich zur vorangegangenen Wahl ausbauen, die SPÖ verlor 6,2 Prozent, die ÖVP 5,7 Prozent. (Sebastian Pumberger, derStandard.at, 30.Juli 2010)

Info:

Wahlberechtigte (2005): 68.151

Bezirksvertretung (Mandate): SPÖ 30,  ÖVP 11, FPÖ 8, Grüne 7

Bezirksvorsteher: Manfred Wurm (SPÖ)

Kommentar posten
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mannvonnebenan
05.08.2010 20:32
der besch....bezirk wiens

schlichtweg eine katastrophe der 23.; infrastruktur in weiten teilen kaum gegeben, zumindest in der gegend zwischen atzgersdorf und mauer, ohne auto ist man schlichtweg aufgeschmissen, kaum einkaufsmöglichkeiten, nicht mal ausreichend praktische ärzte, dafür verdreckt...die mieseste (wohn-)gegend wiens

Gerhard Grabner
11.10.2010 01:11
Augen aufmachen:

In jeder zweiten Gasse fährt eine Buslinie, Schnellbahn, U6. Südbahn, jede Menge Busse auch ins Umland. Einkaufszentren an jedem Eck. Wo leben sie denn?

Dr. Kompotto
05.08.2010 19:12
Schöner Bezirk, wohne ja selber dort...

...einzig die Leute sind teilweise ein bisschen nervig; ein bisschen viel flugzeugzählendes Kleinbürgertum mit Liebe zur Reviermarkierung - so die Sorte: "Sie stehen auf meinem Parkplatz!"

Aber ansonsten: Durchaus lebenswert!

fasziniert
06.08.2010 20:45
Ihre Großzügigkeit mit der Gesundheit und Lebensqualität anderer in Ehren...

...aber wenn wegen einem einzigen Euro pro Sitzplatz täglich 40 mal rücksichtlos über dicht besiedeltes Gebiet gestartet wird, stellt sich schon die Frage, ob hier nicht eher die Luftfahrtkonzerne der Erbsenzählerfraktion zuzurechnen sind, als jene die sich dagegen zur Wehr setzen.

LSF
05.08.2010 08:50
Liesing verfügt über eine ganze Reihe von sehr netten Wohngegenden in allen Bezirksteilen

deren Lebensqualität wird aber seit 2004 - damals wurde in einer Nacht und Nebelaktion eine Abflugroute über den Bezirk gelegt - systematisch durch dröhnenden Fluglärm beeinträchtigt = täglich - auch am Wochenende - ab 7h bis 22h! Für fluglärmfreie Pausen dazwischen gibt es keine Garantie.

Eine Dame aus Mauer (kommt bis auf die praktisch nicht vorhandenen Villen schon recht nah an Grinzing heran) hat es in einer Bezirkszeitung einmal so auf den Punkt gebracht: liebenswert aber nicht mehr lebenswert.

An den Durchzugsstraßen, wo es ohnehin schon laut ist, stört der Fluglärm vor allem dann, wenn der andere Lärm gerade einmal nachläßt.

ÖVP, FPÖ, Grüne und Bürgerinitiativen kämpfen gegen den Fluglärm in Liesing, die SPÖ (noch) nicht.

wuermchen
05.08.2010 21:34
Soweit ich weiß, ist die Flugroute früher über Perchtoldsdorf verlaufen.

Aber die Perchtoldsdorfer Gemeindevertretung hat es erfolgreich geschafft, den Fluglärm an Liesing abzutreten!

Genauso wie jetzt beim Kfz-Verkehr. In P`dorf wurde generell 40 kmh Höchstgeschwindigkeit eingeführt und der Lkw-Verkehr völlig ausgeschlossen. Wohin wird daher ausgewichen: natürlich über Liesing!

Danken wir die Verschlechterung unserer Lebensqualität in Liesing der unfähigen Bezirksvorstehung von Wurm & Co.!

fasziniert
06.08.2010 21:08
Seltsam gefügige Liesinger SPÖ Politiker sind ein wichtiger aber nicht der einzige Teil der Story

der andere ist, dass von der Flugroutenverschiebung die Luftfahrtkonzerne profitieren, ist der Weg doch um einige wenige km kürzer als auf der alten Flugroute.

Und um die Flugroute durchzusetzen wurden die Politiker mit einem angeblichen Kapazitätsengpaß = Arbeitsplätzeverlust unter Druck gesetzt.

An dieser Stelle kommen die Liesinger SPÖ-Politiker ins Spiel, denen ihr eigener Bezirk egal ist. So wäre es nicht so schwer gewesen, herauszufinden, dass hier nicht nachvollziehbare Behauptungen aufgestellt wurden und Alternativen nicht einmal geprüft wurden.

Die P.dorfer haben übrigens seit 2006 den Landeanflug zur Westeinflugsschneise, eine Startroute die von Süden nach P.dorf verschoben wurde und hören die Liesinger Flugroute.

Giuseppe Verdi1
31.07.2010 23:16
liesinger bausünden

was man uns in liesing antut geht auf keine kuhaut, soviel zum spö bezirk.

der liesinger platz es begann mit dem monströsen stets leeren parkhaus, dann der die bausünde busbahnhof, dafür ist bahnhof kaum mehr sichtbar und jetzt haben diese größenwahnsinnigen bezirksmacher das bau monster auf den brauereigründen entstehen lassen. so wenig geschmack hat die bezirksleitung. igitt.

princess of fame
02.08.2010 16:04
"Busbahnhof"

Ein Wort, das mich immer wieder erheitert.

Anfangs dachte ich auch so über den Liesinger Platz. Schiache Überbauten für die Bushaltestellen, riesiges Parkhaus mit verzichtbaren Filialen drin. Mittlerweile seh ich die Architektur des Platzes in Zusammenhang mit den Gebäucen am Brauereigelände. Und ich vermute, die Bebauung und Umgestaltung in einen modernen Bezirksteil ist noch nicht abgeschlossen. Nächster Bauplatz: das abgerissene Altersheim.

Und ich finde es zwar einerseits schade, dass die Gegend ihren dörflichen Charakter verliert, andererseits verändert sich eine Stadt und ihre Anforderungen. ZB Bahnhofmodernisierung, Gleisausbau, Ostverkehr, etc.

Michael Bakunin
01.08.2010 20:55

die bebauung der brauereigründe finde ich - bis auf den montrösen kopfteil vorne an der ecke und den hässlichen eigentumswohnungsbau an der waisenhorngasse - in ordnung.
bezüglich garage: es fehlt einfach der politische mut, die parkplätze an den straßenrändern wegzunehmen, wenn man ein parkhaus baut. dann wäre die garage gleich voll und die lebensqualität auf den straßen rundherum besser.
beim thema busbahnhof muss ich dir voll und ganz recht geben. hässlich und unpraktisch.

TRex30M
31.07.2010 16:56

Eben habe ich diesen Link, zum neuen Einkaufszentrum in Liesing gefunden:

http://riverside.at/

Giuseppe Verdi1
31.07.2010 23:20
riverside nachtrag

als gäbe es kein deutsches wort dafür aber so verdummt ist eben unsere bezirksleitung und die macher.

wo aber bitte wird denn geparkt wenn man dorthin wollte? ich schreibe wollte, denn der verkehr ist doch jetzt schon am zusammenbrechen selbst den gemütlichen freitagsmarkt kann man kaum mehr anfahren.

Michael Bakunin
01.08.2010 20:59

unter dem riverside gibt es eine große tiefgarage für das einkaufszentrum. an parkplätzen dürfte es also kaum mangeln.
dazu kommt, dass dieses einkaufszentrum mit öffentlichen verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. viele menschen werden daher kein kfz benötigen. ein großer teil der kundschaft wird direkt aus den wohnungen darüber stammen. die brauchen gar kein verkehrsmittel.

wuermchen
01.08.2010 00:14
Wurm-City

wär zumindest halb Deutsch und auf alle Fälle zutreffender!

Neue Parkplätze? Einfach die Liesing überplatten - Problem gelöst!

MajorTom11
31.07.2010 14:50
Tolle Serie @ Red.!

Für mich als OÖ, für den´s immer ein bisserl aufregend ist in die große Stadt fahren (weil ich mich nicht wirklich gut auskenne) eine tolle Serie in der man die Stadtteile sehr gut kennen lernt. Vor allem weil die Kommentare im Forum immer ergänzende Infos von Insidern sind. Und NEIN, ich will mich hier nicht anbiedern und ein schleimen - war mir nur ein Bedürfnis der Redaktion "Danke" für die Serie zu sagen.

Gerhard Müller
31.07.2010 10:43
Ich kann es nicht beurteilen

denn ich stelle fest, dass ich nach mehreren Jahrzehnten, in denen ich in den inneren Bezirken wohne bzw. gewohnt habe, einfach Liesing nur als Autobahndurchfahrt erlebt habe. Aber ich denke, da geht es vielen Wienern so. Irgendwo ab einer gewissen Größe einer Stadt hört man auf, einen großen Teil der Stadt als Teil "seiner" Stadt zu begreifen.

Ja, von Mauer habe ich gehört, auch von Alt Erlaa - man kann es ja kaum übersehen, der Großgrünmarkt ist eine gute Quelle für billigen Einkauf, man muss aber früh aufstehen, die Mengen die man einkaufen muss, sind gar nicht so groß, vor allem kann man Saisonware billig erstehen, wenn man halt Einkocht.

Auch Topfpflanzen bekommt man sehr günstig.

Aber sonst?

Terra incognita.

Michael Bakunin
01.08.2010 21:01

dann hast aber was versäumt. liesing ist einer der schöneren bezirke (wenn man inzersdorf und siebenhirten mal ausklammert).

machtnixx
05.08.2010 14:02
7hirten

ist ein tolles Dorf an der Stadtgrenze, wenig Verkehr, nette Leute, Parkplätze, grün, Nahversorgung sehr in Ordnung...

Michael Bakunin
05.08.2010 15:41
wenig verkehr?

umzingelt von der triester straße, südautobahn, altmannsdorfer straße und ketzergasse.
das soll wenig verkehr sein? und so ist das grün in siebenhirten? das bisserl am kellerberg?

thomislav
31.07.2010 12:09

schön gesagt

systemfehler1
31.07.2010 09:29
Das einzig Störende an Liesing ist,

dass ich mich dort regelmäßig verirre.
Liegt wohl an mir, dem alten GPS-Verweigerer :-)

Ansonsten ist der Bezirk ein sehr schöner.

Erzpiefke
 
31.07.2010 06:47
Wienerisches Englisch?

Müßte doch eigentlich Leasing heißen, insbesondere wenn dort vile Wohnungen zu mieten sind.

Tino1967
 
31.07.2010 18:00
Im Original Wienerischen heißts auch

"Llliasing" wobei das einleitende "edll" dem bekannteren Meidlinger "edll" zwar sehr verwandt ist, aber doch nicht exakt dasselbe!

systemfehler1
31.07.2010 09:30
Dann müßt´s "Renting" heißen.

iohui
31.07.2010 00:08
toll dass man den faymann vergrössern kann

aber das oberste bild hätt mich mehr interessiert.

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