"Besitzstandswahrung"

Grüne kritisieren Josef Prölls Bildungspolitik

27. Juli 2010 12:45
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    "Der Schüler ist mit dem zu bewältigenden Stoff sichtlich überfordert und wird um individuelle Förderung nicht herumkommen. Auch Hilfe aus dem familiären Umfeld, z.B. seitens eines an der Thematik sehr interessierten Onkels, wäre u.U. hilfreich", so die Verbalbenotung von Josef Pröll der Grünen.

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    "Besitzstandswahrung", "Betonieren und angewandte Blockade", "Obstruktionsübungen" und "Vererbungslehre Bildungsschicht" - solche Fächer ortet der grüne Bildungssprecher Harald Walser beim ÖVP-Chef.

"New Deal" mit Investitionen in Gebäude und zusätzlichen Lehrern - Einsparungen bei Verwaltung und durch weniger Sitzenblieben

Wien - Etwas verspätet haben die Grünen am Dienstag Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) in Sachen Bildungspolitik benotet - und wenig überraschend zum schwarzen Fünfer gegriffen. "Einser" vergab Bildungssprecher Harald Walser nur in Fächern wie "Besitzstandswahrung", "Betonieren und angewandte Blockade", "Obstruktionsübungen" und "Vererbungslehre Bildungsschicht". Bei einer Pressekonferenz forderte Walser stattdessen einen "New Deal", der Investitionen in Gebäude sowie die Einstellung von 1.000 zusätzlichen Lehrern statt eines Abbaus von Pädagogen umfasst.

Da die Grünen bekanntlich gegen Zeugnisse nur mit Ziffernnoten sind, gab es auch verbale Beurteilungen für "Pröll junior" wie "Der Schüler ist mit dem zu bewältigenden Stoff sichtlich überfordert und wird um individuelle Förderung nicht herumkommen. Auch Hilfe aus dem familiären Umfeld, z.B. seitens eines an der Thematik sehr interessierten Onkels, wäre u.U. hilfreich".

Mehr Pädagogen gefordert

Statt in den kommenden Jahren 1.000 Lehrer abzubauen, sollten 1.000 Pädagogen eingestellt werden, forderte Walser. Dies würde anfangs rund 38 Mio. Euro pro Jahr kosten, könne aber durch Einsparungen in der Verwaltung locker wieder hereingespielt werden. IHS und Wifo hätten dafür ein Mindesteinsparpotenzial von 110 Mio. Euro errechnet. Mit einer einheitlichen Schulverwaltung durch eine gemeinsame Schule statt vier verschiedener Schultypen im Mittelschulbereich (AHS-Unterstufe, Hauptschule, Neue Mittelschule, Sonderschule), der Abschaffung der Bezirksschulräte sowie mehr Schulautonomie samt Globalbudget für die einzelnen Schulen käme das Geld wieder herein.

Dazu kämen noch mögliche Einsparungen bei den volkswirtschaftlichen Kosten des Sitzenbleibens in Höhe von 300 Mio. Euro jährlich. Österreich habe eine Repetentenquote von 3,6 Prozent, Länder mit einem fortschrittlichen Schulsystem mit Finnland dagegen nur von 0,4 Prozent, so Walser. Deshalb müsse auch die Umsetzung einer gemeinsamen Schule bis 14 angegangen werden, betonte der Grüne Bildungssprecher - und zwar sofort, "wenn wir nicht wollen, dass Sechs-, Sieben- und Achtjährige mit Nachhilfe traktiert werden, weil sie mit neuneinhalb ein Superzeugnis haben müssen". Unbedingt nötig seien auch Investitionen in die Schulgebäude, "aber nicht nur äußerlich". Es gehe auch um einen pädagogisch sinnvollen Umbau der Räumlichkeiten, durch den Ganztagsbetreuung möglich und Platz für Lehrer-Arbeitsplätze geschaffen werde. (APA)

 

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18 Postings
Phillip Decker
28.07.2010 10:36
Frage...

Hat er das Leibchen beim Kik gekauft?Offenbar hat der "Fünfer "nicht viel Gewicht, da er ihn so leicht in der Hand halten kann. Die Benotung ist also nicht so gewichtig-wie das die Grünen auch immer wieder betonen....

Doktor Leid
28.07.2010 08:28
Seit der Herr Direktor Walser für die

grüne Bildungspolitik zuständig ist, kann man diese nicht mehr ernstnehmen.

Orbit Ohne Zucker
27.07.2010 22:44

Gähn ...

Ich gebs zu
27.07.2010 18:57
kindischer aktionismus

Eine Kreatur
12.08.2010 11:26
sehen sie es doch positiv ..

wäre die präsentation anders verlaufen, hätten sie kommentare noch weiter unter der gürtellinie ablassen müssen ..

denn argumente gegen die präsentierten standpunkte haben sie KEINE ...

Radio Eriwan
27.07.2010 20:19
Er sagt:

Wenn man das vorhandene Geld auf die einzelnen Schulen aufteilt, wird es weniger. Ist doch wahr, oder?

Ich gebs zu
27.07.2010 20:38
Ich wüsste ja gerne, wie der als Direktor ist.

Irgendwie sehr schwer ernst zu nehmen.

Aber da ist er ja kein Einzelfall.

Geh!danke
27.07.2010 18:48
Mehr Pädagogen gefordert

Fordern wird man ja noch dürfen, aber spielen, liebe Grüne, wirds das leider nicht. wer soll sich das denn antun, Lehrer zu werden in Ö., da müsste man Masochist sein und diesem Unsinn, der fast täglich über Schule u. Lehrerschaft in Artikeln und Postings geschüttet wird, etwas abgewinnen.
Das passiert nicht und deshalb haben wir, nur die Grünen habens noch nicht mitgeschnitten, schon jetzt einen LEHRERMANGEL!
Ö. Lehrer gehen lieber nach New York oder in die Schweiz, auch nach Bayern, denn überall gibts für sie bessere Bedingungen als in Ö
Bitte an die Grünen: Nicht selbstgefällig witzelnd Zensuren austeilen, sondern ernsthaft politisch arbeiten, dann kommen sie schon wieder, die Wähler

Eine Kreatur
12.08.2010 11:29
wenn sie ein gedanke sein sollten, sollten sie einmal zu denken anfangen ..

sie orten einen lehrerInnenmangel? und regen sich darüber auf, dass die alle woanders hingehen? na logisch - so lange sich nichts getan hat, gabs kein interesse in österreich zu bleiben .. jetzt beginnt sich etwas zu tun, die schmidt ist erst ein paar jährchen im amt und die konservativen fahren schon geschütze auf, um die wenigen änderungen wieder zurückzuballern .. und sie raunzen über zustände, die ihre vorgängerInnen verursacht haben ..

mit ihrer "argumentations"methode kann jeglicher fortschritt totgeredet werden ..

Kra Wuzikabuzi
27.07.2010 16:31
Grüne kritisieren Josef Prölls Bildungspolitik

ist ja ihr job.

Unwählbare Witzpartei.

LL MM
27.07.2010 13:27

Warum wird der Unsinn, dass das Sitzenbleiben so teuer käme, immer wieder vorgebracht?
In der Pflichtschule gleicht es sich irgendwo aus. Wer in der HS abschließt und nicht das Poly besucht, kommt dem Staat sogar billiger.
In den höheren Schulen führt das Sitzenbleiben auch dazu, dass nicht wenige Schüler ihre Ausbildung abbrechen und daher dem Staat billiger kommen.
Wenn es dem Herrn Walser also ums Geld geht, dann müsste er das Sitzenbleiben sogar forcieren.

Volkswirtschaftlich wäre es ohnehin katastrophal, wenn man das Maturazeugnis nur fürs Absitzen in der Schule bekommt.

fresskopf
27.07.2010 14:00
huch...eine falsche Schlussfolgerung

Sie meinen also, dass Bildungsabbrecher dem Staat (rein volkswirtschaftlich) günstiger kommen, als die eingeschlagene Schullaufbahn fertig zu bekommen. Das ist, Sie verzeihen, ein katastrophaler Trugschluss. Ist Ihnen klar, vor welchen Problemen Bildungsabbrecher stehen und wieviel ungleich mehr Kosten diese in weiterer Folge "verursachen". An der Tatsache, dass das Sitzenbleiben enorme Kosten verursacht, ist nicht zu rütteln - das ist x-fach bewiesen. Stellt es allerdings auch für mich nur ein recht unbedeutendes Nebenargument dar, warum das Sitzenbleiben in der jetzigen Form unverzüglich abzuschaffen ist (pädagogische, psychologische und soziale Gründe sind hier weitaus wichtiger zu sehen).

LL MM
27.07.2010 14:11

Das Bildungsbudget, das Schmied zur Verfügung hat, wird durch die Schulabbrecher weniger belastet.
Die Bildungsabbrecher, sofern sie eine Lehre machen, müssen nicht zwangsläufig volkswirtschaftlich teurer kommen. Andere können das natürlich sehr wohl.

Wie gesagt, das reine Absitzen in einer Schule (wenn er dann als 15jähriger gleich ausgebildet ist wie als 18jähriger) bringt volkswirtschaftlich niemandem etwas. Und ähnliches ist dann nicht nur für die Sitzenbleiber zu befürchten.

Und ich bitte um die x-fachen Beweise.

Eine Kreatur
12.08.2010 11:33
"Die Bildungsabbrecher, sofern sie eine Lehre machen, müssen nicht zwangsläufig volkswirtschaftlich teurer kommen. Andere können das natürlich sehr wohl."

natürlich .. weil wir leben ja nicht im 21 jahrhundert und bildung ist eh nur was für "großkopferte" und jobs mit niedrigen bildungsanforderungen gibt es wie sand am meer und die zukunft sind hilfsarbeiterjobs und keine mit höheren bildungsanforderungen ..

selten so einen bildungsfeindlichen müll gelesen ..

und auf die idee, dass motiviertere schülerInnen mehr interesse am lernen haben und dadurch mehr aus sich machen, sind sie noch nie gekommen ..

ihnen wurde wohl alles im leben in den schoss gelegt ..

LL MM
12.08.2010 14:08

Ach beruhigen Sie sich doch bitte. Es geht einzig und alleine um die Frage, ob Sitzenbleiben wirklich teurer ist, da dies immer wieder gerne als Argument ins Treffen geführt wird.

Was Sie da alles hineininterpretieren? :-)

fresskopf
28.07.2010 10:54
bittschön

Den ersten Satz Ihres Postings verstehe ich leider nicht, dem zweiten kann ich tlw. zustimmen.

Den 2. Absatz halte ich für reine Polemik.

auf die Schnelle bei der AK Wien fündig geworden; sollten noch weitere Rechenbeispiele nötig sein, bitte um eigenständige Recherche (findet man recht schnell ;-)

http://wien.arbeiterkammer.at/online/si... TJAHR=2008

LL MM
28.07.2010 15:08

An meinem ersten Satz ist gar nix schwer zu verstehen: Je weniger Schüler (wegen Dropout) desto weniger Geld muss Schmied ausgeben.

Wieso soll der zweite Absatz reine Polemik sein?

Die "Studie", die Sie verlinkt haben, beinhaltet einige abenteuerliche Berechnungen:
14.000 Euro (weil kein Job) + 6720 Euro (weil Unterhalt).
Da werden die Unterhaltskosten ja doppelt berechnet.
Ähnliches gilt für die Transferleistungen vom Staat. Die stehen ja dann den Familien auch nicht mehr zu Verfügung. Davon findet man aber in dieser Rechnung nichts.

Oder was ist mit den Schülern, die nur die neun Schuljahre machen? Da gibt es auch kein zusätzliches Jahr.

Diese "Studie" der AK ist alles andere als seriös.

wolf stroh
 
27.07.2010 13:38
Sie sind dem Staat offensichtlich viel billiger gekommen!!!

Das Gegenteil von Schwachsinn ist nicht zwangsläufig klüger!!

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