Arbeitslosigkeit bei Akademikern steigt trotz positiver Tendenz

27. Juli 2010, 12:20

Dennoch niedrigste Arbeitslosenquote im Bundesschnitt

Weiterbildung, das Streben nach einem möglichst hohen Bildungsgrad, gilt als das Credo für eine erfolgreiche Zukunft. Das stimmt. Doch während die allgemeinen Arbeitslosenzahlen im Angesicht der wirtschaftlichen Erholung sinken, steigen die Zahlen bei einer besonders gut ausgebildeten Gruppe, den Akademikern. 

Im Juni lag die Arbeitslosigkeit bei Fachhochschulabsolventen um 7,9 Prozent höher als im Vergleichsmonat des Vorjahrs (auf insgesamt 1.209 Personen), bei Universitätsabsolventen stieg die absolute Arbeitslosenzahl um 8,4 Prozent gegenüber dem Juni 2009 an (auf insgesamt 8.700 Personen). Dies ist ein langfristiger Trend. Vergleicht man die Zahlen mit den Werten vor 10 Jahren, so stieg die absolute Zahl von Arbeitslosen mit Universitäts-, Fachhochschule- oder Akademie-Abschluss von 4900 Personen im Juni 2000 auf 11.094 Personen im Juni 2010. 

Die meisten Studienrichtungen haben einen Anstieg der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Ein paar Ausnahmen: Studien der Bodenkultur (minus 1,4 Prozent), Lehramtsstudien (minus 15 Prozent), Mathematik (minus 11,5 Prozent), Internationale Wirtschaftswissenschaften (minus 20 Prozent), Philosophie (minus 20 Prozent) oder deutsche Philologie (minus 1,9 Prozent). Besonders stark stieg die Arbeitslosenzahl beispielsweise bei der Forst- und Holzwirtschaft (plus 90,9 Prozent), der Internationalen Betriebswirtschaft (28,0 Prozent) oder beim Bauingenieurswesen (39,0 Prozent).

Langfristiger Trend

Akademiker mussten in den letzten Jahren feststellen, dass ihre Jobs keinesfalls sicher sind. Langfristig gesehen entwickelten sich nicht alle Studienrichtungen gleich. Ein paar Beispiele: Während die Arbeitslosenzahl bei Medizin in etwa gleich blieb, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl bei Betriebswirten von 358 im Jahr 2000 auf derzeit 1.073 Personen. Allein im letzten Jahr stieg diese Zahl um 6,7 Prozent an, wie Statistiken des AMS zeigen.

Besonders gravierende Verschlechterungen gab es im letzten Jahrzehnt für Absolventen der Publizistik. Hier stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten von 72 Personen auf 333 Personen an. Auch für Psychologen haben sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt verschlechtert, 2010 waren noch 167 Personen mit abgeschlossenem Psychologie-Studium arbeitslos, 2010 waren es rund 343 Personen.

Gute Chancen am Arbeitsmarkt

Obwohl sich die Bedingungen für viele Akademiker am Arbeitsmarkt verschlechtert haben, liegen sie im Vergleich noch sehr gut. Im Juni lag die Arbeitslosenrate der Akademiker bei 2,2 Prozent. Vor zehn Jahren lag die Arbeitslosenquote bei Akademikern noch bei 1,9 Prozent. Durchschnittlich waren im Juni 2010 5,8 Prozent arbeitslos, bei Pflichtschulabsolventen lag die Quote jedoch mit 15,5 Prozent rund dreimal so hoch wie im Bundesschnitt.

Alle Berufs- und Qualifizierungsgruppen gerechnet, sank die absolute Arbeitslosenzahl im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent auf 212.753, vor allem bei Personen mit Pflichtschulabschluss (minus 9,8 Prozent) und bei Personen mit Lehrabschluss (minus 10,4 Prozent) sank die Arbeitslosenzahl. Durchschnittlich waren im Juni 2010 5,8 Prozent arbeitslos, bei Pflichtschulabsolventen lag die Quote jedoch mit 15,5 Prozent rund dreimal so hoch wie im Bundesschnitt. (seb, derStandard.at, 27.7.2010)

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Posting 1 bis 25 von 43
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Fritz Treiber
00
28.7.2010, 11:53
Alter Hut

Akademikerquote zu niedrig in AUT - Arbeitlosenquote steigt bei den Akademikern. In Indien will fast jeder ein technisches Studium machen - bei uns Psychologie, Pädagogik, Kunstgeschichte, Soziologie, Geschichte. Berufe auf die die Wirtschaft in Zukunft bauen kann :-)
Hat einer ein anspruchsvolles Studium abgeschlossen wir er/sie ins Ausland getrieben da bei uns doch viel "intern" vergeben wird.
Techniker werden auch gesucht...ja aber HTL Absolventen die auch als Techniker zählen. Diese werden gesucht, qualifizierte Facharbeiter, den TU Absolventen sind auf die Dauer zu teuer. Da reicht einer mit einer Arbeitsgruppe von einigen HTL Absolventen in einer Firma. Oder diesen nach China schicken und dort arbeiten lassen.

Dark Funeral
 
01

Und was genau ist jetzt der Inhalt dieses Geschwurbels?

Aktive Arbeitslose
00
28.7.2010, 11:38
Mehr qualifizierte Arbeitslose braucht das Land

... dann gibt es vielleicht doch eine organisierte Arbeitslosenszene?

Mit der technischen Rationalisierung gibt es zum Teil auch eine Dequalifizierung von Arbeit, daher bringt langfristig nur eine Neuverteilung von Arbeit wirklich etwas bzw. Finanzierung neuer Arbeit durch Besteuerung von Kapital und Vermögen.

Ügrigens: Es läuft gerade eine Umfrage über positive und negative Auswirkungen von Erwerbsarbeitslosigkeit und AMS-Massnahmen unter

http://umfrage.aktive-arbeitslose.at

Queen of Sheba
 
00
28.7.2010, 11:13
Gibt es einen Link zum Originaldokument ?

franz der freie
 
00
28.7.2010, 09:16
es gibt jobs für akademiker.

als prolodemiker>> in jobs mit niedriger qualifikation. wo sollen die vielen psychologen, paläontologen, zeitungs- und medienwissenschaftler denn hin ? natürlich gibt es einen mangel bei den technikern. aber dieses schwierige studium tun sich nicht viele an.

muhme
41
28.7.2010, 09:33
Techniker haben im Allgemeinen gute Chancen,

aber auch Pharmazeuten werden sowohl in der Industrie als auch von Apotheken gesucht. Juristen kommen nach wie vor gut unter auf dem Arbeitsmarkt und auch viele Lehramtskandidaten finden Jobs. Viele Absolventen haben halt bei der Auswahl ihres Studiums zu sehr an den oft gehörten Satz "Wenn dich etwas nur richtig interessiert, dann wirst du darin auch erfolgreich sein" geglaubt und sind jetzt furchtbar enttäuscht, weil sich auf dem Interessensgebiet keine Arbeit mit Einkommen findet.

slobodan covjek
01
28.7.2010, 19:50
"Techniker haben im Allgemeinen gute Chancen"

In Wirklichkeit braucht die österreichische Wirtschaft aufgrund ihrer Struktur recht wenig akademische Techniker. Wenn Techniker einen Job bekommen, dann ist der in der Regel schlecht bezahlt.
Ein technisches Studium amortisiert sich zur Zeit in der Regel nicht.
Vom Durchschnittseinkommen und den Arbeitsbedingungen der Lehrer, der Ärzte, der Pharmazeuten können Techniker nur träumen.

Gemurr Gemurr
00
30.7.2010, 00:59
Erstaunlich.

Hätte ich nie gedacht.

fangdenhut
03
28.7.2010, 10:58

Gute Geisteswissenschaftler haben in der Regel auch null Probleme einen Job zu finden. Nur viele wollen sich eben nicht eingestehen, dass man mit einem Notenschnitt irgendwo jenseits der drei und/oder ohne jegliche relevante Arbeitserfahrung (Praktika,... und nicht kellnern) einfach nicht zu den guten gehört.

Gemurr Gemurr
21
30.7.2010, 01:07
Theorie vs. Praxis

Was besagt ein Notendurchschnitt anders als gut auf Prüfungen vorbereitet? Daraus auf praktische Fähigkeiten zu schließen scheint mir sehr suspekt z.B. im medizinischen und pädagogischen Bereich.

Jukebox
00
28.7.2010, 09:00

Die Studie ist für´n Hugo: auch Holz- und Forstwirtschaft ist ein BoKu-Studium. Außerdem ist allgemein bekannt, dass Lehramtsstudium nicht Lehramtsstudium ist: einen Job mit PPP kannst dir aufzeichnen, während NaWi-Absolventen noch immer gesucht werden.

Prof. h.c. Doleg Stinida
12
28.7.2010, 08:40
Tendenz steigend

Ich kann mich noch an einen Artikel erinnern, in dem die EU die zu niedrige Akademikerquote in Österreich beanstandete. Ist noch gar nicht lange her...

fangdenhut
00
28.7.2010, 11:22

Es war die OECD, wenn ich mich recht erinnere, aber die Feststellung strotzte dennoch nur so vor Ignoranz: Kaum ein anderes OECD-Land hat einen auch nur annähernd vergleichbar gut ausgebauten sekundären Bildungsbereich (va HTLs), da braucht man schlicht und einfach weniger Uni-Absolventen. Aber noch dämlicher waren unsere Politiker, die sich auf diese Studie bezogen haben, weil bei denen kann Unvertrautheit mit dem hiesigen Bildungssystem nicht als Ausrede gelten.

`gsi
00
27.7.2010, 23:36
gutes interview bezüglich uni-debatte

http://tinyurl.com/37635z8

theres5
21
27.7.2010, 19:42
Befragung zum Thema Atypische Beschäftigung

Hallo!!
Im Rahmen meiner Master Thesis führe ich eine Befragung zum Thema atypische Beschäftigung durch.

Ich freue mich über Ihre Teilnahme!

www.soscisurvey.de/arbeitsmarkt

eze eze
 
00
27.7.2010, 23:11

Bitte ändere die Eingabefelder bei all jenen Fragen, wo 4 Eingabezeilen sind - am besten nur ein Feld machen + Zeichenbegrenzung, es ist sehr ärgerlich wenn man in die Zeile was reinschreibt, und dann erst ganz am Schluss die Meldung kommt, dass das Format nicht passt.

Andreas Schmidt
20
27.7.2010, 19:40
Man kennt den Wappler mit der Nina

Die Akademiker sind einfach dämlich. Da finden sie auch keinen job!

Gemurr Gemurr
04
28.7.2010, 01:12
Irgend einen Job finden sie wahrscheinlich schon -

aber keinen, für den sie jahrelang gebüffelt und mit extrem reduzierten finanziellen Mitteln gelebt haben in der Hoffnung, dass sich die lange Ausbildungszeit irgend wann einmal rentiert.

Das Chaos an unseren Unis macht jedes Studium zur Qual.

stefan81
11
28.7.2010, 09:41

wenn man was studiert was die wirtschaft braucht, dann muss man sich um einen job auch keine sorgen machen.

Gemurr Gemurr
01
28.7.2010, 14:36
Die Wirtschaft deckt nicht alle Arbeitsfelder ab. Auch die Umwelt braucht Experten z.B. Biologen

Aber die fristen sehr oft ein mühsames Leben von Projekt zu Projekt. Dass es auf diesem Gebiet viel zu tun gäbe und sie gebraucht werden, stellt niemand in Frage,aber die meisten Projekte werden von der öffentlichen Hand finanziert und die lässt das Geld lieber im aufgeblähten Verwaltungsapparat versickern.

lothar.matthäus
03
27.7.2010, 17:06
"...steigt trotz positiver Tendenz"

Was sollte sie bei "positiver Tendenz" denn sonst tun?

Loxoceles
02
27.7.2010, 16:00

> steigen die Zahlen bei einer besonders gut
> ausgebildeten Gruppe, den Akademikern

Nona. Mit dem Ziel, die Akademikerquote zu erhöhen, bekamen mehr Leute einen akademischen Abschluss. Der Arbeitsmarkt selbst und die durchschnittliche Leistungsfähigkeit der Bevölkerung haben sich allerdings kaum verändert.

Es war vorherzusehen, dass die Veränderungen im Bildungssystem nur zusätzliche arbeitslose Akademiker bringen werden.

pippi langstrumpf
014
27.7.2010, 15:23
wichtiges detail!!!!!!!!

zu beachten sind diejenigen akademikerInnen, die nicht beim AMS aufscheinen da sie keinen anspruch auf arbeitslosengeld haben (zu wenige monate an eingezahlten beiträgen)!!!!!!!!!!

Queen of Sheba
 
10
28.7.2010, 11:10
Oder sich zu "nobel" sind, dort hinzugehen !

Acheron2033
01
30.7.2010, 17:32

genau, weil man sich ja "zu nobel" ist um Krankenversichert zu sein? Stumpfsinn.

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