Würgeschlange lebte in zu kleinem Terrarium - Verfahren eingeleitet - Keine weitere Intensivsuche
Die im Süden von Graz ausgebüxte Boa Constrictor namens "Amanda" bleibt verschwunden. Wie es am Dienstag von der Polizei hieß, werde keine konzentrierte Suche mehr unternommen. Inzwischen wurde bestätigt, dass die Würgeschlange nicht - wie seit 2004 im Gesetz vorgeschrieben - bei der Behörde gemeldet war. Außerdem habe das Reptil in einem viel zu kleinem Terrarium leben müssen.
Am Montag war die große Suchaktion erfolglos abgebrochen worden, trotzdem wolle man auch am Dienstag und in den kommenden Tagen nach dem Tier Ausschau halten: "Wir fahren gelegentlich mit einer Streife vorbei und die umliegenden Bauern versprachen, auch in ihren Kürbisäckern ab und zu nachzuschauen," so Polizeieinsatzleiter Willibald Thaller. Man gehe davon aus, dass es der Schlange momentan zu kalt ist und sie sich an einem warmen Plätzchen verkrochen hat - zumal nun auch die Verdauung des am Sonntag verfütterten Hasen begonnen habe.
Zum Hergang der Biss-Attacke und dem anschließenden Reißaus der Boa konnte die Polizei noch nichts Genaueres sagen. Nach ersten Angaben des 52-jährigen Schlangenbesitzers dürfte das Reptil bei der Fütterung die Hand mit dem Hasen verwechselt haben. Jedenfalls ging das Terrarium im Zuge der Futtergabe zu Bruch. Als der Mann seine Wohnung im ersten Stock verließ, vergaß er auf die gekippte Balkontür.
Verfahren eingeleitet
Thaller erklärte, dass nun ein behördliches Verfahren gegen den Tierhalter eingeleitet werde, räumte aber ein, dass der Kauf der Boa vor etwa zehn Jahren legal war. Nur habe sich inzwischen das Landesgesetz (Tierschutz- und Tierhaltegesetz) geändert. Fraglich sei, ob der Schlangenbesitzer überhaupt belangt werden kann: "Das könnte eine Frage der Rechtsauslegung werden." Dass das Terrarium in jedem Fall zu klein war, habe jedoch selbst er als Laie erkannt.
Wegen der offen gelassenen Balkontür drohe dem 52-Jährigen aber auch ein Verfahren wegen fahrlässiger Gemeingefährdung. Thaller hielt dem Halter aber zu Gute, dass er die Polizei informiert habe. Eine weitere Konsequenz werde eine Rechnung für den Einsatz der Exekutive sein. Wie hoch diese ausfallen wird, konnte der Einsatzleiter nicht sagen: "Die meisten Beamten waren ohnehin im Dienst und die Polizeischüler wären sonst eben in ihren Klassen gesessen." (APA)