Lama-Trekking im Pinzgau: Tiere kümmern sich ums Gepäck - Tempo und Rhythmus wird von "Wuschel", "Attila" und "Professor" bestimmt
Salzburg - Für eine Tour durch die Berge der Europa-Sportregion Zell am See-Kaprun im Salzburger Pinzgau kann man sich für den schweren Rucksack treue Weggefährten zu Hilfe nehmen. Mit den Lamas "Wuschel", "Attila" und "Professor" kann man nicht nur Bergtouren unternehmen, sondern sich von den Tieren auch das Gepäck tragen lassen. Seit 13 Jahren wird in der Europa-Sportregion Lama-Trekking angeboten. Tempo und Rhythmus wird von den Tieren bestimmt.
Der "Professor" öffnet Stalltüren mit der Schnauze, ist keiner neuen Entdeckung abgeneigt und kann sich viel mehr Kommandos merken als der Rest der Truppe. "Attila" tut es seinem Namensgeber, dem herrschsüchtigen Hunnenkönig, gleich und ist zum unangefochtenen Boss im Gehege aufgestiegen. Hier bestimmt er, wo es lang geht. Der Dritte verdankt seinen Namen dem lockigen Fell, das nicht einmal mit menschlicher, morgendlicher Körperhygiene zu bändigen wäre.
Schon seit langem ist die Herde in Zell am See-Kaprun beheimatet. Mit viel Kondition und Stärke besteigen Lamas normalerweise das südamerikanische Hochland. "Professor", "Wuschel" und "Attila" erklimmen aber lieber das Kitzsteinhorn oder die Schmittenhöhe. Die gebirgsliebende Kamelart kommt ursprünglich aus Südamerika. Konditionsstark wie diese Vierbeiner sind, besteigen sie mit ihren Herrchen oder Frauchen die Berge und tragen dabei auch noch das gesamte Gepäck ihrer menschlichen Begleiter.
"Lamas sind sehr nützliche Tiere und zählen zu den ältesten Haustieren der Welt", stellt Burgi Englacher fest. Sie ist die Kapruner "Lama-Mami". "'Wuschel' ist ein Alpaka - eine sehr seltene Lama-Art, die sich durch ihr herrliches, weiches Fell auszeichnet." Nur vier dieser Tiere leben in ganz Österreich - drei davon bei ihr in Kaprun.
Englacher importierte sogar das erste Trekking-Alpaka überhaupt nach Österreich. "Für diese Tiere ist das Gebirge ein riesiger Spielplatz." Wenn eines mal wirklich nicht mit auf Tour dürfe, weil es beispielsweise verletzt sei, so wären die Lamas fast beleidigt, sagte Englacher. Übrigens: Das bekannte Spucken der Vierbeiner soll kein Angriff auf Menschen sein, sondern dient den Tieren lediglich zum Festlegen der Rangordnung. Höchstens beim Füttern kann es mal vorkommen, das ein Mensch etwas abbekommt. "Das ist der ganz typische Futterneid", meinte die Lama-Mama. (APA)