Seelische Gesundheit

Freundschaft schützt vor Depression

27. Juli 2010, 08:26
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    foto: dieter schütz/pixelio.de

    Soziale Kontakte wirken sich positiv auf das Gefühlsleben eines Menschen aus.

Psychiater ortet Ursachen im Beziehungsleben - Defizite an sozialen Kontakten dient als Negativfaktor und Verstärker

Wien - Freundschaften und enge soziale Kontakte schützen vor Depressionen. Zu diesem Schluss kommt der Peter Fischer, Leiter der Psychiatrischen Abteilung am Wiener SMZ Ost - Donauspital. Depressionen in verschiedenen Stärken nehmen in der industrialisierten Welt stark zu. "Interessanterweise ist das Land mit der geringsten Depressionsrate das arme Bangladesch. Dort spielen soziale Kontakte in der Großfamilie eine wichtigere Rolle. Und das wirkt sich offensichtlich positiv aus", so der Experte.

Entscheidend seien nicht nur Freunde, sondern der gesamte Freundeskreis, der unterstützend wirkt. "Die Frage lautet daher: Wie viel Stunden am Tag spreche ich mit anderen Menschen? Eigentlich sollten Soziologen in der Frage mitforschen, warum und wie Depressionen zu einer Volkskrankheit geworden sind", meint Fischer.

Viele Ursachen für Depressionen

Für Depressionen gibt es genetische Dispositionen, doch auch psychische Altlasten aus der Kindheit spielen eine Rolle. "Jeder kann Depressionen bekommen", so Fischer. Ein wichtiger Auslöser ist chronische Stressbelastung. "Das Burnout-Syndrom ist als eine Sonderform der Depression ein gutes Beispiel. Dabei kommt es nicht notwendigerweise auf die Menge an Arbeit an, sondern auf die Belastung. Man fühlt sich als Einzelkämpfer, der sich durch immer mehr Verantwortung Respekt verschaffen muss." Das Problem kann bereits im Schulalter auftreten.

In der heutigen Zeit wird der Terminus "Burnout" jedoch inflationär verwendet und die Gesellschaft bringt daran Leidenden sogar Anerkennung entgegen. Hingegen ist die Diagnose "Depression" immer noch stark stigmatisiert. "Unsere Kultur sieht es offensichtlich als nicht wichtig an, wie wir mit uns selbst umgehen", meint der Psychiater. Viele Depressionen haben ihre Ursachen im Beziehungsleben. Das Defizit an sozialen Beziehungen ist ein wesentlicher Negativfaktor und Verstärker.

Verschiedene Berufsgruppen begleiten Depressive

Um die immer größere Zahl an Depressiven medizinisch zu versorgen, arbeiten verschiedene Berufsgruppen zusammen. Die Palette der Behandlung reicht von der Gesprächspsychotherapie zur psychiatrischen Behandlung. In schweren Fällen ist sogar stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig. Der Mediziner rät dazu, jedenfalls einen Experten aufzusuchen, wenn man sich seelisch für eine gewisse Zeit nicht wohlfühlt. "Wir müssen endlich begreifen, dass zum Gesundsein auch das psychische Wohlfühlen dazugehört", erklärt Fischer abschließend.

Am Freitag, den 3. September findet in Wien der Tag der Seelischen Gesundheit statt. Die Veranstaltung soll Transparenz schaffen und einen offenen, modernen Umgang mit Krankheiten fördern, von denen viele Menschen betroffen sind. Fischer referiert bei dieser Veranstaltung über Burnout.  (pte)

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18 Postings
NickKnarrkarton
00
31.7.2010, 19:17
Naja ...

Das mit den sozialen Kontakten stimmt zwar zweifelsohne, geht aber wieder zu wenig in die Tiefe. Was ist den heute die häufigste Antwort, wenn es darum geht, soziale Kontakte zu pflegen ? -> "keine Zeit", meist aus beruflichen Gründen.
Also da beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz. Viele Leute sind beruflich einfach so eingespannt, daß sie privat meist einfach "ihre Ruhe" haben wollen - das fördert natürlich nicht unbedingt soziale Kontakte.
Ich weiß nicht, wieso die Ursache ständig beim einzelnen vermutet und therapiert wird, wenn das System, das ursächlich dahinter steht, das wahre Problem ist. Das zeigt doch bitte schon alleine der Vergleich mit Bangladesch.

aktionsgemeinschaft für inkontinenzunterwäsche
10
27.7.2010, 20:34
nahabedieehre

lieber depressiv als der gewalttätigkeit einer großfamilie ausgesetzt sein!

SR1
21
27.7.2010, 22:37

Wenn Freundschaft vor Depression schützt halte ich es für völlig verantwortungslos und absolut untragbar Menschen die an Depressionen leiden in den Kosovo abzuschieben.

SR1
21
27.7.2010, 22:49

Würde mich interessieren ob Arigona Zogaj auch dann abgeschoben worden wäre wenn sie zum Beispiel an einer Krebserkrankung gelitten hätte. Aber eine Depression ist offensichtlich als Krankheitsbild nicht anerkannt.

Gallo Way
10
28.7.2010, 14:19

Naja a Depression kannst leichter vortäuschen als Krebs ;-)

Andreas Schmidt
70
27.7.2010, 19:39
Der wappler hat keine Depression wegen der Nina

Arbeiten und die Liebe zur Nina, da hat eine Depression ka Chance bei mir!

Hustler
00
28.7.2010, 12:25
Nina Hörl ?

Leo N.
08
27.7.2010, 17:23
Ich erwarte

mit schweißnassen Händen das ultimative Dossier zum Thema: Essen schützt vor Hunger.

Sven Dirks
013
27.7.2010, 15:15
Zu einfach...

... das Ganze ist ja ein Teufelskreis, denn mit Depressionen schafften es die Patienten eben nciht mehr, ihr Sozialleben aufrecht zu erhalten, was wiederum die Depression verschärft.

Singuläre Ursachen scheiden ohnehin aus, dazu ist das Ganze viel zu komplex.

Last not least hat jede Gesellschaft "ihre" Krankheiten. Ruhr, Cholera, Malaria und ähnliche in Bangla Desh, Tuberkolose und "Hysterie" im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts, ADHS, Autoimmunerkrankungen, Burnout und Depressionen im heutigen Westen.

Galina Ulanowa
33
27.7.2010, 17:04

und sie geben sich gerne mit quengeligen, grantigen, reizbaren Menschen ab? Mit Leuten die dauernd zu spät kommen, verschlafen, Dinge vergessen?

Das schlimme ist ja, das gesunde nicht mehr wirklich tiefe Freundschaften haben. Aber sie funktionieren halt auf der Arbeit oder im Verein. Dadurch werden halt diese losen Bekanntschaften und das soziale Umfeld aufrecht erhalten.

Die Depressiven hocken zuhause im Loch und warten auf nen Anruf. Im Beisl am Eck vermisst sie aber niemand. Der / die Depressive denkt sicht: Wusste ichs doch, niemand liebt und vermisst mich.

Das einzige, was etwas bringt ist aktive zugehen vom Umfeld. Aber dafür muss man halt die Menschen gern haben und nicht nur als Kollegen oder Saufkumpanen sehen.

Sven Dirks
01
27.7.2010, 17:53
Keine Ahnung....

... was Sie mir mit Ihrem posting mitteilen möchten?

LG

Sven

PS: Ich habe keinen Fernseher dafür aber viele Freunde :-)

Dr. Schland
07
27.7.2010, 13:15
Krass...

...auch ich dachte immer, es ist umgekehrt.

R. M.
00
27.7.2010, 14:28
Naja...

Es kommt auch darauf an mit wem man Kontakt hat. ;-)

the Shelby
04
27.7.2010, 13:05

"Freundschaften und enge soziale Kontakte schützen vor Depressionen."
Wahnsinn! Das hätte ich nie gedacht.

Gallo Way
00
28.7.2010, 14:20

Ja wahnsinn nicht wahr und umgekehrt schützt Depression auch wirksam vor Freundschaften. ^^

hagane
00
28.7.2010, 12:22

schützen tun sie vor depressionen gewiss nicht. wenn botenstoffe im hirn nicht mehr richtig produziert/verarbeitet werden dann kann man auch eine million bester freunde haben.
freundschaften helfen gewiss (neben einer therapie) mit einer depression leben zu können.

Famous Blue Raincoat
00
27.7.2010, 10:18
Danke für diese erleuchtende Feststellung ...

... soviel zum SMZ Ost.

Kontrahent1
00
27.7.2010, 12:42
Diese Untersuchung

ist wirklich Nobelpreisverdächtig. Wer wäre auf sowas gekommen;-)

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