Women's Outreach

GNOME: Förderung für Entwicklerinnen mit Signalwirkung

Andreas Proschofsky, 27. Juli 2010, 08:16

Erste Runde des Programms soll im Spätherbst starten - "Wir verzichten bislang auf die Hälfte der Bevölkerung"

Ein Bereich, in dem die freie Softwarebewegung schon seit Jahren - auch im Vergleich zur restlichen IT-Welt - deutliche Defizite aufweist, ist der Anteil von Frauen an der Community. Doch auch wenn die eklatante Männerdominanz auch bei der diesjährigen GUADEC, der zentralen EntwicklerInnenkonferenz des GNOME-Projekts wieder unübersehbar ist, gibt sich die Chefin der GNOME Foundation, Stormy Peters, in dieser Frage doch vorsichtig optimistisch.

Positive Bewegung

So habe es noch nie so viele Projektvorschläge von Frauen für GNOME-Projekte beim Google Summer of Code gegeben, wie in diesem Jahr, wie Peters gegenüber dem WebStandard betont. Ein Umstand, der wohl nicht zuletzt dem Engagement der GNOME Foundation selbst zuzuschreiben ist, hat man doch bereits vor einigen Monaten das "GNOME Outreach Program for Women" angekündigt, mit dem gezielt Studentinnen angesprochen werden sollen.

Ablauf

Mittlerweile ist man bei der Organisation dieses Projekts erheblich weiter gekommen, wie Peters versichert. So soll im Spätherbst die erste Runde des Outreach Programm mit drei Studentinnen gestartet werden, als Besonderheit will man sich hier zunächst einmal auf die südliche Hemisphäre konzentrieren, ist diese doch üblicherweise beim Google Summer of Code aufgrund der Ferienverteilung erheblich benachteiligt.

Aufgaben

Die Aufgabe ist dieselbe wie beim Google-Vorbild, mit konkreten Beiträgen soll also GNOME-Software verbessert werden, werden die Projekte erfolgreich abgeschlossen winken 4.500 US-Dollar. Eine zweite Runde soll dann einige Monate später folgen, dann auf Teilnehmerinnen aus der nördlichen Hemisphäre beschränkt.

Vorbild

Eine Aktion, aus der sich GNOME-Chefin durchaus eine gewisse Signalwirkung erhofft, auch wenn es hier immer wieder zu gewissen Missverständnissen komme. Ziel sei es nicht, dass von den 500 auf der GUADEC anwesenden EntwicklerInnen plötzlich nur mehr 250 Männer sein dürften, sondern dass - im Optimalfall - 500 neue Personen hinzukommen. "Wir verzichten bislang de fakto auf die Hälfte der Bevölkerung", skizziert Peters die Defizite der aktuellen Situation.

Caucus

Einige der Entwicklerinnen aus dem GNOME-Projekt - darunter auch Peters selbst - hatten sich bereits vergangenes Jahr an einem von der Free Software Foundation organisierten "Women's Caucus" beteiligt. Ein Treffen aus dem mittlerweile ein Reihe von Analysen und konkreten Vorschlägen zur Verbesserung der vorherrschenden Situation hervorgegangen sind. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 27.07.10)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.