Westjordanland: Siedler greifen Palästinenser an

26. Juli 2010, 22:58

Netanjahu will Moratorium für Neubauten nicht verlängern und drängt zu direkten Gesprächen

Jerusalem - Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat die Palästinenser aufgefordert, "unverzüglich" direkte Friedensverhandlungen aufzunehmen. Direkte Verhandlungen könnten schon in der kommenden Woche beginnen, wenn es nach seiner Regierung gehe, sagte Netanyahu am Montag vor dem Außenausschuss des israelischen Parlaments. Seine und die US-Regierung seien sich in dieser Forderung an die Palästinenserführung einig. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf Netanyahu vor, direkten Gesprächen auszuweichen.

Die Palästinenser fordern von Israel die Garantie eines vollständigen Siedlungsstopps und die Rückgabe aller nach dem Krieg von 1967 annektierten Palästinensergebiete als Vorbedingung für die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen. Abbas bekräftigte in der jordanischen Hauptstadt Amman, er sei unter diesen Bedingungen zu direkten Verhandlungen bereit.

Die Friedensverhandlungen liegen seit Israels Militäreinsatz im Gazastreifen im Dezember 2008 auf Eis. Derzeit haben Israel und die Palästinenser nur über Vermittler Kontakt. US-Präsident Barack Obama und Netanyahu hatten Mitte Juli nach einem Treffen im Weißen Haus gesagt, sie hofften auf direkte Gespräche noch vor dem Auslaufen eines israelischen Baustopps im Westjordanland am 26. September. Von dem zeitlich begrenzten Baustopp sind öffentliche Gebäude wie Schulen, Krankenhäuser und Synagogen jedoch ausgenommen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kündigte an, das zehn Monate dauernde Moratorium für den Siedlungsbau im Westjordanland, das im September endet, nicht zu verlängern. Sein Kabinett habe den Aufschub von Neubauten verkündet, um die Palästinenser zu direkten Gesprächen zu ermutigen, erklärte Netanyahu bei einer geschlossenen Sitzung eines Parlamentsausschusses. Dass die Palästinenser nach mehr als sieben Monaten der Gesprächsverzögerung nun nach mehr Zeit fragten, sei inakzeptabel.

Im Dorf Burin im Norden des Westjordanlandes wurden am Montag bei Auseinandersetzung zwischen Siedlern und Palästinensern sowie der israelischen Armee drei Palästinenser und vier Siedler verletzt. Die Armee räumte zwei Wohnwagen weg, mit denen die Siedler ihren Anspruch auf Land durchsetzen wollten, wie die israelische Polizei und Augenzeugen mitteilten. Aus Wut zündeten die Siedler palästinensische Felder an, zerstachen die Reifen von zwei Armee-Jeeps und attackierten palästinensische Dorfbewohner. Militante Siedler attackieren häufig Palästinenser und beschädigen deren Eigentum. (APA/apn)

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18 Postings
Karl Tantscher
00
27.7.2010, 11:29
Siedleraktivitäten Report aus Washington

http://www.fmep.org/reports

Karl Tantscher
13
27.7.2010, 11:13
Von dem zeitlich begrenzten Baustopp sind öffentliche Gebäude wie Schulen, Krankenhäuser und Synagogen jedoch ausgenommen.

und wie ich las, auch alle bereits vorher genehmigten Siedlungsbauten. Man hat also vor den Augen der Palästinenser fröhlich weiter gebaut und zwischenzeitlich sicher eifrig vermessen, Pläne gezeichnet und weitere Siedlungsbauten genehmigt. Nur so weiter. Israel soll seine Imagekampagne bis zum bitteren Ende fortsetzen.
Die NZZ vom 25.11.2009: ...ausgeklammert bleiben sollen Bauprojekte in beiden Teilen der Stadt Jerusalem, die Erstellung öffentlicher Gebäude in Cisjordanien sowie der Bau von einigen tausend Wohneinheiten in bestehenden Siedlungen, die von israelischen Amtsstellen schon bewilligt worden sind.
Klingt ein bisserl anders als im Standard.
.Ungeachtet eines Bau-Moratoriums sollen insgesamt 112 Wohnungen in der jüdischen Si

DieBo
14
27.7.2010, 10:48
Krake Paul Prinzip. Die Siedler gehen zwei Schritt vor. Der Staat gibt ihnen eins auf die Tentakel. Paul geht daraufhin einen Meter zurück. Am nächsten Tag geht er aber wieder zwei Schritte nach vorne... usw usw...

Es gibt für Israel nix besseres als Krake Paul.

open_eye
51
27.7.2010, 08:58
die siedler ...

... sind mit sicherheit bei weitem nicht so heilig wie sie glauben, dass es das land sei auf dem sie sich breit machen. fuer die idf ist es eine pain in the ass diese paar leutchen zu beschuetzen vor den arabern. und die araber finden es auch nicht gerade lustig wegen der siedler permanent auf eine seite des gehweges verzichten zu muessen. aber die westbank einfach so herzuschenken wie abbas sich das ertraumt ... seufz! der weiss doch selber ganz genau, dass das so nicht rennt. was soll das theater?

Karl Tantscher
02
27.7.2010, 12:49
Für die IDF ist das kein pain in ......

Sie fördern aktiv auf allen Ebenen die Siedler

open_eye
20
27.7.2010, 12:59
herr tantscher ...

aha???

open_eye
10
27.7.2010, 08:29

stimmt, bibi hat relativ viel weiterbauen lassen. er steckt zwischen den fronten. auf der einen seite will er es den us recht machen, andererseits sagen viele anhaenger seiner partei, er soll haerter durchgreifen, denn einen schritt zurueckzugehen (zb. komplett weg aus gaza) bringt aus erfahrung nichts. die palaestinenser schiessen unvermindert weiter. und was abbas jetzt fordert, ist schon a bissl muehsam: bevor er verhandeln (!) will, will er alle territorien retour. doch genau diese territorien sollen gegenstand der verhandlung sein und nicht bedingung dafuer. lieber herr abbas: was im leben kriegt man schon geschenkt? setz dich mit bibi hin und make peace!

a stranger in a strange land
11
28.7.2010, 14:29

du hast null ahnung von diesem konflikt, nicht wahr? gibs ruhig zu, deine postings verraten dich. ^^

open_eye
00
29.7.2010, 12:18
:)

uff - ertappt! ;) klaer' mich auf bitte!

A.Bundy
131
27.7.2010, 06:53
Das Mysterium der Geschichte

"Die Palästinenser fordern [...] die Rückgabe aller nach dem Krieg von 1967 annektierten Palästinensergebiete als Vorbedingung für die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen."
Wow, ich wusste gar nicht, dass Israel 1967 Krieg gegen die sogenannten "Palästinenser" geführt und dabei deren Gebiete annektiert hätte.
Ich dachte immer im 6-Tage-Krieg kämpfte Israel gegen Ägypten, Jordanien, sowie Syrien und eroberte von den beiden Erstgenannten den Gazastreifen, Judäa & Samaria und den Osten Jerusalems (den Sinai unterschlage ich der Einfachheit halber mal). "Palästinenser" gab es damals noch nicht, desweiteren auch kein "palästinensisches" Land, dass jetzt zurückgefordert werden könnte. Aber vielleicht war ja alles auch ganz anders. In Pallywood.

Karl Tantscher
01
27.7.2010, 13:49
In der Tat ist es ein bisserl anders

Zwischen Jordanien und Israel gibt es seit 1994 einen Friedensvertrag und die Jordanier haben das Westjordanland 1988 den Palästinensern abgetreten. In dem Friedensvertrag hat Israel anerkannt, dass das Westjordanland nicht mehr Teil Jordaniens ist. Und die Palästinenser gibt es, auch zum Leidwesen der Jordanier, wie Sie in Wiki lesen können, sehr wohl. Menschen mit einer eigenen Identität lassen sich nicht so einfach in Luft auflösen, oder wegdiskutieren. http://de.wikipedia.org/wiki/Huss... Jordanien)

8
10
27.7.2010, 16:30
was man nicht besitzt

kann man auch nicht abtreten

Karl Tantscher
02
28.7.2010, 00:40
Aha! Und nun ist das Westjordanland ein Teil Israels, ja? Und darin leben die Palästinenser als israelische Bürger? Auch ja?

8
10
28.7.2010, 10:39
das wjl nicht

aber ostjersualm sehr wohl. und dort werden die araber über kurz oder lang israelische pässe bekommen müssen

gez69
 
51
27.7.2010, 09:55

Ausgezeichnete Zusammenfassung.

Plasmaball
05
27.7.2010, 01:44
Der September kommt, die Zeit drängt :)

Die Palästinenser wollen erst mal sehen ob nicht doch wieder gebaut wird bevor sie was unterschreiben. Also nix vor Oktober.

Wobei, letztens bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass es eh egal ist ob es da ein Moratorium gibt oder nicht, weil die Israelis ja trotzdem die ganze Zeit weiter gebaut haben...

Starwolf90
91
26.7.2010, 23:37
Ach

und wenn die Palästinenser auf die Siedler losgehen wird nicht berichtet? Damit macht aber derstandard den Arabern einen großen Gefallen. Liegt da vielleicht auch Geld im Spiel?

Lichtfreak
10
28.7.2010, 15:35
und wenn die Palästinenser auf die Siedler losgehen

und frecherweise in ihr eigenes Haus wollen oder noch die eigene Ernte einfahren wollen, die ihnen von den Siedlern unter Waffengewalt weggenommen wurden...

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