"Nicht von Kampagnen der ausländischen Presse leiten lassen"

26. Juli 2010, 22:33

Vizepräsident Machado schraubt Reformhoffnungen zurück

Havanna - Die kubanische Regierung hat Hoffnungen auf Reformen seiner sozialistischen Wirtschaft erneut eine Absage erteilt. Bei den zentralen Revolutionsfeiern in Santa Clara erklärte Vizepräsident Jose Ramon Machado am Montag, die Regierung setze ihre Arbeit "ohne Improvisationen" fort. In Santa Clara, 270 Kilometer östlich von Havanna, sind die Gebeine des Revolutionshelden Ernesto Che Guevaras beigesetzt, der dort am Ende der 1950er Jahre einen entscheidenden Sieg errungen hatte.

Zum ersten Mal ergriff Machado anstelle von Präsident Raul Castro das Wort. Revolutionsführer Fidel Castro war auch dieses Mal nicht zu der Feier nach Zentralkuba gereist. Am 26. Juli 1953 hatte mit dem allerdings gescheiterten Angriff auf die Moncada-Kaserne in Ost-Kuba die kubanische Revolution begonnen.

"Wir werden weitermachen mit dem Studium, der Analyse und dem Fällen von Entscheidungen", sagte Machado (79). "Diese werden dazu führen, dass wir unsere Defizite überwinden und unsere Gesellschaft perfektionieren." Kuba werde ohne "populistische, demagogische und verlogene" Lösungen agieren. "Wir werden uns nicht von Kampagnen der ausländischen Presse leiten lassen", fügte der Mitstreiter der Castros aus der Revolutionszeit hinzu.

Kuba ist in den vergangenen Jahren in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt. Die Regierung macht dafür vor allem die Weltwirtschaftskrise, das seit Jahrzehnten verhängte Wirtschaftsembargo der USA und Unwetterkatastrophen verantwortlich, die vor zwei Jahren die Insel verwüstet hatten. Die Opposition dagegen kritisiert die kommunistische Planwirtschaft und verlangt wirtschaftliche und politische Reformen.

Am Wochenende kamen in Kuba Gerüchte auf, dass Fidel Castro zum ersten Mal, seit er 2006 krankheitsbedingt die Führung an Raul übertragen hatte, wieder an einer großen öffentlichen Veranstaltung teilnehmen würde. Am Samstag war er in der Ortschaft Artemisa in der Nähe von Havanna erschienen, um dort die gefallenen Mitstreiter der Revolution zu ehren. (APA/dpa)

En Sabah Nur - Apocalypse
00
28.7.2010, 07:50

Sie sind sehr reformunwillig die 5 alten Knaben an der Macht. Na hoffentlich geht dem Hugo das Geld nicht aus, den 2003 wäre es schon fast vorbei gewesen. Die Leidensfähigkeit der Kubaner ist immens, die ganze Region zieht an ihnen vorbei, nur weil sie glauben es geht ohne privat, obwohl in Kuba fast ausschlieslich privat funktioniert. Andererseits wenn sich 11 Millionen den Willen von 5 Leuten aufzwingen lassen, da haben sie es auch nicht anders verdient.

Kein Begriff drückt Mich aus
00
27.7.2010, 15:35
Reformhoffnungen

Wessen Reformoffnungen? Ich meine hier geht es eher um die Reformhoffnungen der westlichen Staaten und einiger Oppositioneller, als um mögliche Reformhoffnungen breiter Bevölkerungsschichten.

Der Neue Mensch
01
27.7.2010, 15:52

Auch wenn es einige Berufs-Rosa-Brillenträger nicht wahrhaben wollen, gerade breite Schichten der Bevölkerung wollen Reformen. Nicht nur ein paar Oppositionelle und die ausländische Presse. Nur wagen es diese breite Bevölkerungsschichten (noch) nicht offen auszusprechen. Kam im ehemaligen Ostblock dann auch ganz plötzlich und vor kurzem noch als intakt geltende kommunistische Regime landeten auf dem Müllhaufen der Geschichte, wo auch das kubanische landen wird. Spätestens, wenn Fidel sich die Radieschen von unten anguckt.

*space
00
26.7.2010, 23:20

An einem solch bedeutenden Tag werden doch keine Reformen nach westlichen Vorstellungen verkündet.

Keine Improvisationen, da hat es viele von gegeben, dann mal lernen von den Fehlern anderer. Ich wünsche viel Erfolg, Konzept und Durchschlagskraft. Irgendwann muss der Knoten aufgehen, ich will es noch erleben!

Girgl Galgenstein
10
27.7.2010, 13:19
Scheint mir mehr ein gordischer Knoten zu sein

der geht nicht auf und schon gar nicht von selbst.

Kein Begriff drückt Mich aus
00
27.7.2010, 15:38

leb deine versteckten Gewaltphantasien am Besten nirgendwo aus, und wenn schon an dir selbst ... aber zieh da bitte nicht andere mit rein.

Der Zwersch
00
28.7.2010, 05:33

Gewaltphantasien sind das wohl die ihnen im Kopf herumgeistern...im Beitrag ihres Vorposters ist davon zumindest nichts enthalten.

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