Wer immer sich auf eine Massenveranstaltung begibt, begibt sich in Gefahr
Beim Donauinsel-Fest in Wien könne eine solche Katastrophe wie bei der Loveparade in Duisburg (19 Tote, mehr als 500 Verletzte) nicht passieren, sagte der Organisator des Donauinselfestes. Ein Fall von "famous last words", könnte man dazu sagen. Herr Kostelecky, der erwähnte Organisator, fügte allerdings hinzu, ein Restrisiko gebe es natürlich immer.
Das kann man so sagen. Wer immer sich auf eine Massenveranstaltung begibt, begibt sich in Gefahr - und nicht nur sich, sondern auch die Kinder, die so mancher zu so etwas mitnimmt. Beim Donauinselfest, der größten Menschenansammlung, die in Wien zusammenkommt, gibt es mehr Zugänge und Fluchtwege als in Duisburg, wo ein einziger Tunnel zur Todesfalle wurde. In Wien hat man auch mehr Erfahrung mit Großveranstaltungen als im Ruhrgebiet, wo anscheinend die Behörden und Veranstalter Warnungen ignorierten.
Aber wer sich in die Masse begibt, läuft Gefahr, darin umzukommen. Instinktiv weiß das ein jeder, aber viele riskieren das trotzdem. Auch nach dem Aus für die Loveparade werden solche Massenpartys weiter stattfinden, weil es genügend Menschen gibt, die dieser Mischung aus "love, peace and fun" oder auch "heat, noise and sex" etwas abgewinnen können. Man wird strengere Sicherheitsauflagen machen, aber passieren wird wieder was, vielleicht sogar in Wien. Die einzige wirkliche Sicherheitsmaßnahme ist: zu Hause bleiben. (RAU/DER STANDARD, Printausgabe, 27.7.2010)