Chávez befürchtet bevorstehenden Angriff

26. Juli 2010, 17:58

Venezuelas Präsident sagt Reise nach Kuba ab - Washington für Krise mitverantwortlich gemacht

Caracas - Der venezolanische Staatschef Hugo Chávez hat wegen des Konflikts mit dem benachbarten Kolumbien kurzfristig eine Reise nach Kuba abgesagt. Chávez sagte am Sonntag, er verfüge über Geheimdienstinformationen, wonach die Möglichkeit einer "bewaffneten Aggression" durch Kolumbien derzeit größer sei als in den vergangenen "100 Jahren". Sein Land sei jedoch bereit, jeden Angriff abzuwehren.

Chávez wollte am Montag ursprünglich in Kuba den Gedenkfeierlichkeiten an den fehlgeschlagenen Angriff auf die Moncada-Kaserne vor 57 Jahren beiwohnen. Der linksgerichtete venezolanische Präsident machte für die Krise mit Kolumbien die USA mitverantwortlich. Er bezeichnete Washington als "großen Anstifter" . Er drohte, die Öllieferungen in die USA zu stoppen, sollten diese einen Angriff Kolumbiens auf sein Land unterstützen. "Selbst wenn jeder hier Steine essen muss, würden wir keinen einzigen Tropfen Öl mehr liefern."

Chávez ist scharfer Kritiker eines im vergangenen Jahr geschlossenen Militärabkommens über die Nutzung von kolumbianischen Stützpunkten durch die US-Armee. Er hatte vergangenen Donnerstag die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen und die Streitkräfte seines Landes in Alarmbereitschaft versetzt. Chávez reagierte damit auf Vorwürfe des kolumbianischen Staatschefs Alvador Uribe, wonach sich vier Führer der kolumbianischen Rebellenbewegung Farc und ein Vertreter der Nationalen Befreiungsarmee auf venezolanischem Staatsgebiet aufhalten sollen. Im Falles eines "bewaffneten Angriffs auf Venezuela würden wir die Öl-Lieferungen in die USA einstellen" , sagte Chávez. Kolumbien ist ein enger US-Verbündeter und bezieht erhebliche Militärhilfe aus Washington. Die USA sind der wichtigste Abnehmer venezolanischen Erdöls.

Krisentreffen von Unasur

Im Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela hat der südamerikanische Staatenbund Unasur ein Krisentreffen einberufen. Die Unasur-Außenminister sollen am Donnerstag in Quito zusammenkommen. Auch der Generalsekretär der Unasur, der frühere argentinische Präsident Nestor Kirchner, schaltete sich in die Vermittlungen ein. Am Montag wollte er sich mit Juan Manuel Santos treffen, der am 7. August sein Amt als neuer Präsident von Kolumbien antritt. (Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 27.7.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 131
1 2 3 4
Mr. Spock
01
30.7.2010, 12:51

Manchmal weiss man nicht mehr, was man ueberhaupt glauben soll. Man darf nicht vergessen, dass alle Berichte ueber Venezuela von Nachrichtenagenturen in den USA verfasst werden ... man liest, dass die Opposition ausgeschaltet und verfolgt wird, dass die Bevoelkerung gar nicht mehr hinter Chavez steht, dass Chavez ein Diktator und Kriegstreiber ist, ...

Nun ja, Ich habe mit einigen Leuten aus Venezuela geredet, die mir ziemlich gegenteilige Berichte geliefert haben. Entweder funktioniert die Propaganda dort sehr gut, oder diese Artikel hier sind nichts als eine Medienaktion von den Gegnern Chavez' ... Man darf nicht vergessen: Venezuela ist einer der groessten Erdoelerfoerderer der Welt, aber kein US-Freund sitzt dort an der Macht ...

Lord Chaos
22
27.7.2010, 16:07

Immer wenn Hugo das innenpolitische Wasser bis zum Hals steht faselt er von Kriegsgefahr.

In dieser Region redet eigentlich immer nur Hugo vom Krieg. Er sollte aber aufpassen, wenn man zuoft von Krieg redet, hat er die Angewohnheit zu kommen.

dr. kokos
 
10
29.7.2010, 20:54

"In dieser Region redet eigentlich immer nur Hugo vom Krieg."

sicher, hugo redet ganz bestimmt zuviel darüber, aber er redet eben nur.

geführt werden die kriege so gut wie immer von den usa, denn dieses land kann sich keinen frieden leisten. (zitat: winslow wheeler vom „center for defense information“ in washington.)

http://diepresse.com/home/poli... 7/index.do

daher sind die immer sofort zur stelle, wenn wo ein "militärschlag" "nötig" ist, egal ob auf dem balkan, im nahen osten, in asien, in lateinamerika oder sonstwo auf der welt.

sauraumpfa
00
28.7.2010, 02:40
ach so lieber chaos - warum hat sich uribe gerade in rcn entschuldigt

fuer die pobleme die er in norte santander und den anderen grenzprovinzen verursacht hatte - jetzt werden sie die IVA (MWST) fuer die grenzregionen erlassen um die am bankrott stehenden geschaefte zu unterstuetzen - was fuer ein absoluter schwachsinn - immer baden die einfachen leute den egoismus und die dummheit der beiden idioten in kolumbien und venezuela aus.
uribe will noch einmal ein bischen feuer entfachen bevor er einen abgang macht und santos moeglicherweise einen dialog sucht - das ist der grund.

Che - rald
33
27.7.2010, 14:05
wieder einmal ist schön zu sehen,

daß Kapitalismus ohne Imperialismus nicht funktioniert!
Schema F von den USA => korrupte Politiker(in diesem Fall von Venezuela) werden werden unterstützt, damit sie dann gegen Länder, welche sich nicht dem ausbeuterischen Imperialismus der USA beugen wollen, (militärisch) vorgehen (Gründe gibt es immer)! und am Schluß spielen sie wieder die große Weltpolizei, die immer auf der Seite der Guten gegen den bösen Sozialismus oder Diktator kämpft - ganz uneigennützig versteht sich! Danach hilft man beim "Demokratie" aufbau und installiert ein paar Handlanger in der neuen Regierung und schon hat man wieder ein neuen Wirtschafts"partner" !

Che - rald
12
27.7.2010, 15:25
Fehler meinerseits!

natürlich muß es heißen: korrupte Politiker von Kolumbien

an kog
00
27.7.2010, 16:32

Das passt schon. Sowohl in Venezuela als auch in Kolumbien sind die Politiker korrupt. Der Unterschied ist einzig, dass die einen von den USA unterstützt werden und die anderen nicht (die verkaufen dafür fast das ganze Öl an die USA).

kaloka
12
27.7.2010, 14:54

Böse USA >> korrupte Politiker(in diesem Fall von Venezuela) werden werden unterstützt

Armes Venezuela (Amnesty International dazu):
April 2010:

"In den letzten Jahren hat die venezolanische Regierung offenbar ein Schema entwickelt, um abweichende Meinungen zu unterdrücken. Dabei bedient sie sich gesetzlicher und verwaltungstechnischer Maßnahmen, um RegierungskritikerInnen zu schikanieren und zum Schweigen zu bringen. Gesetze werden scheinbar missbraucht, um politisch motivierte Anklagen erheben zu können. Dies würde bedeuten, dass sich das Vorgehen der venezolanischen Regierung gezielt gegen ihre KritikerInnen richtet."

Dr. Schland
62
27.7.2010, 11:19

Da dies keine Atommächte sind, und beide Länder außer Drogen nichts produzeren, von dem der Welthandel abhängig ist, könnte es nur für die Bevölerung bitter werden. Ist Chavez mit seiner Amtszeit nicht langsam mal am Ende? Hat er schon verlängert? Ich bin links und finde den Typen abstoßend.

Solidarität mit den Reichen und ihren Zuhältern!
66
27.7.2010, 13:37

Dann hat die Medienberichterstattung ja ihr Ziel erreicht.

Aber Sie warten darauf, dass ein Linker ein Land regiert und von den milliardenschweren Medienbesitzer geliebt wird: da können Sie lang warten.
Wenn der Spiegel, die SZ oder der Springer-Verlag anfangen Chavez zu mögen, dann ist Venezuela wieder dort, wo es vor Chavez war: Im Ar***.

Dass man Correa oder Morales bisher aussen vor lässt, das hat schon damit zu tun, dass deren grösstes Problem Venezuela heisst.

Danach kommen die anderen an die Reihe.

Das gilt für unsere Medien wie für die US-Aussenpolitik.

Dr. Schland
02
28.7.2010, 10:09

Es gibt einfach einen großen Unterschied zwischen linken Realpolitikern und egomanischen Volkstribunen, welche die Verfassung als ihr persönliches Spielzeug betrachten. Chavez ist kein Stück besser als ein Berlusconi oder ein Döpfner. Lula D. hat es, obwohl sicher nicht ohne Fehl und Tadel, auch ohne Einschüchterung der Oppposition und Verbot unliebsamer Medien geschafft. Echt krass, sich über Springer und Co aufzuregen und dann gleichzeitig einen Mann zu feiern, der unliebsame Radiostationen und Zeitungen verbietet und am liebsten bis mindestens 2025 Präsident wäre.

kaloka
02
27.7.2010, 14:17

Venezuela gehörte beim letzten Ölboom zu den reichsten Ländern der Welt. Mit breiterer Mittelschicht und bedeutend weniger Kriminalität und stabilen sozialen Frieden.
Also, die Vorgänger hatten mit gleichen wirtschaftlichen Parametern eher mehr Erfolg. Und ohne die Erfahrungswerte gehabt zu haben, aus denen ein Chavez eigentlich hätte lernen können/müssen um Fehler von damals nicht zu wiederholen.

Und Venezuela macht zur Zeit nicht unbedingt den Eindruck eines Landes, dass einen inneren Frieden, wirtschaftlichen Erfolg und als Musterbeispiel für einen demokratischen Sozialismus mit freier Meinungsäußerung herhalten kann.

sauraumpfa
11
28.7.2010, 02:24
lieber kaloka - was fuer ein schwachsinn

venezuela soll also lt. ihrer info die breiteste mittelschicht gehabt haben und ein reicher staat usw usf.
das ist natuerlich kompletter schwachsinn - es waren imer so um die 75 % in armut lebender venezolaner - egal wie weit sie zurueckschauen.

da von mittelschicht zu sprechen ist schon fast pervers.

a stranger in a strange land
00
30.7.2010, 09:05

jaja weil nicht sein kann was nicht sein darffür dich kleinen chavez verehrer.

so verblendet zu sein wie du und deinesgleichen zeugt von nicht allzu großer intellligenz.

permobil
00
28.7.2010, 12:43
saurer umpfa, das wiederum ist blödsinn ;-)

Ihre Daten stimmen einerseits nicht, andererseits haben Sie eine Leseschwäche. Von breitester Mittelschicht hat er nichts geschrieben.

Wie kommen Sie auf Armutszahlen in den letzten Ölboom Zeiten von 75 %? Eher das - "Die Armut, abhängig von der Statistik und Methode, lag bei ca. 33% der Bevölkerung im Jahr 1975 ..."

sauraumpfa
00
31.7.2010, 01:59
na liebes permobil - dann ruecken sie mal raus mit den daten

gerne erwarte ich ihre quellen - ich kann mir nicht vorstellen, dass sie 1975 dort waren - ich uebrigens auch nicht -
in den oelboomjahren war sicherlich viel geld da, dass heisst aber noch lange nicht, dass dieses gut verteilt wurde und schauen sie sich verschiedene buecher zum thema an dann werden sie feststellen, dass es niemals in der geschichte lateinamerikas in keinem einzigen land zu einer tragfaehigen mittelschicht gereicht hat (auch heute nicht).

a stranger in a strange land
00
30.7.2010, 09:05

seine zahlen sind einfach nur hausnummern ohne bezug zur realität. soll nur gut klingen, propaganda eben.

dr. kokos
 
00
29.7.2010, 02:29

warum stärkst du deine offensichtlich reinkopierten zitate eigentlich nicht, indem du die entsprechenden quellen mit angibst? das lässt leider vermuten, dass sie einer überprüfung nicht standhalten, wie wir an anderer stelle schon gesehen haben.

was du auch nicht vergessen solltest: in den 70ern gab es nur halb so viele venezolaner. und es war bestimmt nicht der reichste bevölkerungsteil, der sich so stark vermehrt hat.

dr. kokos
 
10
28.7.2010, 00:13

ja, die goldenen alten zeiten der 1970er jahre. hast du aber auch auf der rechnung, dass sich die bevölkerung venezuelas seither mindestens verdoppelt hat?

und damit haben sich die sozialen probleme vervielfacht!

Horst Holger
00
28.7.2010, 00:22
richtig und Chavez hat in den letzten Jahren einen Großteil zu den Problemen beigetragen

bzw. keine gelöst. Bevölkerungswachstum hin oder her, Chavez hat das Land in die tiefste Krise seit über 30 Jahren getrieben

Ernst Guevara
33
27.7.2010, 14:39
stabiler sozialer frieden?

wohl eher friedhofsruhe: chavez lässt wenigstens im gegensatz zu seinem vorgänger Carlos Andrés Pérez nicht innerhalb von ein paar tagen hunderte menschen erschiessen, die gegen preiserhöhungen demonstrieren (caracazo). man kann sicher viele dinge an chavez' politik kritisieren, aber deshalb braucht man nicht die verbrechen seiner vorgänger elegant unter den teppich kehren.

hansito
00
28.7.2010, 07:11

... und wer will die Entgleisungen von Perez unter den Teppich kehren? Hat jemand hier behauptet, dass das nicht stimmt, dass er für den caracazo verantwortlich ist? Hörens auf den Chavez zu beweihräuchern, denn das gilt dann auch für den Chavez! Nur weil Perez ein Verbrecher war, sind die Aktionen von Chavez noch lange nicht legitim! Schön langsam machen Sie sich lächerlich!

permobil
01
27.7.2010, 16:01
interessante Vermischung

@ernst

Sie setzen Herrn Perez in Mehrzahl - (Zitat) die verbrechen seiner vorgänger - gleich. Wollen aber Chavez und seinen Sozialismus explizit alleine bewertet verstehen (und der S./K. ist ja auch nicht gerade unbelastet).

Venezuela wurde richtig vermögend wegen Öl(preis). Dann brach der Ölpreis zusammen und Venezuela litt.

Herr Perez war allerdings in Krisenzeiten Präsident, nicht während der Öl-Festzeiten. Chavez kann jetzt wieder aus dem (finanziell) Vollen schöpfen.

Auch hier hinkt der Vergleich gewaltig.

Sie sollten schon zeitlich, personell und sachlich alles auf eine (richtige) Linie bringen - wenn es nicht nur um Propaganda geht.

Venezuela hatte durchaus seine "goldene Zeiten". Vor Chavez. Dank Öl, wie es jetzt sein könnte.

Ernst Guevara
10
27.7.2010, 16:55
naja, das stimmt so nicht

richtig ist, dass der caracazo in eine zeit fällt, als der ölpreis niedriger war (die zweite amtszeit von Carlos Andrés Pérez, 1989-93). in der ersten amtszeit von Pérez (1974-79) gab es durchaus einen hohen ertrag aus dem erdölgeschäft. also sollten Sie sich zunächst einmal selbst an Ihre eigene empfehlung halten, bevor Sie andere belehren: Sie sollten schon zeitlich, personell und sachlich alles auf eine (richtige) Linie bringen - wenn es nicht nur um Propaganda geht.

permobil
00
28.7.2010, 12:20
doch doch, passt.

Der Caracazo war 1989. Da gibt es nichts zu rütteln. Das war in und wegen der Krise. Nix mit Geldregen wegen Ölpreis. (Und eigentlich waren es damals gewalttätige Plünderungen und keine Demonstrationen die mit übertriebener Gewalt beendet wurden)

Und nun ergänzen Sie bitte noch mit den ganzen anderen "Verbrechen" von denen Sie reden.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 131
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.