Wieder einmal macht sich eine Fotofalle bezahlt: Den Haarnasenotter gibt es noch
Kuala Lumpur - Er ist ein naher Verwandter unseres Fischotters, doch weiß man recht wenig über ihn: Denn der Haarnasenotter (Lutra sumatrana) lebt in unzugänglichen Sumpfwäldern und Mangrovengebieten Südostasiens, vom Festland bis zu den Inseln Borneo und Sumatra. Er ist etwas kleiner als sein europäischer Vetter, von brauner Farbe und hat seinen Namen davon, dass seine Schnauze stark behaart ist.
Ansonsten ist wenig über diese Spezies bekannt - vor allem nicht, wie stark bedroht sie ist bzw. wie viele Exemplare es überhaupt noch gibt. Biologen gehen aber davon aus, dass es sich dabei um die seltenste Otterart der Welt handelt. Bis in die späten 90er hinein musste man bereits befürchten, dass der Haarnasenotter im Großteil seines einstigen Verbreitungsgebiets ausgestorben ist. Danach wurden einige Exemplare gefunden - meist allerdings tot. In der malaysischen Provinz Sabah auf Borneo, wo zum letzten Mal vor 100 Jahren ein Vertreter dieser Spezies gesichtet wurde, ist nun aber einer in eine Fotofalle getappt.
Im Deramakot Forest Reserve sind seit längerem Kameras angebracht, mit denen im Rahmen des ConCaSa-Projekts ("Conservation of Carnivores in Sabah") die auf der Insel heimischen Raubtierspezies aufgespürt werden sollen - so sie noch vorhanden sind. Im Hinblick auf die Artenvielfalt waren die Ergebnisse bislang sehr erfolgreich: Sowohl Malaienbären als auch Bänderroller (eine Schleichkatzenart) und sämtliche fünf auf Borneo vorkommenden Katzenarten wurden in dem Naturschutzgebiet bereits fotografiert. Der Haarnasenotter war eine erhoffte, aber nicht mehr wirklich erwartete Draufgabe. (red)